Die Frauen vom Meer

von Deniz Selek 
4,7 Sterne bei28 Bewertungen
Die Frauen vom Meer
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Tomatensauceverzauberins avatar

Wunderbar schöne Geschichte, die zum Träumen verleitet

simone_richters avatar

Emotionsvoll wird hier eine Familiengeschichte zwischen d. Kulturen mit ihren Konflikten, aber auch d. Mut d.Generationen von Frauen erzählt

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Inhaltsangabe zu "Die Frauen vom Meer"

Ein groß angelegter türkisch-deutscher Familienroman über drei Generationen, der zum Teil auf der Familiengeschichte der Autorin Deniz Selek basiert.
Es ist Frühling in Istanbul, als Ferah auf einer Bank einem Mann begegnet, in dem sie ihren Vater Sercan wiedererkennt, der die Familie vor Jahrzehnten verließ. Ferah begibt sich gemeinsam mit ihm auf eine Reise in die Vergangenheit, zu den Frauen der Familie: zu Ferahs Mutter, einer stolzen Tatarin, die dem Vater einst in die Türkei folgte, zu der Deutschen Elisabeth, die Ferahs Sohn heiratete und erfuhr, was das Leben in einer fremden Kultur bedeutet, und schließlich zu ihrer Enkelin, mit der sich der Kreis schließt. Alle drei Frauen haben als kleine Kinder drei glückliche Jahre an ihrem großen Wasser – dem Schwarzen Meer, der Ostsee, dem Marmarameer – erlebt, bis sie entwurzelt und versetzt wurden in ein neues Leben, in dem sie sich bewähren mussten. Ferahs Schicksal wird sich auch an "ihrem" Meer vollenden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426306154
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Droemer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    simone_richters avatar
    simone_richtervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Emotionsvoll wird hier eine Familiengeschichte zwischen d. Kulturen mit ihren Konflikten, aber auch d. Mut d.Generationen von Frauen erzählt
    Familiengeschichte zwischen Orient und Okzident mit mutigen Frauen

    Die Tatrin Seza lebt mit ihrem Mann, einem Kapitän, und ihrer Tochter am Meer in Rumänien. Aber irgendwann kommt ihr Mann von See nicht mehr wieder und Seza macht sich mit ihrer Tochter Ferah auf den Weg in die Türkei. Ihr Mann hat in Trabzon noch eine Frau und eine Familie, welches er Seza nicht sagen konnte und sie deshalb verlässt. Ferah bekommt in Istanbul den Sohn Haldun, welcher die Deutsche Elisabeth heiratet. Ihre Tochter Ilayda – halb Deutsche, halb Türkin – ist somit hin- und hergerissen zwischen den zwei Kulturen.

    Mit dem Beginn im rumänischen Köstence und Seza konnte ich nicht so viel anfangen. Aber als sich von ihrer Tochter Ilayda der Sohn Haldun in Elisabeth verliebt, kommt bei mir die Stimmung zu den Gegensätzen von Deutschland und der Türkei und die Verschiedenheit der Familien zum Tragen. Das ist mit Meeresrauschen, hektischem Leben in einer Metropole, von Kölnisch Wasser und dem Duft von warmen Simit, berauschend wiedergegeben. Man geht mit den Müttern und Töchtern auf Identitätssuche und findet sich zwischen den Kulturen mit all ihren Differenzen, aber auch schönen Seiten. Dabei merkt man, dass Deniz Selek sich mit diesen widersprüchlichen Gefühlen auskennt und liebevoll die Düfte, Klänge und Orte wiedergibt. Man ist mittendrin bei einem angenehmen Schreibstil bei der Entwurzelung aller Frauen und es wird einem eine spannende Familiengeschichte erzählt mit Emotionen und immer wieder ist das Meer Thema und der Mut der Frauen.

    Kommentare: 1
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    jassizipps avatar
    jassizippvor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Die Frauen vom Meer“ zeigt uns Vieles: Eine Reise durch das 20. Jahrhundert, die Stellung der Frau und kulturelle Unterschiede.
    Ist man bereits als gleichberechtigte Frau aufgewachsen, schnappt man oft empört nach Luft ...

    Die Geschichte beginnt im Mai 1999 in Istanbul. Ferah begegnet zum ersten Mal seit Jahren ihrem Vater. Sie erzählt ihm, wie es ihr und den anderen Frauen der Familie ergangen ist, nachdem er die Familie verlassen hatte.

    In chronologischer Reihenfolge wäre da zunächst Ferahs Mutter Seza. Sie ist ein Freigeist mit viel Stolz. Ihre Geschichte beginnt im Oktober 1922, als Ferahs Vater zum letzten Mal zu Hause ist.

    Ferahs Sohn heiratet eine Deutsche aus Berlin: Elisabeth. Sie wird im August 1942 mitten im zweiten Weltkrieg geboren. Sie folgt ihrem türkischen Mann mit der gemeinsamen Tochter nach Istanbul, wo sie sich in der fremden Kultur nur schwer zurecht findet.

    Elisabeths Tochter Ilayda kommt 1966 in Berlin zur Welt, wächst aber zunächst in der Türkei auf. Da sie ihrer deutschen Mutter sehr ähnlich sieht, fällt sie am schwarzen Meer deutlich auf. Ilayda genießt diese Aufmerksamkeit – die sie schmerzlich vermisst, als sie mit ihren Eltern nach Berlin zurückkehrt.

    All diese Frauen kennen glückliche, aber auch entbehrungsreiche Jahre in ihren Leben. Und jede hat in unterschiedlichen Ländern mit anderen Kulturen gelebt.

    „Die Frauen vom Meer“ zeigt uns Vieles: Eine Reise durch das 20. Jahrhundert, die Stellung der Frau und kulturelle Unterschiede. Ein Beispiel: Als Elisabeth kurz das Haus ihrer Schwiegereltern in Istanbul verlässt, um auf der Straße bei einem Händler Kirschen zu kaufen, tritt sie damit in einen großen kulturellen Fettnapf. Während sie aus Berlin Mitte der 60er Jahre eine andere Freiheit gewohnt ist, kann sie in Istanbul nicht einfach ohne Begleitung auf der Straße bei einem Händler einkaufen.

    Dieses Buch zu lesen, war eine sehr interessante Erfahrung. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass ich in ein enges Korsett geschnürt wurde, wenn ich miterleben musste, wie die Frauen in diesem Buch zurechtgewiesen wurden. Oft genug wäre ich gerne mal kurz in die Seiten gestiegen und hätte eingegriffen. Ich bin es gewohnt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. So bin ich aufgewachsen und in diesem Sinn auch erzogen worden. Wenn ich dann an einer Stelle in diesem Buch lese, wie ein Mann seinem Besuch stolz eine halbautomatische Waschmaschine zeigt, aber dann hinterherschiebt, dass er den Sinn einer solchen Maschine nicht nachvollziehen könne – immerhin funktioniere das Wäschewaschen ja auch auf die gewohnte Weise … da könnte ich mal dezent ausrasten. Klar, dass der Fraggle das denkt! Der hat ja auch lauter Frauen im Haus, die für ihn schrubben und er macht sich keine Gedanken darüber, wie viel Arbeit sie haben. Ggggrrrr ...

    Fazit: „Die Frauen vom Meer“ von Deniz Selek habe ich sehr gerne gelesen. Die Tatsache, dass dieses Buch solche heftigen Gefühlswallungen in mir hervorrufen kann, spricht eindeutig für die Qualität der Autorin.

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    Ay73s avatar
    Ay73vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: eine schöne Familiengeschichte mit unglaublich berührenden Tiefgang
    Die Frauen vom Meer

    Eine sehr berührende Familiengeschichte um drei Frauen, die alle am Meer aufgewachsen sind und dadurch diese Verbundenheit mit dem Meer haben.

    Auf einer Parkbank entdeckt Ferah ihren Vater Sercan. Der hatte sie in ihrer Kindheit einfach verlassen. Und so sitzen sie da und unterhalten sich und erzählen über die Vergangenheit was alles passiert ist und wie deren Leben weitergangen ist.

    Wir haben Ferah, dann Elisabeth die Ferahs Sohn heiratet und die Enkelin. Drei Frauen, drei Generation und die Liebe zum Meer.

    Es werden die Kulturen, die Unterschiede und wie man sie meistert so schön erzählt, man ist andauernd mitten drin, ob in Istanbul, am Meer oder in Berlin... es ist als würden man die Straßen mitlaufen, die Gerüche mit einatmen...

    tolles Buch, tolle Geschichte..

     

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    Milagros avatar
    Milagrovor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schöne Erzählung über die Liebe und die Zerrissenheit, sehr lesenswert
    Zerrissenheit


    So lassen sich Geschichten erzählen. Wir sitzen mit unserer Oma am Tisch, trinken einen Kaffee und dann geht ihr Blick in die Ferne und sie  erzählt. Berichtet von früher. Ihrer Oma. Ihrer Mutter und Tante. Von einer uns fremden Zeit. Von Leuten, die wir vielleicht nur von Fotos kennen, Namen, mit denen wir kaum etwas verbinden. So ist es hier.Die Geschichte führt uns in eine zunächst fremde Welt, fremde Länder, fremde Bräuche, aber die zwischenmenschlichen Beziehungen und Probleme kennen wir auch aus den Erzählungen unserer Mutter oder Großmutter: Zu wenig Geld, Enge, Not, Lieblosigkeit, Wunschträume.
    Selek nimmt uns mit in einen Ort am Meer, dem Schwarzen Meer, die Beziehung zwischen der jungen Tartarin und dem Türken ist liebevoll, von Geldmangel und vielen Wünschen geprägt, eine ungewöhnliche Beziehung, aus der ein Kind hervorgeht. Diese Tochter führt eine Ehe wie wir sie uns gut vorstellen können, in der Türkei, eingezwängt in Ansprüche der Familie, des Ehemannes, der Nachbarn, trotzdem mit viel Liebe, insbesondere zum Sohn. Parallel lernen wir eine deutsche Familie kennen, Not, Ansprüche der Familie, des Ehemannes, der Nachbarn, liebevoller Zusammenhalt zwischen den Frauen, ein Mann, der auf Heimaturlaub zeigen will, wer das Sagen hat in der Familie.
    Hervorragende Perspektivwechsel, spannende Geschichten und Lebensläufe führen dazu, dass man das Buch gar nicht zur Seite legen mag, jedes Kapitel erzählt eine weitere spannende Episode, die dann später vielleicht zum großen Ganzen beitragen wird, die Fäden werden zusammengeführt mit einer wirklichen Liebe zu den einzelnen Personen. Es ist eine umfassende Lebensgeschichte, vielfältig, nie langweilig, immer wieder überraschend, an ganz wenigen Stellen süß, aber auf jeden Fall zu empfehlen.

    Kommentare: 3
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    LimitLesss avatar
    LimitLessvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schöne Familiengeschichte, die Horizonte erweitert und Sehnsüchte freisetzt.
    Eine Familiengeschichte

    In Die Frauen vom Meer erzählt Deniz Selek ihre Familiengeschichte, beginnend bei ihrer Urgroßmutter. Alle Frauen, die in diesem Roman vorkommen, haben eine besondere Beziehung zum Meer und das spürt man durchgehend. In größeren Sprüngen wird von einer Frau zur nächsten erzählt, jedoch auch immer wieder die Gedanken und Beweggründe anderer Personen Beachtung geschenkt. Zwischen den Kapiteln gibt es immer Zwischenszenen, die von Ferah handeln und diese erzählt ihrem Vater von ihrem Leben und den wichtigsten Menschen, die darin vorkommen. Diese Szenen haben etwas Geheimnisvolle und geben dem Ganzen den Charakter des Übernatürlichen.

    Zu allen Figuren fühlte ich mich nicht ganz so nah, erst mit Elisabeth konnte ich richtig mitfiebern und mitfühlen. Leider hab ich dann mit der Zeit den Bezug zu allen ein bisschen verloren, was einerseits die Wechsel der Erzählperspektiven und zum anderen die großen Zeitsprünge dazwischen ausgelöst haben. Jedoch hat das dem Lesevergnügen keinen zu großen Abbruch getan, da man die Liebe der Autorin zur Türkei und vor allem der Stadt Istanbul deutlich spürt und die Sätze dadurch nur so von Poesie überquellen. 

    Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und auch die sprachlichen Bilder sind sehr gut umgesetzt. Ich hatte einige schöne Lesestunden. Es ist jedoch kein Buch, das man schnell weglesen kann. Es braucht Zeit, um verdaut zu werden und das Ganze in seiner Bandweite zu verstehen. Das der Großteil der Geschichte wirklich passiert ist, macht das Buch umso wertvoller. Es erzählt von der Zerissenheit zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen und mit dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und einem Gefühl nach Heimat. Es zeigt Grenzen auf und gleichzeitig, wie diese überwunden werden können. Jedesmal gehört eine große Portion Mut dazu. Jedoch zahlt es sich am Ende meistens aus.

     

       Fazit

    Eine schöne Familiengeschichte, erzählt auf der Basis wirklich geschehener Ereignisse. Starke Frauen führen uns an große Meere, und zeigen uns, wie diese überwältigenden Gewässer ihr Leben schicksalhaft verändert haben.

    Kommentare: 1
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    FantasyDreams avatar
    FantasyDreamvor 2 Jahren
    Bewegende Generationengeschichte

    Als Ilayda Stunden später das Marmarameer tiefblau unter sich leuchten sah, verstand sie endlich, dass sie selbst die Brücke war, der Steg, das Seil, die Verbindung zwischen den entgegengesetzten Polen. Eine Brücke brauchte keine Entscheidung zu treffen, auf welcher Seite sie stand. Sie stand selbstverständlich auf beiden, weil das ihre Natur war. („Die Frauen vom Meer“, Seite 339)

    Es ist Frühling in Istanbul, als Ferah auf einer Parkbank ihren Vater wieder trifft, der die Familie vor langer Zeit verließ.
    Gemeinsam mit ihm begibt sich Ferah auf eine Reise in die Vergangenheit: Zu Ferahs Mutter, einer stolzen Tatarin, die dem Vater einst in die Türkei folgte, zu der Deutschen Elisabeth, die Ferahs Sohn heiratete und lernen musste, was Leben in einer fremden Kultur bedeutet, und schließlich zu Ferahs erwachsener Enkelin, die zwischen zwei Kulturen aufwächst.
    Alle drei Frauen haben glückliche Jahre an großen Meeren verbracht, bis sie in ein neues Leben versetzt wurden, in dem sie sich bewähren mussten.

    Nachdem ich bereits mehrere Jugendbücher von Deniz Selek verschlungen habe, bin ich nun in den Genuss ihres ersten Romans für Erwachsene gekommen. „Die Frauen vom Meer“ beruht auf wahren Begebenheiten - es beschäftigt sich mit der Geschichte ihrer Ahnen. Dass dieser Roman ein wahres Herzensbuch der Autorin ist, merkt man auf jeder einzelnen Seite!

    Der Roman besticht durch eine ganz eigene, etwas melancholische Atmosphäre. Deniz Selek nimmt den Leser mit ihren schön gewählten Worten auf eine wahrlich besondere Reise voller Eindrücke und Gefühle mit. Die Geschichte strotzt regelrecht vor wunderschönen poetischen Bildern und vermittelte mir einen besonnenen, einfühlsamen und versöhnlichen Blick auf das Leben.

    Wie im Leben, dachte Elisabeth, wie mein Leben. Ein Gang am Meer. Erst leicht und sorglos, dann immer beschwerlicher, kräftezehrender, und trotzdem voll kleiner und großer Schätze, die unverhofft aufblitzten. (Seite 371)

    Die Autorin erschafft ein Kopfkino für den Leser, macht die Geschichte regelrecht erlebbar. Sie nimmt einen durch ihre Worte unmittelbar mit an die Handlungsorte ihrer Geschichte - lässt einen förmlich das Meeresrauschen vernehmen, den Geruch frischer Simits erschnuppern.

    Ich liebe auch die Charaktere des Romans, die alle so unglaublich besonders und menschlich sind. Ihre Stärke, ihre Wut, ihre Verletzlichkeit, ihre Verzweiflung, all ihre Empfindungen kommen super zur Geltung und zerreißen einem manchmal fast das Herz. Es gelingt Deniz Selek, dass man für jeden einzelnen Charakter irgendwie Verständnis aufbringt. Sie zeichnet die Geschichte ohne jemals für eine Person oder Seite Partei zu ergreifen und überlässt es somit dem Leser sich seine ganz eigene Meinung zu bilden.

    Und was für ein Ende - emotional, versöhnlich und hoffnungsvoll zugleich! Ich habe die letzten Seiten von „Die Frauen am Meer“ absolut geliebt. Es war beeindruckend wie gekonnt die Schicksale der drei (beziehungsweise vier) Frauen miteinander verwoben wurden.

    Meine Erwartungen an den Roman wurden mehr als erfüllt: Es handelt sich um eine bewegende Familiengeschichte, wunderschön erzählt und mit starken Frauenfiguren, die sich erstklassig mit anderen Kulturen und der Frage nach der eigenen Identität auseinandersetzt. Es gefällt mir, dass immer mal wieder türkische Wörter in den Text eingeflochten sind, ein Personenverzeichnis beigefügt ist, das hilft die Übersicht über die vielen Charaktere zu behalten und Karten die Stationen der gewissermaßen generationenübergreifenden Reise abbilden.

    Ich möchte diese wunderschöne Geschichte jedem ans Herz legen, der nur ein wenig Lust verspürt sie zu entdecken. Die Frauen vom Meer werden mich mit Sicherheit noch lange begleiten.

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    EvelynMs avatar
    EvelynMvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch voller Emotionen, starken Frauen und tiefer Eindrücke in fremde Länder
    Das Leben ist wie ein Spaziergang am Meer

    Achtung! Spoiler!

    Inhalt:
    In der Rahmenhandlung trifft im Mai 1999 in Istanbul die über 70jährige Ferah ihren so schmerzlich vermissten Vater wieder. Die beiden spazieren am Meer entlang bis nach Köstence, wo Ferah geboren wurde und sie bei ihrer Mutter Seza aufwuchs. Ihr Vater kehrte eines Tages nicht mehr von einer Schifffahrt nach Trabzon – seiner Heimatstadt -zurück, als Ferah noch ein Kind war. Ferah und ihr Vater erzählen sich aus ihrer beider Leben, voller Liebe, Vertrauen und auch Trauer über die verlorene Zeit.
    Köstence, Oktober 1922
    Die Geschichte von Seza, der stolzen und schönen Tatarin, der Deutschen Elisabeth, die Ferahs Sohn geheiratet hat und Ferahs Enkelin Ilayda, die zerrissen zwischen zwei Kulturen lebt, führt den Leser auf eine wunderbare Reise in ferne Länder und an Meere, die alle drei Frauen nicht mehr loslassen.
    Sezas glückliches, gewohntes und auch privilegiertes Leben nimmt eine Wendung, als ihr Großvater die Rosenfabrik in Balčık/Bulgarien verkaufen muss und die Familie nach Köstence/Rumänien zieht. Als sie Sercan, der als Handelskapitän seinen Lebensunterhalt bestreitet und aus Trabzon/Türkei stammt, heiratet, steht ihr die nächste Veränderung bevor: sie zieht bei ihrer Tante und Witwe Abide und deren behinderten Tochter Rahmanie ein. Während Sercan auf dem Meer unterwegs ist, muss sich Seza gegen die Schikanen ihrer Tante wehren und ist ihrem Neid ausgesetzt, da Seza im Gegensatz zu ihr eine gesunde Tochter (Ferah) geboren hat. Als Sercan Seza eines Tages verspricht, sie endlich mit zu seiner Familie nach Trabzon zu nehmen, flammt ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in einem eigenen Haus auf. Doch Sercan kehrt nie wieder zu Seza und Ferah und so macht sich Seza mit Ferah in Begleitung ihrer Nachbarn Cemil und Fadime und deren Zwillingstöchter auf nach Ankara, in ein unbekanntes, ungewisses Leben. Es belastet sie, dass sie Rahmanie nicht mitnehmen kann. Diese wurde von Abide in ein Heim gegen, damit sie einen neuen Mann heiraten und endlich das Haus ihres verstorbenen Mannes übernehmen kann. Als stolze Tatarin hat es Seza nicht leicht in der Fremde, wo eine Frau zu dieser Zeit kein selbstbestimmtes Leben führen kann. So bekommt sie immer wieder Ärger mit der Familie und den Freunden ihres zweiten Mannes. Bis sie sich schließlich in ihr Schicksal fügt, sich den Traditionen beugt und dabei immer mehr von ihrer Persönlichkeit aufgibt. So wird sie für ihre Umwelt immer seltsamer.
    Berlin, August 1942
    Julie bringt im kriegsgebeutelten Berlin ihre Tochter Elisabeth zur Welt, während ihr Mann an der Front kämpft und Bomben auf die Stadt fallen. Elisabeth ist ein so zartes Kind, dass selbst Julie nicht an ihr Überleben glaubt. Doch Elisabeth ist zäh und so reist Julie mit ihr zu ihrer Mutter nach Stolpmünde in Pommern an die Ostsee, um sich in Sicherheit zu bringen. Auf dem Land wächst Elisabeth bei ihrer Mutter, Großmutter und ihren beiden Tanten sehr frei auf. Ihren Vater Bernhard kennt sie kaum und dennoch versucht er bei ihrer Erziehung strengere Maßstäbe anzusetzen. Viel zu früh verliert Elisabeth ihre Mutter und als sie Ferahs Sohn, Haldun trifft, wird sie von seinem fremdartigen Aussehen und seinem widersprüchlichen Charakter magisch angezogen. Bei einem Urlaub bei seiner Familie in Istanbul werden ihr die kulturellen Unterschiede schmerzlich bewusst, da sich Halduns Verhalten ihr gegenüber sehr verändert. Er ist zunehmend kühler und geht auf Abstand zu ihr. Seine Mutter Ferah und seine Schwester Lâl nehmen sie herzlich auf, nur Halduns Vater Burak bleibt verschlossen und unnahbar.
    Obwohl sich Elisabeth nach der Reise zunächst von Haldun trennt, kehrt sie nicht nur zu ihm zurück und heiratet ihn, sondern zieht mit ihm zu seiner Familie nach Istanbul.
    Istanbul, Juni 1969
    Allerdings hat Halduns Vater seinen eigenen Sohn an die Behörden verraten und so muss Haldun seinen Militärdienst in der Türkei ableisten. So findet sich Elisabeth mit ihrer Tochter Ilayda in einer fremden Kultur wieder. Es fällt ihr schwer, sich der Familie unterzuordnen und die Gepflogenheiten scheinen ihr unsinnig und ungerecht zu sein. Der Kontakt zu ihrer Familie in Deutschland wird immer weniger und Elisabeth immer dünner. Eines Tages begegnet sie einer anderen deutschen Frau, Trudi, die mit ähnlichen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Die beiden freunden sich an und gehen täglich mit ihren Kindern spazieren. So hat sie in der Fremde ein Stück Heimat in Trudi gefunden. Da Haldun nicht genügend Geld verdient, können er und Elisabeth sich keine eigene Wohnung leisten und das ändert sich auch nicht mit dem Tod seines Vaters. Als Haldun seinen Kredit für sein Architekturstudium zurückzahlen soll, zieht die kleine Familie kurzerhand nach Deutschland, sehr zur Freude Elisabeths und zum Leidwesen von Ilayda.
    Durch die Rückkehr nach Deutschland wird Ilayda aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, sie verliert ihre Freunde, ihre Freiheit und die besondere Aufmerksamkeit, die ihr in Istanbul durch ihre helle Haut und ihre blonden Haare entgegengebracht wurde. In Berlin ist nur ihr Name ungewöhnlich und trotz ihrer Bemühungen findet sie kaum Anschluss. So beginnt sie, ihre türkischen Wurzeln zu verleugnen, spricht nur noch Deutsch und fügt sich in ihr neues Leben. So versucht sie, sich der Liebe ihrer Mutter zu versichern und enttäuscht andererseits ihren Vater. Ihr größtes Glück findet sie in den Besuchen bei ihrer Großmutter in Istanbul. Dort ist ihr Herz zuhause und als in Berlin ihr Leben aus dem Ruder zu laufen droht, schickt ihr Vater sie für ein paar Monate genau dorthin. Hin- und hergerissen zwischen den beiden Kulturen ihrer Eltern entdeckt Ilayda, dass ihr das Leben in Istanbul zunehmen bekommt und sie genießt ihr Leben. Mit Defne, einer Freundin aus Kindertagen geht sie aus und lernt auch einen türkischen Mann kennen, der ihr jedoch indirekt klar macht, dass sie für ein Leben an seiner Seite nicht geschaffen ist. Nach einer Affäre mit einem Werbefilmproduzenten wird ihre Sehnsucht nach Deutschland, ihren Eltern und ihrer Freundin Rachel groß und sie kehrt nach Berlin zurück, wo sie die Schule beendet. Ein halbherzig begonnenes Studium, diverse Jobs, 3 Jahre mit ihrem Freund Rafa auf Reisen machen sie nicht glücklich und schließlich beginnt sie ein Grafik-Design-Studium. Als sie Alexander kennenlernt und schwanger wird, stellt das ihr Leben erneut auf den Kopf. Doch sie freut sich auf das Kind und stimmt sogar Alexanders Vorschlägen zu einer Arbeits- und Wohngemeinschaft auf einem renovierungsbedürftigen Hof zu. Eines Tages lädt ihre Mutter Elisabeth die hochschwangere Ilayda auf eine Reise in die Türkei ein und macht ein Geheimnis aus dem Ziel. In einem von ihrem Vater Haldun neu erworbenen Ferienhaus am Meer treffen sie Ferah und die drei Frauen verbringen gemeinsam glückliche Tage.

    Fazit:
    Der rote Heißluftballon und die Möwen haben mich ebenso über die Meere der Frauen getragen, wie Deniz Selek eindrückliche, liebevolle Sprache, die Farben ihrer Stadt Istanbul, das Kämpfen der Frauen um ihre Freiheit, ihre Liebe und ihr Leben. Der Klang des Muezzin auf seinem Minarett, das Wispern des Windes, das Schaukeln des Meeres, der Duft der Pinien und Gewürze haben mich in eine andere, bunte, laute und faszinierende Welt entführt. Was kann man sich mehr von einem Buch wünschen, als sich aus dem Alltag wegzuträumen? Das ist Deniz Selek mit ihrem Buch wunderbar und vor allem auch sehr stilvoll und eindrücklich gelungen. Ihre warme Sprache lässt fremde Länder, Meere, Menschen und Emotionen entstehen und hinterlässt das Gefühl, mit der letzten Zeile Freunde zu verlieren. Ein Meer von Farben, Emotionen und Eindrücken rollt wie eine Welle über den Leser, wenn Deniz Selek Ferah, Elisabeth und Ilayda vom Meer erzählen lässt. Auch aus Deniz Schreibstil und Sprachgestaltung lässt sich ihre eigene Liebe zum Meer erkennen. Sonst könnte sie die vielen Facetten des Meeres und seines Wesens gar nicht so liebevoll und detailreich beschreiben. Auch die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland, Rumänien und der Türkei werden dem Leser ganz eindrücklich nahe gebracht und ich finde es sehr schön und stimmig, dass türkische Wörter bzw. ganze Phrasen in die Erzählung einfließen. Durch Ferahs Beschreibung des Alltags einer Frau in der Türkei bekommt man einen guten Einblick, wie sehr die Frauen doch ans Haus und an ihre Familie gebunden sind. Manchmal war ich richtig wütend auf die engstirnigen Männer, über so manche Ungerechtigkeit, die den Frauen widerfahren ist und traurig, dass Seza und Julie geliebte Menschen (Seza – Rahmanie und Julie – ihre Schwiegereltern) zurücklassen mussten. Selten fällt es mir so schwer, ein Buch zur Seite zu legen. Doch „Die Frauen vom Meer“ habe ich ständig bei mir getragen und in jeder freien Minute gelesen. Ich habe richtig mitgelitten und gebangt und zum Ende hin wollte ich gar nicht mehr weiterlesen, denn das würde schließlich im Ende der Geschichte münden.
    Das Buch erzählt meiner Meinung nach nicht nur von 3 Generationen Frauen sondern von 4 – Ferah spielt in deren Leben auch eine große Rolle und nicht nur die der Erzählerin.

    Sezas Schicksal und ihr „Ende“ in einer geschlossenen Anstalt haben mich sehr getroffen.
    Ihren Mut, ohne Mann und Geld mit ihrer Tochter ein neues Leben am anderen Ende der Welt zu beginnen, bewundere ich sehr. Eine starke Frau! Wie wenig Rechte und Freiheiten die Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten, ist schon erschreckend. Von Selbstverwirklichung konnte hier noch keine Rede sein.

    Durch das Nachwort wurde mir erst klar, dass Deniz Selek ihre eigene Familiengeschichte eingebracht hat, was das „Die Frauen vom Meer“ noch viel persönlicher und emotionaler macht.

    Das Buch ist vom Cover, über die Gestaltung der Kapitel bis zu der Erzählung einfach gelungen und wunderschön. Ich bin begeistert! Schade, dass ich nur 5 Sterne vergeben darf.

    Ich möchte meine Rezension gerne mit einem Zitat von Elisabeth über ihren Vergleich des Lebens mit einem Spaziergang am Meer beenden, womit das ganze Buch wunderbar zusammengefasst werden kann: „Erst leicht und sorglos, dann immer beschwerlicher, kräftezehrender, und trotzdem voll kleiner und großer Schätze, die unverhofft aufblitzen.“

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    Draculunas avatar
    Draculunavor 2 Jahren
    Drei Frauen. Drei Generationen. Drei Meere.

    Drei Frauen. Drei Generationen. Drei Meere

    Heute möchte ich euch "Die Frauen vom Meer" von Deniz Selek vorstellen- davor aber ein herzliches Dankeschön an den Droemer Verlag, Deniz Selek und Lovleybooks!

     
    Inhalt:
    Es ist Frühling in Istanbul, als Ferah auf einer Bank einem Mann begegnet, in dem sie ihren Vater Sercan wiedererkennt, der die Familie vor Jahrzehnten verließ. Ferah begibt sich gemeinsam mit ihm auf eine Reise in die Vergangenheit, zu den Frauen der Familie: zu Ferahs Mutter, einer stolzen Tatarin, die dem Vater einst in die Türkei folgen wollte, zu der Deutschen Elisabeth, die Ferahs Sohn heiratete und erfuhr, was das Leben in einer fremden Kultur bedeutet, und schließlich zu ihrer Enkelin, mit der sich der Kreis schließt. Alle drei Frauen haben als kleine Kinder glückliche Jahre an ihrem großen Wasser – dem Schwarzen Meer, der Ostsee, dem Marmarameer – erlebt, bis sie entwurzelt und versetzt wurden in ein neues Leben, in dem sie sich bewähren mussten. Ferahs Schicksal wird sich auch an "ihrem" Meer vollenden...

    Informationen:
    Dieses
    grandiose Buch ist von Deniz Selek geschrieben, einer erfolgreichen deutsch-türkischen Autorin.
    Es hat rund
    395 Seiten, eng bedruckt. Als broschierte Ausgabe für 14,99 zu erhalten, als Kindle Edition für 12,99.

    Meinung meiner Mutter (der ich es geschenkt habe):

    Es ist ein wunderschönes, poetisches mit viel symbolischer Bildersprache geschriebenes Buch über drei Frauen und ihre Verbindung miteinander. Genau genommen sind es eigentlich vier Frauen, wobei Ferah das
    "Verbindungsglied" aller ist. Im ersten Abschnitt geht es um Ferahs Mutter Seza, im zweiten Abschnitt um Ferahs Schwiegertochter Elisabeth und im dritten Abschnitt um Ferahs Enkelin Ilayda. Verbindend ist auch das Meer und die Sehnsucht nach einem Zuhause, nach einem "angekommen sein".
    Prädikat - besonders wertvoll!

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    abas avatar
    abavor 2 Jahren
    Rezension zu "Die Frauen vom Meer" von Deniz Selek

    Rosenduft und Meeresrauschen

    Deniz Selek hat mit ihren Jugendbüchern mein Herz immer wieder erreicht. In ihren einfühlsamen Geschichten betont sie die Bedeutung des Zusammenhalts innerhalb der Familie, auch in sehr schwierigen Momenten. Ihre Erzählsituationen, Figuren und Handlungsorte sind bunt und wirken so real, dass man den Eindruck bekommt, alles selber zu erleben. Sie vermittelt dabei ihre Liebe zu Istanbul, der Stadt, mit der sie sich sehr verbunden fühlt. Aus mir hat sie ein Istanbul-Fan gemacht, eine Stadt, in der ich noch nie gewesen bin und hauptsächlich durch ihre Geschichten kenne.

    "Die Frauen vom Meer" ist ihr erster Erwachsenen-Roman. Auf die Erscheinung dieses Buches habe ich mich sehr gefreut. Ich hatte eine berührende Familiengeschichte erwartet und habe viel mehr als nur das bekommen. Inspiration für ihren Roman hat Deniz Selek in den Frauen ihrer eigenen Familie gefunden. Es ist ihr "Herzensbuch" geworden. Darin beschreibt sie die Lebensläufe dieser Frauen, deren Persönlichkeiten, Interessen und Ziele sehr unterschiedlich sind, aber eins gemeinsam haben: die Sehnsucht nach dem Meer.

    Deniz Selek erzählt die Geschichte von vier Generationen einer Familie aus der Sicht ihrer Frauen. Am Ende dieser Kette ist Ilayda. In ihren Venen fließt das Blut stolzer Tataren, traditionsbewusster Türken und beharrlicher Deutschen. Ein wunderbares Erbe. Ilayda ist ein Mensch zwischen den Welten. Das waren aber die anderen Frauen in ihrer Familie auch. Verschiedene Umstände haben sie dazu gebracht, in der Fremde neu anzufangen. Jede von ihnen ist auf ihre eigenen Art mit der Situation umgegangen, se konnten in der Fremde Wurzeln schlagen, oder nicht...
    Aber wo sind letztendlich die Wurzeln eines Menschen? Sogar Kosmopoliten spüren das Bedürfnis zu wissen, wo sie hingehören, wo sie heimisch sind, wo die anderen so sind wie sie selber sind. Und wie findet Ilayda heraus, wo sie hingehört? Was hat ihr die Antwort gegeben? War es vielleicht der Duft des bulgarischen Rosenöls ihrer tatarischen Urgroßmutter, jahrzehntelang in einem alten Koffer aufbewahrt? Oder waren es die Geschichten und Gerichte ihrer türkischen Großmutter? Vielleicht ein unerwartetes, überraschendes und großzügiges Geschenk von ihrer sonst distanzierten deutschen Mutter?

    In Deniz Seleks Büchern geht es um Identitätssuche, um Konflikte zwischen Müttern und Töchtern und um die Zugehörigkeit zu zwei Kulturen. Die Frauen vom Meer finden einen gemeinsamen Weg, um trotz Konflikten und Differenzen glücklich zu sein.
    Deniz Selek bietet nicht nur eine berührende Geschichte, sie lässt sie in spannenden und exotischen Orten spielen, und in denen sie dem Leser das tägliche Leben deren Bewohner mit allen Farben, Klängen und Düften vorführt. Wie immer hat Istanbul eine Starbesetzung in einem Roman von Frau Selek. Im Leben der Frauen vom Meer spielt diese Stadt eine wichtige und entscheidende Rolle. Die Szenen, in denen diese Metropole mit den Augen der Neuankömmlinge betrachtet wird, gehören zu meinen Lieblingspassagen.

    Rosenduft, Meeresrauschen, hektisches Stadtleben, der Geschmack von warmem Simit und Salep, das waren wunderbare Begleiterscheinungen einer Geschichte über mehrere Generationen von Frauen einer Familie, die immer die Nähe zum Meer gesucht haben.

    Ich werde diese Frauen und ihre Geschichten immer in Erinnerung behalten. Und an sie werde ich jedes Mal denken, wenn ich selber am Meer bin.

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbarer Generationenroman über drei Frauen auf der Suche nach Identität, Freiheit, Selbstbestimmung und Glück. Absolut lesenswert!
    Drei Frauen, zwei Kulturen, ein Meer

    „Die Frauen vom Meer“ nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Zeit. Drei Generationen von Frauen, die zwischen zwei Kulturen, Deutschland und der Türkei, aufwachsen. Mit ganz viel Feingefühl spürt die Autorin Deniz Selek der Geschichte ihrer Ahnen und auch ihrer eigenen nach, verwebt dabei auf beeindruckende Weise die Fäden ihrer Leben miteinander. Dies gelingt ihr so gut, dass der Leser emotional miterlebt, was es heißt, zwischen zwei Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten aufzuwachen. So durchleidet er Freud und Leid, Glücksmomente und tiefe Trauer mit den Frauen, auf ihrer Suche nach Identität, Selbstbestimmung und Heimat. Dabei bleibt die Erzählperspektive zu jeder Zeit völlig neutral, nimmt keine Seite ein oder fällt ein Urteil – das bleibt allein dem Leser überlassen. Der beeindruckende Schreibstil der Autorin vermag es auch, Orte so detailreich und in schillernden Farben zu malen, dass der Leser förmlich neben den Figuren steht und alle Erlebnisse mit ihnen teilt.

    Und dann ist da noch das Meer, das große übergreifende Thema. Es ist der Kern, der allen Frauen gleich ist: Die Suche nach Identität, nach Freiheit und Selbstbestimmung. Letztlich schlägt es die Brücke zwischen Kultur, Raum und Zeit: „Das Meer hatte sie gerufen, das Meer hatte sie zusammengeführt, und das Meer hatte ihnen gezeigt, dass es die ewige Verbindung zwischen ihnen sein würde.“ (Seite 353) Und so bleibt der Leser am Ende dieses Buches mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit zurück, mit einer Fülle von anregenden Bildern und Gedanken, die noch lange in ihm nachklingen werden.

    Ein Roman ganz so, wie das Leben ihn schreibt, und ein absolutes Lesehighlight!

    Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Leseexemplar. Und noch ein viel größerer Dank gebührt der Autorin Deniz Selek, die mit ihrer ganz besonderen Art diese Leserunde zu einem absolut tollen Erlebnis gemacht hat.
    Meine Rezension erscheint demnächst auch auf Thalia.de und meinem Blog Bookshelfheroes.

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    Drei Frauen. Drei Generationen. Drei Meere.

    DIE FRAUEN VOM MEER

    Es ist Frühling in Istanbul, als Ferah auf einer Parkbank ihren Vater wieder trifft, der die Familie vor langer Zeit verließ. Gemeinsam mit ihm begibt sich Ferah auf eine Reise in die Vergangenheit:
    Zu Ferahs Mutter, einer stolzen Tatarin, die dem Vater einst in die Türkei folgte, zu der Deutschen Elisabeth, die Ferahs Sohn heiratete und lernen musste, was Leben in einer fremden Kultur bedeutet, und schließlich zu Ferahs erwachsener Enkelin, die zwischen zwei Kulturen aufwächst.
    Alle drei Frauen haben glückliche Jahre an großen Meeren verbracht, bis sie in ein neues Leben versetzt wurden, in dem sie sich bewähren mussten.

    Ihr lieben Lovelybooker,

    mit großer Freude möchte ich Euch hiermit zu dieser Leserunde einladen, bei der es um mein derzeit innigstes Herzensbuch geht.

    Es ist ein auf wahren Begebenheiten beruhender Roman und es gibt 15 Exemplare zu gewinnen, die uns der Droemer-Knaur Verlag freundlicherweise zur Verfügung stellt.

    Bis zum 19.05.2016 könnt Ihr Euch bewerben, indem ihr mir eine Besonderheit aus Eurer eigenen Familiengeschichte schreibt, ganz gleich wie weit das Ereignis zurückliegt.

    Ich freue mich auf die Leserunde mit Euch!

    Alles Liebe
    Deniz

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