Deniz Berg In der Fremde ohne meinen Sohn - Roman

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Inhaltsangabe zu „In der Fremde ohne meinen Sohn - Roman“ von Deniz Berg

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  • Gefangen in den Traditionen, gefangen in Gefühlen

    In der Fremde ohne meinen Sohn - Roman
    kiki62

    kiki62

    10. May 2013 um 13:30

    Inhalt: Deniz erzählt über seine Kindheit und Jugend in der Türkei und dann in Deutschland. Da sind auf der einen Seite die romantischen Dörfer, die den Leser in längst vergangene Zeiten entführen. Zum anderen wird der kleine Deniz hin und her geschickt, weil ihn eigentlich keiner richtig haben möchte. Von Liebe in der Familie kann bei seinem Elternhaus keine Rede sein. Schläge und Kinderarbeit gehören zum Tagesablauf. Doch noch schlimmer wird es für den kleinen Jungen, als er zu seiner Stiefmutter kommt. Hier wird er regelrecht misshandelt. Er wird von Tante zu Tante geschoben. Am Ende muss er seinem Vater nach Deutschland folgen. Aber auch hier hat sein Leiden kein Ende. Hoffnung bringt ihm die ersehnte Ehe und eigene Familie. Alle Liebe will er seiner Frau und seinem Kind geben. Allzu schnell muss er erkennen, dass das lang erhoffte Glück ein Traum bleiben wird. Verraten vom Leben, von der Familie, so resümiert der Erzähler sein bisheriges Leben. Traurig, aber real. Dabei geht ihm der Blick für die immer wieder beschriebene Schönheit seines Heimatlandes nicht verloren. Die Zeichen der Schläge verheilen, doch was zurück bleibt, sind tiefe seelische Wunden, die nicht verheilen oder immer wieder aufreißen. Sprachliche Umsetzung der Thematik: Wunderbare Beschreibungen der Landschaft in der Türkei. Daneben gebraucht der Autor eine sehr nüchterne Sprache um seine Kindheit und Jugend zu beschreiben. Auf den Punkt genau lässt er den Leser in die einerseits traumhafte Kulisse, andererseits in die brutale Familie eintauchen. Mit viel Gefühl beschreibt Berg die eigentliche türkische Mentalität, die sich in sehr emotionale und stolze Menschen und in recht brutale Menschen ohne Herz und Liebe aufteilt. Es ist sehr schwierig für den Leser, diese Zwiespältigkeit richtig nachzuempfinden. Der Leser kauft dem Erzähler aber seine Schilderungen ab. Vielleicht gerade deshalb, weil auch die Sprache zum Teil den türkischen Hintergrund erkennen lässt. Sehr schnell gewinnt der Leser eine gewisse Sympathie für den Protagonisten. Sein Leiden wird zum Leiden des Lesers. Seine Liebe und seine Hoffnung werden zur Liebe und Hoffnung des Lesers. Die Emotionalität des Autors ist gut nachzuempfinden. Wer mehr über das wahre Leben in der Türkei erfahren will, wer mehr über das Leben von Türken in Deutschland erfahren will, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist so widersprüchlich, wie diese Mentalität ist. Einschätzen kann das nur, wer selbst einige Zeit dort gelebt hat, weg von den beschützenden Hotelburgen. Was dem Autor bei all seinen Schicksalsschlägen nicht abhandenkommt, ist seine Liebe für die türkische Landschaft. Und seine Einschätzung, dass die Türken selbst diese Schönheit nicht mehr oder überhaupt nicht wahrnehmen, ist ein unstrittiger Fakt. Was dem Leser immer wieder begegnet, ist die tiefe Liebe des Protagonisten und sein gleichlaufender Hass. Gefangen in den Traditionen, gefangen in den eigenen Gefühlen. Ergreifend.

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