Shutter Island

von Dennis Lehane 
4,2 Sterne bei251 Bewertungen
Shutter Island
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-Leselust-s avatar

Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite. Absolute Empfehlung!

Gluecksklees avatar

Die Buchvorlage ist noch besser als der Film. Und dabei bin ich noch nicht mal ein Fan von DiCaprio!

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Inhaltsangabe zu "Shutter Island"

Teddy Daniels has come to Shutter Island for the truth. Pray for him.§In 1954, US Marshal Teddy Daniels and his partner Chuck Aule have arrived at Ashcliffe Hospital, a Federal Mental Institution for the Criminally Insane on a small island in Massachusetts Outer Harbor. They have come to find an escaped patient, Rachel Solando, who has left behind a series of encoded clues. The more they investigate, the more they believe that Rachel has summoned them there, hoping to shed light on Ashcliffe s history as an "experimental" institution, during the watershed years when psychiatry hovered uneasily between its history of psycho-surgery and barbaric physical abuse and it s future of pharmaceutical experimentation. As a storm approaches, Teddy and Chuck find that they may have stumbled into a nightmare world of CIA drug trials, eugenics work inspired by the Nazis, and repressive mind control in the middle of the Red Scare. And the more they learn, the more they fear someone is trying to drive them insane.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:038073186X
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Harpercollins
Erscheinungsdatum:08.07.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.10.2009 bei Lübbe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite. Absolute Empfehlung!
    Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite!

    Nach "Das schweigen der Lämmer" mein zweiter Roman in diesem Monat, bei dem ich den Film schon geschaut habe, die literarische Vorlage aber nie gelesen habe. Zum Glück war es bei mir jetzt schon so lange her, dass ich den Film gesehen habe, dass ich mich nicht an die Handlung erinnern konnte. Somit konnte mich Lehane mit diesem brillanten Psychothriller von der ersten Seite an fesseln. Er schafft es wirklich meisterlich, uns Leser*innen zu verwirren und immer wieder mit neuen Wendungen zu überraschen. Zwischen durch wusste ich selbst nicht mehr, wem ich nun glauben soll, was Wahrheit und was Wahn war. Lehane spielt Geschichte mit der Wahrnehmung und der Psyche und wirft ganz nebenbei interessante Fragen zum Unterschied zwischen "psychisch gesund" und "krank" und zur Behandlung psychischer Erkrankungen auf.

     Zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste alles andere vernachlässigen, weil die Geschichte so spannend war. Eine große Leseempfehlung!

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    Annejas avatar
    Annejavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Packend, voller Überraschungen und unerwarteten Wendungen
    Willkommen auf Shutter Island

    Willkommen auf Shutter Island, einer Insel auf der die schlimmsten, psyschichinstabilen Gefangenen von ganz Amerika einsitzen. Wer dort unterkommt ist meist eine Gefahr für seine Umgebung und für sich selbst. Als schließlich eine Gefangene entkommt, werden die US-Marshalls Teddy Daniels und Chuck Aule gerufen um die Flüchtige wieder einzufangen. Schon während der Überfahrt zur Insel spekulieren sie über die äußerst fragwürdige Einrichtung und werden, je länger ihr Aufenhalt dauert, immer misstrauischer. Werden hier Operationen am Menschen getätigt und das Gehirn aufs bestialische erforscht? Und lebt Andrews Laeddis hier, der Teddy´s Vergangenheit prägte? Und wer ist eigentlich Patient 67? Fragen über Fragen, die am Ende nur eines haben, eine Antwort die schockierender nicht sein könnte.


    Herr Lehane wusste ganz genau wie er seine Charaktere gestalten musste um die richtigen Eindrücke bei den Lesern zu wecken. So waren Teddy Daniels und Chuck Aule die Guten, die nur Recht und Ordnung durchsetzen wollten, wobei Chuck Aule mir um einiges sympatischer war. Wir erfahren zwar kaum etwas über seine Vergangenheit, dafür von Teddy´s um so mehr, was es teilweise ganz schön in sich hatte. 

    Der Direktor, die Ärtze, die Schwestern und die Pfleger wirken allesamt sehr verschlossen. Gerade dies machte aber alle um so interessanter. Besonders Dr. John Cawley spielt eine große Rolle bei all dem. Denn hinter seine Fassade zu sehen ist fast unmöglich. Er gibt viel preis und doch hat man das Gefühl das er um so mehr verheimlicht. 

    Die Gefangenen/Patienten wurden ausgezeichnet dargestellt und weckten nicht selten Mitleid. Gerade die Patienten aus Station C taten mir unheimlich leid obwohl sie zugleich sehr angsteinflößend wirkten. 

    Wir erleben vieles aus der Sicht von Teddy und manchmal als würden wir über ihn kreisen. 



    Spannung, Überraschungsmomente und unerwartete Wendungen, genau diese Aspekte machten das Buch so gut. Zudem kam man sehr gut in die Geschichte hinein und war nach ein paar Seiten, schon von der Geschichte gefangen. Der Schreibstil war leicht und verständlich weshalb man sehr schnell im Buch voran kam. Mir fiel es sehr schwer das Buch aus der Hand zulegen da man einfach wissen wollte was alles nächstes passierte. 




    Leider habe ich vom Buch nur die Filmausgabe ergattern können, welche aber glücklicherweise die selbe Geschichte, wie die normale Ausgabe, enthielt. Auf meinem Cover wird Shutter Island gezeigt, als gerade der Sturm über die Insel fegt. Darüber sieht man Leonardo DiCaprio welcher gerade ein brennendes Streichholz hält. Das Rot der Schriftfarbe erweckte in mir das Gefühl von Gefahr. 



    So muss ein Thriller sein. Packend, voller Überraschungen und einem Ende das man nicht erwartet hat. Wer den Film zum Buch noch nicht gesehen hat, sollte sich zuerst das Buch vornehmen, um sich selbst einen Eindruck von der Geschichte rund um Shutter Island zu bilden. Eine eindeutige Leseempfehlung.

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    awogflis avatar
    awogflivor 2 Jahren
    Grandioser Plot - Schwächen in Sprache und Atmosphäre beim Buch

    Da ich den Film schon vorher gesehen habe, und die Meinung bzw. das Vorwissen sich durchaus auf meine Bewertung des Romans auswirkte, ist eine Book2movie-Rezension in diesem speziellen Fall unerlässlich.

    Buch: 3,5 Sterne
    Sehr wohlwollend aufgerundet auf 4 Sterne

    Dieser Roman hat von der Atmosphäre und der Sprache enorme Schwächen. Die Insel, die Anstalt und die Szenen werden mit einer relativ großen Spracharmut und in sehr klinisch-sterilem Stil beschrieben. Solche Umgebungen passen zwar durchaus zum Ambiente einer sehr gut geführten Irrenanstalt, aber einfach nicht zum mysteriösen Verwirrspiel des Plots, in dem viele Geheimnisse und Hintergründe sich dem Leser in diesem Krankenhaus, in dem irgendetwas nicht stimmen kann, einfach nicht offenbaren. Hier bin ich schon bei der eigentlichen Stärke des Romans: Der Plot und die Auflösung des Rätsels sind grandios und suchen ihresgelichen in der Literatur, konnten von mir aber nicht mehr so ausführlich genossen werden, da ich die Handlung durch den Film schon kannte.

    Film: 4,5-5 Sterne
    Martin Scorsese märzt die atmosphärischen Schwächen des Romans komplett aus und lässt den Cineasten in einem optisch opulenten Meisterwerk des Suspense im Kreis stolpern. Kameraeinstellungen, Effekte und Symbolik geben immer wieder Hinweise auf den Plot und das überraschende Ende, werden aber vom Zuschauer genauso wie von der Hauptfigur ignoriert, da Sie mit der vorgefassten Meinung nicht übereinstimmen. Erst nach der Auflösung schlägt man sich auf den Kopf, dass man so blind hatte sein können - ein wundervoller psychologischer Trick. Die Hauptdarsteller, allen voran Leo di Caprio, spielen grossartig. Der einzige Kritikpunkt den ich gelten lasse ist, dass Scorsese manchmal mit den Effekten und Symbolen ein bisschen zu sehr übertrieben hat, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau, was zwar einem Kino-Profi den Verdienst einer Oscarnominierung kosten möge, aber mich persönlich noch immer sehr erfreut hat.

    Fazit: Der Film ist wesentlich besser als das Buch.

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    Duffys avatar
    Duffyvor 2 Jahren
    Der Lehane-Klassiker

    Die Geschichte von Shutter Island, der Insel für die Betreuung und Verwahrung schwerer psychischer Fälle, ist hinlänglich bekannt und auch verfilmt worden. Das Buch zeigt Lehanes ganze Klasse, eine Spannung zu schaffen, die bis zum Ende buchstäblich zum Zerreißen ist. Vor allem dieses Ende und die Auflösung ist ein Geniestreich und katapultierte den Autor an die Spitze der Krimiliga.
    Diogenes wirbt bei seiner Neuauflage mit neuer Übersetzung. Das lässt sich natürlich nur im direkten Vergleich bewerten und dürfte auch nur für die Hardcore-Fans von Interesse sein. In meiner Ausgabe habe ich allerdings mindestens drei Druckfehler entdeckt, die meiner Meinung nach aufgefallen sein müssten.

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    ichundelaines avatar
    ichundelainevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender, beklemmender Lesestoff vor dem Hintergrund einer Irrenanstalt in den 50ern
    Beklemmende Spannung auf einer Irrenhaus-Insel

    Habe mir Shutter Island ausgesucht, weil ich Schisshase den Film auf gar keinen Fall gucken wollte, die Thematik aber wahnsinnig verlockend fand. Das Ganze war trotzdem irre Spannend und irgendwie beklemmend und definitiv ein tolles Leseerlebnis. 

    Zwei US-Marshalls (Teddy und Chuck) werden nach Shutter Island gerufen, da dort eine berüchtigte Irre, Rachel Salando, aus der dort ansässigen Ashecliffe Klinik ausgebrochen ist. Diese Klinik beherbergt die gefährlichsten und wahnsinnigsten Kriminellen, doch auch die Mitarbeiter, Aufseher und Doktoren scheinen teilweise nicht allzu normal zu sein.

    Teddy, der eine Menge Kriegstraumata und den Verlust seiner Frau wegen eines Hausbrandes verwinden muss, taucht voll und ganz in die Ermittlungen ein, unterstützt von seinem eher grünschnabelig wirkenden Partner Chuck. Bei seinen Ermittlungen stößt er nicht nur auf merkwürdige Codes, sondern auch auf wenig Gegenliebe von Seiten der Doktoren. Gerade der geheimnisvolle Dr. Cawley scheint seine Mühen perfide zu sabotieren. Ein heftiger Sturm veranlasst ihn und seinen Partner, auf der Insel zu bleiben. Als Teddy in der Anstalt nicht nur den Mörder seiner Frau wähnt sondern auch noch einen ehemaligen Informanden trifft, beginnt der Wahnsinn auch von ihm langsam Besitz zu ergreifen. 


    Es entsteht ein Katz-und-Maus Spiel, bei dem sich der Leser permanent fragt, WER überhaupt noch normal ist. Untermalt wird das Ganze von einer düsteren, beklemmenden und paranoiden Stimmung. Ständig möchte man Teddy und Chuck zurufen "Seid bloß vorsichtig!!", während man ihnen über die Insel und durch die Anstalt folgt. 

    Ein rundum gelungener Thriller, der einen nicht so schnell mehr loslässt. 

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    AliceNoWonders avatar
    AliceNoWondervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wirklich toll, wunderbarer Schreibstil und sehr Spannend mit überraschendem Ende
    Sehr Spannend

    Mich hat in erste Line das Buch Interessiert, weil ich den Film kenne und wissen wollte wie sich beides unterscheidet. Überraschender weise musst ich feststellen, das kein großer Unterschied herrscht und so ziemlich alles, was im Buch vorkommt auch im Film vorkam. Alle wichtigen Details sind drin. Man kann beinahe sagen, dass der Film 1:1 vom Buch übernommen wurde. Wunderbar, hat mich sehr gefreut.
    Nun aber zum Buch an sich. 
    Im Groben geht es in der Story um Teddy - US. Marshal - welcher mit seinem Partner nach Shutters Island gebracht wird und dort eine verschwundene Patientin wieder finden soll. Dabei muss er sich immer wieder seiner Vergangenheit stellen und hegt eigene Pläne. 

    Nur um Grob, die Story zu erklären. Das schöne an diesem Buch ist, dass man erst am Ende, wenn man das komplette Buch durch hat, versteht worum es geht und merkt, dass das Buch eine ganz andere Wendung einnimmt, als es vorher angedeutet wird. 

    Der Schreibstil von Mister Lehane ist angenehm. Man kann locker dem Geschehen folgen und bekommt eine Menge von Teddys Leben und Gefühlen mit. Man leidet richtig mit ihm und kann so ziemlich jede Handlung von ihm nachvollziehen. 

    Das Cover finde ich passt ganz gut zum Buch. Es ist zwar nicht so außergewöhnlich, dass es einem sofort in seinem Bann zieht, aber schon passend. 

    Fazit: Das Buch ist wirklich spannend und eine Wendung am Ende, die man nicht erwartet. Das ganz macht es Besonders. 
    Wer den Film gesehen hat, kann gerne das Buch lesen, es sind kaum Unterschiede zu bemerken. Man bekommt lediglich ein bisschen Hintergrund wissen über seinen Vater. Auch wenn man das Ende schon weiß, so bleibt das Buch doch sehr spannend. Vor allem wegen seinen lockeren Schreibstil kann man die Geschichte sehr gut verfolgen. 

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    angeltearzs avatar
    angeltearzvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich magisch angezogen und ich konnte es gar nicht mehr weglegen.
    Shutter Island


    "Shutter Island" ist eine Geschichte, die viele von euch sicherlich kennen. Sie wurde bereits mit namenhaften Schauspielern verfilmt. Solch Psychothriller schaue ich gar nicht. Ich bin da ein ziemlicher Angsthase bei Filmen. Aber bei Büchern kann es gerne mal so eine durchgeknallte Geschichte sein. In meinen Vorstellungen kann ich es dann noch ein wenig verharmlosen. Aber meistens ist es in Büchern ja eh ein wenig anders als im Film. Im Film müssen ja die gruseligen Szenen extrem gruselig sein. ;)

    Das es sich bei diesem Buch wirklich um das Buch handelt, das verfilmt wurde, habe ich erst später begriffen. Asche auf mein Haupt! Aber es war mir sowieso recht egal, wenn der Klapptext hat mich begeisert.

    Ich würde auch wirklich nicht enttäuscht! Der Autor hat es geschafft mich in eine ganz andere Richtung zu leiten. Als die Geschichte eine Wendung nahm, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet hatte, saß ich mit offenen Mund da. Also mit der Wendung hatte ich nun so überhaupt gar nicht gerechnet!
    Man erfährt einiges über die Charaktere, was aber im nächsten Moment wieder umgeworfen wird. 

    Psycho ist das Buch auf jeden Fall. Auch nachdem ich es beendet hatte, habe ich weiter darüber nachgedacht. War das jetzt alles echt oder nicht? Vorallem was war echt und was nicht? 

    Das Cover ist schlicht, wie alle Bücher des Verlages. Finde ich klasse.
    Das Bild auf dem Cover ist ein Ausschnitt des Filmplakats.

    Fazit: Das Buch hat mich magisch angezogen und ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Ich hätte unheimlich gerne mehr gelesen.

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 4 Jahren
    Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie ...

    Sehr geehrter Mr. Lehane – einmal mehr sind Sie dafür verantwortlich, dass ich meinen üblichen Leserhythmus über Bord geworfen und mir einem ihrer Werke zuliebe die halbe Nacht um die Ohren geschlagen habe, nur um am nächsten Morgen völlig übermüdet zur Arbeit zu taumeln. Und, war es das wert? Nun, das ist keine Frage, die sich bei diesem Autor stellt, der es sogar immer wieder und wieder schafft, mit elegant-wirkungsvoller Feder das familiäre Umfeld für die Dauer der Lektüre in den Rang der absoluten Nichtigkeit zu degradieren und dabei gleichzeitig eine dauerhaft präsente, aber eben nie fassbare Bedrohung im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, wie das selbst der Meister des Horror himself, Stephen King, nicht besser könnte. „Nicht aus der Hand zu legen“ - Es gibt wohl kaum eine Phrase in Buchbesprechungen, welche mir persönlich mehr auf den Wecker geht. Und doch – im Falle von „Shutter Island“ trifft sie zu, ist sie die einzig bildlich korrekte Beschreibung für ein Buch, das selbst mein übliches Ausleseverfahren bezüglich konstruierter Thriller-Baustein-Literatur ganz einfach ausgehebelt hat. Denn, lieber Mr. Lehane, sind wir mal ehrlich: Sie wollten hier doch einfach mal die Sau rauslassen und ein bisschen mit den Klischees spielen, oder nicht?

    Fakt ist jedenfalls: Ein kurzer Blick auf die Kurzbeschreibung der Geschichte reicht schon, um zu erkennen, dass Lehane sein gängiges Sujet komplett über Bord geworfen hat, um stattdessen den guten, alten Schauerroman wieder zu Leben zu erwecken und nebenbei Hollywoods klassischer schwarzer Serie die gebührende Ehre zu erweisen – mit allem was dazu gehört:

    Im Sommer des Jahres 1954 führt ein seltsamer Fall die US-Marshals Edward „Teddy“ Daniels und Charles „Chuck“ Aule auf die kleine Insel Shutter Island, welche unweit des Hafens von Boston gelegen, das Ashecliffe Hospital beherbergt. Eine Hochsicherheits-Klinik für nervenkranke Straftäter. Hier soll die dreifache Kindsmörderin Rachel Solando aus einer fest verschlossenen Zelle ausgebrochen und danach einfach verschwunden sein. Wo hält sie sich versteckt? Und wie konnte sie überhaupt fliehen? Hat ihr jemand geholfen? Teddy und Chuck müssen recht schnell erkennen, dass nichts auf der Insel so ist wie es scheint. Sicherheitsvorkehrungen werden nicht eingehalten, das Personal ist auffällig verschwiegen und auch Anstaltsarzt Dr. Cawley behindert die Ermittlungen, indem er ihnen die Einsicht in die Personalakten der Patienten verwehrt. Ist die ganze Einrichtung vielleicht nur eine Fassade? Was geht wirklich auf Shutter Island vor?

    Bald kommen den beiden Marshals Gerüchte von weiteren verschwundenen Patienten zu Ohren. Es sollen illegale Lobotomien durchgeführt, Nervenkranke zu Testzwecken unter Drogen gesetzt werden. Als einzige mögliche Spur dient ein kryptischer Abschiedsbrief Solandos, welcher, von Teddy entschlüsselt, zum streng bewachten und gesperrten Block C weist – der Teil der Klinik, der nur den besonders gefährlichen und als unheilbar eingestuften Insassen vorbehalten ist. Gemeinsam suchen die beiden Ermittler einen Weg, um hineinzugelangen, doch die Zeit ist knapp, denn ein gewaltiger Hurrikan schneidet Shutter Island vom Festland ab – und die Telefonleitung ist tot. Was Chuck noch nicht ahnt: Es ist kein Zufall, dass Teddy die Nachforschungen leitet, denn neben den registrierten 66 Patienten vermutet er noch einen weiteren auf der Insel. Und mit diesem hat er eine ganz persönliche Rechnung offen …

    Der verschlossene Raum. (Ja, lieber John Dickson Carr, genau der) Die einsame Insel. Der Hochsicherheitstrakt für Schwerverbrecher (Wer „Arkham Asylum“ gezockt hat, hat gleich das passende Bild dazu) Der Sturm. Die Ratten. Die alte Festung. Die mysteriöse Botschaft. Der Friedhof. Die merkwürdigen Ärzte („Dr. Mabuse“, Dr. Moreau“, „Dr. No“ und „Dr. Caligari“ lassen grüßen). Der abgelegene Leuchtturm.

    Dennis Lehanes Darstellung des Settings ist so bizarr wie unwirklich, und doch für jeden aufmerksamen Leser eindeutig als Reminiszenz auf ein ganzes Genre zu erkennen. Eine Reminiszenz, die jedoch nie zum Selbstzweck verkommt, weil der Autor eben all die Elemente so zu verwenden weiß, dass sie trotz ihrer schon künstlichen Anhäufung innerhalb der Handlung – eben aufgrund ihrer zeitlosen Wirkung – funktionieren. Und das obwohl man „so etwas“ wohl schon in dutzenden Gruselfilmen auf ähnliche Art und Weise auf der Leinwand gesehen hat. Wo aber andere Schriftsteller einen lahmen Aufguss abgeliefert hätten, zeigt Lehane einmal mehr, warum er zu den Besten seiner Zunft zählt, in dem er alte Ideen so erfrischend neu verarbeitet, dass man, zuweilen schon abgestumpft von der Blut triefenden Konkurrenz und Splatter-Filmen der Moderne, die archaische Seite der Angst wieder für sich entdeckt. Man hat Spaß am Unwohlsein, genießt den Schauer, lugt um jede Seite herum, als wäre diese die dunkle Ecke in einem finsteren Korridor voller seltsamer Geräusche. Kurzum: Man ist mittendrin. So mittendrin, dass man gar nicht merkt, mit wie viel Spaß an der Freude und welchem Maß an Unverfrorenheit uns Lehane am Ring durch die Manege zieht, dem während der Arbeit an seinem Buch sicherlich zu jeder Zeit bewusst war, wie absurd das von ihm auf Papier gebrachte Konstrukt im Kern eigentlich ist. Ein Hauch von Ironie, ein schmunzelnder Unterton deutet das zwischendurch immer wieder an.

    Und doch ist bei all dem Lob natürlich auch Kritik angebracht, denn so zielsicher Lehane die Spannung auch schürt, in dem er die finstere Präsenz mit steigender Tendenz auf seine Protagonisten und deren Geisteszustand wirken lässt: Diese angenehme Ungewissheit, sie muss sich irgendwie und vor allem irgendwann den Gesetzen der Unterhaltung beugen, will heißen, der Auflösung Vorschub leisten, welche wiederum das weiße Kaninchen aus dem Hut ziehen soll. All diejenigen, die aber gerade die Anspielungen und Zitate von „Shutter Island“ erkannt haben, werden wohl schon lange vor dem finalen Akt die Ohrenbüschel über die Krempe haben hängen sehen, da letztlich einfach zu viel in diese Richtung gedeutet hat. Darunter leidet natürlich der Überraschungseffekt, der, wäre er anders inszeniert worden, vielleicht den Roman in noch höhere Gefilde emporgehoben hätte. Am Lesevergnügen ändert dies nichts. Im Gegenteil: Lehane hat diese Abstriche ganz sicher bewusst gemacht, kannte den Preis („Shutter Island“ taugt für eine 2. Lektüre nur bedingt) und nahm ihn in Kauf, um uns Lesern über knapp 350 Seiten äußerst atmosphärisch (unbedingt zur Herbstzeit lesen!) an der Nase herum zu führen.

    Die Leichtigkeit und Sicherheit mit der er das tut, der Esprit und Witz der Dialoge – sie sind, und ich muss erneut sagen „mal wieder“, ein Beweis der großen Klasse dieses hervorragenden Autors, der wohl nicht mal ein schlechtes Buch abliefern könnte, wenn er es müsste. „Shutter Island“ ist in jedem Fall ein richtig gutes geworden, neben dem viele Kollegen mit ähnlichen Ambitionen (man nehme z.B. Beckett mit seinen Hunter-Romanen) reumütig zu Boden blicken müssen. In diesem Sinne: Danke für viel zu wenig Schlaf und den steifen Nacken. Das war es wert.

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    mysteriös

    Ein Krimi mit richtig gruseliger Atmosphäre. Dazu trägt sicherlich in erster Linie das Setting bei: eine Irrenanstalt auf einer Insel und dann bricht auch noch ein Hurricane los. Zwei Cops sollen das Verschwinden einer Insassin klären und schnell wird klar: irgendwas stimmt da nicht. Auch bei den beiden Cops liegen einige Dinge im argen. Teddy kommt nicht über den Tod seiner Frau hinweg, die bei einem Brand ums Leben kam und wie der Zufall so will, befindet sich der Brandstifter irgendwo in der Anstalt...
    Im übrigen ist das Buch 2010 nahezu 1:1 wunderbar verfilmt worden, lohnt sich sehr,sowohl Buch als auch Film zur Hand zu nehmen.

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    Monika_Grasls avatar
    Monika_Graslvor 4 Jahren
    Nervenspannung

    Ich muss sagen, ich habe das Buch vor dem Film gelesen. Aber eines steht fest, der Inhalt deckt sich bis zum kleinsten Detail. Die ganze Zeit über ist man mit Rückblenden des Hauptprotagonisten und somit mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

    Spoiler: Bis zum Schluss kann man nicht sagen ist das was er erlebt real oder doch nur seinem verrückten Verstand entsprungen. Wenn man also bereit ist sich auf die Abgründe des menschlichen Daseins einzulassen ist dieses Buch wirklich zu empfehlen.

    Und sogar der Film lässt einem eine Gänsehaut hochsteigen.

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