Den ersten Band der Bobiverse-Reihe “Ich bin viele” fand ich großartig und er ist der Grund, weshalb ich der Reihe treu bleibe. Nach einem enttäuschenden dritten und vierten Band gab es im Grunde genommen keinen Anlass, den fünften Band zu lesen bzw. zu hören, aber ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass Dennis E. Taylor an die Qualität des ersten Bandes herankommt. Mit Erfolg, denn der Autor hat in den fünften Band einige neue Ideen gepackt, die wieder richtig gut waren.
Der Klappentext ist mal wieder etwas merkwürdig, denn die dort beschriebenen Ereignisse machen nicht das Wesen dieses Bands aus. „Wir sind verschollen“ bezieht sich nämlich darauf, dass mit dem Ausdehnen des Bobiversums, die Bobs auf ein Areal einer oder mehrerer fortschrittlicher Zivilisationen gestoßen sind, in dem sich nur noch automatisierte KIs befinden und keinerlei biologische Wesenheiten. Und genau um dieses Geheimnis geht es.
Wie immer erzählt der Autor seine Geschichte aus Sicht unterschiedlicher Akteure, so dass auch eine Welt, die von Drachen bewohnt ist, eine weitere entscheidende Rolle in diesem fünften Roman spielt. In diese Handlung packt Taylor wieder allerlei Theorien und nimmt sich ein paar Freiheiten, bestimmte dieser Theorien Wirklichkeit werden zu lassen. Wir Menschen wissen eben noch sehr wenig über das Universum und unsere Nachbar-Sternensysteme und ‑Galaxien.
Einige der Handlungsstränge werden in diesem Teil zum Ende gebracht, während der Haupterzählstrang offen endet, was ich etwas schade fand, was aber gleichzeitig bedeutet, dass es einen sechsten Band geben wird. Selbstredend ist dieser fünfte Band nur für jene Leser geeignet, die auch die vier vorherigen Bände gelesen haben. Wer den Humor und den Einfallsreichtum des ersten Bands in den Folgebänden vermisst hat, sollte diesem Band unbedingt eine Chance geben, den dieser ist wieder gut bestückt und vermag den Leser bzw. Hörer gut zu unterhalten.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wobei es wieder von Simon Jäger eingesprochen wurde. Er macht seine Sache souverän gut und ich habe kaum etwas zu bemängeln.





















