Fever

von Deon Meyer 
4,5 Sterne bei33 Bewertungen
Fever
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Alanda_Veras avatar

Ein großartiger Roman !

Lucciolas avatar

Authentische Endzeit-Geschichte, die aber leider viele Längen hat und das Ende konnte überhaupt nicht überzeugen. Dennoch lesenswert.

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Inhaltsangabe zu "Fever"

»Ich will vom Fieber erzählen, von unserer Stadt Amanzi – und von dem Mord an meinem Vater Willem.«

Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

»Einen Roman zu schreiben ist wie eine Reise in ein unbekanntes Land. Und die Entdeckungen, die man während dieser Reise macht – über die eigene Welt und sich selbst, formen und verändern nicht nur die Geschichte, sondern auch den Autor. Der Grund, warum dieses Buch so besonders für mich ist, liegt darin, wie es mich und mein Schreiben verändert hat. Und wie es meinen Blick auf das menschliche Zusammensein neu geformt hat.« Deon Meyer

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783352009020
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:702 Seiten
Verlag:Rütten & Loening Berlin
Erscheinungsdatum:09.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.10.2017 bei Aufbau audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Lucciolas avatar
    Lucciolavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Authentische Endzeit-Geschichte, die aber leider viele Längen hat und das Ende konnte überhaupt nicht überzeugen. Dennoch lesenswert.
    Gelungen, aber auch etwas langwierig und das Ende konnte nicht überzeugen

    Nico Storm zieht mit seinem Vater Willem durch Südafrika, um einen geeigneten Ort zum Überleben zu finden. Fünfundneunzig Prozent der gesamten Weltbevölkerung sind einem schlimmen Fieber zum Opfer gefallen und für alle, die überlebten, beginnt der schwerste Kampf ihres Lebens. Willem träumt von einer demokratischen Gemeinschaft und will diese in einem verlassenen Städtchen aufbauen. Die Nachricht verbreitet sich schnell und es kommen immer mehr Überlebende nach Amanzi. Doch die Menschen sind noch lange nicht in Sicherheit: Wilde Tiere lauern hungernd in der Wildnis, das Wetter spielt völlig verrückt, der fehlende Strom macht allen zu schaffen - aber am schlimmsten sind nach wie vor die Menschen selbst. Sie plündern, stehlen, lügen, intrigieren und morden auch nach der Katastrophe munter weiter. Und die Gefahr lauert nicht nur da draußen in der Wildnis, sondern auch in Amanzi selbst. 

    „Ich war dreizehn, im Niemandsland zwischen Kind und Teenager, und fühlte mich wohl dort."

    Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Story wird hauptsächlich aus der Sicht von Nico erzählt, doch immer wieder gibt es Aufzeichnungen zum "Geschichtsprojekt Amanzi", bei dem die anderen Mitglieder der Gemeinschaft zu Wort kommen. So bekommt man einen guten Überblick über die Gedanken- und Gefühlswelt der verschiedenen Menschen. 

    „Die Vergangenheit ist ein Fluss, Nico. Wir können uns nicht an alles Wasser erinnern, was vorbeigeflossen ist. Wenn wir zurückdenken, erinnern wir uns hauptsächlich an das Treibgut, diese einzelnen Bruchstücke, die die Stürme und die Fluten hoch oben an den Ufern zurückgelassen haben."

    Auch wenn der Klappentext das vermuten lässt, so geht es in diesem Buch weniger um den Mord an Nicos Vater und vielmehr um die Gründung Amanzis und der schwierigen Aufgabe, eine neue Zivilisation aufzubauen. Dennoch wird es größtenteils nicht langweilig, denn der Autor schafft es sehr gut, diese trostlose und gefährliche Welt zu beschreiben und man "fiebert" mit, wer überleben wird und welche Katastrophen noch alles geschehen werden, die die Zukunft von Amanzi gefährden. An manchen Stellen ist die Story dann aber doch auch etwas langatmig. Das Ende hingegen kommt dann extrem schnell und wird sehr zügig abgehandelt. Das Ende selbst konnte mich auf jeden Fall überraschen, aber leider nicht zufriedenstellen. Es ist zu abgehackt und ich persönlich fand es auch zu unrealistisch im Vergleich zum Rest der Geschichte - der Virus, der Zusammenbruch der Zivilisation, der mühsame Aufbau - all das könnte jetzt genau so passieren. Doch das Ende wirkt dann beinahe wie Science-Fiction und für mich hat er die Geschichte wirklich ein stückweit zerstört. 

    „So sind wir eben, wir Menschen. Wenn wir etwas umsonst bekommen, nehmen wir uns mehr, als wir verbrauchen können."

    Der Plot wirkt sehr authentisch und realistisch, man kann sich wirklich gut vorstellen, dass die "Apokalypse" wirklich so aussehen könnte. Der Autor denkt an unglaublich viele Details und Problematiken, die die Menschheit vor große Schwierigkeiten stellen würde: dass Benzin nur eine gewisse Zeit haltbar ist, dass genmanipuliertes Getreide nicht mehrmals geerntet werden kann, dass Atomwerke explodieren, wenn man sie nicht wartet und vieles, vieles mehr. Das verleiht dem Buch noch mehr Authentizität und es bedrückt einen durchweg die Vorstellung, dass so etwas wirklich passieren könnte. 

    „Das Leben vor dem Fieber hatte nichts Schönes. Nichts. Es war eine verrückte, böse Welt. Jeder hasste jeden: Schwarz und Weiß, Arm und Reich, Liberal und Konservativ, Christen und Muslime, Nord und Süd. Ich nehme an, dass die Leute Gründe suchten, um einander zu hassen."

    Fazit

    Eigentlich ein wirklich gelungenes Endzeit-Drama, das fesseln kann und sehr authentisch ist. Leider zieht sich die Geschichte irgendwann ziemlich und das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, da es sehr unrealistisch ist und außerdem viel zu schnell abgehandelt wird. Das Ende hat mich mit einem unzufriedenen Gefühl zurückgelassen, obwohl ich das Buch eigentlich ansonsten gut fand. Daher 3,5 Sterne und trotzdem eine Leseempfehlung. 

    http://lucciola-test.blogspot.de/2018/03/books-deon-meyer-fever.html

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    rokats avatar
    rokatvor 7 Monaten
    Fantastisches Buch

    Dies ist die Geschichte von Nicolas Storm und seinem Vater. Nachdem ein Fieber 95£% der Weltbevölkerung ausgeschaltet hat, kämpfen die Überlebenden weiter: Gegen die Widrigkeiten der Natur mit Kälte ohne Heizungen, gegen wilde Tiere, gegen schwerbewaffnete und brutale Gangs. Nicolas und sein Vater ziehen durch das fast menschenleere Südafrika. Der Vater, Willem Storm, gründet eine Siedlung, wo immer mehr Menschen zu ihnen stossen. Das Überleben ist hart, und nur gemeinsam schaffen sie es: Die Elektrizität wieder herzustellen für ihr entstehendes Dorf, Essen anzubauen, eine Gemeinschaft zu bilden – und ein Militär aufzustellen, um sich gegen die Überfälle gegen die Banden zu wehren. Während Willem eine von einer friedlichen Welt träumt, lässt sich Nico zum Schützen ausbilden. Langsam beginnt das geordnete Leben wieder. Bis Nicos Vater ermordet wird, und er herausfinden will, wer das getan hat.


    Deon Meyer ist mit als Autor von seiner Krimireihe um den alkoholsüchtigen Bennie Griessel bestens bekannt, und steht bei mir hoch im Kurs. Sein 700 Seiten schweres neustes Werk ist hingegen ganz anders. Diese Dystopie, die Meyer hier aufzeichnet wirkt sehr realistisch. Brutal, manchmal deprimierend, aber trotzdem nie hoffnungslos. Sie zeigt auf, dass eine Katastrophe in diesem Ausmass die Charaktereigenschaften der Menschen nicht unbedingt verändert, sondern sie eher verstärkt hervorbringt: Hass, Wut, Neid, aber auch Freundschaft, Vergebung und Güte.


    Nico als Ich-Erzähler wandelt sich hier von einem Kind zu einem Erwachsenen. Als Teenager wendet er sich gegen seinen Vater, und versteht diesen erst später wieder besser. Der Vater selbst blieb mir eher etwas rätselhaft, nicht ganz fassbar. Nicht nur Nico erzählt das Buch, immer wieder fliessen Aussagen anderer Personen aus Amanzi, wie die neue Siedlung genannt wird, passend zu den Stellen im Buch ein.


    Es ist unglaublich, wie sehr mich der Autor in seinen Bann gezogen hat. Ich bin förmlich durch die doch sehr vielen Seiten geflogen. Der Schreibstil ist einfach fesselnd, wie das Dorf wächst, mit Rückschlägen umgeht, etc. Nach etwa 500 Seiten wechselt für mich der Charakter des Buchs ein wenig. Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten, manchmal in kleinen Szenen vorher schon nebenbei gestreift, tauchen gehäuft auf, und den Verschwörungstheoretiker in mir schwante schon bald, worauf dies hinauslaufen wird. Das Ende hat mich daher auch nicht wirklich überrascht, allerdings war ich etwas enttäuscht über die Abruptheit. Bei 700 Seiten darf der Autor auch noch 50 mehr haben, um gewissen, doch sehr essentiellen Sachen Platz zu geben. Was ich ausserdem vermisst habe, war ein Epilog, der dieser Abruptheit ebenfalls entgegengewirkt hätte.


    Ansonsten für mich ein fantastisches Buch, welchem ich gerne 5 Sterne gebe.

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    Christine2000s avatar
    Christine2000vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles Buch mit seltsam unpassendem Ende
    Das Ende der Welt in Südafrika

    Nick Storm ist gerade dreizehn Jahre alt, als eine Grippeepidemie, fast 95% der Weltbevölkerung auslöscht. Zusammen mit seinem Vater Willem überlebt er mit Glück die harte Übergangszeit in Südafrika. Willem ist ein Visionär und verfügt über viel Wissen und vor allem Menschenliebe. Er möchte einer besseren Welt dienen und tut alles, damit sie wahr wird. Sein Sohn Nick erlebt all das aus seiner Teenagerperspektive und obwohl verschiedene Zeitzeugen zu Wort kommen, ist es doch vor allem sein Erleben, das am eindrücklichsten und unglaublich lebendig und nachvollziehbar geschildert wird. Ganz ganz toll, wie Deon Meyer die Leser hier in eine Zeit des Umbruchs, der Verzweiflung, aber auch der Hoffnung und des Aufbaus eintauchen lässt. Er erschafft eine faszinierende, durch und durch glaubhafte Welt. Es ist spannend, philosophisch und inspirierend zugleich, die verschiedenen Charaktere dabei zu beobachten, wie sie sich neu erfinden, sich treu bleiben, ihre Qualitäten und auch die dunkleren Seiten entdecken, verbergen oder über sich hinauswachsen. Gerade weil ich das so stimmig fand, hat mich das Ende echt überrascht und ein wenig enttäuscht. Aber ich will nicht spoilern. Lest oder hört selbst. Es lohnt sich.

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Authentisch und spannend erzählte Dystopie, die leider an ihrem Ende krankt
    Der Mensch ist ein Tier

    Die Welt nach dem großen Fieber, das 95 % der Menschheit ausgerottet hat: Willem Storm und sein Sohn Nico gehören zu den Überlebenden. Es ist eine gefährliche Welt, die nach dem Fieber übrig geblieben ist, doch Willem folgt unbeirrt seinem Traum, eine neue Gemeinschaft zu gründen, die friedlich und demokratischen Prinzipien folgend zusammenlebt. Doch der Mensch ist ein Tier und so stehen der neuen Gemeinschaft unzählige Hindernisse im Weg, allen voran interne Unstimmigkeiten sowie räuberische Banden, die den Wohlstand der neu gegründeten Siedlung Amanzi für sich beanspruchen.

     

    Diese Beschreibung kratzt nur an der Oberfläche dieser seitenstarken Dystopie. Deon Meyer schafft es, spannend und authentische vom Überleben der Menschheit zu erzählen und dabei nicht nur unterschiedlichste Charaktere, sondern auch diverse Problematiken nachvollziehbar zu beleuchten. Dabei streut er wie nebenbei immer wieder philosophische Überlegungen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein, was dem Roman zusätzliche Glaubhaftigkeit beschert. Streckenweise ist das sehr spannend und gut zu lesen. Nicht zuletzt kommt dem Spannungsaufbau zugute, dass bereits zu Beginn darauf hingewiesen wird, dass Nico die Geschichte seines Vaters erzählt, der im Laufe der Handlung ums Leben kommen wird. Die dystopischen Umstände werden also gleichsam mit einem Kriminalfall verbunden.

     

    Das klingt alles prima und über große Strecken konnte mich das Buch überzeugen. Allerdings waren mir die militärisch kriegerischen Handlungen zwischenzeitlich zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Das ist eine sehr subjektive Einschätzung, da ich nicht sonderlich auf Militär und Kampftaktiken stehe. Was mich dann jedoch sehr gestört hat, war das Ende. Keine Frage, es war völlig überraschend und nicht vorhersehbar, aber ich empfand es als absolut unglaubhaft und im krassen Gegensatz zu der sonst so authentischen Geschichte.

     

    Fazit: In dieser Dystopie steckt sehr viel Lesenswertes, wenn man mal von den Kämpfen absieht. Jedoch hat mich das Ende so verärgert, dass ich letztlich nur 3,5 Sterne vergeben möchte. Mir fehlt einfach ein schlüssiger, nachvollziehbarer Abschluss, der mir so leider an den Haaren herbeigezogen scheint.

     

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 9 Monaten
    Ein Neuanfang


    Die Welt wird von einem tödlich verlaufenden Fieber-Virus befallen, der den Großteil der Menschheit auslöscht. Nur wenige überleben aufgrund einer genetisch bedingten Anlage. Zu diesen Überlebenden gehören Willem Storm mit seinem Sohn Nico. Sie kämpfen in der ausgestorbenen Welt um das nackte Überleben und sind dabei vielen Gefahren ausgesetzt. Aus der Überzeugung auf Dauer lediglich in einer Gemeinschaft überleben zu können beschließt Willem Storm an einer strategisch günstigen Stelle eine Siedlung zu errichten. Er versucht mit Handzetteln darauf aufmerksam zu machen und nach kurzer Zeit stoßen die ersten Fremden zu ihnen. Die Gemeinschaft wächst, aber auch die Probleme...


    Deon Meyer hat mit "Fever" eine aus meiner Sicht sehr gelungene und auch durchaus reale Vision für eine Zukunft nach einem apokalyptischen Szenario geschrieben. Er erzählt die Geschichte in einer sehr bildreichen und lebendigen Schreibweise, die mir die erschaffene Situation gut vor Augen führte. Er bedient sich dabei vieler Charaktere, die unterschiedlich und interessant beschrieben werden. Die Geschehnisse werden häufig aus den unterschiedlichen Perspektiven beschrieben, was ich als sehr belebend empfunden habe. Das Buch stellt die Herausforderung und das Potential eines solchen Neuanfangs in einer Gemeinschaft sehr plausibel und authentisch dar. Sehr spannend wirkt das Zusammenspiel dieser vielen unterschiedlichen Menschen. Was ist notwendig um diese Gemeinschaft beisammenzuhalten? Wie kann sie beschützt werden? Wie ist eine zukunftsträchtige Entwicklung möglich? Der Autor Deon Meyer spielt dabei mehrfach auf unsere heutige Gesellschaft an, in der viele Dinge so geregelt scheinen, dass sie nicht veränderbar sind. Das Buch erhält aus genau dieser Betrachtungsweise eine enorme Tiefe und baut einen immer weiter ansteigenden Spannungsbogen auf. Das fulminante und überzeugende Finale war für mich eine totale Überraschung und ließ mich durchaus nachdenklich zurück. 


    "Fever" war für mich eines der Lesehighlights des Jahres 2017. Die komplexe Story wirkte sehr gut recherchiert und konnte mich in den Bann schlagen, so dass die doch recht umfangreichen 700 Seiten für mich zu keiner Zeit irgendwelche Längen aufwiesen. Ein toller Roman, der den Leser auch durchaus  ein wenig nachdenklich macht. Ich bewerte das Buch mit vollen fünf von fünf Sternen und empfehle es als sehr lesenswert gerne weiter.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 9 Monaten
    Könnte real werden

    Ich liebe die Krimis von Deon Meyer um den Ermittler Bennie Griessel. Daher habe ich auch „Fever“ gelesen, obwohl es überhaupt nicht mein Genre ist. Daher ist es für mich auch sehr schwer, eine Rezension zu schreiben. Einerseits ist da der geniale Schreibstil, andererseits eine Geschichte, die mich nicht so recht anspricht. Aber worum geht’s?

    Es gab ein Fieber, das die Menschen fast ausgerottet hat. Nico Storm und sein Vater Willem haben überlebt. Willem hat eine Vision, wie er sein künftiges Leben gestalten will. Er will mit anderen friedlich und in Freiheit leben. Sie finden einen Platz, wo sie sich niederlassen wollen und nennen ihn Amanzi wollen. Weitere Überlebende stoßen zu ihnen. Es soll ein Fleck werden, wo alles gemeinschaftlich gemacht und genutzt wird. Aber schon bald gibt es erste Meinungsunterschiede. Außerdem werden der Gemeinschaft Bedrohungen von außen gefährlich. Schon bald sind alte Verhaltensmuster wieder da und mit der Zeit gibt es auch Abspaltungen aufgrund von sehr unterschiedlichen Einstellungen. Dann wird Willem ermordet…

    Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht von Nico, aber es kommen auch andere Sichtweisen dazu, so dass nicht eindimensional berichtet wird. Die Charaktere sind alle sehr vielschichtig beschrieben, doch so richtig warm wurde ich mit den meisten von ihnen nicht.

    Interessant war auf jeden Fall, sich mit der Frage „was wäre wenn…“ auseinander zu setzen. Wie würde ich mich in einem solchen Fall verhalten? Würde ich es schaffen, wieder mit einfachen Mitteln leben zu können, wenn alles Selbstverständliche nicht mehr zur Verfügung steht? Wie bewahrt man sich in einer derart wüsten Welt sein Menschlichkeit?

    Die Atmosphäre war bedrückend – also passend zum Genre. Es war auch spannend, da es die unterschiedlichsten Bedrohungen gibt. Es gibt viele Fragen, die im Laufe der Geschichte auftauchen. Zum Schluss sind alle Fragen schlüssig beantwortet und es kommt auch noch zu einer Überraschung.

    Die Geschichte ist interessant und realistisch dargestellt und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

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    abuelitas avatar
    abuelitavor 9 Monaten
    wie wird man diesem Buch gerecht ?


    Es gibt schon viele Rezensionen dazu und es ist schwierig .....schwierig, hier etwas „neues“ zu sagen dann. Daher beschränke ich mich auch auf wenige Zeilen, denn die Handlung mag ich nicht nochmals nacherzählen und den vielen guten Rezensionen stimme ich ausnahmslos zu. 

    Das Buch spielt in Südafrika, da kennt sich Deon Meyer aus, das kann er beschreiben, wie kein anderer. Dieses Mal mit einem Szenario, das sehr erschreckend, aber nicht mal sooooo unrealistisch ist. 

    Ein Fieber lässt nur ca. fünf Prozent der Menschen überleben. Nico Storm und sein Vater Willem gehören zu den wenigen Überlebenden.

    Willems Vision ist, einen Ort zu finden, an dem er eine neue, bessere Gesellschaft gründen kann. So etwas findet er auch und fängt an, es aufzubauen. Aber wie überall wenn Menschen zusammenkommen ist es so, wie es schon immer war und wohl auch immer sein wird: es „passt“ nicht alles.

    Sehr gut und penibel hat der Autor recherchiert und in einer ruhigen, unaufgeregten Art und seinem unnachahmlichem Schreibstil erzählt er aus der Sicht von Nico. Das ist einfach nur sehr gut gemacht, das packt und nimmt einen mit, so dass man manchmal wirklich meint, direkt im Geschehen zu sein.

    Ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte ich das Buch auch einfach nicht mehr aus der Hand legen und habe den Rest in einer Nacht ausgelesen. Denn der Schluss hat es noch einmal in sich ….aber das müsst Ihr selber lesen, das verrate ich natürlich nicht.

    Für mich ist es DAS Buch des Jahres, eines der besten, die ich in 2017 gelesen habe. 

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    marpijes avatar
    marpijevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Apokalyptische Welt - meisterhaft geschrieben
    Sehr spannend und sehr gut geschrieben

    Ein Welt nach der Apokalypse - tödliche Fieber hat fünfundneunzig Prozent Menschheit getötet, die überlebende fünf Prozent muss neue Leben anfangen im neuen, fremden, veränderten Welt . Unter die fünf Prozent befinden sich Willem und Nicolaas Strom , Vater und Sohn, die reisen durch die Afrika und suchen nach geeigneten Ort um das neue aufzubauen. Willem Strom gründet neue Stadt wo immer neue Leute kommen , die bauen zusammen neue Häuser , bilden Kinder in die Schule und Soldaten bepflanzen Felder und züchten Tiere - die neue Stadt ist sehr gut struktuisiert aber im ständigen Gefahr von die Plünderer beraubt zu sein. Nico wird zum ein Soldat ausgebildet, er verliebt sich in Sofia und das Welt scheint mehr oder weniger in Ordnung sein... bis die Katastrophe passiert - Willem Strom ist ermordet.


    Deon Meyer hat sehr gutes , spannendes Buch geschrieben über einem apokalyptischen Welt , wo der Mensch einsam und verwundbar ist, wo der böse fast immer der gute besigt und wo der Glaube in die anderen Menschen sehr gesunken ist.
    Der Schreibstil ist flüssig, deutlich und klar, die ganze ist sehr logisch konstruiert und durch  die ständigen Perspektivenwechsel ist die Geschichte sehr interessant. Am Anfang der Autor erzählt das Geschehene ruhig und leise doch im Laufe der Zeit der Intensivität und die vielen Ereignisse bauen sehr große Spannung - das Buch ist fast unmöglich aus der Hand weg zu legen. Auch die Atmosphäre ist sehr gut angepasst - dunkel und düster mit Vorahnung dass etwas schlimmes wird passieren . Die Charakteren sind gut ausgebaut, über jeder Person kann ich mich mein eigenes Bild machen. 
    Sehr große Vorteil - die bildhafte, detailierte Sprache - die macht dass die Geschichte lebt und der Film dreht sich von selber von meinen Augen.


    Das war meine erstes Buch von Deon Meyer aber bestimmt nicht die letzte - sein Schreibstil und sein Konzept haben mich komplett überzeugt.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Einfach phänomenal, mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite!
    Großartig geschrieben und unglaublich spannend

    In „Fever“ beschreibt Deon Meyer ein echtes Endzeitszenario: Ein mutiertes Fieber hat den Großteil der Menschheit getötet, nur wenige Personen waren immun und haben überlebt. In dieser Welt lebt der dreizehnjährige Nico Storm mit seinem Vater Willem. Dieser will an einem gut gelegenen Ort eine neue Gemeinschaft aufbauen, damit die wenigen Menschen wieder sicher gemeinsam leben können. Doch zahlreiche Probleme machen das Vorhaben schwieriger als gedacht und kosten sogar Nicos Vater das Leben. In diesem Buch erzählt Nico rückblickend von seinen Erfahrungen und wie er den Mörder seines Vaters suchte und nimmt den Leser mit in die neue Welt nach dem Fieber.
    Deon Meyer war mir bisher bekannt durch seine Kriminalromane, daher war ich überrascht, dass der Autor sich auf ein völlig neues Feld begibt. Doch er meistert das neue Genre wirklich außerordentlich gut, mit „Fever“ ist ein hochspannender Roman entstanden, der einen als Leser von der ersten Seite an fesselt. Sowohl die Welt, in der die Menschen jetzt leben, als auch die Charaktere des Romans sind sehr gut beschrieben, so dass man sich das Szenario schnell lebhaft vorstellen kann. Alle Vorgänge und ihre Folgen sind außergewöhnlich gut durchdacht, die Story wird dadurch an keiner Stelle unlogisch oder konstruiert, was den besonderen Reiz des Romans ausmacht. Besonders Nico wächst einem schnell ans Herz und der Leser wird im Verlauf mit ihm erwachsen, auch wenn es viel schneller geht, als man es einem Jungen wünschen würde. Die Situation fordert viel von ihm und er kämpft sich durch, mit Menschen an seiner Seite die den Traum seines Vaters nach einer friedlichen und freien Gemeinschaft teilen.
    Der Roman „Fever“ von Deon Meyer ist ein außergewöhnliches Buch. Die Story ist spannend und berührt einen durch den engen Kontakt zur Hauptfigur sehr, man kann sich gar nicht mehr davon loslösen und muss einfach immer weiterlesen. Ein tolles Buch, eine tolle Idee und dazu noch großartig umgesetzt: „Fever“ ist einfach uneingeschränkt zu empfehlen. 

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    Curins avatar
    Curinvor 10 Monaten
    Wirklichkeitsnahes Szenario

    Nachdem ein aggressives Fieber ausgebrochen ist, stirbt innerhalb kürzester Zeit fast die gesamte Menschheit aus. Der 13-jährige Nico und sein Vater Willem Storm gehören in Südafrika zu den wenigen Überlebenden, die sich nun in einer völlig veränderten Welt zurecht finden müssen. So gründen sie gemeinsam mit anderen Menschen eine neue Siedlung, die Schutz bieten und die Versorgung mit Strom und Nahrungsmitteln sichern soll. Die Gemeinschaft wächst schnell, aber damit auch die Probleme untereinander... .
    Der Autor Deon Meyer hat hier eine sehr realistische und wirklichkeitsnahe Dystopie geschrieben, bei der man den Eindruck bekommt, dass ganze Szenario könnte tatsächlich genauso ablaufen. Mich hat das Buch von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Umso weiter die Handlung voranschritt, umso spannender wurde sie für mich und bis auf ein paar Stellen ist die Geschichte auch nie langweilig.
    Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht von Nico, der auf die Zeit kurz nach dem Fieber zurückblickt und alles so niederschreibt, wie er es in Erinnerung hat. Die Idee, eine selbst handelnde Figur in der Geschichte ihre eigen Biographie aufschreiben zu lassen, konnte der Autor hier gut umsetzen. Nico selbst ist ein sehr mutiger Teenager, der schon früh lernen muss, sich zu wehren, um nicht selbst getötet zu werden. Im Gegensatz zu seinem Vater ist er oft impulsiv und reagiert manchmal etwas überzogen. Ein richtiger Sympathieträger ist er nicht, aber dennoch ein beeindruckender und etwas leicht zu beeinflussender junger Mann.
    Willem Storm ist viel ruhiger als sein Sohn und hat den angenehmeren Charakter. Er setzt sich mit seiner ganzen Kraft für die Gemeinschaft ein, aber wirkt manchmal etwas zu gutgläubig und zum Teil sogar naiv. Sein Gegenpol in der Geschichte ist Domingo, der die Soldaten für die Siedlung ausbildet und dabei zum Teil fragwürdige Methoden anwendet. Während Willem sich versucht, bei den großen Philosophen Rat zu holen, greift er lieber zu Waffe und macht Nägel mit Köpfen.
    Deon Meyer hat einen sehr angenehm lesbaren Schreibstil und schafft es, gerade technische Dinge gut und anschaulich zu erklären. Man merkt der Geschichte einfach an, dass er wirklich viel recherchiert und sich darüber informiert hat, wie lange beispielsweise das Benzin noch nutzbar bleibt und wie man eine Alternative ohne viele Hilfsmittel selber herstellen kann. 
    Beim lesen hatte ich teilweise das Gefühl, einen Thriller vor mir zu haben, was an der vielen Gewalt liegt, die ständig vorkommt und ganz nüchtern beschrieben wird.
    Was mir persönlich im Roman gefehlt hat, sind Naturbeschreibungen von Südafrika, die viel zu kurz kommen. Auch hatte ich den Eindruck, dass nur wenige Personen vielschichtig gestaltet sind. Die anderen dagegen wirkten auf mich eher klischeehaft, wie zum Beispiel der fanatische Pfarrer.
    Insgesamt ist ,,Fever" ein großartiger Roman, indem realistisch durchgespielt wird, was nach einem möglichen tödlichen Fieberausbruch passiert und vor welchen Schwierigkeiten die Menschheit daraufhin steht. Mich hat das Buch gut unterhalten, weshalb ich es hier gerne weiterempfehle.

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