Neuer Beitrag

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Wieso ist das Gras grün? Wie sieht ein Gefühl aus? Was ist der Sinn des Lebens? Und wieso verlieben wir uns?

Liebe Leseratten, seid herzlich willkommen!
Pünktlich zum Beginn der dunklen Jahreszeit und als Startschuss für viele gemütliche Stunden auf der Lesecouch möchten wir herzlich zu unserer ersten Leserunde auf Lovelybooks einladen. Zu diesem Zweck verlosen wir 10 Taschenbücher des Romans "Der Klub der Ungeliebten" unseres Debütautors Dennis Stephan. Jeder ist herzlich eingeladen. Um Bewerbungen bitten wir ausschließlich in diesem Beitrag, damit es kein Durcheinander gibt. Und damit ihr nicht allein vor diesem Buch steht, wird Dennis euch auf eurer Reise begleiten.

Wir freuen uns auf eure Zuschriften und möchten euch im Folgenden gern einen ersten Eindruck verschaffen.
Der Incubus Verlag



Zum Inhalt:
Adam und Coralie sind ein eingespieltes Team. Treibend in der Großstadt, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, gejagt von innerer und äußerer Einsamkeit, betört von der Frage, was es mit der Liebe auf sich hat. Während Coralie der Liebe ausweicht und der Zudringlichkeit ihres Freunds mit Zynismus begegnet, verstrickt ihr Cousin Adam sich in den Träumereien von einem Fremden, von dem er nicht einmal den Namen kennt. Ihr Klub der Ungeliebten wird von Madame Porzellan, einer alternden Dame mit großer Zärtlichkeit für Puppen und verblassende Erinnerungen, vervollständigt.
Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen vor dem Auge des Lesers, lassen die Charaktere in die vierte Dimension treten und ihre Geheimnisse enthüllen.
Ein Roman voller bitterer Süße und bestechender Bilder, garniert mit einem Augenzwinkern.



Textauszug:
Kapitel 1
Mädchen, Jungen, Porzellanfrauen

Adam
Licht bricht sich im Relief der zerkratzten Scheibe, fällt in das stickige S-Bahn-Abteil und macht die feinen Staubpartikel sichtbar, die in der warmen Luft schweben. Durch ein Mikroskop betrachtet, ließen sich fantasievolle Geschöpfe in ihnen erkennen. Verbrauchter Sauerstoff klebt kondensiert an den Fensterscheiben.
Die meisten Leute um mich herum bekommen von all dem nichts mit. Sie sind unaufmerksam. In vielen Hundert Jahren haben sie gelernt, ihre Sinne zu entschärfen. Heute sind sie damit beschäftigt, sich gegenseitig auf die Füße zu treten, sich schwitzend in unfreiwilliger Nähe aneinanderzudrücken – Menschenrechtler würden der Ohnmacht nahe aufschreien.
Mich kümmert die volle Bahn wenig, denn meine Gedanken fahren in anderen Zügen. Sie bringen mich dorthin, wo ich mich vor einer Stunde erst befand, als ich ihn wiedersah.

Es ist einer dieser gleißend hellen Sommertage Mitte Juni, die selbst in der Stadt nach klebrigem Kiefernharz und weichem Teer duften. Einer dieser Tage, an denen man seinen Herzschlag so deutlich gegen den dünnen Stoff seines T-Shirts zu spüren glaubt, dass der eigene Puls einem ohrenbetäubend laut erscheint. Einer dieser Tage, die in allen Spektralfarben des Regenbogens leuchten.
Manch einer behauptet, die Liebe habe in der Großstadt zwischen drei Millionen Einwohnern keinen Platz. Dass man sie vergeblich suche, unter den klappernden Waggons der Straßenbahnen und in dem Wirrwarr aus Architektur. Und vielleicht ist das auch wahr. Vielleicht gibt es hier keine Liebe, weil dieser gigantische Ameisenhaufen aus kalten Betonplatten, Asphalt und witterungsbeständig lackiertem Stahl ein zu kühler Boden für Gefühle ist.

Womöglich ist Coralie das beste Beispiel dafür. Nie bin ich einem Menschen begegnet, der sich selbst derart allen anderen vorzieht. Seit wir hierher gezogen sind, hat sie die Egozentrik zu ihrer Königsdisziplin gemacht und dabei ihre eigene Art entwickelt, sich von allem und jedem abzuschirmen, sich selbst in den Mittelpunkt ihres kleinen, urbanen Universums zu stellen. Einem Universum, das von unzähligen Liaisons angetrieben wird, die nicht länger existieren als Eintagsfliegen. Das geht nun schon zwei Jahre so. Zwei Jahre, in denen sie sich ihren Mitmenschen angepasst und ihre Sinne desensibilisiert hat. Zwei Jahre fernab vom klebrig-süßen Duft des Flieders und der introvertierten Enge unseres Heimatortes. Hier, wo sich die Menschen im Takt der Hauptverkehrszeiten bewegen, fingen wir schnell an zu wurzeln, wenn auch ein Teil unserer Herzen immer mit unserem alten Zuhause in Verbindung blieb.
Doch nicht nur über die Existenz der Liebe streiten sich die Geister, auch darüber, wo sie ihren Ursprung hat: Der Körper eines jeden Menschen besteht aus 100 Billionen Zellen. Jede davon vergeht und wird durch eine andere ersetzt. Abermillionenmal pro Minute. Fantasten und Poeten nennen die Liebe eines Menschen unsterblich. Ziemlich schwer vorstellbar angesichts der Tatsache, dass jeder Körper verwelkt und der Grund dafür, dass wir lieben, nichts weiter sein soll als ein schnell arbeitender Muskel: faustgroß und längst nicht so komplex wie das menschliche Auge. Dass wir imstande sind zu lieben, mit jedem einzelnen Herzschlag.

Realisten bestreiten natürlich jeglichen Zusammenhang und betonen, Liebe entstehe im Kopf – durch Botenstoffe und Hormone, die unser Gehirn großzügig ausschüttet. Wie aber kann es dann sein, dass Forscher auf ihren Expeditionen Mumien gefunden haben wollen, deren Herzen das einzige waren, das die Mühlwerke der Zeit überdauert hatte, ohne Schaden zu nehmen? Dass von diesen einstigen Menschen sonst nichts übrig geblieben ist als Staub und Asche?

In den letzten Tagen habe ich immer wieder den gleichen Traum: Spaziergänger stoßen, Wochen nach dem unglücklichen Vorfall in einer Altbauwohnung, auf die sterblichen Überreste eines Menschen. Aufgeschwemmt und verfärbt hat die Strömung des Flusses ihn in eine Uferböschung getrieben. Das wahrlich Bizarre an diesem Traum ist jedoch nicht der furchterregende Anblick des Leichnams, sondern die Tatsache, dass aus diesem die schönsten und farbenprächtigsten Teichrosen treiben. Die Wurzeln der Pflanzen fest in der Brust des Mannes verankert, als hätte die Liebe selbst ihn zum Blühen gebracht.
An meinem ersten Vorlesungstag gab mein Philosophieprofessor uns eine Aufgabe: Wir sollten eine für uns grundlegende philosophische Frage durch eigene Recherche beantworten. Dabei, so sagte er, spiele es keine Rolle, wann wir die Arbeit abgäben, selbst wenn es bis zum Ende unseres Studiums dauern würde. Ich begann noch am selben Abend, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Noch heute grüble ich oft über diesen Fragen, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen zu sein. Nur, dass alles irgendwie mit dem Herzen zusammenhängt, das ist mir inzwischen klar geworden.

Ich blicke aus dem Fenster und betrachte das vorbeiziehende Stadtpanorama. Alles jenseits dieser Scheibe wirkt anders. Heller. Wie ein überbelichtetes Polaroid. Ich bilde mir ein, es läge an der Sonne, die den ganzen bisherigen Juni nicht stärker geschienen hat. Tatsächlich aber liegt es an ihm ...

Autor: Dennis Stephan
Buch: Der Klub der Ungeliebten

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Wow, die Leseprobe klingt toll. Ich liebe poetische Bücher und dieses trifft genau den richtigen Erzählstil und die richtigen Wörter. Ich würde sehr gerne mitlesen. :-)

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ich möchte auch mitlesen :)
Das hört sich sehr gut an

Beiträge danach
221 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

0VELVETVOICE0

vor 4 Jahren

Kapitel 3
Beitrag einblenden

Die Idee der Geburtstagsfeier hat mir sehr gut gefallen.Made Porzellan bringt mich immer wieder zum lachen ... eine Katze als Geschenk angepackt,dass konnte doch nur von ihr kommen.Adam trifft ihn endlich und ich finde die beiden würden bestimmt gut zusammen passen. Ich mag die Art wie die Geschichte geschrieben ist sehr.Die wechselnden Perspektiven offenbaren manchmal sehr witzige Geschichten.Wie z.B. die Reaktionen der beiden auf die erste Blutung von Charlie.Adam hat mir ja schon ein bisschen leid getan.

LimitLess

vor 4 Jahren

Ich weiß *seufz* meine Rezi steht noch aus, ich brauch da manchmal immer ein bisschen länger für. Ich hab sie aber nicht vergessen ;)

D_Stephan

vor 4 Jahren

@LimitLess

Ich bin gespannt wie ein E-Bass :)

marstraveller

vor 4 Jahren

Die Leserunde

Ich schließe mich, ebenfalls seufzend, LimitLess an. Da ich mir für die Rezension Zeit und Ruhe gönnen möchte, werde ich wahrscheinlich erst nach den Feiertagen dazu kommen. Sorry!

marstraveller

vor 4 Jahren

Die Leserunde

Endlich habe ich die nötige Zeit und Ruhe gefunden, um meine noch ausstehende Rezension zu verfassen. Hier sind die Links für Lovelybooks und amazon:

http://www.lovelybooks.de/autor/Dennis-Stephan/Der-Klub-der-Ungeliebten-1063004622-w/rezension/1072807079/1072810537/

http://www.amazon.de/product-reviews/B00GD25A86/ref=cm_cr_dp_see_all_btm?ie=UTF8&showViewpoints=1&sortBy=bySubmissionDateDescending

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal beim Autor für dieses wunderbare Buch und beim Verlag für das Ermöglichen dieser Leserunde bedanken. Allen Teilnehmern an dieser Runde danke ich außerdem für den inspirierenden Austausch.
Ich wünsche euch allen alles Gute für das Jahr 2014!

LimitLess

vor 4 Jahren

Kapitel 7 und Epilog

Und auch ich konnte meine Rezension endlich fertig schreiben. Danke für dieses eindrucksvolle Buch!

LB: http://www.lovelybooks.de/autor/Dennis-Stephan/Der-Klub-der-Ungeliebten-1063004622-w/rezension/1073118641/

Blog: http://anjasbuecher.blogspot.co.at/2014/01/rezension-der-klub-der-ungeliebten-von.html

D_Stephan

vor 4 Jahren

Die Leserunde

Hallo ihr Lieben,
zunächst einmal wünsche ich Euch allen ein gesundes neues Jahr und hoffe, Ihr habt den Wechsel 2013/14 gut überstanden.
Schließlich möchte ich mich für Eure Teilnahme hier bedanken und nicht zuletzt für die wunderbaren Rezensionen, die ihr um den Klub der Ungeliebten gesponnen habt: Persönliche Inhaltswiedergaben, Meinungen, Interpretationen, ja sogar Analysen durfte ich hier (mit großer Begeisterung und offenem Mund) lesen - in diesem Punkt haben Eure Kritiken mich ebenso verzaubert, wie der Klub euch. Ich hoffe, die ein oder andere davon schafft es noch zu Amazon, damit sich auch dort potentielle "Klub-Mitglieder" den Weg weisen lassen.
Vielen Dank.
Dennis St.

Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks