Dennis Stephan Der Klub der Ungeliebten

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Inhaltsangabe zu „Der Klub der Ungeliebten“ von Dennis Stephan

Adam und Coralie sind ein eingespieltes Team. Treibend in der Großstadt, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, gejagt von innerer und äußerer Einsamkeit, betört von der Frage, was es mit der Liebe auf sich hat. Während Coralie der Liebe ausweicht und der Zudringlichkeit ihres Freunds mit Zynismus begegnet, verstrickt ihr Cousin Adam sich in den Träumereien von einem Fremden, von dem er nicht einmal den Namen kennt. Ihr Klub der Ungeliebten wird von Madame Porzellan, einer alternden Dame mit großer Zärtlichkeit für Puppen und verblassende Erinnerungen, vervollständigt. Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen vor dem Auge des Lesers, lassen die Charaktere in die vierte Dimension treten und ihre Geheimnisse enthüllen. Ein Roman voller bitterer Süße und bestechender Bilder.

Ich war von der ersten Seite an in das Buch verliebt und was für ein Ende...

— Leila_James
Leila_James

Schöne , mit schönen Zitaten. Ich kann es jedem nur ans Herz legen!! Wer John Green's Bücher mag, dem kann ich erst recht dieses Buch empfehlen :)

— AliceBuecherWunderland
AliceBuecherWunderland

Tolles Buch über das Leben und die Liebe. Bringt neue Einsichten. Mit schöne Sätzen. Tragisch, nachdenklich, liebenswert. Unbedingt lesen!!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Unbedingt lesen! Selten harmoniert ein Buch in sich mit Charakteren/Geschichte/ Sprache/etc. so sehr wie dieses!

— LimitLess
LimitLess

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    Der Klub der Ungeliebten
    MvK

    MvK

    23. February 2015 um 21:08

    „Adam und Coralie sind ein eingespieltes Team. Treibend in der Großstadt, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, gejagt von innerer und äußerer Einsamkeit, betört von der Frage, was es mit der Liebe auf sich hat. Während Coralie der Liebe ausweicht und der Zudringlichkeit ihres Freunds mit Zynismus begegnet, verstrickt ihr Cousin Adam sich in den Träumereien von einem Fremden, von dem er nicht einmal den Namen kennt. Ihr Klub der Ungeliebten wird von Madame Porzellan, einer alternden Dame mit großer Zärtlichkeit für Puppen und verblassende Erinnerungen, vervollständigt. Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen vor dem Auge des Lesers, lassen die Charaktere in die vierte Dimension treten und ihre Geheimnisse enthüllen. Ein Roman voller bitterer Süße und bestechender Bilder. „     Das Buch hat mir gut gefallen. Die Protagonisten konnte man sich gut vorstellen und ich möchte niemals zu so einem Club gehören! Ich fand es sehr unterhaltsam und auch spannend. Man denkt noch lange über das Buch nach.   Einfach lesen und abwarten was passiert.

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  • Buchverlosung zu "Der Klub der Ungeliebten" von Dennis Stephan

    Der Klub der Ungeliebten
    D_Stephan

    D_Stephan

    Liebe Freunde der Gegenwartsliteratur,  der Frühling ist da, der Weißdorn blüht und aus dem Boden schießen Zwiebelblumen an nie erahnten Stellen - selbst in der Großstadt. Was bedeutet das für uns? Dass wir die Sonne etwas länger im Gesicht haben, dass wir uns endlich wieder einmal verlieben sollten und dass wir neuen Lesestoff brauchen. Passend zum Frühling möchte ich also drei Exemplare meines Erstlings "Der Klub der Ungeliebten" (erschien 2013 im Incubus Verlag) verlosen, eine Mischung aus Drama, Großstadtnovelle und Liebesgeschichte mit kleinen philosophischen Denkanstößen.  Wer ein bisschen mehr erfahren möchte oder sich in Stimmung bringen mag, der darf gern auf der offiziellen Website oder Facebook stöbern:  http://dennisstephan.wix.com/klubderungeliebten. https://www.facebook.com/DerKlubDerUngeliebten Ich freue mich über rege Beteiligung, drücke allen Teilnehmern/-innen beide Daumen und bin gespannt auf eure Meinungen.  Sonnige Grüße,  Dennis Stephan

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  • Der Klub der Ungeliebten

    Der Klub der Ungeliebten
    Blaustern

    Blaustern

    29. August 2014 um 12:13

    Adam und seine Cousine Coralie sind beste Freunde und enge Vertraute, halten seit Ewigkeiten fest zusammen und leben gemeinsam in einer Wohnung. Dabei könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Während Adam Philosophie studiert, romantisch und gehemmt ist, sich aus der Ferne in den Kellner des Cafés verliebt und sich nicht traut, ihn anzusprechen, bricht Coralie leichthin ein Männerherz nach dem anderen ohne Rücksicht auf Verluste und wechselt die Männer wie andere die Unterwäsche. In ihrem Alltag lernen sie Madame Porzellan kennen, die über ihnen wohnt und verrichten für sie kleine Dienstleistungen. Oft verbringen sie die Abende zusammen, an denen sie über die Liebe und das Vergessen philosophieren und schließlich den Klub der Ungeliebten gründen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, zum einen aus Coralies Sicht und zum anderen aus Adams. So erfährt man viel mehr über die beiden Protagonisten gleichzeitig, lernt ihre Gedanken und Gefühle verstehen, denn immer wieder werden wir durch Rückblenden in ihre Vergangenheit versetzt. Gewisse Hintergründe kommen so zutage, doch dauert es bei Coralie recht lange, bis man ihre Rücksichtslosigkeit nachempfinden kann. Von Madame Porzellan erfahren wir ziemlich wenig; sie umgibt nur einen Anflug von Rätselhaftigkeit. So bleiben natürlich Fragen offen, aber sicherlich ist es so beabsichtigt. Die Art des Erzählens ist apart, jedoch richtig bildlich und tiefgehend durch die längeren Beschreibungen gewisser Details. Es wird dabei aber nicht vergessen, den Handlungsverlauf bis zum Ende durchzuziehen, und dann fügt sich alles zusammen. Dabei ist die Sprache sehr emotional und poetisch.

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  • Über die Liebe...

    Der Klub der Ungeliebten
    Little_Kunoichi

    Little_Kunoichi

    Manche Dinge sollte man am besten für sich selbst sprechen lassen, oder wie mir jemand mal sagte: “the heart is hard to translate …” “Die Liebe ist überall in dieser Stadt, hockt in Verkleidung draußen auf den Parkbänken und färbt manchmal weiße Küchenwände grün. Die Liebe ist ein Gefühl, so seltsam und vielgestaltig, wie die Personen, von denen sie Besitz ergreift. Sie ist ein zweischneidiger Dolch, an dem man sich selbst verletzt, um das Leben eines anderen zu verändern. Sie fährt uns unter die Haut und hinterlässt die schlimmsten Male auf unserer Seele. Sie wiegt uns in den Schlaf, wie ein Betäubungsmittel, verabreicht von einer fürsorglichen Mutter und sie beraubt uns unsere Unschuld, wie geheim gehaltene Zuneigung unter duftendem Flieder… Die Liebe vermag es, aus den abscheulichsten Dingen die herrlichsten Blumen zu treiben, kann aber selbst auf Abwege geraten. Wenn wir ihr folgen, dann ist sie imstande, uns bis ans Ende der uns bekannten Welt zu tragen. Aber genauso gut kann sie ein Irrlicht sein…”

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    Floh

    Floh

    22. July 2014 um 11:51
  • Lesen!

    Der Klub der Ungeliebten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. May 2014 um 15:38


  • wundervolles, stilistisch ungewöhnliches und anspruchsvolles Werk

    Der Klub der Ungeliebten
    Koriko

    Koriko

    07. April 2014 um 11:58

    Story: Adam und seine Cousine Coralie könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der junge Philosophiestudent ein Träumer ist und sich in einen namenlosen Fremden verliebt, bricht Coralie ein Herz nach dem anderen und schert sich kaum um die Gefühle der Männer, mit denen sie sich in kurze Affären stürzt. Trotz aller Unterschiede halten die beiden zusammen wie Pech und Schwefel. Als sie sich mit der alten, skurrilen und zerbrechlichen Madame Porzellan anfreunden, die direkt über ihnen wohnt und deren größte Angst das Vergessen ist, finden sie eine Seelenverwandte. Gemeinsam gründen sie den Klub der Ungeliebten, und begeben sich, jeder für sich, auf die Suche nach einem festen Platz im Leben. Während Adam seinen Traummann anspricht und näher kennenlernt; erlebt auch Coralie, was es heißt sich zu verlieben und jemandem zu vertrauen. Doch sie wenigen Tage des Glücks sind trügerisch, zumal Madame Porzellans Erinnerungen nach und nach verblassen und ihr Alter immer mehr Probleme mit sich bringt … Eigene Meinung: Mit Dennis Stephans Debütroman „Der Klub der Ungeliebten“ legt der Incubus Verlag ein unerwartet poetisches, belletristisches Werk vor, das nahezu nichts mit den bisherigen Veröffentlichungen des jungen Verlages gemein hat. Dies ist jedoch nicht negativ zu bewerten, da das Buch das Verlagsprogramm ungemein aufwertet und in eine gänzlich neue Richtung treibt, die zeigt, wie vielseitig der Incubus Verlag ist. Die Geschichte um Adam und Coralie wird in wechselnden Perspektiven und mit etlichen Rückblenden erzählt, so dass der Leser die Hintergründe erst nach und nach präsentiert bekommt. Dementsprechend lange dauert es, bis man die Hauptfiguren wirklich greifen kann, insbesondere Coralie mit ihrer egoistischen und abgebrühten Art, wird erst auf den letzten Seiten wirklich nachvollziehbar, wenngleich man sie nicht unbedingt ins Herz schließen kann. Dennis Stephan schickt seine Figuren jedoch nicht nur auf einen Gefühlstrip und die Suche nach der Liebe, in der nach und nach die Vergangenheit von Coralie und Adam offenbart werden und erklärt wird, wie sie zu dem geworden sind, was sie sind. Stattdessen bietet der Autor mehr – er regt zum Nachdenken und Philosophieren an, und nimmt den Leser mit auf eine Reise, bei der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verwischen, ohne dass man den Roman wirklich als fantastisches Werk bezeichnen kann. Das liegt vor allem an Adams Sicht auf die Ereignisse, seine teils verträumte, teils bodenständige Art, die ihn angenehm aus der breiten Masse hervorhebt. Auch Madame Porzellan, die stets einen Hauch des Mysteriösen und Ungreifbaren ausstrahlt, trägt zu diesem irrealen, sehr ätherischen Bild bei. Lediglich Coralie, die manchmal wie ein dunkles Spiegelbild Adams wirkt, scheint mit beiden Beinen im Leben zu stehen, ist weder romantisch veranlagt, noch kann sie Adams leicht kitschige Traumwelten nachvollziehen. Zusammen ergänzen sich die drei Protagonisten und bilden eine sehr intensive, tiefgründige und stimmungsvolle Sicht auf das Leben dreier Personen, die jeder für sich eine Außenseiterposition einnehmen. Neben den lebendigen Charakteren und der ungewöhnlichen Erzählstruktur, ist Dennis Stephans Stil ein großer Pluspunkt. Der Autor hat eine solch poetische, bildgewaltige Sprache, dass es schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen. Bereits nach wenigen Seiten ist man im Geschehen, lernt die Protagonisten hautnah kennen und entdeckt nach und nach die Hintergründe und Schlüsselereignisse, die dem Roman erst ihren Tiefgang verleihen. Teilweise spielt der Autor mit den Worten, bemüht sich um eine bildgewaltige, verspielte Sprache, die die Großstadt, in der Adam, Coralie und Madame Porzellan wohnen, in all ihren Facetten zum Leben erweckt. Teilweise verliert sich der Autor fast in den Beschreibungen, den kleinen Details und den vielen Andeutungen, doch er behält stets seinen roten Faden im Blick, setzt nach und nach vor den Augen des Lesers das Puzzle zu einem Gesamtbild zusammen. Ein weiterer Punkt, auf den man sich unbedingt vorab einstellen sollte: „Der Klub der Ungeliebten“ ist kein klassischer schwuler Roman. Sicherlich, Adam ist schwul, doch das Buch einfach nur als Vertreter des Gay Genres abzutun, wird dem Roman einfach nicht gerecht. Es ist ein belletristisches Werk, in dem eher die Suche nach einem Platz im Leben, das gemeinsame Miteinander und die unterschiedlichen Arten von Liebe im Mittelpunkt stehen. Von der Warte her, sei das Buch auch Lesern ans Herz gelegt, die mit schwuler Literatur nichts anfangen können, und solchen, die bereits die Werke von Autoren wie E.M. Foster, Alain Claude Sulzer und Hermann Hesse mögen. Fazit: „Der Klub der Ungeliebten“ ist ein wundervolles, stilistisch ungewöhnliches und anspruchsvolles Werk, das weit mehr bietet, als die gängige schwule Literatur. Dennis Stephan ist ein zeitlos schönes Debüt gelungen, das durch eine sehr schöne Sprache, interessante und tiefgründige Charaktere und einen ungewöhnlichen Handlungsverlauf besticht. Dass nicht alle offenen Fragen ein Ende finden, stört nicht, da der Autor die seinen roten Faden konsequent zu Ende verfolgt und ein beeindruckendes Werk vorlegt, das uneingeschränkt empfehlenswert ist. Man darf gespannt sein, welche Romane der Autor als nächstes in petto hat – ich bin jedenfalls gespannt auf mehr.

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  • vielschichtiges, beeindruckendes Debüt

    Der Klub der Ungeliebten
    J_Walther

    J_Walther

    15. February 2014 um 18:30

    Coralie ist ein Vamp und Freigeist, während ihr Cousin Adam eher verträumt ist. Die beiden sind engste Freunde. Ergänzt wird das Duo durch eine alte Dame, die über ihnen wohnt und die zwischen Senilität und Altersschläue schwankt. Der Roman spielt in den 90er Jahren, verzichtet aber auf überdeutliche, plumpe Zeitbezüge und erzeugt damit eine leicht traumhafte Stimmung. Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Coralie und Adam erzählt, jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch die unterschiedlichen Charaktere der beiden gut deutlich werden. Auch ist es reizvoll, wie unterschiedlich Außenwirkung und Selbstsicht der Figuren sind. Gut gestaltet sind auch die Rückblenden, die dem Leser vor allen Adam näher bringe Die Charaktere sind spannend und vielschichtig, die Erzählweise lebendig und stilsicher. Der Roman ist voll von eindrücklichen, poetischen Bildern, die immer wieder durch Coralies sarkastischen Pragmatismus gebrochen und so nie kitschig werden. Das Buch hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Ein Roman mit vielen Facetten, in dem jeder etwas anderes finden wird. Eine Empfehlung für jeden, der gern anspruchsvolle, zeitlose Literatur mag, die aber trotzdem angenehm und flüssig zu lesen ist. Ein lohnendes Buch und das Debüt eines jungen Autors, von dem man hoffentlich noch viel hören wird.

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  • Buchverlosung zu "Der Klub der Ungeliebten" von Dennis Stephan

    Der Klub der Ungeliebten
    Jashrin

    Jashrin

    Hallo zusammen! Ich habe angefangen mein Bücherregal auszusortieren und dachte, ich stelle das ein oder andere hier ein, vielleicht findet sich ja Jemand, der sich darüber freuen würde. Das Buch ist einmal gelesen und in gutem Zustand. Hinterlasst hier einfach bis zum 05.02.14 einen Kommentar, wenn ihr das Buch gerne hättet. Meldet sich mehr als eine(r), wird selbstverständlich ausgelost. Liebe Grüße, Jashrin

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  • Leserunde zu "Der Klub der Ungeliebten" von Dennis Stephan

    Der Klub der Ungeliebten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wieso ist das Gras grün? Wie sieht ein Gefühl aus? Was ist der Sinn des Lebens? Und wieso verlieben wir uns? Liebe Leseratten, seid herzlich willkommen! Pünktlich zum Beginn der dunklen Jahreszeit und als Startschuss für viele gemütliche Stunden auf der Lesecouch möchten wir herzlich zu unserer ersten Leserunde auf Lovelybooks einladen. Zu diesem Zweck verlosen wir 10 Taschenbücher des Romans "Der Klub der Ungeliebten" unseres Debütautors Dennis Stephan. Jeder ist herzlich eingeladen. Um Bewerbungen bitten wir ausschließlich in diesem Beitrag, damit es kein Durcheinander gibt. Und damit ihr nicht allein vor diesem Buch steht, wird Dennis euch auf eurer Reise begleiten. Wir freuen uns auf eure Zuschriften und möchten euch im Folgenden gern einen ersten Eindruck verschaffen. Der Incubus Verlag Zum Inhalt: Adam und Coralie sind ein eingespieltes Team. Treibend in der Großstadt, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, gejagt von innerer und äußerer Einsamkeit, betört von der Frage, was es mit der Liebe auf sich hat. Während Coralie der Liebe ausweicht und der Zudringlichkeit ihres Freunds mit Zynismus begegnet, verstrickt ihr Cousin Adam sich in den Träumereien von einem Fremden, von dem er nicht einmal den Namen kennt. Ihr Klub der Ungeliebten wird von Madame Porzellan, einer alternden Dame mit großer Zärtlichkeit für Puppen und verblassende Erinnerungen, vervollständigt. Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen vor dem Auge des Lesers, lassen die Charaktere in die vierte Dimension treten und ihre Geheimnisse enthüllen. Ein Roman voller bitterer Süße und bestechender Bilder, garniert mit einem Augenzwinkern. Textauszug: Kapitel 1 Mädchen, Jungen, Porzellanfrauen Adam Licht bricht sich im Relief der zerkratzten Scheibe, fällt in das stickige S-Bahn-Abteil und macht die feinen Staubpartikel sichtbar, die in der warmen Luft schweben. Durch ein Mikroskop betrachtet, ließen sich fantasievolle Geschöpfe in ihnen erkennen. Verbrauchter Sauerstoff klebt kondensiert an den Fensterscheiben. Die meisten Leute um mich herum bekommen von all dem nichts mit. Sie sind unaufmerksam. In vielen Hundert Jahren haben sie gelernt, ihre Sinne zu entschärfen. Heute sind sie damit beschäftigt, sich gegenseitig auf die Füße zu treten, sich schwitzend in unfreiwilliger Nähe aneinanderzudrücken – Menschenrechtler würden der Ohnmacht nahe aufschreien. Mich kümmert die volle Bahn wenig, denn meine Gedanken fahren in anderen Zügen. Sie bringen mich dorthin, wo ich mich vor einer Stunde erst befand, als ich ihn wiedersah. Es ist einer dieser gleißend hellen Sommertage Mitte Juni, die selbst in der Stadt nach klebrigem Kiefernharz und weichem Teer duften. Einer dieser Tage, an denen man seinen Herzschlag so deutlich gegen den dünnen Stoff seines T-Shirts zu spüren glaubt, dass der eigene Puls einem ohrenbetäubend laut erscheint. Einer dieser Tage, die in allen Spektralfarben des Regenbogens leuchten. Manch einer behauptet, die Liebe habe in der Großstadt zwischen drei Millionen Einwohnern keinen Platz. Dass man sie vergeblich suche, unter den klappernden Waggons der Straßenbahnen und in dem Wirrwarr aus Architektur. Und vielleicht ist das auch wahr. Vielleicht gibt es hier keine Liebe, weil dieser gigantische Ameisenhaufen aus kalten Betonplatten, Asphalt und witterungsbeständig lackiertem Stahl ein zu kühler Boden für Gefühle ist. Womöglich ist Coralie das beste Beispiel dafür. Nie bin ich einem Menschen begegnet, der sich selbst derart allen anderen vorzieht. Seit wir hierher gezogen sind, hat sie die Egozentrik zu ihrer Königsdisziplin gemacht und dabei ihre eigene Art entwickelt, sich von allem und jedem abzuschirmen, sich selbst in den Mittelpunkt ihres kleinen, urbanen Universums zu stellen. Einem Universum, das von unzähligen Liaisons angetrieben wird, die nicht länger existieren als Eintagsfliegen. Das geht nun schon zwei Jahre so. Zwei Jahre, in denen sie sich ihren Mitmenschen angepasst und ihre Sinne desensibilisiert hat. Zwei Jahre fernab vom klebrig-süßen Duft des Flieders und der introvertierten Enge unseres Heimatortes. Hier, wo sich die Menschen im Takt der Hauptverkehrszeiten bewegen, fingen wir schnell an zu wurzeln, wenn auch ein Teil unserer Herzen immer mit unserem alten Zuhause in Verbindung blieb. Doch nicht nur über die Existenz der Liebe streiten sich die Geister, auch darüber, wo sie ihren Ursprung hat: Der Körper eines jeden Menschen besteht aus 100 Billionen Zellen. Jede davon vergeht und wird durch eine andere ersetzt. Abermillionenmal pro Minute. Fantasten und Poeten nennen die Liebe eines Menschen unsterblich. Ziemlich schwer vorstellbar angesichts der Tatsache, dass jeder Körper verwelkt und der Grund dafür, dass wir lieben, nichts weiter sein soll als ein schnell arbeitender Muskel: faustgroß und längst nicht so komplex wie das menschliche Auge. Dass wir imstande sind zu lieben, mit jedem einzelnen Herzschlag. Realisten bestreiten natürlich jeglichen Zusammenhang und betonen, Liebe entstehe im Kopf – durch Botenstoffe und Hormone, die unser Gehirn großzügig ausschüttet. Wie aber kann es dann sein, dass Forscher auf ihren Expeditionen Mumien gefunden haben wollen, deren Herzen das einzige waren, das die Mühlwerke der Zeit überdauert hatte, ohne Schaden zu nehmen? Dass von diesen einstigen Menschen sonst nichts übrig geblieben ist als Staub und Asche? In den letzten Tagen habe ich immer wieder den gleichen Traum: Spaziergänger stoßen, Wochen nach dem unglücklichen Vorfall in einer Altbauwohnung, auf die sterblichen Überreste eines Menschen. Aufgeschwemmt und verfärbt hat die Strömung des Flusses ihn in eine Uferböschung getrieben. Das wahrlich Bizarre an diesem Traum ist jedoch nicht der furchterregende Anblick des Leichnams, sondern die Tatsache, dass aus diesem die schönsten und farbenprächtigsten Teichrosen treiben. Die Wurzeln der Pflanzen fest in der Brust des Mannes verankert, als hätte die Liebe selbst ihn zum Blühen gebracht. An meinem ersten Vorlesungstag gab mein Philosophieprofessor uns eine Aufgabe: Wir sollten eine für uns grundlegende philosophische Frage durch eigene Recherche beantworten. Dabei, so sagte er, spiele es keine Rolle, wann wir die Arbeit abgäben, selbst wenn es bis zum Ende unseres Studiums dauern würde. Ich begann noch am selben Abend, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Noch heute grüble ich oft über diesen Fragen, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen zu sein. Nur, dass alles irgendwie mit dem Herzen zusammenhängt, das ist mir inzwischen klar geworden. Ich blicke aus dem Fenster und betrachte das vorbeiziehende Stadtpanorama. Alles jenseits dieser Scheibe wirkt anders. Heller. Wie ein überbelichtetes Polaroid. Ich bilde mir ein, es läge an der Sonne, die den ganzen bisherigen Juni nicht stärker geschienen hat. Tatsächlich aber liegt es an ihm ...

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  • Der Klub der Ungeliebten

    Der Klub der Ungeliebten
    LimitLess

    LimitLess

    02. January 2014 um 18:41

    Der Klub der Ungeliebten, ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde. Auf beeindruckende Weise erzählt der Autor die Geschichte(n) von Coralie, Adam und Madame Porzellan. Solchen eindrucksvollen und geheimnisvollen Charakteren bin ich schon lange nicht mehr begegnet. Es ist schwer das Buch zu beschreiben, da es in seinem Aufbau sehr komplex ist. Viele Gegebenheiten machen erst viel später richtig Sinn, da man zwischendurch viel aus der Vergangenheit erfährt, und diese Rückblicke dann wiederum mit der Gegenwart verschmelzen. Um wirklich alles, auch zwischen den Zeilen, herauslesen zu können, muss ich es wahrscheinlich nochmal lesen, das ich aber bei diesem schön geschriebenem Buch wirklich sehr gerne tue. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und auch sehr poetisch und konnte mich in seinen Bann ziehen. Schon als ich nur die Leseprobe gelesen hatte, war ich vollkommen fasziniert. Es geht um die Liebe. Verlorene, unerwiederte, körperliche, unwiderstehliche, aber auch ehrliche Liebe. Warum verlieben wir uns? Nicht nur Adam stellt sich diese Frage, auch ich bin ins Grübeln gekommen. Die Liebe ist schon etwas mysteriöses, das schwer zu ergründen ist. Aber Liebe ist einfach. Der Klub der Ungeliebten ist ein schönes Buch über die weniger schönen Seiten der Liebe und ihre Abgründe. Der Titel ist Programm! Die philosophischen Fragen, die sich Adam das ganze Buch über stellt, begleiteten mich als Leser ebenfalls und konnten mich sehr zum Nachdenken anregen. Zum Ende hin wurden mir die liebgewonnen und sympathischen Charaktere mit ihrem Handeln sehr unsympathisch, vorwiegend Coralie. Mir kam es ein bisschen so vor, als wollte der Autor bewusst das Image seiner Charaktere nochmal in den Dreck ziehen, damit sie nicht all zu gut davon kommen. Aber das zeigt natürlich auch, wie vielschichtig die einzelnen Personen wiederum sind. Sie sind immer für Überraschungen gut. Fazit Der Klub der Ungeliebten ist ein persönlicher Geheimtipp aus dem Jahr 2013! Unbedingt lesen! Es lohnt sich

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  • Eine poetische Fabel über die Abgründe der Liebe

    Der Klub der Ungeliebten
    marstraveller

    marstraveller

    31. December 2013 um 10:43

    Was hat die grüne Farbe des Grases mit der Liebe zu tun? Wenn man in die Handlung des Debütromans des jungen Autors Dennis Stephan eintaucht, erschließt sich einem eine Vielzahl faszinierender Perspektiven und Denkweisen nicht nur im Hinblick auf die Liebe, sondern auch auf das Leben allgemein und die Abgründe menschlicher Existenz. In ungewöhnlich dichter Bildersprache gelingt es dem Autor von der ersten bis zur letzten Seite, einen eigenen kleinen Kosmos zu schaffen, in dem sich seine Figuren bewegen und in dessen besonderen Gesetzmäßigkeiten sie eingebunden, teilweise auch gefangen sind. Der Roman erinnert mich ein wenig an Goethes Definition von Gedichten als „gemalte Fensterscheiben“. Man muss sich auf den Text einlassen, gleichsam in ihn hineintreten, um die Bilder und Farben, die er malt, zu erkennen und in dem Spiel von Licht und Schatten, Hoffnung und Verzweiflung, seine Schönheit zu sehen. Mich hat der Roman bereits nach den ersten Sätzen in seinen Bann gezogen. Was man in wechselnder Perspektive durch die beiden Hauptfiguren, den verträumt scheuen Philosophiestudenten Adam und seine sich hinter einer aggressiven Abwehrhaltung zurückziehende Cousine Coralie, von ihrer Welt und ihren Erlebnissen erfährt, wird mit so viel Wärme und Poesie erzählt, dass man beide Figuren, aber auch die geheimnisumwitterte Madame Porzellan sofort ins Herz schließt. Dem Autor gelingt es, gleich zu Beginn der Handlung eine besondere Form der Spannung in Bezug auf die Figuren aufzubauen. Man möchte einerseits wissen, wie sie sich entwickeln und ob sich ihre Träume erfüllen, vor allem aber brennt man darauf, zu erfahren, wie sie zu dem geworden sind, was sie sind. Dies wird dem Leser im weiteren Verlauf der Handlung einerseits durch zahlreiche Andeutungen und Hinweise vermittelt, die immer wieder an besonderen Gelenkstellen eingestreut werden, und andererseits durch die Rückblenden veranschaulicht, die Aufschluss über Adams und Coralies Kindheit und Jugend geben. Der Roman wirkt dadurch wie ein Mosaik, dessen Einzelteile am Anfang noch verstreut durcheinanderliegen oder noch nicht in den Blick des Betrachters gerückt wurden. Mit einem sicheren Gespür für den richtigen Zeitpunkt präsentiert der Autor nach und nach kleine Erzählbruchstücke, überlässt es aber dem Leser, diese in das Gesamtbild richtig einzuordnen. Diese Art zu erzählen, erfordert vom Leser einiges an Konzentration und Wachsamkeit, ab und zu fühlt man sich auch dazu genötigt, zurückzublättern, um nach Hinweisen zu suchen, die man zuvor überlesen hat, aber das hat das Buch für mich persönlich gerade so interessant und spannend gemacht. Je mehr man über Adams und Coralies Geschichte erfährt, umso mehr öffnen sich vor einem die menschlichen Abgründe, die ihr Leben bestimmen, und man kann den Schmerz nachempfinden, der mit ihrem Dasein im „Klub der Ungeliebten“ verbunden ist. Trotz dieses Romantitels, der wie ein Motto oder eine Art Lebensprogramm als dunkle Macht über der Erzählung schwebt, wird dennoch stetig die Hoffnung genährt, dass sowohl für Adam als auch für Coralie ein Weg aus diesem „Klub“ herausführt. Und auch für Madame Porzellan wünscht man sich, dass ihre einstige Entscheidung, ihrem Herzen zu folgen, dazu geführt hat, dass es eine Zeit der Erfüllung in ihrem Leben gegeben hat. Als Figur fasziniert Madame Porzellan vor allem durch das Geheimnis, das sie umschwebt. Man erfährt nicht viel von ihr, ihr ist kein eigener Textabschnitt gewidmet, wenn man vom Prolog und Epilog absieht. Sie lebt zurückgezogen und einsam, ist in der Anonymität untergetaucht, hält sich von den Menschen fern oder hält sie sich vom Leib. Sie wirkt einerseits zerbrechlich wie Porzellan und etwas verschroben, andererseits scheinen aber unter ihrem zuweilen schrägen Verhalten und den absurd wirkenden Formulierungen eine überraschende Vitalität und ein wacher Verstand zu schlummern, denn sie erspürt genau, was in Adam und Coralie vor sich geht, und trifft mit ihren wenigen Kommentaren immer ins Schwarze. „Der Klub der Ungeliebten“ besticht durch seine sympathisch und stimmig gezeichneten Figuren und durch einen Erzählstil, bei dem nahezu jeder Schauplatz, jede Requisite und jedes Wort eine tiefere, symbolische Bedeutung haben und dessen Leitmotive und wiederkehrende Gedanken sich wie bunte Fäden durch das Gewebe der Geschichte ziehen und dem Gesamtbild dadurch seine (leider oft düsteren) Farben verleihen. Am Schluss wird der Leser dann mit einer kleinen Philosophie der Liebe (und des Lebens) belohnt, in der die Quintessenz der Geschichte noch einmal gebündelt zum Ausdruck kommt. Was möglicherweise als „Schwäche“ des Romans angesehen werden könnte, wie zum Beispiel die teilweise recht schräg anmutenden, überzeichneten Situationen oder die mitunter überzogen blumige Sprache, passt meiner Ansicht nach zu dem Facettenreichtum, den diese Geschichte von der Liebe zeichnet, in der das Verrückte genauso seine Berechtigung hat wie das Zarte oder sogar Grausame.

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  • Der Klub der Ungeliebten

    Der Klub der Ungeliebten
    nataliea

    nataliea

    27. November 2013 um 12:47

    "Der Klub der Ungeliebten" ist ein Roman, der sich mit der Liebe und dem Sinn des Lebens beschäftigt. Zum Inhalt: Adam und Coralie sind Freunde und wohnen zusammen in einer Wohnung. Coralie ist auch die Cousine von Adam. Adam ist eher schüchtern und zusätzlich noch unglücklich in einen Fremden verliebt. Coralie hingegen genießt ihr Liebesleben mit wechselnden Liebschaften. Und dann lernen beide Madame Porzellan näher kennen. Adam und Coralie helfen Madame Porzellan bei den Alltagsgschäften und verbringen auch oft die Abende zusammen. Bei einem ihrer abendlichen Treffen gründen die drei den Klub der Ungeliebten. Der Roman ist in zwei Perspektiven geschrieben. Die Handlungen werden zum einen aus Sicht der Coralie und zum anderen aus Sicht des Adams beschrieben. Dieser Perspektivenwechsel zeigt die Vergangenheit der beiden intensiv und durch die verschiedenen Rückblenden erfährt der Leser einiges an Hintergrundinformationen. Der Schreibstil des Autors ist sehr gefühlvoll und poetisch und passt sehr gut zu den Gegensätzen der Hauptprotagonisten. Die verschiedenen Charaktere sind so bildhaft und lebhaft beschrieben, dass man sie sich vor dem inneren Auge vorstellen kann. Wünschenswert wären allerdings mehr Informationen bzgl. Madame Porzellan gewesen, da hierbei viele Fragen unbeantwortet blieben. Ich kann dieses sentimentale Buch nur empfehlen.

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  • Wunderbar poetisch

    Der Klub der Ungeliebten
    Jashrin

    Jashrin

    24. November 2013 um 17:41

    Der Klub der Ungeliebten besteht aus Adam, seiner Kusine Coralie und Madame Porzellan, einer etwas verschrobenen  alten Dame, die in der Wohnung über den beiden lebt. Adam ist verträumt, schüchtern und in den Kellner eines Cafés verliebt. Coralie ist eher flatterhaft und prinzipiell eher das Gegenteil von Adam. Dennoch verstehen sich beide ohne Worte und sind eng verbunden. Die beiden helfen Madame Porzellan im Alltag und abends sitzen die drei öfters beisammen und führen teils schon philosophische Gespräche, wie etwa über die Liebe. Der Roman ist abwechselnd aus Coralies und Adams Sicht geschrieben, wodurch der Leser einen sehr tiefen Einblick in die Gedankenwelt und Gefühle der beiden Protagonisten erhält. Geschickt in das hier und heute eingebunden sind Rückblenden in die Kindheit und Jugend von Adam und Coralie und erklären somit teilweise ihr Verhalten in der Gegenwart. Außer im Prolog und Epilog erfährt der Leser recht wenig über Madame Porzellan, dennoch kann man sie sich sehr genau vorstellen. Alle Charaktere, auch die Nebenfiguren, sind so gezeichnet, dass man fast meint, sie selbst zu kennen. In Dennis Stephans Roman passiert verhältnismäßig eher wenig, dennoch lässt einen die Erzählweise das Buch kaum aus der Hand legen. Die Sprache ist wunderbar poetisch, besonders in Adams Passagen. Der federleichte Schreibstil lässt sich leicht lesen, selbst wenn die niedergeschriebenen Gedanken teils sehr tiefgründig sind und einen selbst zum Nachdenken anregt. Auch wenn ich das Buch sehr gerne weiterempfehlen werde, so kann ich dennoch nicht die volle Punktzahl geben. Zum einen hätte ich mir mehr über Madame Porzellan gewünscht – hier bleiben sehr viele Fragen offen – zum anderen muss ich leider sagen, dass mir das Ende nur bedingt gefallen hat und mir fehlt einfach ein Charakter, mit dem ich mich identifizieren kann. Für mich 3,8 Sterne, wenn das ginge. Doch trotz der kleinen Mankos ein Buch, bei dem es sich lohnt, es in die Hand zu nehmen und den unvergleichlichen Schreibstil zu genießen.

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  • Der Klub der Ungeliebten

    Der Klub der Ungeliebten
    Solengelen

    Solengelen

    24. November 2013 um 17:08

    Manche Menschen sind wie ein Spiegel, der uns hilft, in die verborgenen Winkel unserer Seele zu schauen. Mit diesem wundervollen Spruch beginnt ein, wie ich finde, ungewöhnliches Buch. Françoise startet in ein neues Leben, obwohl sie ihr jetziges liebt, muss sie gehen. Da ist Jemand nach dem sie sich "verzehrt". Zuhause ist, wo das Herz schlägt. Welch wundervoll poetischer Satz. Im ersten Kapitel wechselt der "Ich-Erzähler" zwischen Coralie und ihrem Cousin Adam. Die beiden haben seit ihrer Kindheit ein ganz enges Verhältnis, fast wie siamesische Zwillinge, getrennt nur dort, wo "Männlein" und "Weiblein" offiziell nicht gemeinsam sein dürfen. Lange wurden sie für Geschwister gehalten und man fand diese Nähe der Beiden niedlich, bis sie älter wurden, da fanden es dieselben Leute unpassend.  Sie sind so verschieden wie Feuer und Wasser, vielleicht ergänzen sie sich dadurch. Beide lieben Männer.  Adam ist sehr zurückhaltend, seit einem Jahr unglücklich verliebt. Er kennt weder den Namen noch hat er je mit ihm gesprochen, es war nur eine flüchtige Begegnung, ein zufälliger Blick, ein intensives Gefühl an einem Bücherbaum. Eine erneute Begegnung nach einem Jahr, wieder ohne "Sprache". Coralie hingegen scheint ihre Männer zu wechseln, wie andere ihre Unterwäsche. Hat sie Angst vor festen Bindungen, sind es die falschen Männer, liebt sie insgeheim Adam, sucht sie einen Ersatz für ihn? Sie teilen sich eine Wohnung und lernen zufällig Madame "Porzellan" näher kennen. Sie wohnt auch in dem Haus, sie hat mit niemandem Kontakt und wird von den anderen Hausbewohnern als "spinnert" abgetan. Seit einem "Vorfall" haben die drei eine ganz besondere Beziehung zueinander. Welch schöne Feststellung von der alten Dame: Das Herz spricht selten mit dem Mund. Die drei gründen den Klub der Ungeliebten. Ein Schreibstil, der sowohl leicht als auch poetisch "daherkommt", führt in eine Welt voller Gefühle, Gegensätzlichkeiten, Vertrautheit, Liebe. Diese Buch erzählt von aussergewöhnlichen Menschen. Ein sehr empfehlenswertes Buch. 

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    Der Klub der Ungeliebten
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    15. November 2013 um 22:17

    "Der Klub der Ungeliebten" ist der erste Roman von Dennis Stephan, aber er schreibt so wundervoll, dass es hoffentlich bald mehr von ihm zu lesen geben wird. Er erzählt die Geschichte der jungen Coralie und deren Cousin Adam, die sich eine Wohnung in einer Großstadt teilen. Wie man in Rückblenden erfährt, waren die beiden schon immer fast so etwas wie Seelenverwandte. Umso mehr verwundert den Leser, wie unterschiedlich diese beiden Charaktere doch sind: Coralie wirkt eher gefühlskalt, Adam ist ein romantischer Träumer. Eines Tages lernen sie die alte Frau kennen, die in der Wohnung über ihnen lebt und nennen sie liebevoll "Madame Porzellan". Der Name rührt daher, dass die etwas wunderliche Dame ihr Leben mit vielen kleinen Porzellanpüppchen teilt, die sie fast wie Kinder behandelt. Adam und Coralie helfen Madame Porzellan fortan bei alltäglichen Dingen und verbringen oft berauschte Nächte mit ihr. Während einer ihrer tiefsinnigen Gespräche über Sinn und Unsinn der Liebe beschließen sie, den "Klub der Ungeliebten" zu gründen. Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt: Coralie und Adam erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht. Das macht die Geschichte sehr locker und flüssig zu lesen. Selbst wenn man die erklärenden Worte "Coralie" oder "Adam" am Anfang eines Abschnittes nicht wahrnehmen würde, weiß man sofort, wer gerade "spricht". Der Autor hat es geschafft, die beiden so unterschiedlich darzustellen und mit einem ganz eigenen unverwechselbaren Charakter zu versehen, dass die Figuren sehr realistisch wirken und man unweigerlich mit ihnen fühlt. In geschickt eingefügten Rückblenden erfährt man laufend Wichtiges aus der Vergangenheit von Coralie, Adam und Madame Porzellan. Man versteht dadurch immer mehr deren anfangs vielleicht noch seltsam wirkende Verhaltensweisen. Besonders die Passagen von Adam sind so wundervoll geschrieben, so bildhaft. Worte und Sätze, die zwar manchmal ganz banale Dinge beschrieben, aber auf mich wirkten, als wären sie in Geschenkpapier verpackt mit einer großen Schleife darauf. Eigentlich bin ich nicht so der romantische Typ, aber der Schreibstil hat mich doch sehr beeindruckt. Doch das Buch erzählt nicht nur von Liebe und dem Sinn des Lebens, es birgt auch so manche Überraschung. Fazit: Ein ganz tolles Buch, in dem wesentlich mehr steckt als der Klappentext zunächst vermuten lässt. Es hat mich berührt, unterhalten, erschreckt, zum Schmunzeln gebracht und auch zum Nachdenken animiert. Leider bleiben für mich am Ende noch ein paar Fragen offen, auf die ich mir Antworten gewünscht hätte. Deshalb 1/2 Stern Abzug und somit 4,5 von 5 Sternen!

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