Dennis Gastmann Gang nach Canossa

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Inhaltsangabe zu „Gang nach Canossa“ von Dennis Gastmann

Wir schreiben das Jahr 2012: Die Wirtschaft ist am Ende, das Klima kaputt, bald soll auch noch die Welt untergehen, und in einem kleinen Apartment im Herzen Hamburgs schnürt ein blonder Reisereporter seinen Rucksack. Sein Ziel: die eigenen Sünden büßen und Mutter Erde ein wenig besser machen. Sein Problem: Dafür muss er über die Alpen. Zu Fuß. Fast eintausend Jahre nach Heinrich IV. tritt wieder ein Deutscher den legendären Weg nach Canossa an. Natürlich auch, weil es dort so tolle Tortellini geben soll. Dennis Gastmann führt uns auf seiner ungewöhnlichen Pilgerreise von einer Grenzerfahrung in die nächste: An einem geheimen Ort in Ostwestfalen lässt er sich von einem Orakel die Zukunft vorhersagen, in Frankfurt wagt er sich aufs Börsenparkett, und in der pfälzischen Provinz stattet er den Zeugen Jehovas einen Hausbesuch ab. Im Dom zu Speyer beichtet er zum ersten Mal in seinem Leben, im französischen Pontarlier trifft er die 'grüne Fee', bevor ihn der Weg auf die schmutzigen Spuren Uwe Barschels im Genfer Luxushotel 'Beau Rivage' führt - und nach tausend Kilometern über die schwindelerregenden Höhen des Mont Cenis. Ein mitreißendes Abenteuerbuch und ein großartiges Lesevergnügen.

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  • Gang nach Canossa

    Gang nach Canossa
    Themistokeles

    Themistokeles

    25. February 2015 um 14:42

    Ab und an fallen mir ja auch solche Berichte über reale Aktionen in die Hand, wie auch dieses Buch, das sich vom Standard der Berichte über eine Pilgerreise vor allen Dingen daher abhebt, dass es sich nicht um den Jakobsweg handelt der beschritten werden soll, sondern um eine vollkommen andere Route. Seit Hape Kerkelings Buch “Ich bin dann mal weg” scheint sowohl das Pilgern, als auch das Berichten über diese Reise in Buchform, sehr in Mode gekommen zu sein und auf dem Markt erschienen immer mehr Bücher in diese Richtung. Dieses hier fand ich vor allen daher auch interessant, da es mal ein wenig anders wirkte, zum einen ist der Autor Reisereporter, zum anderen wählt er nicht, wie so gut wie jeder den Jakobsweg, sondern macht sich einfach, wie in der Geschichte schon einmal passiert, auf den Weg nach Canossa. Allein schon durch diese vollkommen andere Reiseroute, die auch nicht einmal als Pilgerweg geplant ist, fand ich dieses Buch einfach interessant. Zudem geht es dem Autor nicht vorrangig ums Pilgern, sondern eher um etwas, was er selbst nicht so genau weiß, denn wie heißt es im Buch so schön: »Warum ich nach Canossa gehe? Das weiß ich noch nicht genau. Aber angeblich soll es dort fabelhafte Tortellini geben.« Was man an diesem Zitat auch erkennen kann, das Buch hat einen tollen Schreibstil, er fließt einfach nur so dahin, man wird von ihm in gewisser Weise gefangen genommen und kommt eigentlich gar nicht auf die Idee sich groß dabei langweilen zu können. Er ist einfach unterhaltsam. Dazu merkt man, es wird auf jeden Fall auch noch amüsant, denn das Buch ist mit Witz geschrieben, der Autor versteht es auch, ein wenig über sich zu lachen. Noch zu erwarten sind daher natürlich auch einige amüsante Begegnungen, die es auch auf jeden Fall noch geben wird auf seiner Reise, ebenso, wie jedoch auch andere Zusammentreffen, die teilweise auch ein wenig ernster, eventuell auch trauriger sind. Aber genau diese Mischung macht das Buch ehrlich richtig gut. Die ganzen Menschen, die er unterwegs trifft, deren Ansichten und wie unterschiedlich sie doch sind, haben durchweg etwas Besonderes und werden sowohl mit viel Humor, aber auch mit dem Ernst, den manche Situation begleitet, beschrieben. Und da es sich nicht um einen typischen Pilgerroman handelt, kann ich auch sehr nachvollziehen, dass es die ein oder andere kleine Situation gibt, bei der Gastmann von seinen Füßen auf einen fahrbaren Untersatz ausweicht. Ein ehrlich gelungenes Buch, das in seinem Charakter den Berichten zum Pilgern ein wenig ähnelt und doch seine ganz eigene Art und Aussage hat.

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  • Leserunde zu "Geschlossene Gesellschaft" von Dennis Gastmann

    Geschlossene Gesellschaft
    Weltreporter

    Weltreporter

    Liebe Kosmopoliten, geschätzte Richie Richs, verehrte Leserinnen und Leser, am 15. August feiere ich mein Comeback mit einer Expedition in die Hautevolee. Ein ganzes Jahr bin ich für Euch durch den Jet-Set-Kalender gereist, von Marbella bis Monte Carlo, von Sylt bis Hamburg-Schnöseldorf, von Cannes bis nach Kiew und Katar - ins reichste Land der Erde. Wie sind sie wirklich, die Erben und die Selfmades, der Adel und der Geldadel, die Parvenus und die Playboys? Was macht Reichtum mit dem Kopf und mit dem Herzen? Welche Rolle spielt Geld, wenn Geld keine Rolle spielt? Es war eines der aufregendsten und überraschendsten Abenteuer meines Lebens. Rolf Sachs, der älteste Sohn von Gunter Sachs, lud mich auf seine Bobbahn in St. Moritz ein, und ein ukrainischer Oligarch empfing mich in seinem goldenen Palast. Ich tanzte mit Chiara Ohoven, dinierte mit Gräfin Gunilla von Bismarck und redete mit dem Multimilliardär Reinhold Würth über den Tod. Nun bin ich gespannt, was Ihr von meinem Reichtumsbericht haltet. Ich habe mich an einer Psychologie des Geldes versucht und bin sicher, dass meine Reportagen polarisieren werden. Man kann sie lieben oder hassen - genau wie jeden einzelnen der Scheichs und Scharlatane, die ich treffen durfte. Zum Buchtrailer: https://www.youtube.com/watch?v=Dg1O7vIoINE&list=UUIVwny_ACQzBdp_lq1QvKlA Rowohlt Berlin lässt zwanzig Freiexemplare springen, die Frist für Eure Bewerbung endet am Sonntag, den 10. August um exakt 17:39 Uhr. Ich freue mich auf Eure Bewerbung - mit folgender Quiz-Frage:                                                 "Was ist Reichtum?" http://dennisgastmann.de/

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  • Leserunde zu "Gang nach Canossa: Ein Mann, ein Ziel, ein Abenteuer" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Weltreporter

    Weltreporter

    Liebe Kosmopoliten, geschätzte Sündenkinder, verehrte Leser, mein neues Machwerk ist da! Es trägt den geschmackvollen Titel "Gang nach Canossa - ein Mann, ein Ziel, ein Abenteuer", und ich lade Euch hiermit ganz herzlich zu einer kleinen, lauschigen Leserunde ein. Worum geht es? Anfang des Jahres habe ich mich ausgeklinkt und bin 1637 Kilometer gelaufen, um endlich meine Sünden zu büßen. Drei Monate zu Fuß von Hamburg über meine Heimat Osnabrück durch das Elsass, die Schweiz über die Alpen bis nach Canossa. Ich habe mir von einem Orakel die Zukunf vorhersagen lassen, den Fluch meines tyrannischen Ur-Großvaters Heinrich besiegt, geistheilende Fleischereifachverkäuferinnen kennengelernt, in Barschels Genfer Badewanne geplanscht, den Zeugen Jehovas einen Hausbesuch abgestattet und zum ersten Mal in meinem Leben gebeichtet. Und das, obwohl ich mit der Kirche eigentlich auf Kriegsfuß stehe. Es ist ein sehr persönliches Abenteuerbuch geworden und manche meiner Freunde meinen, sie hätte mich "erwachsener und ruhiger" gemacht. Das beunruhigt mich. Wie auch immer: Rowohlt Berlin lässt zwanzig Freiexemplare für Euch springen. Die knallharte Bewerbungsfrist endet am Dienstag, den 27. November um exakt 21:37 Uhr. Und hier kommt Eure Preisfrage: Welche schlimmen Sünden (oder auch Buchsünden) müsstet Ihr nach Canossa tragen? Ich freue mich wie ein Kind auf Eure Zuschriften! Hallo, ich bin Dennis

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2013 um 10:46

    Der „Gang nach Canossa“ von Dennis Gastmann ist eine unterhaltsame Lektüre von Hamburg, über Speyer, Genf etc. rund 1000 Kilometer zu Fuß nach Canossa. Wie sein historisches Vorbild König Heinrich IV. macht sich Gastmann auf den Weg nach Canossa, allerdings mit dem Vorteil, schon auf dem Weg nach Speyer einige lustige Geschehnisse berichten zu können. Außerdem muss Gastmann nicht um Buße beim Papst bitten, sondern suchte die Herausforderung und eine Pause aus seinem stressigen Alltag. Bis auf die eine oder andere Ausnahme hält sich der nicht ganz sportliche Autor auch an sein Vorhaben. Doch mehr als nachvollziehbar ist es allemal, auf Auto, Bus oder Bahn kurzfristig auszuweichen, wenn die schlechten Bedingungen kaum eine Alternative lassen. Während der dreimonatigen Reise trifft Gastmann natürlich auch auf die unterschiedlichsten Menschen und lässt den Leser an der einen oder anderen amüsanten und interessanten Begegnung teilhaben. In Frankfurt trifft er einen Börsenexperten und Mitglieder der Occupy-Bewegung, in Speyer einen katholischen Priester und Zeugen Jehovas. Auch Schlafstätten, Landschaften und aktuelle Entwicklungen kommen nicht zu kurz. Sympathisch, anschaulich und freundlich geschrieben, mit einer großen Portion Humor und interessanten Fakten ist das Buch absolut zu empfehlen! Dank des Schreibstils geht man quasi selbst nach Canossa…

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Susanne68

    Susanne68

    31. January 2013 um 20:47

    Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es schien mir so ehrlich und unverblümt und dadurch so gut nachvolliziehbar. Habe richtig Lust bekommen auch mal so etwas zu wagen. Wer weiß ....

  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Nefertari35

    Nefertari35

    27. January 2013 um 12:52

    Gang nach Canossa - Dennis Gastmann Kurze Inhaltsangabe: Dennis Gastmann hat sich entschlossen, eine Pilgerreise von seinemzu Hause bis nach Canossa zu unternehmen, Luftlinie 999 Km. Er will alles zu Fuß laufen, nur mit einem Rucksack und dem nötigsten. Er schreibt herrlich über Unterkünfte, kurzzeitige Weggefährten, von der Liebe zu Bäumen, von wunderschönen Landschaften und unbezwingbaren Bergen. Auf den Spuren eines Königs möchte Dennis Canossa erreichen. Diese Pilgerreise ist wirklich etwas besonderes und Herrn Gastmanns Durchhaltevermögen hinsichtlich der Schwierigkeiten dieser Reise ist bemerkenswert und verdient Respekt. Die Reise führt den Leser durch verschiedenste Landstriche, wie einige deutsche Bereiche, dann das Elsaß, ein Teil von Frankreich und natürlich Italien. Der Autor beschönigt die Strapazen der Reise nicht, versteht es aber auch, die wunderbare Seite zu beschreiben. Schreibstil: Der Schreibstil ist wunderbar. Der Autor schreibt flüssig, interessant und auch amüsant und zwar in einer Art, das einem das Buch schon nach den ersten paar Seiten ans Herz wächst und man es nicht mehr weglegen möchte. Man nimmt, wenn auch nur als Leser, an dieser Pilgerreise teil und fühlt bei allem mit. Die Beschreibungen sind sehr detailliert. Man kann sie richtig sehen und die Wege mitgehen. Eigene Meinung: Ich fand das Buch einfach klasse! Ich hätte nicht gedacht, das mich ein Buch, eine Geschichte über eine Pilgerreise so mitreißen könnte, aber Dennis Gastmann hat es geschafft. Ich bin jeden Meter mitgelaufen, habe mitgefühlt, mitgenossen, war mitgenervt und habe mich mitgefreut. Dennis hat mich auf eine tolle Reise mitgenommen, die ich als Leser gerne mitgemacht habe. Wie gerne hätte ich in Italien mitgegessen - hmmmmm oder die Burg von Canossa dann gesehen, aber geistig war dies möglich. Ich danke für dieses wunderbare Buch und gebe fünf Sterne.

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    FTI_Crimson

    FTI_Crimson

    23. January 2013 um 12:52

    Eine wunderbare Biografie von Dennis Gastmann. Er nimmt uns mit auf seine Reise nach Canossa. Diesen Weg bestreitet er zu Fuß. 1637 Kilometer. Ein Fußmarsch, wie ihn noch keiner von Hamburg weg gemacht hat. Wir haben das Jahr 2012. Dennis packt seinen Rucksack und macht sich auf den Weg. Sein Ziel: die eigenen Sünden büßen und Mutter Erde ein wenig besser machen. Sein Problem: Dafür muss er über die Alpen. Fast eintausend Jahre nach Heinrich IV. tritt wieder ein Deutscher den legendären Weg nach Canossa an. Wahrlich kein leichter Fußweg, zumal die Alpen kein Zuckerschlecken werden. Warum nach Canossa? Na da gibt es dich die überaus leckeren Tortellini. Eine ungewöhnliche Pilgerreise von einer Grenzerfahrung in die nächste. Was er alles erlebt auf dieser Reise? Er lässt sich von einem Orakel die Zukunft vorhersagen, in Frankfurt wagt er sich aufs Börsenparkett und in der pfälzischen Provinz stattet er den Zeugen Jehovas einen Hausbesuch ab. Im Dom zu Speyer beichtet er zum ersten Mal in seinem Leben, im französischen Pontarlier trifft er die grüne Fee, bevor ihn der Weg auf die schmutzigen Spuren Uwe Barschels im Genfer Luxushotel Beau Rivage führt, und nach tausend Kilometern über die schwindelerregenden Höhen des Mont Cenis. Ein Abenteuerbuch, das einen von der ersten Seite an mitreißt. Ein großartiges Lesevergnügen, mit viel Witz, Humor und guter Unterhaltung. Ich lese sehr sehr gerne Biografien. Da durft ich mir den Weg nach Canossa mit Dennis Gastmann nicht entgehen lassen. Diese Geschichte lädt zum schmunzeln ein, aber auch zum mitfühlen. Dennis macht sich ganz alleine auf den Weg. Ein weiter Fußmarsch, den unsereins wohl nicht einfach so beschreiten würde. Die Füße danken es ihm mit vielen Blasen und Schmerzen. Aber er gibt nicht auf. Zähne zusammenbeissen und weiter gehts. Ich habe dieses Buch gerne gelesen. In einem Rutsch hab ich es verschlungen und für eine wirklich gute Lektüre befunden!

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    schmoeker-rike

    schmoeker-rike

    16. January 2013 um 13:40

    Der „Weltreporter“ des NDR ist diesmal in Europa unterwegs. Im März 2012 bricht Dennis Gastmann zu einer 3monatigen Wanderung von Hamburg nach Canossa auf, nach dem Vorbild König Heinrichs IV, der im 11.Jhd den berühmten „Gang nach Canossa“ zu Papst Gregor VII auf sich nahm. Gastmann trifft auf seiner Reise interessante Menschen, wie den Frankfurter „ Mr. Dax“ oder eine geistheilende Metzgerin, und schildert diese Begegnungen sehr unterhaltsam. Eins der Highlights findet in einer elsässischen Kleinstadt statt, in der 2 engagierte Fernsehagenten den Reporter mit ihrem Mediensprech überfallen, und die örtliche Kneipenkundschaft die Kulisse bildet... Bei der Schilderung der provinziellen Tristesse oder bei seinen Begegnungen hat man aber trotz seines lockeren Schreibstils nie das Gefühl, daß der Autor sich über seine Gesprächspartner erhebt, was sympathisch wirkt . Mit seinem 12 kg Rucksack und bei teilweise tagelangem Regen kommt der Reporter, der sich als unsportlich und etwas übergewichtig beschreibt, auch immer wieder an seine Grenzen. Er beschreibt die Einsamkeit auf seiner Wanderung ebenso wie die Sehnsucht, überhaupt gelingt es ihm gut, eine Mischung aus ernsten und witzigen Themen zu finden. Mir hat dieses unterhaltsame Buch sehr gut gefallen, ich kann es nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    claudia_seidel

    claudia_seidel

    „Der Gang nach Canossa“ ist das zweite Buch des Hamburger Journalisten Dennis Gastmann, der auch für das Fernsehen arbeitet und für den NDR in einer sehr unterhaltsamen Sendung „Mit 80000 Fragen um die Welt“ reist. Dadurch kennt man ihn auch schon als Reporter, der sich fremden Dingen auf eine sympathische Art, sehr charmant und mit fast kindlicher Neugier annähert, was großen Spaß beim Zusehen macht. In seinem neuen Buch bleibt er zur Abwechslung in unserem Kulturkreis und begibt sich auf die Spuren von König Heinrich IV., der im Dezember 1076 von Speyer aus nach Canossa aufbrach, um den Papst dazu zu bewegen, den Kirchenbann gegen ihn aufzuheben. Dieser Bußgang ist vielen sicher noch aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Allerdings geht es Dennis Gastmann nicht darum, dem Papst oder der katholischen Kirche zu gefallen, sondern mehr um die Herausforderung diese Strecke zu bewältigen und darum, eine Art Pause einzulegen und dem Stress für einige Zeit zu entfliehen. Während Heinrich IV. damals wohl zu Pferd unterwegs war, wie Dennis Gastmann von einem Historiker im Laufe seiner Reise aufgeklärt wird, nimmt sich der Journalist vor, die ziemlich genau 1000 Kilometer von seinem Wohnort Hamburg bis ins italienische Canossa zu Fuß zu bewältigen und das, obwohl er bisher nicht besonders viel Sport getrieben hat. Diese Tatsache, kleinere Verletzungen, schlechte Wanderwege und Schnee im Gebirge sorgen dann aber immer mal wieder dafür, dass er seinem Vorsatz kurz untreu wird und auf den Bus oder Zug ausweicht. Dennoch bewältigt er in den drei Monaten insgesamt einen Großteil der Strecke, inklusive einer Alpenüberquerung, zu Fuß und geht dabei wirklich an seine körperlichen Grenzen, wie der Leser immer wieder miterlebt, sodass die kleineren „Schummeleien“ dem Ganzen keinen Abbruch tun. Im Verlauf der Reise kommt es immer wieder zu interessanten und manchmal zugleich amüsanten Begegnungen mit mehr oder weniger alltäglichen Menschen. So trifft er in Frankfurt einen Börsenexperten und unterhält sich mit Mitgliedern der Occupy-Bewegung, diskutiert mit einem katholischen Priester in Speyer und die Zeugen Jehovas wollen ihn genauso anwerben, wie die Produzenten einer trashigen neuen Fernsehsendung. Er übernachtet in den verschiedensten Unterkünften, von einfachsten französischen SB-Hotels, über Herbergen mit Familienanschluss in Italien oder dem luxuriösen Hotel Beau Rivage in Genf, wo man recht wenig begeistert auf ihn und sein Wanderoutfit reagiert. Dadurch, dass Dennis Gastmann sehr anschaulich schreibt und mit seiner ihm eigenen Neugier auch auf dieser Wanderung an alles herangeht, kann man sich sehr gut in viele der Situationen hineinversetzen und als Leser hautnah dabei sein. Unterstützt wird dies zudem durch gelegentlich eingefügte Fotos. Es fällt auch auf, dass er beim Niederschreiben des Buches nach seiner Rückkehr aus Canossa auch noch viele Fakten und Details recherchiert und hinzugefügt hat. Immer wieder finden sich auch teils ironische, mal mehr, mal weniger offensichtliche Anspielungen zu aktuellen Themen, wie den Rücktritt von Christian Wulff oder der Wirtschaftskrise. Alles in allem ist dieses Buch eine sehr abwechslungsreiche, unterhaltsame und zugleich informative Lektüre, die sich zudem angenehm flüssig lesen lässt.

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Blaustern

    Blaustern

    08. January 2013 um 20:21

    Der Autor Dennis Gastmann macht sich zu Fuß auf nach Canossa in Norditalien. Am 06. März beginnt seine Reise in Buxtehude und führt ihn entlang den Spuren des Königs Heinrichs IV. Aber in Italien gibt es außerdem so fabelhafte Tortellini. So pilgert er durch Deutschland, Frankreich, über die unüberwindbar scheinenden Alpen, und am Wegesrand sieht er nicht nur die Schönheiten der Natur und der hübschen Orte, er trifft auch auf viele verschiedene interessante Menschen von denen er uns in seiner lebendigen Erzählweise in diesem Buch stufenweise berichtet. Da gibt es die Kartenlegerin und Wahrsagerin Lotte, die ihn von seiner Absicht abrät, das Murmeltierhotel in den Alpen, den Bergsteiger Bolognesi, der ihm beim Überqueren der Alpen helfen will, und es werden sogar Bäume umarmt. Dennis Gastmanns Erzählweise ist einmalig unterhaltend, stimmt oft auch nachdenklich und ist mit einem feinen Humor versehen. Außerdem habe ich viel dazugelernt und mir kam es vor, als begleite man ihn auf dem Weg mit all seinen Strapazen und Glücksmomenten.

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Kiwi33

    Kiwi33

    05. January 2013 um 13:54

    Mit einem Rucksack macht sich Autor Dennis Gastmann zu Fuß auf den Weg von Hamburg nach Canossa. Unterwegs begegnet er den unterschiedlichsten Menschen und nimmt an verschiedenen Seminaren und Exkursionen Teil. Er umarmt einen Baum und stattet den Zeugen Jehovas einen Besuch ab. Er geht zum ersten Mal zur Beichte und checkt mit 3-Tage-Bart und schmutziger Wanderkleidung in einem Genfer Nobelhotel ein. Doch niemals verliert er sein Ziel aus den Augen: er möchte nach Canossa! Auf seiner Reise beginnt er über sein Leben zu sinnieren und kommt auch körperlich oft an seine Grenzen. Dieses Buch hat mir nicht nur sehr gut gefallen, sondern mich auch positiv überrascht. Es ist kein "normaler" Reisebericht, wie man ihn häufig zu lesen bekommt. Dennis Gastmann läuft nicht nur von einem Ort zum nächsten, sondern lässt sich an seinen verschiedenen Stationen auf die Menschen dort ein. Er lernt viele verschiedene Persönlichkeiten und deren Eigenarten kennen. Dabei wird es das ganze Buch durch nie langweilig und der Schreibstil ändert sich mit den Begebenheiten. Man kann die zeitweise Erschöpfung fast vom Sofa aus spüren, genau wie die Freude, endlich am Ziel angekommen zu sein. Dieses Buch kann ich nicht wirklich gut beschreiben, sondern nur empfehlen, es selbst zu lesen. :-)

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    Iudas

    Iudas

    31. December 2012 um 14:55

    Vor einiger Zeit machte er sich auf, mit 80.000 Fragen die Welt zu erkunden. Neben Fragen wie »Wie voll sind hundert Russen?« entdeckte er auch den Arsch der Welt und fragte auf dem australischen Kontinent, ob alle Australier Verbrecher wären. Mut muss man haben… Der aufgeweckte und reiselustige Journalist Dennis Gastmann wurde durch das Fernsehformat »Mit 80.000 Fragen um die Welt« bekannt. Anfang des Jahres 2012 entschloss er sich, ein weiteres großes Projekt anzugehen und er wählte als Vorbild gerade den König Heinrich IV. – den berühmten Büßer der Geschichte, der als Erster den Gang nach Canossa über die Alpen anzutreten wagte. Sein Ziel: Vergebung und Versöhnung mit dem Papst, der ihn zur Strafe für sein gotteslästerliches Verhalten aus der Kirche exkommunizierte. Dennis Gastmann möchte seinen Spuren folgen und schultert im März seinen Wanderrucksack, um von Hamburg, dem Tor zur Welt, seinen Gang nach Canossa anzutreten und unser aller Sünden dort hinzutragen (hier ein Beitrag aus seinem Blog: http://dennisgastmann.de/2012/11/gang-nach-canossa/). Seine zahlreichen Erlebnisse beschreibt in seinem kürzlich bei Rowohlt Berlin erschienen Buch und wie man das von Dennis Gastmann gewohnt ist, erwartet einen hier ein mit viel Witz und Charme erzählter Reisebericht. Denn Gastmann beschränkt sich bei den Reisen nicht nur darauf, die allbekannten Sehenswürdigkeiten einer Gegend aufzuzählen und zu beschreiben – die findet man ja in jedem guten Reiseführer. Nein, für ihn sind die Menschen immer im Mittelpunkt und genau das macht diesen Reisebericht auch so authentisch und lebendig. Wenn er sich auf eine Bank in Turin setzt und die vorbeiströmenden Menschen beobachtet, dann entsteht daraus eine amüsante, bunte Collage unterschiedlichster Menschentypen und manchmal mag man sich auch selbst darin wiedererkennen. Auf seiner ganzen Reise ist man immer hautnah dabei, denn er versteht es, dem Leser mit einfachen, klaren Bildern das Geschehen zu erzählen. Genau dafür kennt man den Reporter: Immer beobachtend, genau beschreibend und neugierig zeigt er uns die Welt, wie wir sie vielleicht noch gar nicht sahen oder wahrnahmen. Er erzählt seine Reise immer chronologisch und man kann einer beiliegenden Karte zu Beginn des Buches entnehmen, welche Route Gastmann auf seinem Weg ins schöne Canossa nahm. Doch immer wieder streut er in die Reisebeschreibungen kleine und belustigende Anekdoten über sein Leben und das der Menschen, denen er begegnet, ein. Und manchmal ist das alles so absonderlich und unwirklich, das man gerne mal fragen möchte, ob er da nicht ein bisschen viel mit den Augen zwinkerte. Aber wer wie Dennis Gastmann mit offenen Augen durch die Welt geht und auch vor Absonderlichem nicht Halt macht, dem begegnet nun einmal auch viel Seltsames und Bemerkenswertes. Mit einer Menge Wortwitz sieht Gastmann ganz genau hin und beschreibt, was er sieht. Wenn er am Straßenrand, unter Einsatz seines Lebens, seinem Tagesziel entgegenläuft oder sich auf dem Weg durch die unwegsamen Alpen quält, so registriert er trotzdem die kleinen Dinge, mit denen er seine Berichte füllt. Und gerade weil er auch so auf die unscheinbaren Punkte bedacht ist und es versteht, aus ihnen wunderbare Geschichten zu formen, kann auch die einfache Darstellung des Sitzungsplanes eines Dorfvereins in der Schilderung amüsant und bereichernd wirken. Und man merkt Gastmanns Freude am Erzählen und Beobachten an. Selbst wenn der Weg noch so beschwerlich ist und »der Berg ruft« und er ihn rufen lässt ihn rufen, seinen Humor lässt er nie vermissen. Der Schreibstil ist durchweg sehr gut lesbar – man rauscht geradezu darüber hinweg. Besonders die abwechslungsreichen Schilderungen machen den Bericht so spannend, interessant und manchmal auch lehrreich. Wer wusste schon von der französischen Brustimplantate-Jeanne d’Arc, die sich für die Rechte von Frauen mit fehlerhaft eingesetzten Brustimplanten kämpft? Oder wie krude und surreal es in der Fernsehbranche wirklich zugehen kann? Egal, was dem Autor auf seiner Reise alles zustößt, er verliert nie seinen Optimismus. Und wer weiß, vielleicht wird Dennis Gastmann irgendwann mit seinem Gang nach Canossa ebenso berühmt wie einst Heinrich IV. Dieses Buch ist für jedermann zu empfehlen, denn es ist eine gelungene Mischung aus leichtem Reisebericht, Autobiographie und Erzählung. Nach 300 Seiten fast ein bisschen schnell zu Ende, musste sich Dennis Gastmann seitens des Verlages doch folgenden Vorwurf machen lassen: »Dennis, du gehst nicht nach Canossa, du rennst.« Aber das muss man ihm nachsehen, wo es in Canossa doch so fantastische Tortellini geben soll…

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    hellokatti

    hellokatti

    25. December 2012 um 18:51

    Für mich persönlich das beste Buch in 2012! Schade, dass es (noch?) nicht in den Bestseller-Listen ist. Dennis Gastmann begibt sich auf eine wundersame Reise - nach seinen Weltreisen ("Mit 80.000 Fragen um die Welt") diesmal zu Fuß. Von Hamburg wandert er nach Canossa in Norditalien, immer auf den Spuren Heinrichs IV (ok, musste ich auch erst einmal nachschlagen) und "weil es in Italien fabelhafte Tortellini geben soll". Laut Google sollen es 999,99km Luftlinie sein und für Fußgänger in 10 Tagen zu schaffen - allerdings angeblich mit kürzester Route über Helgoland. Zum Glück hält der Autor sich nicht dran. :) Wer denkt, dass es ein Verschnitt von Hape Kerkeling, Joey Kelly & Co. ist, der irrt. Denn was dieses Buch ausmacht, sind eher die im Vordergrund stehenden kleinen Reportagen über die aufmerksamen Beobachtungen von Situationen sozusagen "am Wegesrand", die Begegnungen mit diversen Sorten von Menschen und natürlich über das Wandern an sich - mit all seinen Schönheiten, aber auch Schmerzen. Herzhaft gelacht habe ich insbesondere u.a. bei der Beschreibung der Wildnisschule, in der die Teilnehmer Fangen spielen und Bäume umarmen und dem polnischen Murmeltierhotel in den Alpen. Aber manchmal bleibt das Lachen auch im Halse stecken, wie beim Hausbesuch bei den Zeugen Jehovas (an sich eine absurde Idee), der beklemmend darstellt, wie deren System funktioniert oder auch die Dame mit den Brustimplantaten aus Besancon (bekannt geworden durch den Skandal um Industriesilikon). Man leidet aber auch immer mit dem Autor mit bei seinen körperlichen Qualen auf der Reise und es bleibt immer spannend, ob er als "Sportgoofy" sein Ziel erreichen wird. Einmal angefangen möchte man das Buch kaum aus den Händen legen und liest es quasi in einem durch. Macht definitiv süchtig nach mehr von diesem Autor!!

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa: Ein Mann, ein Ziel, ein Abenteuer" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    mabuerele

    mabuerele

    20. December 2012 um 15:52

    Bei wolkenlosem Himmel macht sich der Autor am 6. März zu Fuß zu seiner Wanderung nach Canossa auf. Er folgt den Spuren Heinrichs IV. Es wird eine Pilgerreise voller Unwägbarkeiten und Überraschungen. Die eine oder andere interessante Begegnung wartet geplant und ungeplant am Wegesrand. Das Buch zeichnet sich durch seine lebendige Erzählweise aus. Man meint, auf dem Weg dabei zu sein. Allerdings verfolge ich die Reise gern nur per Buch, denn es wird deutlich, dass die Geschichte anstrengend ist. Nicht nur die Füße, auch der Kreislauf zollen den ungewohnten körperlichen Leistungen Tribut. Die Gefühlsschwankungen zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit werden ausgezeichnet vermittelt. Den einen Tag läuft es wie am Schnürchen, den nächsten geht gar nichts. Der Autor bleibt Realist. Er beschönigt nichts. Der Autor ist ein exakter Beobachter. Viele Kleinigkeiten am Wegesrand registriert er. Die Beschreibung der Städte und Dörfer ist ausführlich und anschaulich. Die Sprache ist erfrischend und mit feinsinnigem Humor durchsetzt. Auch für die Menschen auf der Strecke hat der Autor ein offenes Ohr und einen guten Blick. Da ist Lotte - Kartenlegerin, Wahrsagerin. Sie warnt den Autor vor seinem Vorhaben, bringt ihn aber trotzdem zum Rothaarsteig. Rolf, der ihn ein Stück des Weges begleitet, spricht ohne Punkt und Komma. Bolognesi, Bergsteiger aus Leidenschaft, bringt dem Autor bei, wie er ohne Anstregung und Schwitzen über die Alpen kommt. Überhaupt – die Gebirge. Sie liegen wie unüberwindliche Hindernisse vor dem Autor. Sie bei Schnee zu überqueren, scheint aussichtslos. Mit spitzer Zunge wird nicht nur die Geschichte interpretiert, sondern auch Ereignisse der Gegenwart karikiert, sei es der französische Wahlkampf oder die Börse. Ein besonderes Schnäppchen war das Gespräch mit den Medienvertretern. Doch auch ernste Themen finden Eingang. So trifft der Autor eine der Betroffenen des Billigsilikons in Brustimplantaten. Das Buch hat mich aber nicht nur gut unterhalten, ich habe ebenfalls einiges dazugelernt. Zu vielen Orten erzählt der Autor kleine Geschichten, die neugierig darauf machen. Die Feinheiten der polnischen und italienischen Küche kamen ebenfalls gut an. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es wurde nie langweilig. Es ist eine Reisebeschreibung der besonderen Art. Ich werde es gern weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Gang nach Canossa: Ein Mann, ein Ziel, ein Abenteuer" von Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa
    cole88

    cole88

    19. December 2012 um 19:21

    Total geiles Leseerlebnis: Auf jeden Fall ein neues Buch schreiben. Ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen, für mich der absolute Lesetipp des Monats. Der Autor verfügt über einen total feinsinnigen Humor der einen von der ersten bis zur letzten Seite mitreist und einem irgendwie Laune darauf macht, auch einfach mal loszugehen und Erfahrungen zu machen und darüber zu berichten. Ich werde mir jetzt auch das erste Werk des Autors zulegen. Leute kauft euch das Buch es lässt sich so schlecht beschreiben, es ist einfach nur genial.

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