Derek Nikitas Scheiterhaufen

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Inhaltsangabe zu „Scheiterhaufen“ von Derek Nikitas

Lucia ist eine rebellische Fünfzehnjährige, ein typischer Teenager. Hauptsächlich daran interessiert, ihre Haare zu färben, Einkaufen zu gehen, sich mit ihren Eltern zu streiten und ein wenig für den undurchsichtigen Nachbarssohn Quinn zu schwärmen. Doch ihre Jugend endet jäh, als ihr Vater, ein angesehener Literaturprofessor, bei einem missglückten Raubüberfall vor ihren Augen erschossen wird. Die Tat entfacht ein Inferno der Gewalt, das jeden zu verschlingen droht, der sich ihm in den Weg stellt ... »Eindrucksvoll und irrsinnig spannend erzählt.« Tobias Gohlis, KrimiZeit-Bestenliste

Für blutarme Leser gut geeignet. Sie können sich hier etwas "auffüllen".

— gst
gst

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    Scheiterhaufen
    Stefan83

    Stefan83

    Knapp zweieinhalb Jahre nachdem ich die Lektüre von Derek Nikitas' Debütwerk beendet und daraufhin in Kurzfassung rezensiert habe, kehre ich nun noch einmal zu diesem bemerkenswerten Buch zurück, das, anfangs noch von Jens Seeling auf eigene Faust übersetzt und verlegt, im Anschluss bei Knaur als Taschenbuchausgabe wiederveröffentlicht worden – und dem letztlich doch größerer Erfolg bei der breiten Masse versagt geblieben ist. Nun ist Verkaufserfolg natürlich nicht immer gleich auch ein Qualitätsmerkmal, weshalb sich „Scheiterhaufen“ in eine inzwischen äußerst umfangreiche Liste kleinerer Meisterwerke einreiht, wobei sich das Adjektiv „klein“ hierbei auf die Art der Vermarktung und den Vertrieb, und nicht auf das eigentliche sprachliche und inhaltliche Niveaus des Romans bezieht. Im Gegenteil: Nikitas' Erstling beeindruckt und bedrückt bis über die letzte Seite hinaus, ringt dem Spannungs-Genre gleich eine ganze Reihe menschlicher Facetten ab, an welcher sich schon so manch gestandener Krimi-Autor seine Finger verbrannt hat. Fernab vom üblichen Thriller-Mainstream wird uns eine etwas andere „Coming-of-Age“-Geschichte präsentiert, welche sich, anfänglich träge beginnend, später in einer Nachtschwärze brutal Bahn bricht, die selbst gefestigte Leser ins Wanken bringen dürfte. Doch „First things first“, weshalb die Handlung an dieser Stelle kurz angerissen sei: Das kleine Städtchen Hammersport, im Staat New York, Anfang der 90er Jahre. Lucia Moberg, genannt Luc, muss unbedingt noch einmal in das örtliche Shopping-Center, um für ihre besten Freundinnen, die Zwillinge Gina und Kita, Geburtstagsgeschenke zu besorgen, doch Mutter Blair hat keine Zeit und auch Vater Oscar, Dozent in der nahegelegenen State University, zeigt wenig Lust den Chauffeur zu spielen, bis er schließlich aber doch der Überredungskunst seiner geliebten Tochter erliegt. Nach einem kurzen Einkauf will man sich wieder auf die Rückfahrt machen, als ein Mann an das Fahrerfenster herantritt und Lucias Vater anspricht – während sie selbst nur wenig von dem gesagten versteht, drückt dieser panisch aufs Gas, worauf zwei Schüsse fallen. Wenige Sekunden später ist alles vorbei. Oscar ist tödlich getroffen, der Täter flüchtig, die familiär ohnehin brüchige Idylle bis in die Grundfesten erschüttert. Während Lucia sich zwar schuldig für den Tod ihres Vaters fühlt, ihn aber einigermaßen verarbeiten kann, reißt der Verlust des Mannes ihrer Mutter den Boden unter den Füßen weg. Blair kann sich mit der Realität nicht abfinden, will aus dem Leben scheiden, vor den Ereignissen flüchten, woraufhin Lucia sich plötzlich in der Rolle des Versorgers wiederfindet, bis auf einer unerwarteten Richtung Hilfe kommt: Greta Hurd, Ermittlerin im Fall ihres Vaters und Mutter einer Tochter, mit der sie keinerlei Kontakt mehr hat, sieht die Chance gekommen, zumindest für Lucia eine Unterstützung zu sein – und mit den hier gewonnenen Erfahrungen vielleicht auch privat einen Neuanfang zu wagen. Zur gleichen Zeit wirft „Scheiterhaufen“ einen Blick auf das Leben von Tanya Yasbeck, welche schon als Jugendliche aus dem Elternhaus geflohen ist und sich die letzten Jahre als Gelegenheitsprostituierte verdingt hat – immer in der Hoffnung, eines Tages den Absprung zu schaffen. Als sie eines Tages Mason Renault trifft, glaubt sie den Retter gefunden zu haben. Doch der zukünftige Vater ihres gemeinsamen Kindes ist nicht nur über alle Maßen gewalttätig, er setzt auch alles daran Mitglied der „Skeleton Crew“, eine aufgrund ihrer Brutalität gefürchteten Biker-Gang, zu werden. Nur langsam dämmert Tanya, dass ihr Leben an der Seite eines Rockers, trotz anders gearteter Versprechungen, keinerlei Sicherheit bietet. Mehr noch: Mason scheint mittendrin im Mosberg-Fall zu stecken … und ihre Zukunft ist ungewisser als je zuvor. „Konventionen und Regeln sind dazu da gebrochen zu werden. Nein, besser noch, wie werfen sie gleich in einen Scheiterhaufen.“ So oder ähnlich könnten die Gedankengänge von Derek Nikitas ausgesehen haben, als er sich daran machte, sein erstes Buch zu Papier zu bringen, welches nicht nur im Testosteron-getränkten Genre „Spannungsroman“ vier Frauen in den Mittelpunkt seiner Handlung stellt, sondern auch die sonst üblichen Elemente wie Tatortuntersuchungen, den versoffenen Ermittler oder den soziopathischen Serienkiller vollkommen außen vor lässt. Als Konsequenz daraus liest sich der Roman vom Fleck weg atmosphärisch, glaubhaft und vor allem grundehrlich. Keine unnötigen Twists, keine Effekt-Hascherei – nur ganz normale Durchschnittsmenschen, denen das Schicksal und das Leben einen Strich durch die Rechnung macht, die ins Feuer des titelgebenden Scheiterhaufens geraten, in welchem sie schließlich zu verbrennen drohen. Nikitas Kniff, das Älterwerden eines Teenagers und das abrupte Ende der Jugend in die Form eines Thrillers zu gießen ist ebenso simpel wie genial, da es die Möglichkeit bietet, eine oftmals mit Kitsch abgeschmackte Thematik glaubwürdig in ein Szenario einzubetten, welches zwar düster und roh daherkommt, seine Wurzeln in unserer Gesellschaft aber nicht verleugnen kann. Wie der Autor diese Abfolge präsentiert, den Fortgang des Geschehens mit der Auflösung des Mordfalls verwebt (wohlgemerkt ohne dass diese Auflösung im Zentrum stehen würde), zeugt von einer schriftstellerischen Reife und ist Beweis einer Stilsicherheit, die nur wenigen Debütanten sonst zuteil ist. Insbesondere das letzte Drittel, in welchem sich die zuvor aufgebaute, dräuende Spannung brutal und drastisch entlädt, betont den „I don't care“-Gedanken, von dem der ganze Plot beseelt ist. Ursache und Wirkung werden hier nicht fiktional verwoben, sondern konsequent zum unausweichlichen Ende im letzten Kapitel geführt, das nicht ganz ohne Hintergedanken die Überschrift „Ragnarök“ trägt. Ein Hinweis auf die gewaltsame Götterdämmerung in der nordischen Mythologie und gleichzeitig die zweite Zeile eines Reims, der mit Oscars Interesse für eben jene skandinavischen Ursprünge, seinen Anfang genommen hat. „Scheiterhaufen“ ist ein schroffes, dreckiges, düsteres und manchmal auch nur schwer erträgliches Juwel im Haufen der stereotypen Kieselsteine, bei dem Autor Derek Nikitas leider den besten Moment zum aufhören verpasst hat und das Ende unnötig (und nicht wirklich homogen zum Grundton der Geschichte) in die Länge zieht. Das ändert nichts am positiven Gesamturteil. Szenen, wie die im Trailerpark (ich fühlte mich hier stark an „Winters Knochen“ von Woodrell erinnert), werden wohl noch lange in meinem Gedächtnis haften bleiben und lassen auch für die Zukunft Großes von Nikitas erwarten – das wohl einmal mehr die Kleinen werden entdecken müssen …

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  • Blutrünstig

    Scheiterhaufen
    gst

    gst

    13. December 2014 um 11:13

    Dies ist ein Muss für alle Thrillerfans, denen gar nicht genug Blut fließen kann. Kurz vor Weihnachten. Lucia ist fast 16 und sucht für ihre Freundinnen ein Geschenk. Dazu muss sie ins Einkaufszentrum. Da es regnet, fragt sie ihre Mutter, ob sie sie mit dem Auto hinfährt. Doch die will den Garten fertig aufräumen. Sie hat Glück – glaubt sie – denn der Vater, ein Professor der zu Hause am Schreibtisch arbeitet, erklärt sich bereit, seine Tochter zu fahren . . . Später bereut sie es, ihren Vater gefragt zu haben, denn er wird vor ihren Augen erschossen. Ein Grund für die Mutter völlig durchzudrehen. Luc steht nun mehr oder weniger alleine da. Der Autor rollt die Geschichte von drei Seiten auf. In einem Erzählstrang spielt Luc die Hauptrolle, im nächsten die ermittelnde Komissarin Greta Hurd und in einem dritten lernt der Leser die hochschwangere Tanya kennen. Das Leben aller drei Frauen ist alles andere leicht. Lucias Leben verändert sich durch den Tod des Vaters radikal. Greta Hurd hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und versucht nun ihrer Tochter wieder näher zu kommen und die schwangere Tanya glaubt, in dem Vater ihres Kindes endlich den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, nachdem sie als Waise auf der Suche nach Liebe schon öfters an den Falschen geraten war. Dies ist nach einigen Kurzgeschichten der erste Roman des 1974 geborenen Amerikaners Derek Nikitas. Der Plot läuft anfangs ruhig an, nimmt aber zum Schluss gewaltig Fahrt auf. Für meinen Geschmack gibt es zu viele Tote. Ich liebe diese grausamen Geschichten nicht so sehr, konnte das Buch aber auch nicht auf die Seite legen, ehe ich durch war.

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    12. August 2012 um 14:22

    Ich bin von diesem Buch ziemlich beeindruckt, denn dem Autor ist es gelungen mich zu überraschen, mich auf dem falschen Fuß zu erwischen, falsche Erwartungen zu schüren und diese dann grandios zu enttäuschen und mich durch Stil, Plot und Figurenzeichnung absolut zu überraschen. Das gelingt selten, vorallem im Thrillergenre ist für mich vieles vorhersehbar und langweilig geworden. Diese Geschichte hier lebt aber nicht von ihren Überraschungen, sondern von ihrer Echtheit, ihrer Überzeugungskraft und der Gefühle. Kein Actionthriller mit viel Blut, viel Gemetzel, viel Gewalt... ok doch gewalttätig ist dieses Buch, aber es setzt nicht darauf, als einzigen Lesermagneten, es nutzt die Szenen nicht um eine wohlige Gänsehaut des Ekels beim Leser zu erzeugen, sondern um Mitgefühl und Verständnis und Erschrecken auszulösen. Dabei wird die Polizeiarbeit und die Dinge die in Polizisten vorgehen, durchaus sehr nah an der Realität geschildert, kein Unfug, den jemand, der sich auskennt, so nicht für voll nehmen könnte, sondern dramatische aber echte Reaktionen und Auslöser. Natürlich am Ende ein wenig amerikanischer Kitsch, aber den kann man verkraften. Hier und da hätte dem Buch ein etwas straffendes Lektorat gut getan, aber ansonsten war das ein wirklich aus der Masse hervorstechender Thriller, der eigentlich sehr viel mehr als nur ein Thriller war, sondern ein Spiegel der Gesellschaft eine tragische Komödie, ein Drama, eine Liebesgeschichte. Und zwar so gut geschrieben und konstruiert, daß ich sogar die teilweise hineinschimmernden etwas fantastischen Elemente hinnehmen konnte, ohne zu mäkeln. Macht neugierig auf mehr von diesem Autoren.

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    LilStar

    LilStar

    24. July 2012 um 14:13

    Der Teenager Luc Moberg muss mit ansehen, wie ihr Vater nach einem Einkaufsbummel mit ihr im Parkhaus erschossen wird. Nicht nur für die bricht eine Welt zusammen, auch ihre Mutter ist plötzlich völlig neben der Spur und plötzlich hat Luc niemanden mehr, der sich um sie kümmert. Und das während die Geschichte ihren Lauf nimmt, denn der Mord an Oskar Moberg ist nur der Anfang gewesen … Diese Geschichte wird in drei Strängen erzählt. Zunächst ist da Luc, ein rebellischer Teenager, die mitansehen muss, wie ihr Vater ermordert wurde. Dann erleben wir die Ermittlungen in diesem Mordfall aus Sicht der Ermittlerin Greta, die auch nicht so ganz bei sich ist und mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Und dann ist da noch die junge, schwangere Tanya, die mal wieder an einen Mann geraten ist, den man – vorsichtig ausgedrückt – einen schlechten Umgang nennen würde. Diesen letzten Handlungsstrang konnte ich zunächst nicht in die Geschichte einordnen, aber die Zusammenhänge lichten sich ab ca. Mitte des Buches. Was mir direkt von Beginn an sehr gut gefallen hat war der Schreibstil des Autors, denn Derek Nikitas erzählt wirklich toll! Er überträgt Stimmungen gut, vermittelt detailierte Eindrücke, ohne jedoch zuweit auszuholen. Das hat mir wirklich sehr gefallen, diesen Autor werde ich mir merken! Die Geschichte ist interessant und gut durchdacht. Ein guter und spannender Thriller, ohne irgendwelchen Schnick-Schnack. Wer also Lust hat auf ein paar spannende Lesestunde, der kann es sich mit diesem gut geschriebenen Buch bequem machen!

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    abuelita

    abuelita

    04. March 2012 um 10:29

    Rückwärts leben, reparieren, was bereits kaputt war – das ist, wie in den Mutterlieb zurückkriechen: es ist unmöglich. Lucia – genannt Luc – wird in einer Woche sechzehn. Sie ist ein typischer Teenager, hauptsächlich daran interessiert, ihre Haare zu färben, sich mit den Eltern zu streiten, für den Nachbarssohn zu schwärmen und einkaufen zu gehen. Ihre Jugend endet jäh, als sie mit ansehen muss, wie Ihr Vater bei einem missglückten Raubüberfall erschossen wird. Der Mörder kann fliehen, aber die Tat entfacht ein Inferno der Gewalt… 3 Protagonisten lässt Derek Nikitas in seinem Erstlingswerk zu Wort kommen – die bereits erwähnte Luc, dann die schwangere Rockerbraut Tanya und die Polizistin Greta Hard. Jede hat ihr eigenes Schicksal, jede erzählt aus ihrer Sichtweise und das ist solange extrem spannend, bis man den Zusammenhang, der alle verbindet, versteht. Das dauert ca. bis zur Hälfte des Buches. Die Figuren wirken glaubhaft, allerdings gefielen mir die Halluzinationen von Luc nicht immer- manches Mal „passte“ das meiner Meinung nach einfach nicht. Die zweite Hälfte des Buches war für mich nicht mehr unbedingt geeignet und zudem hat das Buch hier dann auch einige Längen. Der Schreibstil des Autors ist sehr direkt und er schafft es auch, die jeweiligen Stimmungen sehr überzeugend zu vermitteln, allerdings scheut er auch vor detailgetreuen Schilderungen doch grausiger Szenen nicht zurück. Und das hat mir das ganze Buch etwas vermiest, vor allem der Showdown in der Hütte, der nichts für so Sensibelchen wie mich ist….zu viel Gewalt, zu viel Blut, zu viel Grausamkeit.

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    BookFriend

    BookFriend

    02. September 2011 um 14:20

    Infos: Autor: Derek Nikitas Verlag: Seeling Broschiert: 365 Seiten Erschienen: Dezember 2010 Preis: € 15,00 [D] Story: Luc ist ein rebellisches Mädchen und wird in einer Woche sechzehn. Doch ihre Jugend endet jäh auf dem Parkplatz eines Shoppingcenters, als sie mit ansehen muss, wie ihr Vater bei einem missglückten Raubüberfall erschossen wird. Der Mörder kann fliehen, aber die Tat entfacht ein Inferno, das die Frauen zu verschlingen droht, die mit ihr in Berührung kommen: Eine Mutter, deren Leben zunehmend in Dunkelheit versinkt, eine schwangere Rockerbraut, die sich nach Schutz und Geborgenheit sehnt, eine zähe Polizistin, die von ihren eigenen Dämonen verfolgt wird, und Luc selbst, gefangen von der Gefahr und der Gewalt, die sie umgibt. Meinung: Ohne hohen Erwartungen ging ich an diesen Debütroman des Autors hervor und bin nach dem Lesen ziemlich begeistert. Doch fangen wir erst mit den Charakteren an. Die Hauptcharaktere in diesem Buch sind drei Frauen. Zum einen wäre da die fünfzehnjährige Lucia Moberg (von allen Luc genannt). Der Leser erlebt auf den ersten Seiten gemeinsam mit ihr den Tod ihres Vaters nach einem missglückten Raubüberfall. Ihre Gefühle nach diesem Erlebnis werden gekonnt stark zum Ausdruck gebracht. Sie wirkt rebellisch und setzt sich gern über Regeln hinweg. Dann ist da noch die schwangere Rockerbraut Tanya Yasbeck. Sie lebt in armen und unverständlichen Verhältnissen. Mit einer verstorbenen Mutter und einem Drogenabhängigen Vater, hatte sie eine schlechte Kindheit. Die dritte Protagonistin ist die Polizistin Greta Hurd, die sich mehr um ihren Job als um ihre Tochter gekümmert hat und genau das bereut sie. Die Charaktere sind allesamt gut gezeichnet und erleiden kein leichtes Schicksal. Das Buch ist aus diesen drei Sichtweisen geschrieben, die für Abwechslung sorgen und den Lesefluss keinesfalls negativ beeinflussen. Im Gegenteil, man findet immer sehr gut in die jeweils andere Geschichte hinein. Der Zusammenhang, der die Geschichten verbindet, bildet sich erst, wie ein Puzzle, nach und nach. Den Schreibstil des Autors will ich an dieser Stelle noch mal erwähnen. Nikitas schreibt in vielen Nebensätzen sehr detailliert und bringt die raue, düstere und teilweise auch melancholische Stimmung überzeugend herüber. Es gibt einige wenige Sätze und die vor allem durch ihre Seltenheit auffallen, die mich stark beeindruckt haben und wo ich ein paar Sekunden stoppen musste, um das gelesene erst zu verdauen. Ganz ohne leichte Kritik kann jedoch nicht bleiben. Das Buch hat im zweiten drittel einige Längen, die jedoch durch das grandiose Ende, dass mich völlig beeindruckt hat, wettgemacht werden. Jedoch muss ich auch fairerweiße dazusagen, dass zartbesaitete Menschen dieses Buch vielleicht nicht lesen sollten, denn durch den detaillierten Schreibstil wird die Gewalt stark hervorgehoben. So bin ich von "Scheiterhaufen" doch positiv überrascht worden. Das Buch ist viel mehr als nur ein Thriller. Es beschäftigt sich sehr mit den Gefühlen der Protagonisten und tanzt durch gut gezeichnete Charaktere und einem starken Schreibstil aus der Reihe der Thriller hervor. Mit Derek Nikitas habe ich wieder einen Autoren gefunden, den ich im Auge behalten werde. Wertung: 4,5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. January 2011 um 18:04

    Lucia muss mitansehen, wie ihr Vater erschossen wird. Somit ändert sich das Leben der bald 16 Jährigen Schlagartig. Ihr Vater ist weg und ihre Mutter, eh ein 'Komplexhaufen', will sich das Leben nehmen. Zeitgleich muss eine schwangere Rockerbraut Botengänge für ihre Grosse Liebe erledigen. Sie verdrängt die Wahrheit ihres Tuns und ihrer Beobachtungen. Was macht sie nicht alles für ihn, nur dass er in die 'Gang' aufgenommen wird. Die Entführung von Lucia führt die beiden Handlungsstränge zusammen. Schrittweise ahnt man, was da hinter den Kulissen abging und auch abgeht. Als Leser wird man in eine Geschichte gezogen, wo Gut und Böse sich die Hand geben. Eine Geschichte mit gut gezeichneten Charakteren, die einen schliesst man ins Herz und die anderen könnte man auf den Mond schiessen. Für mich war es zwischendurch ein bisschen zu Blutig, zu genau beschrieben.

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  • Rezension zu "Scheiterhaufen" von Derek Nikitas

    Scheiterhaufen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2010 um 17:58

    Inhalt: Lucia Moberg, 15 Jahre alt und Gothic, überredet ihren Vater mit ihr in ein Einkaufszentrum zu fahren, um dort noch Geschenke für ihre Freundinnen zu besorgen. Während Luc, gesprochen wie Luke, sich also in einen CD-Laden auf Diebestour begiebt verkrümelt sich ihr Vater unwissend in eine Buchhandlung. Luc entkommt nur knapp dem Wachdienst und überredet ihren Vater schnellstmöglich wieder nach Hause zu fahren mit dem Argument ihr sei schlecht. Endlich im Auto, eigentlich in Sicherheit, klopft es an die Fensterscheibe. Ihr Vater kurbelt das Fenster runter und schaut in einen Waffenlauf. Nun geschieht alles schneller als Luc es wirklich realisieren kann, ihr Vater versucht wegzufahren, ein Schuss löst sich, Blut spritzt auf Luc. Luc muss mit ansehen, wie ihr Vater stirbt. Dieser Vorfall bringt eine nicht enden wollende Lawine von grausamen Ereignissen ins Rollen, die nicht nur Luc, sondern ebenso ihre Mutter, ihren Freund, eine 19-jährige werdende Mutter und eine Polizsitin zu verschlingen droht. Meine Meinung: Ich bin immernoch etwas sprachlos, da mich das Buch mit ganz unterschiedlichen Gefühlen zurückgelassen hat. Zu erst möchte ich sagen, dass das Buch sehr flüssig zu lesen ist, auch, dass es in relativ kurzen Absätzen immer die handelnde Person wechselt tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Ich denke, dass mich das Buch so tief beeindruckt hat, da ich mich mit Lucia Moberg sofort identifizieren konnte. Ihr Schicksal wird mit solch einer Sprachgewalt beschrieben, dass ich ihr Gefühlschaos einfach mitleben musste. Doch auch die Handlungen, der anderen, tragenden Charaktere, ist mit solch einem Einfühlungsvermögen geschrieben, dass es einen nicht loslässt. Ich finde es etwas schwer, das Buch in ein Genre einzuordnen, da es sich nicht lediglich mit der Aufklärung des Falles beschäftigt, sondern viel mehr ein Psychogram jedes Charakters erstellt. Doch vor allem das Ende hat mich dann komplett überzeugt, dass dieses Buch definitiv in meiner Erinnerung bleiben wird. Fazit: Für jeden Liebhaber von Büchern, die nicht nur an der Oberfläche nagen sondern sich ganz tief reinfressen, eine unbedingte Empfehlung!

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