Dennis Lehane Im Aufruhr jener Tage

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Inhaltsangabe zu „Im Aufruhr jener Tage“ von Dennis Lehane

Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Wirren von Revolution und Krieg, Armut und Rassenhass, lernen sich zwei Männerkennen: Danny Coughlin, Sohn einer angesehenen Bostoner Familie, und Luther Laurence, ein junger Schwarzer. Sie werden Freunde, und Danny kann nicht länger die Augen vor den himmelschreienden Ungerechtigkeiten seiner Zeit verschließen.

Eine sehr komplexe Geschichte, deren wahre Tiefe sich erst ab der Hälfte vollends entfalten konnte. Toll!

— ElkeK
ElkeK

Dicht, atmosphärisch, gut skizziert.

— WolfgangHaupt
WolfgangHaupt

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  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage"

    Im Aufruhr jener Tage
    ElkeK

    ElkeK

    21. July 2016 um 05:53

    Inhaltsangabe: Boston 1917: Es ist noch immer Krieg, aber auch in der Heimat ist vieles los. In Anlehnung an die russische Revolution versuchen auch in Boston und anderen amerikanischen Städten die Bolschewiken und ähnliche Gruppierungen ihr Unwesen zu treiben. Die Polizei, allen voran Danny Coughlin, versucht alles, dem ein Ende zu treiben. Danny ist der Sohn von Captain Thomas Coughlin, der im gesamten Department hohes Ansehen genießt. Obwohl Thomas selbst einst ein Einwanderer gewesen ist, hat er sich mit Haut und Haaren  dem Recht und Gesetz verschrieben, scheut aber auch nicht vor kleinen bezahlten Gefälligkeiten zurück. Danny hätte bereits eine höhere Laufbahn einschlagen können, doch er fühlt sich mit seinen Kollegen stark verbunden, die wie er unter unmenschlichen Bedingungen ihren Dienst verrichten müssen und dafür weniger Geld bekommen als die offizielle Armuts-Grenze. Sie wollen sich gewerkschaftlich organisieren, aber verschiedene Dinge kommen ihn da in die Quere. Luther Laurence ist schwarz. Als er in Columbus seine Arbeit in der Munitionsfabrik verliert, geht er mit seiner großen Liebe Lila nach Tulsa. Dort wird erstmal schnell geheiratet, denn Lila erwartet ein Kind von ihm. Er liebt sie zwar auch, aber er ist innerlich rastlos und möchte noch ein wenig die „Abenteuerluft schnuppern“. Dabei kommt er der organisierten Kriminalität in die Quere und ermordet einen hohen Boss in einem Handgemenge. Luther muss fliehen und kann schließlich in Boston Unterschlupf und Arbeit bei den Coughlin’s finden. Dannys und Luthers Wege treffen sich immer wieder und dabei stehen ihnen die größten Prüfungen noch bevor … Mein Fazit: Dies ist mein erster Lehane-Roman und es wird wohl nicht mein letzter gewesen sein. Die Geschichte beginnt (und endet) mit einer Anekdote über Babe Ruth. Babe Ruth, der berühmte Baseball-Spieler, begleitet die beiden (Danny und Luther) nur am Rande, dennoch ist er eine feste Größe in der damaligen Geschichte. Der Spieler lernt erst Luther in Columbus kennen und dann am Ende Danny. Während Ruth ja tatsächlich gelebt und gespielt hat, sind Danny und Luther fiktive Figuren in einer unruhigen Zeit. Dennis Lehane beschreibt die Stadt Boston zum Ende des Ersten Weltkrieges. Einwanderung, Gesindel und die politischen Unruhen durch die Russische Revolution angestachelt beherrschen das Klima. Die Cops setzten die Stadtverwaltung mit ihrer erheblichen Unzufriedenheit ebenfalls unter Druck. Die Situation spitzt sich immer weiter zu. Danny und später auch Luther folgen ihrem Gewissen. Denn die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit wollen beide nicht mehr hinnehmen. Luther hingegen, der ja mit seiner Hautfarbe schon genug Diskriminierung erlebt, möchte einfach nur noch ein ganz normales Leben führen mit seiner Frau Lila und dem noch ungeborenen Kind. Lila bleibt allerdings in Tulsa, da sie dort für sich eine neue Heimat gefunden hat. Luther versucht allein in Boston zu Recht zu kommen und erlebt die Stadt auf seine eigene Art und Weise. Zugegeben, die erste Hälfte war die Lektüre jetzt nicht so spannend (aber auch nicht wirklich langweilig). Der Autor hat das Leben der drei Hauptfiguren beschrieben und über das Leben in Boston erzählt. Er neigte dabei zu kleinen Ausschweifungen, die ihm aber angesichts des Fortlaufs der Geschichte zu verzeihen sind. Denn ab der Hälfte etwa steigert sich die Spannung, Familien überwerfen sich, Cops lehnen sich auf und die Bolschewiken scheinen tatsächlich zuzuschlagen. So viele Personen fanden vorher Erwähnung, aber es rundet sich in einem satten Ende ab und keine Frage bleibt unbeantwortet. Dabei sind Danny und Luther sehr sympathische Helden, mit dem Herzen am richtigen Fleck und einer unstillbaren Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Würde. Eine tolle Geschichte vor einem historischen Hintergrund, auf die Fortsetzung (In der Nacht) freue ich mich und er wird sogar schon verfilmt und kommt 2017 in die Kinos. Dieser erste Teil der Reihe bekommt trotz des nicht ganz so spannenden Anfangs fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung für alle Fans von großen Polizei-Romanen!

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  • Epischer Polizeiroman

    Im Aufruhr jener Tage
    PaulTemple

    PaulTemple

    Man arbeitet mindestens 72 Stunden pro Woche, teilweise mehr als zwei Wochen am Stück, muss seine Ausrüstung und Uniform selber zahlen und haust in seinem Revier zwischen Flöhen und Bettwanzen. Es gibt sicherlich attraktivere Berufe in Boston des Jahres 1918, als sich sein Brot als Polizist zu verdienen. Für Danny Coughlin, Sohn eines ehrwürdigen Polizeicaptains, ist es dennoch eine Ehre, wenngleich auch immer mehr Enttäuschung und Missmut seinen Alltag prägen, da die Stadt alles andere als bereit ist, den Polizeikräften entgegenzukommen... Einem großen Epos gleich, erzählt Lehane hier die Geschehnisse des Bostoner Polizeistreiks von 1919 nach. Dem Leser umringt eine wunderbar dichte Atmosphäre aus tief gezeichneten Charakteren aus Polizei und Politik, welche einen unmittelbar an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückversetzen. Bis in die Nebenhandlungen hinein ist dieses Buch ein absoluter Genuss und eines großangelegten Amerikaromans mehr als würdig! 

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    • 9
  • Es wird...

    Im Aufruhr jener Tage
    WolfgangHaupt

    WolfgangHaupt

    13. November 2014 um 14:46

    Ich bin ja nicht so der Fan langer Schinken. Meist findet die Handlung auf der Hälfte der Seiten Platz und ist mit viel Sinnlosigkeit umsponnen. Hier ist es auch nicht anders, aber in diesem Fall wäre es schade, wenn es nicht so wäre. Weil Dennis Lehane eine Zeit skizziert, die in ihren Bann zieht. Am Anfang des vorigen Jahrhunderts, um die Zeit des ersten Weltkriegs. Ein Amerika, rau, gewalttätig, korrupt. Durchzogen von Menschlichkeit in jedem Sinne. Ein Buch für die einsame Insel.

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  • Leserunde zu "In der Nacht" von Dennis Lehane

    In der Nacht
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    In der Nacht - ein atemloses, literarisches Gangster-Epos vom Autor von "Shutter Island" und "Mystic River"! Dennis Lehane ist einer der besten amerikanischen Kriminalautoren der Gegenwart und nun erscheint endlich sein neuer Roman "In der Nacht": Und plötzlich kam ihm der Gedanke, dass alles Bemerkenswerte in seinem Leben – im positiven wie im negativen Sinne – seinen Anfang an jenem Morgen genommen hatte, als er das erste Mal mit Emma Gould zusammentraf.« Und von diesem Moment an, bis sich Joe Coughlin auf einem Schiff im Golf von Mexiko wiederfindet, die Füße in einem Zementblock, wird alles, was er tut, für Emma sein. Aus dem Boston der zwanziger Jahre, aus einem Wirbel von Liebe und Gewalt, Hass und Rache führt Joes Weg in den Süden Amerikas und bis nach Kuba. Er wird vom kleinen Handlanger zum mächtigsten Rum-Schmuggler seiner Zeit – doch was ihn umtreibt, ist nicht nur die zweifelhafte Berühmtheit eines Gesetzlosen, das schnelle Geld und das Leben in der Nacht. Es sind Emma Goulds Dezemberaugen, die ein kaltes Feuer in ihm entfacht haben... Leseprobe Gemeinsam mit dem Diogenes Verlag vergeben wir 25 Testleseexemplare für eine gemeinsame Leserunde (eine Beteiligung an der Diskussion sowie eine zeitnahe Rezension werden vorausgesetzt) für den neuesten Kriminalroman des Bestsellerautors Dennis Lehane. Bewerbt Euch bis einschliesslich 20. November 2013! Dennis Lehane ist irischer Abstammung und wurde 1966 in Dorchester, Massachusetts geboren. Er arbeitete als therapeutischer Berater für geistig behinderte und sexuell missbrauchte Kinder, als Kellner, Limousinenchauffeur, Parkplatzwächter, in Buchläden und als Erntehelfer, bevor er Creative Writing an der Florida International University studierte. Sein erster Roman entstand 1990 noch auf dem College und wurde 1994 unter dem Titel "A Drink Before The War"/"Streng vertraulich" veröffentlicht. Er ist der Auftakt der Serie um das Bostoner Ermittlerduo Patrick Kenzie und Angela Gennaro. Es folgten viele weitere Kriminalromane, die teilweise preisgekrönt und mit großen Schauspielern verfilmt worden - "Shutter Island" und "Mystic River" sowie die Serie "The Wire". Dennis Lehane lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Los Angeles und Boston.

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    • 380
  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage" von Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage
    Golondrina

    Golondrina

    17. March 2013 um 12:11

    Wow! Über 10 Seiten Baseball Beschreibungen leiten diesen Roman ein und ich habe mich nicht gelangweilt oder geärgert. Lehane, der mich sonst eher durch spannungsgeladene, dichte Thriller begeistert hatte, schafft es auch mit diesem Roman, mich zu fesseln und für eine Thematik zu begeistern, die ich ansonsten nicht unbedingt auf Schirm hatte: Amerika kurz nach dem 1. Weltkrieg, Kommunistenhysterie, Arbeiterstreiks, Rassenhass. All dies gruppiert Lehane um die ungewöhnliche, unkonventionelle Freundschaft zwischen dem weißen, aus "gutem Hause" stammenden Polizisten Danny und dem Farbigen Luther, der vor der Rache eines Unterweltbosses nach Boston fliehen musste. Das ist ganz große Erzählkunst. Und darum sei dieses über 700 Seiten dicke Buch jedem, der sich für Geschichte interessiert und dabei auch mal über den großen Teich gucken möchte, wärmstens empfohlen.

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  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage" von Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. April 2012 um 14:18

    Als Autor von Kriminalromanen ist er über die Grenzen seines Landes bekannt geworden, der Autor des vorliegenden dickleibigen Romans "Im Aufruhr jener Tage". In diesem Buch, das trotz seines Umfangs leicht und schnell zu lesen ist, führt er seine Leser zurück in das Boston jener Tage. Jene Tage sind die zwischen dem Frühjahr 1918 und dem Herbst 1919, eine Zeit, die von großer antikommunistischer Hysterie erfüllt war. Auf dem Hintergrund der Geschichte der beiden Hauptfiguren des Romans, dem Farbigen Luther Laurence und dem Polizisten Danny Coughlin breitet Lehane in epischer Form die ganze Geschichte diese Zeit aus. Es liest sich wie eine Kultur- und Sozialgeschichte nicht nur Bostons, sondern der ganzen USA. Der farbige Luther und der aus wohlsituierten Verhältnissen stammende Danny begegnen sich eines Tages und werden Freunde, eine in diesen Zeiten unmögliche Freundschaft, die deshalb auch viele Bewährungsproben bestehen muss. Lehanes Erzählkunst ist nie langweilig, sein Buch ein echter Pageturner, mit dem man genussvoll schneller ans Ende kommt als man am Anfang denkt. Lassen Sie sich also durch den Umfang nicht abschrecken. Es lohnt sich.

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  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage" von Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage
    HarryF

    HarryF

    21. March 2012 um 22:03

    Als bekennender Dennis Lehane Fan konnte ich es nicht erwarten, diesen Roman zu lesen. Ich habe schon die Kenzie & Gennaro Krimis, Shutter Island und Mystic River genossen und darf Dennis Lehane ohne Frage zu meinen Lieblingsautoren zählen. Hier erzählt Lehane weniger die Geschichte von Personen, sondern vielmehr die Geschichte seiner Stadt Boston (Beinahe alle seine Romane spielen hier) in einer Zeit des Umbruchs zwischen 1. Weltkrieg und Prohobition. Natürlich ist es auch die Geschichte von Menschen, von Danny dem abtrünnigen Sohn eines hochrangigen Polizei-Captains, Luther dem schwarzen Mörder, der auf der Flucht seiner Verfolger hier strandet und Babe Ruth, einem mehr als strohdummen Baseball-Profis, der so etwas wie den roten Faden des Buches darstellt. Dennis Lehane gelingt es über weite Strecken, den angepriesenen "großen Amerika Roman" zu schreiben. Die einzelnen Schicksale sind spannend, aufschlußreich und man lernt viel über eine interessante Zeit. Leider verzettelt er sich aber auch oft in nutzlosen Details (der gesamte Babe Ruth Teil hätte gefahrlos gestrichen werden können) und somit ist der Roman auch gut ein Drittel zu dick. Ich habe das Buch dennoch unglaublich genossen und freue mich sehr auf die hoffentlich noch zahlreich folgenden Bücher von Dennis Lehane

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  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage" von Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage
    Phil Decker

    Phil Decker

    09. January 2011 um 17:16

    Lehane steigt langsam zu höheren Weihen auf, entfernt sich vom Krimigenre und legt mit diesem Buch einen Roman vor, der schon Doctorow oder Mailor nahekommt. Es geht um die Anfänge der Gewerkschaftsbewegung in den USA, um Rassenhass und Baseball. Eine Mischung, die mir anfangs Stirnrunzeln verursachte und dazu führte, daß ich das Buch auch wegen seiner fast 800 Seiten sechs Monate ignorierte. Nach Weihnachten habe es dann angelesen und es hat mich nicht mehr losgelassen. Auch, weil die Protagonisten Danny, Luther, Babe Ruth und Nora und deren Schicksale interessant und spannend beschrieben und geschickt in die Schwierigkeiten dieser Zeit sich zu organisieren und gemensam gegen Autoritäten vorzugehen eingebaut waren. Parallel habe ich noch mitgegoolt und war begeistert, wie nahe sich Lehane an die Realität gehalten hat. Ein tolles Buch.

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  • Rezension zu "Im Aufruhr jener Tage" von Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage
    hebersch

    hebersch

    27. October 2010 um 21:42

    Ein anderer Lehane, diesmal, aber toll: Kurz vor Ende des 1. Weltkriegs treffen in Boston (ja, seine Bücher spielen halt dort) der Streifenpolizist Danny und der als Hilfsarbeiter und Dienstbote arbeitende Luther aufeinander. Danny entstammt einer irischen Polizistenfamilie und triit in die Fußstapfen seines Vaters. Luther ist auf der Flucht vor Gangstern. In dieser Zeit gibt es das Kriegsende, die große Grippewelle und der Protest vieler Menschen zu den unwürdigen Arbeitsbedingungen. Während Danny Familie "staatstreu" reagiert, schließt er sich den aufkommenden Gewerkschaften an, die lauter Repressalien ausgesetzt sind. Angst vor Anarchisten, Bolschewiken, möglichen Revolutionären, Einwanderern und v.a. den Schwarzen, denene jede Würde abgesprochen wird, prägen diese Menschen. Das umfangreiche Buch ist nie langweilig und man glaubt kaum, dass diese Zeit erst rund 90 Jahre vorbei ist. Aber auch der amerikanische Sport Baseball taucht in Gestalt des legendären Babe Ruth auf.

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