Engel im Polarlicht

von Dennis Kohlmann 
4,3 Sterne bei7 Bewertungen
Engel im Polarlicht
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Mari-Ps avatar

Mystisch und zauberhaft, gleichzeitig ein kleiner Reiseführer durch Schweden

BooksofFantasys avatar

Magisch, Gefühlvoll, Einzigartig

Alle 7 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Engel im Polarlicht"

Mit dem Zug nach Nordschweden, zu Schlittenhunden und Polarlichtern, das war ihr gemeinsamer Traum, doch nun ist alles anders. Nachdem Merles Vater an einem Herzinfarkt starb, ist für die junge Studentin nichts mehr, wie es war. Trotzdem will sie die lang gehegten Pläne nicht verwerfen und macht sich mit der Urne ihres Vaters auf den Weg in den Norden. Auf ihrer Zugreise trifft sie auf Virgil, einen Mann, der behauptet, ein gefallener Engel zu sein. Ihn treibt ein verbitterter Wunsch in dieselbe Richtung: Er möchte endlich sterben, und das geht, so behauptet er, nur im nächtlichen Schimmer der Nordlichter.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783962610302
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:211 Seiten
Verlag:Angelwing Verlag
Erscheinungsdatum:12.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne5
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    SilVia28s avatar
    SilVia28vor 2 Monaten
    Polarlicht

    Merle reist mit dem Zug nach Nordschweden, eigentlich war diese Reise mit ihrem Vater geplant, doch dieser verstarb vor Reisebeginn. Sie unternimmt alles was geplant war mit der Urne im Gepäck. So hat sie das Gefühl ihren Vater dabei zu haben.

    Das Buch ist in einem flüssigen Stil geschrieben, es fällt leicht sich in die Protagonisten hinein zu versetzen und der Handlung zu folgen. Die Beschreibungen der Handlungsorte sind sehr detailgetreu, dadurch kann man sich diese sehr gut beim lesen vorstellen.

    Ich habe bei dem Buch einen Stern abgezogen, da ich einige Stellen etwas langwierig fand, was aber der Handlung nicht schadet.
     

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Mari-Ps avatar
    Mari-Pvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mystisch und zauberhaft, gleichzeitig ein kleiner Reiseführer durch Schweden
    Folgt Merle auf einer zauberhaften Reise durch Schweden

    Meine Zusammenfassung:
    Merle und ihr Vater hatten eine Reise nach Schweden geplant, bevor plötzlich verstarb. Alleine mit Urne und Asche des Vaters tritt Merle nun die Reise an. Ihr Ziel, an jeden der geplanten Trips einen Teil der Asche zu bestatten.

    Auf ihren Weg nach Schweden trifft Merle auf Virgil, der behauptet ein gefallener Engel zu sein. Der gefallende Engel ist ebenfalls auf seiner letzte Reise, denn er möchte im Schimmer der Nordlichter wo seine Macht am geringsten ist sterben. Im Laufe ihrer Reise kreuzen sich die Wege der beiden mehrfach und Merle erfährt was genau der Hintergrund von der Verbitterung des Engels ist und was sie damit zu tun hat.

    Meine Bewertung:
    Wie auch das letzte Werk von Dennis ist Engel im Polarlicht durch und durch mystisch, mit sehr viel Realität vermischt und trägt somit seine persönliche Handschrift. Die Geschichte von Merle hat mich sehr berüht. Ihre Trauer und teilweise Verzweiflung kommt so echt rüber, als wenn sie direkt neben einen sitzen würde und einem die Geschichte selbst erzählt. Auch wenn sie stellenweise echt total verplant und etwas naiv ist.

    Manche Taten von Engel Virgil, habe ich allerdings nicht nachvollziehen können. Erst schien es als wollte er Merle wirklich schützen, hat aber in seiner unbeholfenen Art ihr eher geschadet als geholfen. Oftmals ging er mir echt auf die Nerven. Aber vielleicht war das genau so gewollt. Oft schien er mir recht plump in Szene gesetzt.

    Andere Charaktere sind so vielfältig das man sie überhaupt nicht einschätzen kann, wie beispielsweise Nils. Er hat eine lockere lustige Art, kann aber auch ganz in sich gekehrt wirken. Außerdem ist er in seiner lebenslustigen Weise total unberechenbar. Er könnte Merle schnappen und mit ihr z.B. nach Japan fliegen, ohne das sie überhaupt was mitbekommen würde. Das macht ihn sehr sympatisch.

    Mir haben die einzelnen Stationen von Merles Reise gut gefallen. Man bekommt Lust selbst nach Schweden zu reisen und sich Land und Leute anzuschauen. Die Beschreibung der Städte ist gut gelungen und man konnte sich viele Orte sehr gut bildlich vorstellen. Hat ein bisschen was von einem Schnupperreiseführer durch Schweden. Da ich wenig in Hostels und Couchsurfing gemacht habe, kann ich nur sagen, dass es für mich sehr interessant war, wo Merle letztendlich so gelandet ist.

    Der Schreibstil ist gewohnt jugendlich und gut verständlich. Der Satzbau ist anständig und leicht zu lesen. Weil der Spannungsbogen gut gehalten wird, kann das Buch innerhalb eines Abends gut durchlesen ohne Probleme. Ich ziehe für den nervenden Engel allerdings einen halben Stern ab, sonst hab ich nichts zu meckern. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    BooksofFantasys avatar
    BooksofFantasyvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Magisch, Gefühlvoll, Einzigartig
    Eine Geschichte wie sie das Leben schreibt....


    Dies ist bereits das zweite Buch von Dennis Kohlmann welches ich lesen durfte und ich bin nach wie vor begeistert von seinem Schreibstil. Ich habe bisher schon einige Bücher von männlichen Autoren in meinem Bereich gelesen, welche ich alle abgebrochen habe, da bei mir einfach keine Gefühle hoch kamen. Dann kam Dennis und fragte mich ob ich mir sein erstes Buch " Liebellenfrühling mal vornehmen kann und ich habe es nicht bereut. Allerdings mit dieser gefühlvollen, emotionalen Geschichte hat er nochmal eines drauf gesetzt dabei passiert eigentlich gar nicht soviel. 

    Wir lernen hier Merle kennen, eine Frau welchen ihren Vater verloren hat und sich mit ihm auf eine letzte große Reise begibt. 
    Unterwegs begegnet sie vielen Fremden die für sie zu Freunden werden, einen Mann der behauptet ein Engel zu sein und angeblich ihren Vater kannte und Nils welcher ein ähnliche Schicksal erleidet musste wie Merle. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und das Buch geht auch richtig in die Tiefe.

    Mehr kann ich euch an dieser Stelle gar nicht erzählen da ich sonst zuviel verraten würde.

    Fazit:
    Reine Fantasyleser können hier leicht enttäuscht werden, da der Fokus hier nicht wirklich auf Fantasy gerichtet ist, allerdings lohnt es sich allemal. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Fleur_de_livress avatar
    Fleur_de_livresvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Geschichte um einen Engel, die im Polarlicht sterben möchte. Schöne Geschichte, die mehr Potential gehabt hätte.
    Engel im Polarlicht

    Meinung:

    Das Cover ist schon ein Hingucker und man sieht es sich gerne an. Die Farben sind gut gewählt und passen zum Polarlicht.

    Der Schreibstil des Autoren ist einfach und schlicht. Sie ist an manchen Stellen ein wenig holprig, aber durchaus gut und schnell lesbar.

    Die Handlung hat für meinen Geschmack zu wenig Engel, zu viel persönliche Probleme der Hauptfigur. Merle will den letzten Reisewunsch ihres Vaters erfüllen und reist nach Schweden. Dort lernt sie Virgil kennen und glaubt ihm zu Beginn nicht.

    Virgil wird im Laufe der Geschichte immer undeutlicher als Person, je weiter Merles Reise voran schreitet und sie ihren Weg findet und gehen will.

    Die Beschreibungen Schwedens sind schön und lockern das Buch insgesamt auf.

    Fazit:

    Eine Geschichte um einen Engel, die im Polarlicht sterben möchte. Schöne Geschichte, die mehr Potential gehabt hätte.

    Kommentieren0
    20
    Teilen
    Boockaholic_Anes avatar
    Boockaholic_Anevor 6 Monaten
    https://bookaholicane.blogspot.de/

    Erst einmal möchte ich mich bei Dennis Kohlma dafür bedanken , das ich Engel im Polarlich vorab lesen durfte.
    Ich fand es war ein sehr schönes Buch über einen Schutzengel der wider etwas gut machen möchte . Und eine junge Protagonistin, die um ihren Vater die letzte Ehre zu erweisen , die reise Antritt die , die beiden schon immer mal machen wollten. Ich habe so manch ein Träne vergossen, den seinen wir mal ehrlich , jedes Mädchen ist Papas kleiner Liebling. Und für mich wäre es sehr schwer meinen Vater zu verlieren weil dadurch auch mein bester Freund gehen würde. Jedoch fehlte mir noch das gewisse etwas . Etwas mehr Magie , oder etwas mehr Engel aber das ist meine Meinung. Von mir gibt es für Engel im Polarlicht 4 von 5 Sternen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    wordworlds avatar
    wordworldvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Durch und durch magisch erzählt: voller Zufälle und kurzer Begegnungen, Melancholie und Zaghaftigkeit - eine berührende Geschichte!
    Ein durch und durch magischer Roadtrip voller Zufälle und kurzer Begegnungen!

    Allgemeines:

    Titel: Engel im Polarlicht
    Autor: Dennis Kohlmann
    Verlag: Angelwing Verlag (12. März 2018)
    Genre: Young Adult
    ISBN-10: 3962610308
    ISBN-13: 978-3962610302
    ASIN: B079WKPNGH
    Seitenzahl: 211 Seiten
    Preis: 10,99€ (Taschenbuch)
    3,49€ (Kindle-Edition)
     

    Inhalt:

    Mit dem Zug nach Nordschweden, zu Schlittenhunden und Polarlichtern, das war ihr gemeinsamer Traum, doch nun ist alles anders. Nachdem Merles Vater an einem Herzinfarkt starb, ist für die junge Studentin nichts mehr, wie es war. Trotzdem will sie die lang gehegten Pläne nicht verwerfen und macht sich mit der Urne ihres Vaters auf den Weg in den Norden. Auf ihrer Zugreise trifft sie auf Virgil, einen Mann, der behauptet, ein gefallener Engel zu sein. Ihn treibt ein verbitterter Wunsch in dieselbe Richtung: Er möchte endlich sterben, und das geht, so behauptet er, nur im nächtlichen Schimmer der Nordlichter.


    Bewertung:
     
    Nachdem mich Dennis Kohlmann schon mit seiner unglaublich berührenden Geschichte "Libellenfrühling" über die Wichtigkeit von Fantasy und Mut, welches eher an ein etwas jüngeres Publikum adressiert ist, begeistert konnte, stand für mich sofort fest, dass ich auch diese Erzählung aus dem Genre Young Adult gerne lesen will. Wer den Klapptext oben gelesen hat wird sich bestimmt wundern, wie Engel in ein Young Adult Jugendbuch passen und ob "Fantasy" nicht die bessere Genrebezeichnung gewesen wäre, der Fantasy-Gehalt dieser Geschichte ist jedoch verschwindend gering und im Grunde geht es vor allem um eine junge Frau, die ihre Trauer um den Verlust ihres Vaters auf einer Reise durch Dänemark, Schweden bis ganz in den Norden nach Lappland bewältigt. Leider reicht es nicht ganz an "Libellenfrühling" heran, der Roman hat mich aber sehr bewegt und ergriffen zurückgelassen!


    "Über mir leuchtete der eindringliche Abendhimmel Stockholms, die Sterne schimmerten hell, während mir der Wind um die Ohren fegte und mir mit seinen eisigen Fingern übers Kinn strich. (...) "Na dann", hauchte ich in die Stille hinein. (...) Direkt vor mir spiegelte sich der Mond in der Schwärze. "Dort sollst du ruhen, Papa, im Herzen des Mondes"



    Das Cover ist mal wieder ein Augenschmaus. Vom dunkelblauem Grund, der mit vielen leuchtenden Sternen durchzogen ist und so echt wie ein Nachthimmel wirkt, dass man am liebsten nach den Sternen greifen möchte, heben sich ein paar mächtige Flügel ab, welche in den pastelligen Farben der Polarlichter leuchten. Die Schwingen gehören einem zusammengekauerten Mann, von dem man nur einen groben Umriss sieht und welcher durch seine Körperhaltung sehr resigniert aussieht. Im Zentrum all dessen schwebt der Titel, welcher meiner Meinung nach ein wenig zu viel Weichzeichner abbekommen hat, sonst aber super ins Bild passt. Das Cover nimmt den Leser mit seiner funkelnden, geheimnisvollen Ausstrahlung sofort in den Bann und passt von den Motiven her perfekt zum Inhalt. Sowohl die Polarlichter als auch Engel spielen eine Rolle. Auch der Titel weckt gleich das Interesse und passt gut, auch wenn er vielleicht in eine fantastischere Richtung lenkt. Insgesamt aber dennoch eine wunderschöne, magische Gestaltung.


    Erster Satz: "Er saß einfach nur da und sah aus dem Fenster während Städte, Wälder und Wiesen an uns vorbeirauschten."


    Merle Winkelstein ist verwirrt von dem sonderbaren Fremden, der ihr während der Zugfahrt nach Kopenhagen barfüßig gegenübersitzt und kein Wort zu sprechen scheint. Als er dann schließlich das Schweigen bricht und behauptet ein Engel zu sein, ist sie schon kurz davor, ihn in die "religiöser-Fanatiker-Schublade" zu stecken, als er erklärt, ihren Vater gekannt zu haben. Während sie noch überlegt, ob sie ihm glauben soll oder nicht, wird er ihr unfreiwilliger Reisebegleiter, der in allen möglichen Situationen auftaucht, für eine Menge Schmerz, Kaffeepausen und am Ende Merles Trauerbewältigung sorgt...


    "Was soll ich Ihnen denn glauben? Virgil, ich bitte Sie." Meine Stimme zitterte, ich wollte heulen, doch keine Träne schaffte es aus meinen Augen. "Wer ich bin", sagte er und seine Stimme beruhigte sich, wurde ganz weich und warm. "Was ich bin."


    Die Handlung steigt gleich mitten in Merles Reise nach Lappland ein und wir lernen die starke junge Studentin kennen, die die lange Reise alleine durchzieht, um den gemeinsamen Vater-Tochter-Traum von einer Schweden-Reise zu erfüllen und ihren geliebten Vater in den eisigen Weiten des Landes eine letzte Ruhestätte zu geben. Grundsätzlich passiert während der 211 Seiten nicht besonders viel: wir erleben mit, wie Merle neue Leute kennenlernt, Stück für Stück von ihrem Vater Abschied nimmt und sich in den Bergsteiger Nils verliebt. Eine ordentlich Portion Herzschmerz, ein wenig Krankheit, ein wenig Umfall, ein wenig Abenteuer und vor allem die wunderbare Atmosphäre machen es aber unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, bevor man es zu Ende gelesen hat. Wie sich Merle durch alle Tiefs durchkämpft und von ihrem Vater Abschied nimmt, ist sehr berührend mit anzusehen. Es ist außerdem ganz wunderbar, wie Dennis Kohlmann immer wieder Erinnerungen an ihren Vater einflicht, welcher ein unwahrscheinliches Leben aus Glück und Pech gelebt hat, sodass wir ganz langsam eine Idee dafür bekommen, was für eine besondere Person er war.


    "We drink for the dead", meinte er. Damit wir sie nicht vergessen. Denn das Einzige, das schlimmer sei als der Tod, so sagte er, sei das Vergessen. Dann war ich an der Reihe und auch wenn der Inhalt der Flasche nach Brillenputztuch stank, nahm ich einen großen Schluck und gedachte der Toten. Einen großen Schluck für Sofia und für Lasko. Doch vor allem trank ich für einen Menschen. Für Papa."



    Die wunderschöne Darstellung Schwedens, die wohl vor allem durch die Tatsache, dass Dennis Kohlmann selbst in der traditionellen und bekannten Universitätsstadt Uppsala selbst, so lebendig gemacht wird, macht Lust selbst hin zu reisen! Auch wenn ich angesichts der zwanzigtägigen Polarnacht in Lappland wahrscheinlich Winterdepressionen bekommen würde, möchte ich schon seit einer Ewigkeit mal in den Norden reisen und mir die raue Schönheit Skandinaviens ansehen. Ein interessantes Plus ist auch, dass der Autor kurz auf die Problematik der Sámi eingeht, die Folgen der jahrelangen Unterdrückung des indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens aufzeigt und den jungen Eirik über die Plünderung seines Landes durch den Eisenerzabbau in Kiruna klagen lässt. Auch wenn es nur ein sehr kurzer Anschnitt ist, hat mir das sehr gefallen!


    "Auf uns", sagte er und hielt seinen Becher zum Anstoßen hoch. (...) Und als ich meinen Becher ausgetrunken hatte und sich die letzten Tropfen in den Rillen auf dem Boden sammelten, ja genau in diesem Moment, verliebte ich mich in ihn..."


    Interessant und bunt wird die Geschichte auch vor allem durch die Leute, die Merle auf ihrer Reise trifft: ein lebensfreudiges Italienerpaar, eine elegante Geschäftsfrau ohne jegliche Zeit, eine in die Jahre gekommene Veganerin, ein Sámi mit Wikingerbart, ein einsamer "Lappjävel", ein kaffeesüchtiger Engel und natürlich der Skandinavistik Student aus Bielefeld: Nils. Auch ohne die Tatsache, dass sie von einem Engel begleitet wird ist die Geschichte durch und durch magisch erzählt: voller Zufälle und kurzer Begegnungen, voll Melancholie und Zaghaftigkeit und einer Tragik, die ganz ohne konstruiertem Drama und übertriebenen Pathos auskommt.


    "Papa sollte frei sein, denn wenn der Schnee erstmal geschmolzen war, würde ihn der Wind on die Unendlichkeit tragen. Auf, davon, in die Luft, die Erde und die Wurzeln der Bäume. (...) Wie schwarze Tinten malte die Asche ein wahlloses Muster in die weiße Leinwand. "Ruhe in Frieden, Papa. Jetzt ist deine Reise zu Ende."



    Wo ich am Anfang noch dachte, Merle würde sich in Virgil verlieben und sein gebrochenes Herz heilen, wurde mir bald klar, dass der Autor hier einen viel subtileren Weg gewählt hat. Je weiter Merle reist, je mehr sie sich in Nils verliebt und je mehr sie von ihrem Vater loskommt, desto unrealer scheint der Schutzengel für die Handlung. Ganz besonders nahegegangen ist mir die schleichende Frage, ob Merle sich ihren Begleiter nicht einfach einbildet, um über ihren Verlust besser hinwegzukommen. Natürlich suggeriert die Handlung eine echte Person und er tritt auch in Anwesenheit anderer Leute auf. Gerade in Verbindung mit dem Buch "Grief is the thing with feathers" (deutsch: "Trauer ist das Ding mit Federn"), welches er Merle zu Weihnachten schenkt, wurde mir mit zunehmender Handlung klar, dass Virgil so etwas wie die Krähe in Max Porters Bestseller sein könnte: eine Art Metapher für Unterstützung um einen Verlust verarbeiten zu können.


    "Über uns die Farben. Grün und Gelb und Rosa. Intensiv wirbelte das Licht am Horizont und zog dicke Streifen in die Nacht. Um uns herum verschwammen die Stämme der Bäume zu einer dunklen Masse, während ihre Kronen wie ein gigantisches Sägeblatt den Nachthimmel durchschnitten. (...) Der perfekte Ort, schau nur, Papa, schau dir den Himmel an, die Bäume und die Berge."



    Dennis Kohlmanns Schreibstil - ich kann mich da nur wiederholen - ist etwas ganz Besonderes, was wirklich bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass dies erst sein zweiter Roman ist. Er schreibt erfrischend, humorvoll, bildreich - schlicht aber träumerisch schildert er Situationen greifbar real und versteckt auch immer wieder ein wenig Ironie zwischen all der Trauer. Es wird eine magische, Großteils eher traurige Atmosphäre kreiert, durch die aber immer wieder Lichtblicke und schöne Erinnerungen durchscheinen, sodass die Grundstimmung leicht melancholisch aber dennoch positiv erscheint. Ein angenehmes Lesegefühl!

    Das Ende kommt dann wieder relativ fix, lässt aber alle Handlungsstränge abgeschlossen zurück. Natürlich ist Trauer ein Langzeitprojekt und nicht einfach zu abzuschließen, man kann Merle und die anderen Protagonisten aber mit einem guten Gefühl sich selbst überlassen.



    Fazit:


    Die berührende Geschichte einer jungen Frau, die ihre Trauer um ihren Vater auf einer Reise durch Dänemark, Schweden bis ganz in den Norden nach Lappland bewältigt und durch etliche verschiedene Menschen wieder zurück ins Leben findet.

    Durch und durch magisch erzählt: voller Zufälle und kurzer Begegnungen, Melancholie und Zaghaftigkeit und einer Tragik, die ganz ohne konstruiertem Drama und übertriebenen Pathos auskommt.


    Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei:

    www.w0rdw0rld.blogspot.com

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    buecherschluckers avatar
    buecherschluckervor 3 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks