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clary999

vor 7 Monaten

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Die Leiche bewegte sich im selben Rhythmus wie der Seetang und das Treibgut, die sich in der Biegung der niedrigen felsigen Bucht wiegten. … Auffallend und beinahe unheimlich wirkten die beiden knallroten Bänder, mit denen die Haare zu zwei Pferdeschwänzen zusammengebunden waren….“

Zitat aus dem Buch, Seite 9

Zum Inhalt: An einem Strand der Kintyre-Halbinsel wird die Leiche einer Frau gefunden, offensichtlich brutal ermordet. Die örtliche Polizei braucht für die Aufklärung Hilfe aus Glasgow. Von dort kommt Detective Inspector Jim Daley mit seinem Partner Detective Sergeant Brian Scott. Im Fischerdorf Kinloch kennt jeder Jeden. Klatsch und Tratsch verbreitet sich sofort. Umso bedenklicher ist, dass zunächst scheinbar niemand die Tote vermisst. Mordmotiv und Verdächtige sind somit auch nicht greifbar. Ein schwieriger Mordfall für Daley und der Mörder hat schon sein nächstes Opfer im Visier…

„Ihr ganzes Ich, alles, was sie je gewesen war, sickerte langsam aus ihr heraus: ihre Liebe, ihre Sehnsüchte, ihre Vorlieben und Abneigungen. Die Dinge, die sie wütend machten, die sie deprimierten, zum Lachen oder zum Weinen brachten, schrumpften dahin. Ihre allerletzten Augenblicke versanken in einem dunkler werdenden Abgrund – in der unwirklichen Distanziertheit eines Verstandes, der sich den eigenen Weg ins Vergessen zu erleichtern versuchte.“

Zitat aus dem Buch, Seite 7

Meine Meinung: Der Schreibstil vom Autor Denzil Meyrick ist fließend. Er geht sehr gern ins Detail! Ich konnte mir ein gutes Bild von dem abgelegenen schottischen Fischerdorf Kinloch machen. Eine trügerische Idylle am Strand… Die Dorfbewohner verhalten sich grundsätzlich misstrauisch und ablehnend gegenüber nicht einheimischen Personen.

Jim Daley und Brian Scott finde ich sympathisch. Daley, 43 Jahre alt, ist ein erfahrener hartnäckiger Ermittler. Ihm fällt es relativ leicht, dass Vertrauen anderer zu gewinnen (zumindest bei den meisten). Er reagiert bedacht und entschlossen, kann aber durchaus auch wütend und aufbrausend werden. Er und Scott besitzen einen trockenen Humor! Scott ist gerade heraus und lässt sich durch fast nichts beeindrucken. Überrascht hat er mich, als ihm auch mal die Worte fehlten. Mit seinen sarkastischen Kommentaren lockert er auch hin und wieder beklemmende Situationen auf. Die beiden sind ein tolles Team!

Es gibt ziemlich viele Personen, aber jeder wurde überzeugend herübergebracht. Der junge unerfahrenen DC Archie Fraser, der hochnäsige unsympathische Inspector MacLeod, Daleys Ehefrau Liz u.v.m..

„„Irgendwelche Ideen, Sir?“ Fraser sah so irritiert aus, wie Daley sich fühlte.“

Zitat aus dem Buch, Seite 82

„Etwas nur anzunehmen heißt, Sie und mich zu Narren zu machen.“

Zitat aus dem Buch, Seite 158

Im Prolog werden die letzten Gedanken der sterbenden Frau erzählt. Sehr ergreifend! Dann der Wechsel. Die Leiche wird gefunden und die Ermittlungen beginnen. Zunächst ist es relativ ruhig, aber trotzdem unterhaltsam. Schon bald wird es rätselhafter und spannender!... Ein weiteres Mordopfer wird gefunden… Die Toten wurden schonungslos beschrieben! Der Mörder geht äußerst brutal vor!

Der Autor spricht verschiedene Themen an. Ich fand es sehr interessant mehr über das Land und die schottischen Fischer, Polizisten etc. zu erfahren.

Daleys Eheprobleme nehmen einen gewissen Raum in der Geschichte ein, aber er verliert nie sein Ziel, den Mörder zu finden, aus den Augen. Für manche Leser sind diese Details aus dem Privatleben vielleicht zu ausführlich, aber für mich war es genau richtig! Dadurch konnte ich ihn noch mehr verstehen.

Zum Ende hin stieg die Spannung nochmal höher an! Hier waren die Wechsel der verschiedenen Perspektiven und Handlungsorte noch fließender und kürzer. Ich wusste vor Daley, wer der Mörder war, aber dadurch wurde es für mich noch nervenaufreibender. Würde er den Mörder noch rechtzeitig stellen, bevor dieser sein nächstes Opfer umbringt?...

Der Abschluss des Buches deutet auf einen weiteren mysteriösen Kriminalfall für Daley und Scott!

Fazit: Ein spannender detailreicher schottischer Krimi mit einer Prise trockenen Humor und guter Unterhaltung!

Klare Leseempfehlung!

4,5 Sterne

Autor: Denzil Meyrick
Buch: Tödliches Treibgut

Avirem

vor 7 Monaten

Du schaffst es noch mein Interesse für Krimis zu wecken ;-)

danielamariaursula

vor 7 Monaten

Klingt gut, danke für die Empfehlung!

parden

vor 7 Monaten

Hilfe, schon wieder etwas für die Wunschliste!

Blackfairy71

vor 7 Monaten

parden schreibt:
Hilfe, schon wieder etwas für die Wunschliste!

Jaaa... :(

Igelmanu66

vor 7 Monaten

Das klingt spannend! Tolle Rezi!

Legeia

vor 7 Monaten

Da hast du ja wieder einen Volltreffer gelandet. Sehr schöne Rezi. Vor allem das erste Zitat aus dem Buch löst Gänsehaut aus :)

NiWa

vor 7 Monaten

Huch, das klingt ja gut!

KruemelGizmo

vor 7 Monaten

Deine Rezi hat mich richtig neugierig gemacht.

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