Siebzehn Silben Ewigkeit

von Denis Thériault 
3,9 Sterne bei104 Bewertungen
Siebzehn Silben Ewigkeit
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Zinus avatar

Siebzehn Silben Ewigkeit ist ein wunderschönes Buch voller Poesie, das eine Liebesgeschichte der besonderen Art erzählt.

C

Ein schönes,romatisches,bezauberndes Buch!

Alle 104 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Siebzehn Silben Ewigkeit"

Eine Liebeserklärung an das Briefeschreiben

Bilodo, ein junger Postbote aus Montreal mit einer Vorliebe für Kalligrafie, geht seinem Beruf voller Leidenschaft nach: Heimlich öffnet er abends über Wasserdampf handgeschriebene Briefe. Dabei stößt er eines Tages auf die ungewöhnliche Korrespondenz zwischen Professor Grandpré und Ségolène, die sich Haikus schicken. Bilodo verliebt sich in Ségolène. Als Grandpré bei einem Unfall ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen waghalsigen Plan: Er will in die Identität des Professors schlüpfen ? und lernen, wie man mit siebzehn Silben die Ewigkeit einfängt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423217019
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:13.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.10.2009 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Orishas avatar
    Orishavor 8 Monaten
    Dichtkunst trifft auf Postboten

    Bilodo, Briefträger aus Montreal, hat ein geheimes Laster. Nach Dienstschluss öffnet er die Briefe seiner Kunden und träumt sich in das Leben anderer. So „begegnet“ er auch Ségolène, einer jungen Frau aus Guadaloupe, die nur in Reimen schreibt. Haikus, wie Bilodo bald lernen soll. Denn als Ségolènes Briefpartner einen Unfall erleidet, fasst Bilodo einen folgenreichen Entschluss.

    Thériaults Roman ist locker leicht, ein wenig zu leicht, um nicht zu sagen, seicht manchmal. Die Idee des Postboten, der Briefe öffnet kombiniert mit japanischer Dichtkunst ist durchaus nett. Dennoch schafft Thériault es nicht, mich als Leserin vollends abzuholen. Manchmal zu Klischeebeladen, sprachlich solide, aber eben nicht überragend – was bei einem Büchlein über Dichtkunst leider ein kleines Manko ist, und mit einem durchaus überraschendem Ende - das aber eben ein Müh zu spät kommt, um das Ruder noch vollends rumzureißen. Ein Roman für Zwischendurch, leichte Lektüre eben. Nimmt man sie als solche an, kann ich ihr auch durchaus Unterhaltungswert zuschreiben.

    Fazit: Leichtes, seichtes Büchlein für Zwischendurch.

    Kommentare: 1
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    Becky_Bloomwoods avatar
    Becky_Bloomwoodvor 2 Jahren
    Eine poetische Geschichte

    Angelockt durch die Inhaltsangabe, in der ein Postbote heimlich Briefe öffnet und sich in eine Gedichteschreibende Frau verliebt, habe ich Siebzehn Silben Ewigkeit von Denis Thériault gelesen. Das Büchlein ist mit seinen gut 150 Seiten nicht wirklich dick, erzählt aber auf diesen wenigen Seiten eine poetische Liebesgeschichte - eine Liebe, die allein durch das Briefeschreiben, genauer durch das Schreiben von Haikus (einer japanischen Gedichtform), entsteht. Dazu wartet sie mit einem unerwarteten Ende auf und überraschte mich in dem Moment, als ich dachte, ich würde wissen, wie das Ganze ausgeht. So soll es sein! :)

    Ein schönes kleines Buch - nicht nur für Menschen, die sich für Poesie begeistern können.

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    Zinus avatar
    Zinuvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Siebzehn Silben Ewigkeit ist ein wunderschönes Buch voller Poesie, das eine Liebesgeschichte der besonderen Art erzählt.
    Ein wunderschönes Buch

    Klappentext
    «Es war eine grossartige, originelle, derart geniale und gewagte Idee, dass Bilodo erschrak… Doch er wusste: Er hatte keine andere Wahl.»
    Bilodo, ein junger Briefträger aus Montreal, geht seinem Beruf scheinbar zuverlässig nach. Niemand ahnt, dass er nach Dienstschluss einem geheimen Laster frönt: Er öffnet handgeschriebene Briefe und träumt sich in das Leben fremder Menschen. Dass er sich dabei in die Brieffreundin eines Mannes aus seinem Zustellbezirk verliebt, war nicht vorgesehen. Als sein Rivale ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen verwegenen Plan: Wenn der Briefwechsel nicht abreissen soll, muss er in die Identität des anderen schlüpfen…

    Über den Autor
    Denis Thériault wurde 1959 in Sept-Îles an der Nordküste des St.-Lawrence-Golfes geboren. Er studierte Psychologie in Ottawa und arbeitete als Schauspieler, Conférencier und Regisseur am Theater, bevor er erfolgreich als Drehbuchautor tätig wurde und Romane zu schreiben begann. Sein zweiter Roman, Siebzehn Silben Ewigkeit, wurde 2006 mit dem Prix littéraire Canada-Japon ausgezeichnet. Denis Thériault lebt in Montreal. (Quelle: amazon.de)

    Mein Leseeindruck
    Das Buch liest sich zügig – in einem Rutsch ist man durch. Auch wenn man bislang noch keine Berührung mit Haikus hatte, hindert diese japanische Dichtkunst, welche im Zentrum des schmucken Büchleins steht, nicht am Lesefluss. Doch man tut sich wirklich selbst einen Gefallen, wenn man sich Zeit für diesen Roman nimmt. Die gewählte Sprache lässt den Leser rasch in eine andere Welt eintauchen – es lohnt sich, bei einigen Stellen ein bisschen zu verweilen. Wundervolle Formulierungen führen zu einem Schluss, dessen tieferer Sinn noch lange sanft nachklingen wird.

    Fazit
    Siebzehn Silben Ewigkeit ist ein wunderschönes Buch voller Poesie, das eine Liebesgeschichte der besonderen Art erzählt.

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    whoiskafkas avatar
    whoiskafkavor 4 Jahren
    Eines meiner Lieblingsbücher!

    Einige Worte zum Inhalt

    Bilodo ist 27 Jahre alt und arbeitet als Briefträger in Kanada. Tagein, tagaus verrichtet er seine Arbeit, doch wenn er am Abend nach Hause kommt, frönt er einem geheimen Laster: Er fängt private, handgeschriebene Korrespondenzen ab und träumt sich in die Leben anderer Menschen. Dabei stößt er eines Tages auf einen Brief von Ségolène, einer Lehrerin aus Guadeloupe, die mit einem Mann aus Bilodos Zustellbezirk Haikus austauscht. Der junge Mann verliebt sich unsterblich in die geheimnisvolle Frau und erwartet jeden ihrer Briefe sehnsüchtig. Doch eines Tages geschieht ein Unglück: Der Mann, dem sie schreibt, kommt bei einem Unfall ums Leben. Bilodo ergreift die Chance und schlüpft in die Identität eines anderen …

    Meine Meinung

    Siebzehn Silben Ewigkeit ist etwas für Träumer, Poesieliebhaber und Freunde einer ausschweifenden, kräftigen Sprache. Es ist ein psychologischer Roman mit philosophischem Beigeschmack, der einen surrealen Charakter und eine ebenso surreale Welt, die den Leser in emotionale Tiefen führt, beinhaltet. Bilodo ist ein exzentrischer junger Mann, der sich in die Leben anderer Menschen träumt und darüber sein eigenes Leben vergisst, der mittags alleine isst und mit beständiger Leidenschaft Kalligraphie übt. Seine Kollegen haben wenig Verständnis für seine Marotten, belächeln ihn höchstens, doch das ist Bilodo egal: Solange er Ségolène hat, ist er zufrieden. Er steigert sich in seine Fantasien hinein, man merkt deutlich, dass Bilodo dem realen Leben bereits den Rücken gekehrt hat und nicht wünscht, sich von seiner Traumwelt zu verabschieden. In meinen Augen ist er ein grandioser, plastischer Charakter, dessen Wahnsinn nach und nach offenbart und gesteigert wird, bis die Grenze zwischen Traum und Realität vollkommen verwischt. Auch die anderen Charaktere, denen der Leser im Roman begegnet, sind einprägsam und individuell, was mir unheimlich gut gefallen hat.

    “Vor allem aber gab es Liebesbriefe. Denn selbst nach dem Valentinstag blieb die Liebe das vorrangige Thema, das die meisten Schreibenden miteinander verband. Die in sämtlichen Zeiten und Tonfällen deklinierte Liebe, in allen nur denkbaren Varianten, ob als entflammter oder höflicher, draufgängerischer oder keuscher, ausgelassener oder dramatischer, mitunter leidenschaftlicher, häufig lyrischer Brief, umso bewegender, je schlichter die Gefühle darin ausgedrückt wurden, am anrührendsten jedoch, wenn diese sich zwischen den Zeilen, hinter vermeintlich nichtigen Worten, verbargen und insgeheim verzehrten.” - S. 15

    Der Schreibstil ist von Metaphern und Poesie geprägt und schlichtweg meisterhaft. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich mit einem derartig vollendeten Schreibstil verzaubert hat. Thériault ist ein Meister der Worte, der so außergewöhnlich mit Sprache spielt, dass es mich von der ersten bis zur letzten Seite (ich habe keine einzige Lesepause gemacht) in das Buch hineingesogen hat. Die Haikus und Tankas (beides japanische Gedichtformen) waren ebenso toll und abwechslungsreich wie der Rest des Romans und haben sich wunderbar in die Handlung eingegliedert.

    Das Ende der Geschichte hat mich auch beim zweiten Lesen mit einem seltsamen Gefühl im Magen zurückgelassen. Allerdings nicht auf eine negative Art und Weise. Es war eher ein Gefühl der Erschrockenheit, der Erkenntnis, des Verständnisses, verbunden mit ein wenig Traurigkeit und einer überwiegenden Zufriedenheit. Beim ersten Lesen hatte ich ein solches Ende nicht erwartet, es war eine große Überraschung. Allein des Endes wegen sollte man dieses Buch schon gelesen haben!

    Fazit

    Lesen, lesen, lesen! Siebzehn Silben Ewigkeit ist eines meiner allerliebsten Bücher und ich könnte es gerade schon ein drittes Mal lesen. Dieses Buch verdient eine Wertung von fünf Herzen voll und ganz. Einfach zauberhaft!

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    Bibliophile4149s avatar
    Bibliophile4149vor 4 Jahren
    Entspricht nicht der Erwartung

    Der Autor versteht es, mit Worten zu spielen und eine andere Welt zu eröffnen, die Sätze sind mit einer Leichtigkeit und ausdrucksstarken Form wundervoll zu lesen. Aber was die Geschichte betrifft, geht sie vollkommen an der erwarteten Liebesgeschichte vorbei! Der "Protagonist" stellt sich meiner Ansicht nach als Psychopath und Stalker heraus, der alles dafür tut, um den Kontakt seiner heimlichen Geliebten nicht abbrechen zu lassen. Er schlüpft in die Rolle eines Toten, welcher, als er noch lebendig war, eine Brieffreundschaft mit einer geheimnisvollen Frau begonnen hat, in die sich Bilodo verliebt (und das nur, weil er sich zuhause die Beiefe fremder Menschen durchliest) . Er bedient sich all der Habseligkeiten des Verstorbenen und will genau das tun, was Granpré in dieser Situation unternommen oder geschrieben hätte. Die "leidenschaftliche" Korrespondenz zwischen den beiden bleibt erhalten und führt zu sehr intimen Wünschen und Einblicken bis Ségolène beschließt, ihren eigentlichen "Grandpré" zu besuchen. Hier bekommt Bilodo es mit der Angst vor dem Treffen zu tun und will sich umbringen?!?! Das Ende ist kurz und geschmacklos und meiner Meinung nach in der Gesamtbetrachtung ein Buch mit einer anfänglich wundervollen Idee, geschrieben mit traumhaften Worten, aber inhaltlich ein Misserfolg auf ganzer Stufe.

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    Sabine17s avatar
    Sabine17vor 4 Jahren
    Haikus

    Bilodo ist Briefträger in Montreal. Heimlich öffnet er abends in seiner Wohnung Briefe und liest sie. Besonders angetan hat es ihm der Briefwechsel zwischen Grandpré, einem Literaturprofessor aus seinem Zustellbezirk, und Ségolène, einer Lehrerin von der Karibikinsel Guadeloupe. Die beiden schicken sich mit jedem Brief ein kurzes Gedicht.

    Bilodo ist fasziniert von diesen Gedichten und verliebt sich in Ségolène.

    Als Grandpré von einem Auto überfahren wird, schlüpft Bilodo in seine Rolle und beantwortet Ségolènes Briefe. Dabei findet er heraus, dass es sich bei den Gedichten um Haikus handelt. Dabei handelt es sich um eine klassische japanische Gedichtform aus drei Zeilen, von denen die erste und dritte aus jeweils fünf und die zweite aus sieben Silben bestehen.

    Ein Beispiel aus dem Buch:


    So wie das Wasser

    den Felsen umspült

    verläuft die Zeit in Schleifen

     

    Bilodo übt verbissen Haikus zu schreiben, damit Ségolène nicht auffällt, dass jemand anderes ihre Briefe beantwortet.

    Dafür mietet er sogar die Wohnung des verstorbenen Grandpré, die im japanischen Stil eingerichtet ist, um sich atmosphärisch in die japanische Gefühlswelt hinein zu denken.

     Wird es Bilodo gelingen, seine große Liebe Ségolène für sich zu gewinnen?

    Dies war ein sehr ungewöhnliches Buch. Manchmal konnte ich Bilodos Handlungen nicht so ganz nachvollziehen, aber er konnte mich immerhin mehrmals mit seinen Aktionen überraschen.

    Und der Leser erfährt alles, was es über Haikus zu wissen gibt.

    Amüsant fand ich die Phase, wo Bilodo versucht, sein erstes Haiku zu schreiben.

    Hier ein paar Beispiele:


    Die Sonne geht auf

    wie ein goldener Käse

    lasst uns was essen

    oder

    Die Sonne versinkt

    gähnt auf dem Balkon

    und schnarcht an meinem Fenster


     Fazit:

    Ein ungewöhnliches Buch über eine ungewöhnliche Liebe und eine spezielle japanische Gedichtform.

     

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    pardens avatar
    pardenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Briefe aus der Ferne - sie können verzaubern, ungeahnte Leidenschaften wecken, das Leben verändern...
    Briefe aus der Ferne...

    BRIEFE AUS DER FERNE...

    Bilodo, ein 27-jähriger Briefträger aus Montreal mit einem Faible für Kalligraphie, lebt zurückgezogen mit seinem Goldfisch Bill in einer Dreizimmerwohung. Er gilt als zuverlässig, und niemand ahnt, dass er an den Abenden einer geheimen Leidenschaft nachgeht: Regelmäßig nimmt er aus der ihm anvertrauten Post handgeschriebene Briefe mit nach Hause, öffnet sie über Wasserdampf und träumt sich in das Leben anderer Menschen.
    Seine Sammlung an Korrespondenzen ist groß, doch eine bedeutet ihm mehr als alle anderen: Grandpré, ein Professor aus seinem Zustellbezirk, tauscht Briefe mit der schönen Lehrerin Ségolène von der Karibikinsel Guadeloupe, die durch ihre Form aus dem üblichen Rahmen fallen. Die beiden schreiben sich Gedichte - Haikus, wie Bilodo bald herausfindet. Bilodo erliegt dem exotischen Flair der Briefe. Mehr noch: Er verliebt sich in Ségolène und beginnt, Grandpré zu beobachten. Als dieser bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen verwegenen Plan: Will er den Kontakt zu Ségolène nicht abreißen lassen, muss er in die Identität des anderen schlüpfen - mit allen Konsequenzen...

    Briefe aus der Ferne - sie können verzaubern, ungeahnte Leidenschaften wecken, das Leben verändern...

    Zentrales Objekt des Buches ist die japanische Dichtkunst mit ihren dreizeiligen Haikus (17 Silben), mit denen Bilodo und Ségolène ihre Korrespondenz führen. Auch wenn man selber bislang keine Zugang zur Lyrik gefunden haben mag, so zieht einen Thériaults Liebeserklärung auf diese kurzen und aufs Wesentliche gebrachten Dreizeiler doch unfehlbar in ihren Bann.
    Ein großes Lob gebührt dabei sicherlich der Übersetzerin van Beek, der es meisterhaft gelungen ist, den Charakter und die Poesie der japanischen Haikus aus dem Französischen ins Deutsche zu übertragen...

    "Gleichzeitig zart, komisch und tragisch wird diese ganz besondere Geschichte erzählt, der man nach der Lektüre mit einem lachenden und einem weinenden Auge einen Ehrenplatz im Gedächtnis und im Bücherschrank geben möchte", schrieb Katrin Holthuis, Rhein-Neckar-Zeitung.
    Ein Statement, dem ich mich hier nur anschließen kann!

    Für mich ein wirkliches Highlight!


    © Parden

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 4 Jahren
    Der Kreislauf der Ewigkeit

    Inhalt: Bilodo, ein junger Postbote aus Montreal mit einer Vorliebe für Kalligraphie, geht seinem Beruf voller Leidenschaft nach: Heimlich öffnet er abends über Wasserdampf handgeschriebene Briefe und träumt sich in fremde Lebenswelten. Eines Tages stößt er auf die ungewöhnliche Korrespondenz zwischen Professor Grandpré und Ségolène, einer Lehrerin aus Guadeloupe, die sich Gedichte schicken. Bilodo verliebt sich in Ségolène. Als Grandpré bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen waghalsigen Plan: Will er den Kontakt zu Ségolène nicht abreißen lassen, muss er in die Identität des anderen schlüpfen und lernen, wie man mit siebzehn Silben die Ewigkeit einfängt...

    Cover: Ein Mädchen-Cover und ich liebe es total! :) Ich finde es wirklich richtig, richtig schön, es fällt einem direkt ins Auge und es hat auch inhaltlich mit dem Buch zu tun, geht es doch um eine Brieffreundschaft. Die Symbole auf dem Cover haben alle irgendwie damit zu tun, eine Briefmarke, ein Vogel, der symbolisch die Entfernung überbrückt… Ja, das Cover ist wirklich schön und gefällt mir einfach nur total gut!

    Schreibstil: Ist Theriault eigentlich Lyriker, der nun mithilfe eines Romans versucht hat, seine Gedichte zu promoten? Wie dem auch sei, der Stil ist sehr einfach und gut verständlich und das erleichtert das Lesen eines eben nicht so einfachen Themas doch ungemein. Viele wären vielleicht inhaltlich ein wenig von dem Buch abgeschreckt, aber der einfache Schreibstil macht dies auf jeden Fall wett und erleichtert das Eintauchen in die fremde Welt.

    Die Story: Mmmmh. Ich meine, gut, man muss ganz klar sehen, dass „Siebzehn Silben Ewigkeit“ kein Roman mit einer Geschichte im eigentlichen Sinne ist. Das Ganze ist eher ein wenig philosophisch und mit einem tieferen Sinn belegt und dadurch von der Geschichte her nicht immer wirklich logisch. Meiner Meinung nach hat sich der Autor aber große Mühe gegeben, diesen Makel zu überspielen und das ist ihm auch gut gelungen.
    Ich persönlich bin ja jemand, der beim Lesen gerne entspannen möchte. Das gelingt bei diesem Buch nicht wirklich, denn man muss einfach über die Dinge nachdenken. Nichtsdestotrotz hat das Lesen großen Spaß gemacht und es war spannend Bilodos Geschichte zu verfolgen.

    Fazit: Irgendwie einfach ein schönes Buch, das einem ermöglicht, auch mal eine bis dahin gänzlich unbekannte Welt des Lesens zu erforschen. Gerade auch aufgrund der Kürze des Buches unbedingt empfehlenswert, für diejenigen, die mal etwas anderes außerhalb der traditionellen Belletristik ausprobieren wollen. Von mir gibt es vier Punkte wegen dem teilweise doch fehlenden Realitätsbezug.

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    extremehappys avatar
    extremehappyvor 5 Jahren
    Mittelmaß

    Bis ca. Mitte des Buches hätte ich bei der Bewertung nur so um die 3 Punkte gegeben - nachdem ich nun alles gelesen habe, steigt die Bewertung auf immerhin 5 Gnadenpunkte, weil das Gesamtkonzept so rund ist.


    Generell habe ich ein "Problem" mit Geschichten, die ein "Oooh"-Seufzen hervorrufen sollen - sie sind mir oft viel zu bemüht kunstvoll. Ich denke da z.B. an die "Hector"-Reihe von Francois Lelord. In diese Kategorie fällt auch "Siebzehn Silben Ewigkeit" von Denis Thériault.

    Wir verfolgen einen Stalker, der seine Angebetete nur aus ihren knappen Briefen mit japanischen Gedichten kennt, die sie einem anderen schreibt. Nachdem sein Nebenbuhler bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, schlüpft der Held in dessen Leben. Er mietet seine Wohnung, trägt seine Kleidung, hört seine Musik und übernimmt seine Handschrift und die Korrespondenz mit der unbekannten Schönheit.

    Einige der aus 17 Silben bestehenden Gedichte ("Haikus", daher der Titel) sind wirklich schön. Für sie und den gelungenen Abschluss des Buches, lohnt es sich wohl für den einen oder anderen, diesen kurzen Roman zu lesen.

    Hier mein Favorit (erinnert mich ans Laufen):
    Pfützen aus Kristall
    knisterndes Gras unter mir
    ein neuer Winter

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    katinka1081s avatar
    katinka1081vor 5 Jahren
    Die Magie handgeschriebener Briefe

    Bereits vor einigen Wochen hatte ich dieses Buch in meiner bevorzugten Buchhandlung in den Händen.
    Im Buch geht es um einen jungen Briefträger, der seinen Beruf über alles liebt. Aber er hat ein Laster. Er nimmt handgeschriebene Briefe an sich, öffnet sie zuhause und liest sie. Nach dem Lesen verschließt er die Briefe wieder, um sie dann einen Tag später zuzustellen. Dabei stößt er auf den Briefwechsel zwischen Segolene und Grandpre und verliebt sich in die junge Lehrerin. Bei einem tragischen Unfall stirbt Grandpre und der Briefträger nimmt seine Identität an.

    Der Schreibstil von Denis Theriault ist geprägt von einer starken Intensität und einer wunderbaren Poesie. In einer der ersten Kapitel wird Segolenes Schrift beschrieben:

    "Segolenes Schrift war eine Wohltat für das Auge, ein Elixier, eine Ode, sie war eine graphische Symphonie, eine Apotheose, so schön, dass man hätte weinen mögen."

    Die Gedichte die die beiden sich schreiben sind als Haikus (jap. Gedichtform aus drei Zeilen) verfasst und werden von Seite zu Seite intensiver. Zwischendurch wechselt der Autor die Gedichtform und schreibt Tankas (jap. Gedichtform aus fünf Zeilen), was ihrer Intensität keinen Abbruch leistet.
    Neben den Gedichten wird aber auch die Geschichte des Briefträgers erzählt, die voller Liebe, Sehnsucht, aber auch Traurigkeit steckt. Außerdem erfährt man viel Wissenswertes über die japanischen Gedichte und was diese ausmachen.

    Hier noch ein Vorgeschmack auf die Haikus:
    "So wie das Wasser
    den Felsen umspült
    verläuft die Zeit in Schleifen."

    Insgesamt ein wunderbares Buch voller Poesie und mit einem überraschenden Ende!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Annelchens avatar
    Wanderbuch zu "Siebzehn Silben Ewigkeit" von Denis Thériault

    Hallo ihr Lieben,

    leider habe ich dieses Buch noch nicht gelesen. Betonung steht auf "noch" ;o)

    Aber es muss ja hier nicht jungfräulich im Regal stehen. Aus diesem Grund wird es nun hier zum Wanderbuch befördert. *täterätähh*
    Es wäre toll, wenn ihr anschließend eine Rezension dazu schreiben würdet, weil ich neugierig bin, wie es bei anderen Lesern ankommt.

    Inhalt des Buches:
    Bilodo, ein junger Postbote aus Montreal mit einer Vorliebe für Kalligraphie, geht seinem Beruf voller Leidenschaft nach: Heimlich öffnet er abends über Wasserdampf handgeschriebene Briefe und träumt sich in fremde Lebenswelten. Eines Tages stößt er auf die ungewöhnliche Korrespondenz zwischen Professor Grandpré und Ségolène, einer Lehrerin aus Guadeloupe, die sich Gedichte schicken. Bilodo verliebt sich in Ségolène. Als Grandpré bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen waghalsigen Plan: Will er den Kontakt zu Ségolène nicht abreißen lassen, muss er in die Identität des anderen schlüpfen und lernen, wie man mit siebzehn Silben die Ewigkeit einfängt ...
    (Quelle: amazon.de)

    *** Wie das Wanderbuch funktioniert ***
    Wenn ihr interessiert seid, dann schreibt einfach hier in den Thread. Ich nehme euch dann in die Liste auf.
    Ich schicke es an den ersten los. Jeder hat dann zwei Wochen Zeit, um es zu lesen und weiterzuschicken.
    Erfragt bei eurem Nachfolger bitte die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist - das hat sich bewährt.
    Schreibt hier bitte kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch eingetroffen bzw. weitergeschickt worden ist. Und bitte, bitte behandelt es gut.
    Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar.

    PS: Wenn ihr euch andere Wanderbücher wünscht, könnt ihr das hier sagen:
    http://www.lovelybooks.de/thema/Welche-Wanderb%C3%BCcher-w%C3%BCnscht-Ihr-Euch-Wunschliste-zum-Eintragen-753415628/

    Annelchen verschickt am 12.02.2012 an:

    01.) Bellchen (gelesen vom 16.02.2012 bis 24.02.2012 )
    02.) Patchouli___ (gelesen vom 28.02.2012 bis 14.03.2012)
    03.) sunflower86 (gelesen vom 20.03.2012 bis 13.04.2012)
    04.) The iron butterfly (gelesen vom 17.04.2012 bis 27.04.2012)
    05.) Marakkaram (gelesen vom 28.04.2012 bis 02.05.2012)
    06.) piubella  (gelesen vom 07.05.2012 bis 31.05.2012)
    07.) Bücherwurm  (gelesen vom 07.06.2012 bis ca. 11.07.2012)
    09.) koeniginvonsaba (gelesen vom ca. 11.07.2012 bis ca. 15.08.2012)
    10.) fallacy <--- liest seit 24.08.2012

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