In den letzten Jahren habe ich im Zusammenhang einiger Veröffentlichungen ( zuletzt etwa das Buch von Wolfgang Bergmann, Sterben lernen) den Eindruck, dass es wieder möglich ist, über den Tod und das Sterben zu sprechen und zu schreiben. Auch meine Erfahrungen als Pfarrer gehen in diese Richtung. Ob das mehr als ein kleines Strohfeuer ist, ob das gelegentliche offene Sprechen über den Tod und das Sterben die lange und nachhaltige Verdrängung des Todes aus dem Bewusstsein einer Gesellschaft aufheben kann, für die Fitsein, Jugendlichkeit und Schönheit das Nonplusultra sind, dem Millionen nacheifern, indem sie etwa an sich herumschnippeln lassen, das muss man abwarten.
Dennoch kann für geschichtlich interessierte Zeitgenossen, neben den Fachleuten natürlich, das vorliegende Buch über „Tod und Sterben in der Antike“ von großem Erkenntnisinteresse sein, wenn sie sich mit Fragen von Tod und Sterben in der Vergangenheit und der Gegenwart befassen wollen. Die Totenkulte der alten Ägypter, der Griechen, der Etrusker und der Römer werden ebenso behandelt wie deren Jenseitsvorstellungen, ihre Bestattungsarten, die Riten und die Orte der Bestattung.

