Deniz Utlu

 3.5 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Die Ungehaltenen, Die Ungehaltenen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Deniz Utlu

Deniz Utlu wurde 1983 in Hannover geboren und lebt heute als freier Autor von Kurzprosa, Erzählungen, Lyrik und Essays in Berlin. Er ist Gründer und Herausgeber des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Seit 2000 rezitiert er seine Texte bundesweit auf Lesebühnen. Er kuratierte Lesereihen im Ballhaus Naunynstraße und in der Werkstatt der Kulturen in Berlin. Sein erstes abendfüllendes Theaterstück Tod eines Superhelden (Co-Autorin: Marianna Salzmann) wurde im Februar 2011 im Ballhaus Naunynstraße in Berlin uraufgeführt. Seine Arbeiten veröffentlichte er in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Zuletzt veröffentlichte er Kurzprosa im „Manifest der Vielen“, herausgegeben von Hilal Sezgin beim Blumenbar Verlag. Im Frühjahr 2014 wird sein Debüt-Roman "Die Ungehaltenen" im Graf Verlag erscheinen. 2006 wurde Utlu mit dem Stipendium der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin ausgezeichnet, 2010 mit dem Aufenthaltsstipendium Eisenbacher Dorfschreiber, 2010 erhielt er den Ulrich-Beer-Förderpreis für junge Autoren und 2011 das Arbeitsstipenium des Senats für Berliner Autoren.

Alle Bücher von Deniz Utlu

Die Ungehaltenen

Die Ungehaltenen

 (12)
Erschienen am 10.03.2014
Die Ungehaltenen

Die Ungehaltenen

 (3)
Erschienen am 10.03.2014
Die Ungehaltenen

Die Ungehaltenen

 (0)
Erschienen am 10.03.2014

Neue Rezensionen zu Deniz Utlu

Neu

Rezension zu "Die Ungehaltenen" von Deniz Utlu

authentische Zeitgeschichte
Angelika007vor 4 Jahren

Schon nach den ersten Sätzen hat sich jede weitere Frage erübrigt. Sprachlich ebenso einfach, wie eindringlich zieht Utlu den Leser in seinen Bann. Er schreibt kunstvoll wie eine Spinne webt. Und nach wenigen Seiten habe ich mich unausweichlich in seinem Netz verfangen. Man hat die Protagonisten sehr schnell lebendig vor Augen und erlebt die Dinge mit ihnen. Den Spagat zwischen Migrationsgeschichte, typischer Berlin-Kreuzberg-Nummer, Medien-Roman und Liebesstory bekommt Utlu wirklich gut hin, er hat ein besonders scharfes, wie auch humorvolles Auge, nicht nur für die Gefühlswelt seiner Protagonisten und dessen Weggefährt-Innen, sondern auch für die Komplexitäten der Welt in der Migration, Prekarität und die Sehnsucht nach grossen und kleinen Revolutionen im Road Movie des Lebens aufeinander treffen.
Utlu ermöglicht mit seinem Buch einen völlig neuen Blick in die Gastarbeiterszene gleich nach der Wende hinein. Wir bekommen einen Eindruck von dem, was die Menschen denken, über sich, ihr Land und uns hier im Westen. Jeder, der erst spät nach Deutschland gekommen oder sogar hier als Kind von Gastarbeitern geboren wurde, kann in den Ausführung des Autors immer wieder parallelen in seinem Leben erkennen-.

In kleinen Episoden spiegelt der Autor die Bundesdeutsche Moralität der Nachwendezeit und des Berliner Lifestyles. Exemplarisch schildert es ein Stück Zeitgeschichte. Die Geschichte ist sehr authentisch geschrieben. Die Kapitel sind divergent geschrieben dennoch, sie runden ein gesamt Konstrukt von der Geschichte ab. In jeder Episode ist etwas Interessantes zu entdecken, die einzelnen Passagen beinhalten ein Stück Affinität vom Humor und Tragik. Die Erzählungen sind mal traurig und dann wieder frohsinnig. Es regt zum nachdenken an, eine empfehlenswerte Lektüre.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Die Ungehaltenen" von Deniz Utlu

Die Ungehaltenen
Wuschelchen99vor 5 Jahren

Elyas, Sohn türkischer Gastarbeiter, wächst in Berlin-Kreuzberg auf. Er ist sich nicht sicher, ob er Deutscher oder Türke ist. Seine Eltern sind Gastarbeiter der ersten Generation, der Vater totkrank, seine Mutter pflegt diesen. Eigentlich studiert er Jura, worauf seine Mutter sehr stolz ist, aber seine Begeisterung für das Studium ist recht schwankend. Oft läßt er es ganz schleifen, dann ist er wieder mit Eifer bei der Sache, bekommt gute Noten, aber letztendlich wird er doch exmatrikuliert. Bei seinen Touren durch Berlin werden viele seiner Begegnungen geschildert: Sein Kumpel Veit, der mit Elyas Hilfe eine Bar eröffnet, aber Frauen schlägt, Onkel Cemal, welcher Elyas immer wieder aufmuntert und voranbringen möchte. Der Tod des Vaters, zu dessen Beerdigung er nicht mit in die Türkei fliegt, bringt sein Leben vorübergehend durcheinander. Erst nach dem Tod erfährt Elyas von Onkel Cemal Dinge über seinen Vater und seine Mutter, die er nie von den Eltern selbst erfahren hat. Auch das bringt ihn aber nicht weiter auf der Suche nach seinen Wurzeln. Erst die Bekanntschaft mit der Ärztin Aylin, die er durch die Einladung des Berliner Bürgermeisters auf der Jubiläumsfeier des 50. Jahrestages des Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens, kennen lernte, bringt ihn wieder näher ans Leben heran. Auch sie weiß nicht, wo ihre Wurzeln sind. Doch beide möchten diese zu finden. Eine Reise in die Türkei bringt eine erstaunliche Reise für beide. Hier war ich begeistert über die Hilfsbereitschaft der vielen Verwandten und Bekannten, was als Selbstverständlichkeit dargestellt wird.
Durch das ganze Buch zieht sich die Frage der Wurzeln von Migranten. Eine sehr wichtige Frage! Doch mal ehrlich, muss diese Frage so desinteressiert von seiten der Betroffenen angegangen werden? Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es Elyas doch eher nicht interessiert, woher er kommt oder was er ist. Er hätte hier konsequenter sein können, gleiches gilt für sein Studium. Alles wird angefangen, aber nichts zu Ende gebracht. Vielleicht hatte ich nur das Gefühl, oder der Autor hat es doch absichtlich so gestaltet. Sehr oft mußte ich zurückgehen, um die Stellen noch einmal anzuhören. Leider ergab sich für mich sehr oft keine Lösung. Für mich bliebt bis zum Schluss die Frage offen, wie sich die Geschichte gestaltet hätte, wenn Elyas entweder in Türkei aufgewachsen wäre oder wenn er Deutscher wäre. Wäre er auch so inkonsequent gewesen?
Mein Fazit: Das Buch hätte ich sicher nach der Hälfte beiseite gelegt. Das Hörbuch war halt im Auto, so hörte ich doch immer weiter. Der Sprecher Stipe Erceg brachte es sprachlich sehr gut rüber. Doch inhaltlich war ich einfach nicht überzeugt.

Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Die Ungehaltenen" von Deniz Utlu

Zwischen den Stühlen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

In dem Buch geht es um den türkischstämmigen Elyas, der in Berlin lebt. Der Leser erlebt Momente, die viel bereits selbst geschehen sind. So erkrankt sein Vater an Krebs, seine Freundin verlässt ihn und er schmeisst die Uni hin. Elyas fällt in ein tiefes Loch in seinem Leben und schleppt sich mehr oder weniger von Tag zu Tag. Die Geschichte um Elyas beschreibt aber auch zeitgleich wie es ist als junger Türke in Deutschland zu leben und zu Besuch in der Türkei zu sein. Die Story zeigt wirklich gut die Sicht von jungen Erwachsenen auf, die ausländische Eltern haben, aber in Deutschland aufgewachsen sind. Sie schweben zwischen Traditionen und dem Leben, dass sie aus Deutschland kennen. In der Türkei werden sie ebenfalls als "Fremde" behandelt, da der Akzent sich beim Sprechen anders anhört als bei den Einheimischen. Man kann sich wirklich gut hineinfühlen wie es Elyas geht. Der Schreibstil ist wirklich gut und lässt sich flüssig lesen, sodass ich dieses Buch in weniger als einer Woche durchgelesen hatte.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 22 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks