Derek Meister Knochenwald

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Inhaltsangabe zu „Knochenwald“ von Derek Meister

Mord und Reliquienhandel, Pilgersehnsucht und Aberglaube Bayern 1392. Eigentlich fährt der bärbeißige Lübecker Patrizier Rungholt auf Wallfahrt zu den heilsamen Reliquien nach München. Doch der Weg zur Absolution ist mühsam, und so kommt Rungholt ein Anliegen reicher Münchner gerade recht: Er soll die vermisste Frau eines Goldschmieds finden. Der Auftrag entpuppt sich jedoch als tückisch. Die Spuren führen in die königliche Residenz, zu den Mönchen, die die verehrten Reliquien hüten – und mitten in den unheimlichen Knochenwald …

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    lord-byron

    lord-byron

    25. September 2012 um 19:56

    Ein großes Dankeschön an blanvalet für das Rezensionsexemplar dieses tollen historischen Krimis. Der in Lübeck lebende Rungholt hat sich nach München aufgemacht. Dort werden für kurze Zeit besondere Reliquien ausgestellt, zu denen er um Vergebung seiner Sünden beten möchte. Doch er ist nicht der einzige Pilger, der diese Idee hatte und so ist die Stadt regelrecht mit Bittstellern überfüllt. Nachdem Rungholt in einer Kirche einen Tobsuchtsanfall hatte, wird er des Gotteshauses verwiesen und hat so nicht die Möglichkeit dort zu beten. Als der Goldschmied der Stadt an ihn herantritt und ihn bittet seine verschwundene Frau zu suchen, die eine Freundin von Rungholts Tochter ist, stimmt er zu, denn der Goldschmied verspricht ihm dafür, dass er ungestört zu den Reliquien beten kann. Ihm zur Seite steht sein Freund Käpitan Marek, der ihn bei der Suche unterstützt. So kommen sie in die Wälder vor den Toren Münchens und haben es plötzlich mit Alchemisten, schwarzer Magie und bösen Geistern zu tun. Knochenwald ist der 3.Roman um den cholerischen Rungholt, aber für mich war es der Erste. Das hat aber nicht weiter gestört und ich konnte der Geschichte gut folgen. Rungholt ist ein echtes Original. Jähzornig und aufbrausend ist er gutem fetten Essen und zwei oder drei Bier nicht abgelehnt. Das macht sich gesundheitlich bemerkbar und so ist der Gute nicht immer so ganz auf der Höhe. Derek Meister hat hier einen gut recherchierten historischen Krimi geschrieben, der mir einfach Spaß gemacht hat. Die Benutzung alter und längst vergessener Ausdrücke fand ich richtig klasse. Die Beschreibungen waren so farbenfroh und plastisch, dass ich alles vor meinen Augen sehen konnte. Das Thema war nicht ganz so meins, kann ich doch so religiöse Fanatiker weder verstehen noch gut heißen. Aber da kann der Autor ja nichts dafür. Ansonsten war der Plot gut durchdacht und sehr spannend. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut und schnell zu lesen. Ein tolles Leseerlebnis für das ich 8 von 10 Punkten vergebe. Liebhaber historischer Krimis sollten sich diese Reihe nicht entgehen lassen.

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. September 2012 um 17:58

    1392. Der Papst hat ein Jubeljahr ausrufen lassen, weil in Andechs heilige Reliquien gefunden wurden, die schon seit hundert Jahren als verschollen galten. Das heißt, dass man nicht unbedingt nach Rom oder Santiago de Compostela pilgern muss, um seine Absolution zu erhalten. München heißt das Ziel in diesem Jahr. Verfolgt von den Taten seiner Vergangenheit macht sich auch der Lübecker Patrizier Rungholt auf den Weg dort hin. Leider geht beim Warten darauf, vor den heiligen Reliquien beten zu können, Rungholts Temperament mal wieder mit ihm durch. Er wird aus der Kirche geworfen und erhält Kirchenverbot. Die Absolution zu empfangen rückt damit für ihn in unerreichbare Ferne. Rungholt sieht sich schon in der Hölle schmoren, als seine Tochter Margot ihn bittet, eine Freundin zu suchen, die seit Tagen spurlos verschwunden ist. Es handelt sich um Frau des Goldschmieds Smidel, der die Möglichkeit hat, Rungholt heimlich zu den Reliquien vorzulassen. Aus zunächst völlig eigennützigen Motiven macht Rungholt sich also auf die Suche nach der jungen Frau. Dabei kommt er einer Intrige auf die Spur, die ihn in Alchemistenkreise führt und tief in den Wald zu einer alten, verfallenen Mühle. [„Mir passt was nicht?“ Marek lachte. „Es reicht, Herrgott noch mal! Du bringst mich noch zu den Tollen ins Spital, Rungholt. Das sag ich dir aber!“ Marek wollte weitergehen, aber Rungholt hielt ihn fest. „Flüsse sind dir zu tief, auf einem Pferd ist es dir zu hoch. Das Meer hasst du! Die Berge magst du nicht, und der Wald ist dir zu dunkel! Der Sommer ist dir zu warm und der Winter zu kalt… Was… Rungholt, was in Gottes Namen magst du überhaupt?“ „Bier.“] (S. 380) Dieses Zitat beschreibt den dicken Lübecker Patrizier eigentlich schon recht gut, würde er doch viel lieber auf seiner Bank in seinem Hof in Lübeck sitzen, statt auf Verbrecherjagd zu gehen. Lange habe ich es vor mir her geschoben, diesen 3. Teil der mittelalterlichen Krimi-Reihe um den Lübecker Patrizier Rungholt zu lesen. Mir war einfach nicht nach historischen Romanen. Jetzt frage ich mich natürlich, warum ich so lange gezögert habe. Ich mag ihn einfach, diesen bärbeißigen alten Stinkstiefel! Mit seiner cholerischen Art versteht er es meisterhaft, alles und jeden gegen sich aufzubringen. Und doch kommt er der Verschwundenen mit viel detektivischem Geschick langsam aber sicher auf die Spur. Murrend und knurrend schnüffelt „der Bluthund“ sich durch München. Begleitet wird er dabei von seinem Freund und Kapitän Marek Bølge, der Rungholts herrische Art mehr oder weniger gleichmütig über sich ergehen lässt. Marek mag ich im Übrigen auch sehr gern. Er ist zwar Rungholts Angestellter, gleichzeitig aber auch sein Freund. Dabei ist er so gutmütig, dass er sich von Rungholt so einiges, aber bei weitem nicht alles gefallen lässt. Die Schreibweise des Buches war größtenteils sehr flüssig zu lesen. Durch die mittelalterlichen Begriffe oder auch durch ein paar lateinische Sätze wurde ich in meinem Lesefluss allerdings ein bisschen gebremst. Dies macht der Autor dann aber mit einem umfangreichen Glossar am Ende des Buches wieder wett. Dieser 3. Fall, den es für Rungholt zu lösen galt, hat mir im Großen und Ganzen recht gut gefallen, auch wenn ich die Story diesmal nicht ganz so spannend fand. Dass der Autor gute Recherchearbeit geleistet hat, ist auf jeden Fall klar zu erkennen. Ich vergebe deshalb 8 von 10 Punkten bzw. 4 von 5 Sternen. Die Reihenfolge der einzelnen Bände: 1. Rungholts Ehre 2. Rungholts Sünde 3. Knochenwald 4. Todfracht 5. Flutgrab

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    Uthred

    Uthred

    27. July 2010 um 15:20

    Seit langem hatte ich wieder ein Mal die Muße ein Buch fertig zu lesen. Und seit langem bin ich wieder ein Mal beim Kaufmann Rungholt aus Lübeck gelandet. Wie immer schafft Derek Meister eine atmosphärisch dichte Geschichte. In diesem Buch packt er zudem Themen aus verschiedenen Epochen schlüssig in einer spannenden Handlung zusammen! Dafür und für die tolle Roman-Serie hat sich Derek Meister wirklich 5 Sterne verdient. Für mich mit das Beste was es im Bereich historische Kriminalromane gibt ...

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    vormi

    vormi

    12. April 2010 um 14:58

    Der 3. Teil der Rungholdt-Reihe hat mich nicht so begeistert wie die ersten beiden. Leider ist der Funke beim lesen dieses Mal nicht so über gesprungen.

  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    smutcop

    smutcop

    19. October 2009 um 14:35

    Wiedereinmal ein (Derek)- Meisterbuch mit den gewohneten Zutaten. Sehr gut recherchiert läßt uns der Autor wieder mit dem brummigen Lübecker Kaufmann Rungholt und seinem beflissenem Kapitän Marek im Jahre 1392 durch Münchens Straßen und Umland wandern. Die Beschreibung des täglichen Lebens und dem lähmenden Einfluß der Kirche zu dieser Zeit sind dem Autor etliche Seiten wert. Mein Tip wie immer bei den Meister- Werken: Lesen Sie zunächst das Glossar. Roter Faden der Geschichte ist neben dem bekannten Sünde - und Sühnebild dieser Zeit die Alchemie. Mutige Männer und Frauen des 14 Jh. leisten unter Lenbensgefahr wissenschaftliche Pionierarbeit.Auch ein gutes Pfund detektivischer Handarbeit hat der Autor diesmal beigemengt. Fazit: Bei Meister weiß man was man bekommt. Einen detailreichen Blick auf Lebensumstände und Weltanschauung der damaligen Zeit, mit authentisch wirkenden Darstellern. Die Bücher um Rungholt liest man am Besten chronologisch, da sich die Geschichte um den Helden auch um sein Privatleben herum weiterentwickelt.

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    MichaelSterzik

    MichaelSterzik

    26. May 2009 um 14:41

    Im Mittelalter gab es unzählige Reliquien die in verschiedenen christlichen Wallfahrtsstätten oder Kirchen ausgestellt wurden. Ein Splitter vom Kreuz Jesus, ein Dorn des Rosenkranzes mit dem Jesus gefoltert wurde, ein Knochen eines Heiligen usw. Das Sortiment an Heiligen Reliquien war vielfältig und Pilger aus aller Welt unternahmen nicht selten unter Lebensgefahr die Reise auf sich um davor zu beten oder versprachen sich davon ihre Sünden begleichen zu können. Für die Städte in denen ein "Gnadenjahr" veranstaltet wurde, wie z.B. in München im Jahre 1392 war es wirtschaftlich gesehen ein sehr gutes Jahr. Mit den Pilgern kam das Geld dieser Sünder in die Stadt, in die Wirtshäuser und Unterkünfte, für die Kirche stellten diese zahlenden Pilger eine wahre Geldquelle dar. Ablassbriefe persönlich unterzeichnet von der Heiligen römischen Kirche durch einen Bischof oder sogar Kardinal wurden genauso gerne verkauft wie Spendenkassen vor "Heiligen Reliquien aufgestellt. Alles in allem ein sehr lukratives Geschäft für die Stadt und die Geschäftsleute, genau wie für die Kirche und ihre Fürsten. Nicht wenige Gemeinden oder gar Fürstentümer und Herrschaftshäuser sahen die Chance zu Geld, Macht und Ansehen zu kommen. Es reiste alles zu diesen Wallfahrsorten, egal ob nun Edelmann oder ein einfacher Kauffmann. Kranke versprachen sich Heilung, Ritter und Adelige vielleicht die Unterstützung für einen Feldzug, einen Krieg gegen die Ungläubigen, Kaufmänner ein Aufschwung ihrer Geschäfte und die Vergebung ihrer Sünden um gleich darauf hin ihre Konten mit Geld und Sünden wieder auffüllen zu könnten. Die Absolution wurde gegen ein gewisses Entgelt immer gerne und oft, ja sogar endlos erteilt. Und wenn mal keine Reliquien zur Hand waren, so fälschte man diese halt. Wer konnte denn schon beweisen, dass dieser kleine Knochen nicht heilig war? Was folgte war ein reger Austausch und Handel mit Fälschungen von Reliquien jeglicher Art und sicherlich war man auch bereit dafür zu morden. Derek Meister, der Autor von "Runholts Ehre" und "Rungholts Sünde" lässt diesmal seinen bärbeißigen Patrizier Rungholt im dritten Fall im fernen München auf Mörderjagt gehen. Story - Geschichte - Rungholt ist in den Vierzigern und seit dem Tod seines Freundes und Mentors Winfried ist ihm der Tod bewusster geworden. Seine Sünden die noch immer an ihm nagen und ihn innerlich nicht zur Ruhe kommen lassen belasten den Lübecker Ratsherren und Kaufmann sehr. Schon seit Kindheitsbeinen an, ist der Tod ein ständiger Begleiter, seine Eltern und seine Schwester sind ertrunken und dieses Trauma wiegt ebenso schwer wie seine eigenen Bluttaten und dem Tod seiner geliebten Irena. Auch in Lübeck kommt der Kaufmann nicht zur Ruhe und musste bei seinen beiden Mordfällen erneut töten, wenn es selbst auch der Mörder war und in Notwehr geschah. Rungholt hat Angst vor dem Tod und Respekt vor der Hölle die ihn vielleicht erwartet. Er will für sich endlich seinen Seelenfrieden finden. Und gerade jetzt im Jahre 1392 findet im Wallfahrtsort München ein "Gnadenjahr" statt. So nimmt also der dickschädelige Hanser die weite Reise von Lübeck nach München auf sich. Zwei Wochen in einem Holzwagen unterwegs zu sein lassen auch den Pilger Rungholt bei seiner Ankunft seinen wunden Hintern spüren den er noch Tage später zu pflegen hat. Die Zeit in München wird er weiterhin nutzen seine älteste Tochter Margot zu treffen bei der er auch während seines Aufenthaltes wohnen wird. Doch es gibt Spannungen zwischen dem erfahrenen Patrizier und seiner Tochter die nur einen ärmlichen Flößer geheiratet hat. Sein Schwiegersohn Utz ist Rungholt ein Dorn in Auge. Margot und Utz leben in bescheidenen, fast schon ärmlichen Verhältnissen und auch seine Umgangsformen und sein vielleicht bescheidener Geist stimmen den Pilger und Sünder Rungholt sehr skeptisch. Auf dem Weg zu dem Kapellen in denen die Reliquien ausgestellt sind ereignet sich ein Zwischenfall und Rungholt wird es verwehrt die Kirche besuchen zu dürfen. Sein Seelenfrieden, seine Absolution rücken in weiter Ferne. Hinzu kommt noch das ihn weitere Sorgen plagen, der Bau seiner Bierbrauerei ist ein finanzielles Desaster und der Handel in der Ostsee verläuft wegen Blockaden der Piraten mehr wie nur schleppend. Auf der drängenden Bitte seiner Tochter hin, die erzählt das eine Freundin von ihr, die Frau eines Goldschmiedes spurlos verschwunden ist, soll sich ihr Vater auf die Suche nach ihr machen. Sein Ruf als Ermittler scheint ihm vorausgeeilt zu sein. Rungholt der damit vielleicht seine einzige Chance sieht das seine Sünden ihm vergeben werden, sollte er die vermisste Frau finden, nimmt die Ermittlungen auf. Diese führen den Patrizier in die dunklen, tiefen Wälder der Stadt und er wird dort fündig. Mit der Hilfe von Torfstechern findet Rungholt zwei Leichen die noch nicht lange tot, aber schon tief im Moor und Schlamm versunken sind. Die weiteren Ermittlungen laufen schleppend und der Zunftmeister der Gilde der Goldschmiede ist nicht sehr kooperativ, ebenso wenig wie ein Kollege des Goldschmiedes. Unerwartet bekommt Rungholt Unterstützung durch seinen dänischen Freund und Kapitän Marek. Dieser wurde von Alheyd, Rungholt Ehefrau nach München geschickt. Rungholt und Marek müssen erneut in den unheimlichen Wald um mit den Ermittlungen voran zu kommen. Sie werden zusammen mit dem Goldschmied der Rungholt und Marek begleitet in einen Hinterhalt gelockt und entkommen nur knapp und verletzt diesen Mordanschlag. Als die Identität der beiden Toten aus dem "Knochenwald" aufgeklärt ist, verdichten sich die Spuren um einer Geheimen Gesellschaft die sich der Alchemie verschrieben hat. Was wusste die Goldschmiedin darüber und hat dies etwas mit den wundertätigen Reliquien zu tun die soviel Geld und in die Stadt und die anliegenden Klöster bringt? Zu spät stellt Rungholt fest das es um mehr geht als falschen Handel und seine Gegner in eine Verschwörung verstrickt sind die tödlich ist…. Kritik Im dritten Teil um den bärbeißigen und dickköpfigen Rungholt lässt der Autor Derek Meister die Geschichte nicht in Lübeck sondern in München spielen. Ohne seinen regionalen Vorteil und sein Wissen um die Menschen ist Rungholt nur mit der einzigen Unterstützung seines Freundes Marek auf sich allein gestellt. Ein Hanser aus der Ostsee inmitten eines Pilgerstromes im bayrischen von Bergen angrenzenden München Spuren deuten und Mörder überführen soll, ist eine Herausforderung nicht nur an den Protagonisten, sondern ebenso an dem Autor selbst. Der Roman "Knochenwald" ist fast ebenso spannend wie seine beiden Vorgänger. Inhaltlich gesehen wird die Verschwörung bis auf einen kleinen Teil schon im Laufe der Handlung aufgeklärt, ebenso das Schicksal der Vermissten ist schon bald kein Rätsel mehr, so dass sich die Geschichte auf den laufenden Stand und Fortschreiten der Ermittlungen von Rungholt konzentriert. Dem Autor Derek Meister geht es hier darum die Geschichte in kleinen Puzzel stücken dem Leser zu präsentieren um damit die Spannung langsam steigern zu können, natürlich wird die Verschwörung und Motivation der Täter erst am Ende verraten. Um es vorab zu verraten; die verschwundene Goldschmiedin lebt, und sie ist der Schlüssel der ganzen Geschichte und auch die geschilderte Situation aus ihrer Sicht ist fast schon spannender als die Ermittlungen Rungholts. Rungholts Charakter wird hier ebenso dickköpfig und aufbrausend geschildert wie in den beiden vorherigen Romanen auch. Sein Verhältnis zu seiner ältesten Tochter Margot und ihrem einfachen Ehemann Utz gehört ebenso zur Geschichte und ist wie sein Freund Marek der einzige Rückhalt den er hat. Analysiert man den Charakter Margots so kann man sagen: Die Tochter hat wirklich fast die gleichen Eigenschaften wie ihr jähzorniger Vater und auch sie ermittelt auf ihre eigenen Weise. "Knochenwald" ist und bleibt ein Historischer Krimi von einer erzählerischen Raffinesse die Ihresgleichen sucht. Die Epoche des Mittelalters wird hier detailreich und getreu wiedergegeben und der Autor schafft es den historischen Hintergrund mit einer spannenden Kriminalgeschichte zu kombinieren. Es wird vorkommen, dass der eine oder andere Leser die Stadt Lübeck und den einen oder anderen Charakter aus den beiden Romanen "Rungholts Ehre" und "Rungholts Sünde" vermissen wird, doch diese Expedition nach München war für den Charakter Rungholt auch nötig um eine Abwechslung schaffen zu können. Die Geschichte hat vielleicht nicht so viel verschiedene Handlungsstränge wie es der Leser dieser Reihe gewohnt ist, aber die kleineren Nebenschauplätze und das Verhältnis der Charaktere untereinander wie z.B. Rungholt zu seiner Tochter Margot machen dies schnell wieder wett. Vermissen könnte man allerdings in der Geschichte die Chance das Mittelalterliche München erzählt zu bekommen. Hier wird nicht viel über das tägliche Leben und vielleicht die vielen Unterschiede zu einer Hansestadt aufgeschlüsselt, ebenso wenig werden die Reliquien und ihre Wichtigkeit für die Pilger und die Stadt München erzählt. Fazit Eine Historische Krimireihe mit eben immer den gleichen Charakteren unterliegt dem Gesetz des Fortschrittes. Die Figuren müssen dem Leser vertrauter werden und müssen inhaltlich und chronologisch glaubhaft aufgebaut werden. Genau hier liegt der Anspruch und dem wird der Autor Derek Meister sehr gerecht. Ebenso wird und muß das historische Ambiente fast schon lückenlos recherchiert sein, sicherlich bedarf es hier schriftstellerische Freiheiten doch auch hier werden Alltagsgegenstände, Berufe zeitgemäß erzählt. Löblich sei hier erwähnt, dass sich der Autor die Zeit nimmt in einem Nachwort auf seine Geschichte einzugehen und auch die Hintergründe plausibel zu erklären. Auch eine Landkarte der Umgebung Münchens lässt es zu das der Leser die Touren Rungholts verfolgen kann. Ebenso hilfreich das kleine Glossar am Ende des Buches in dem man Ausdrücke und Gegenstände des alltäglich mittelalterlichen Lebens erklärt bekommt. "Knochenwald" von Derek Meister ist wie seiner Vorgänger ein dichter Krimi mit sehr gut ausgebauten Charakteren die man schnell ins Herz schließt. Die Spannung baut sich verhältnismäßig schnell auf und der Autor ist bereit auch mal unkonventionelle Wege zu beschreiten die gleichsam für die Figuren und die Handlung unabdingbar sind, ansonsten würde dieser Krimireihe schnell die Luft ausgehen. Prädikat: sehr gut und auch nach dem dritten Teil genauso lesenswert. Freuen wir uns auf den vierten Teil und dem Autor zufolge wird es auch hier ein Wiedersehen mit der schönen Stadt Lübeck und seinen Charakteren geben. Produktinformation • Broschiert: 448 Seiten • Verlag: Blanvalet TB (10. März 2008) • Sprache: Deutsch • ISBN-10: 3442368502 • ISBN-13: 978-3442368501 Vielen Dank fürs lesen und kommentieren Michael Sterzik

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    Yvonne79

    Yvonne79

    30. April 2009 um 12:53

    Der dritte Teil rund um den Hanser aus Lübeck, hat es in sich. Wollte doch Rungholt nur die Absolution auf seine vielen Sünden erhalten, doch durch ein Handgemenge in der Kirche bricht Rungholt einem Priester die Nase und wird vor die Tür gesetzt. Jetzt muss er natürlich auf anderem Wege an seine Absolution kommen. Doch dies gestaltet sich recht schwierig, den ausgerechnet seine zweite Tochter Margot bitte ihn um Hilfe. Natürlich steht ihm auch sein Freund Marek hilfreich zur Seite. Und schon ist der Leser mitten drin im „Knochwald" und lässt sich vom Geschehen mitreißen. Diesmal spielt die Geschichte nicht in Lübeck, sondern in München und so lernt man auch ganz neue Figuren kennen, wie Margot Rungholts Tochter und deren Mann Utz. Wunderbar schildert Derek Meister die Geschichte und verknüpft die einzelnen Handlungstränge miteinander, welche immer neue Rätsel aufgeben. Die Atmosphäre ist diesmal noch eine wenig unheimlicher wie die Vorgänger, allerdings kein Wunder bei den Erzählungen, die man sich über den Wald erzählt. Auch der Humor kommt nicht zur kurz, denn so manch urkomische Szene ruft ein schmunzeln hervor und untermalt die ganze Szenerie. „Knochenwald“ ist ein unheimlicher, spannender und atmosphärisch dichter historischer Krimi aus der Feder von Derek Meister.

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. December 2008 um 00:36

    Rungholts dritter Fall spielt dieses Mal nicht in seiner Heimat, sondern in München, wohin der grantige Kaufmann gepilgert ist, um seine Sünden endlich loszuwerden. Bei seiner Tochter Margot und ihrem zweiten Mann Utz findet er zunächst seine Unterkunft, doch wohl fühlt er sich weder bei seinem unnützen Schwiegersohn noch in der von Pilgern überlaufenen Stadt. Schnell fällt er unangenehm auf und es sieht nicht so aus, als würde er Absolution erhalten. Seine Tochter bittet ihn schließlich eine verschwundene Freundin zu finden. Zunächst widerwillig beginnt Rungholt zu ermitteln, aber schon bald ist er wieder ganz in seinem Element und als auch noch sein Freund Marek in München ankommt, steckt er bald ganz tief in den Ermittlungen. Im dritten Band um Rungholt hat sich Derek Meister abermals gesteigert. Seine Hauptfigur wird immer intensiver und seine Fälle immer komplexer. Obwohl Rungholt hier in der Fremde ermittelt, ist es dem Autor gelungen, auch hier die Gegend so zu beschreiben, dass man dem dicken Kaufmann gedanklich sehr gut folgen kann. Rungholt selbst beschäftigt sich neben den Ermittlungen auch mehr mit sich selbst, geht in sich, kann aber noch nicht aus seiner Haut. Meister macht es wie immer spannend und schürt die Neugier auf den vierten Band "Todfracht", der leider erst im nächsten Jahr erscheint. Wie seine beiden Vorgänger ist "Knochenwald" ein empfehlenswerter historischer Krimi, dessen Hauptfigur man, trotz ihrer Schwächen oder vielleicht gerade deshalb, einfach mögen muss.

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    Jens65

    Jens65

    03. August 2008 um 21:47

    An die beiden Vorgängerromane " Rungholts Ehre + Rungholts Sünde " reicht der dritte Band aus der Rungholt-Reihe "Knochenwald" nicht ganz herran. Das Lokalkolorit ist Meister diesmal nicht so gut gelungen. Vielleicht, weil er im Norden doch eher zu Hause ist als im Süden...? Das mittelalterliche München bleibt etwas blass. Derek Meisters Romane sind sprachlich sicherlich kein Einheitsbrei. Darüber hinaus kann aber auch dieses Mal die Geschichte begeistern, und für Spannung ist auch ausreichend gesorgt. Ich kann die Reihe trotz kleinerer Einschränkungen vorbehaltlos empfehlen und freue mich schon auf den vierten Band, welcher voraussichtlich im Frühjahr 2009 erscheinen wird. Auch eine Verfilmung der Bücher könnte ich mir gut vorstellen.

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  • Rezension zu "Knochenwald" von Derek Meister

    Knochenwald
    beowulf

    beowulf

    25. April 2008 um 19:08

    Fortsetzung der Reihe um Rungholt, wer die ersten zwei Bände mag, wird auch diesen lieben,als Einstieg ungeeignet,echter Teil drei.