Derf Backderf Mein Freund Dahmer

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Inhaltsangabe zu „Mein Freund Dahmer“ von Derf Backderf

Eine kraftvolle und psychologisch glaubwürdig erzählte Graphic Novel über die Jugendjahre eines der schrecklichsten Serienmörder der US-Geschichte.§Jeffrey Dahmer, (The Milwaukee Monster), war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer tötete. Erzählt wird seine Geschichte bis zum ersten Mord aus Sicht von Derf Backderf, der mit Dahmer zur Highschool ging. §"Mein Freund Dahmer" ist die Nummer 4 auf der Liste der besten non-fiction Bücher des Jahres 2012 des TIME MAGAZINE

Ist einer meiner ersten graphoc novels und ich muss sagen wow wirklich faszinierend zu erfahren wie andere über ihn dachten einfach nur wow

— Jeremy07

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  • Packend und glaubwürdig mit ein paar kleinen Mankos

    Mein Freund Dahmer

    Mueli77

    02. February 2014 um 20:35

    Die 70er Jahre in der US-Kleinstadt Akron. Hier sind Jeffrey Dahmer und Derf Backderf zur Schule gegangen. Eine Zeit lang waren sie sogar so etwas ähnliches wie Freunde. Doch richtige Freunde hatte Dahmer nie. War er anfangs noch ein Schüler unter vielen, unsichtbar und nach außen hin ohne Probleme, so entwickelte er sich binnen seiner Highschoolzeit zu einem merkwürdigen Menschen. Sein Verhalten führte zu den verschiedensten Reaktionen. Während seine Mitschüler über seine „Dahmerismen“, merkwürdige Ticks, welche er von seiner Mutter übernommen hatte, noch lächelten, schienen seine persönlichen Probleme, welche er mit diesen Ticks und wachsender Alkoholsucht zu verschleiern versuchte sowohl den Lehrern, als auch seinen Eltern nicht aufzufallen. Ein weiteres Geheimnis, das Jeffrey Dahmer tief in sich trug war, seine Homosexualität. Was aus heutiger Sicht für sich gesehen keine Besonderheit mehr ist, zeigte sich bei Dahmer wesentlich außergewöhnlicher und expliziter. Denn in seinen Träumen und Wahnvorstellungen waren seine „Partner“ immer männliche Leichen. Es erregte ihn bereits in jungen Teenagerjahren, tote Tiere zu sezieren und dadurch eine gewisse Macht ausüben zu können. Tiere, die er überfahren an den Durchfahrtsstraßen von Akron fand, wurden so ein eine stark verdünnte Säure eingelegt und zu einer heimlichen Leidenschaft von Jeffrey Dahmer, der später als Milwaukee Monster bekannt werden sollte. Während er mit seinen „Dahmerismen“ weiterhin für Belustigung unter seinen Mitschülern sorgte, wusste jedoch keiner, welche Geheimnisse in diesem jungen, verstörten Mann steckten. Autor und Zeichner Derf Backderf zeichnet das Porträt eines missverstandenen jungen Menschen, der mit seinen Problemen von der Gesellschaft nicht nur alleine gelassen, sondern auch ignoriert wird. Aber Backderf fordert kein Mitgefühl ein und stellt Dahmer auch nicht als ein gesellschaftliches Opfer hin. Er zeigt nur dessen Werdegang und das auch noch ziemlich ungeschönt. Er ist sich ebenfalls bewusst, wie groß auch seine Rolle in der Entwicklung Dahmers war und, dass er selbst auch nichts unternommen hat, obwohl er einige Anzeichen sehr wohl erkannt hat. Genauso wenig stellt Backderf die Morde von Dahmer in den Vordergrund oder versucht diese zu entschuldigen. In erster Linie ist „Mein Freund Dahmer“ die Bewältigung Backderfs mit der gemeinsamen Vergangenheit. Das Thema ist natürlich sehr schwierig und stellt auch eine nicht unbeträchtliche Gratwanderung dar. Dennoch hat Derf Backderf dies in meinen Augen sehr gut bewältigt. Die mir vorliegende deutsche Fassung liest sich sehr angenehm und weist auch gewisse sprachliche Eigenheiten auf, um die Figuren besser zu charakterisieren. Es war sicherlich nicht einfach, dies aus dem Amerikanischen zu übernehmen. Jedoch ist mir auch ein kleiner Fehler aufgefallen, wobei ich hier nicht weiß, ob dies im Original auch bereits so ist. Auf Seite 198 des Bandes gibt es ein Wiedersehen von Backderf mit zwei seiner Highschoolkameraden. Dieses Treffen soll das Zehnjährige seit dem Verlassen der Highschool 1978 darstellen und noch vor dem Bekanntwerden des ersten Mordes 1991 sein. Dennoch wird dort gesagt, dass dieses Treffen 1998 stattfand. „Mein Freund Dahmer“ wird es nicht nur wegen der Thematik schwer haben, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Ein weiterer Punkt sind die Zeichnungen, welche weit ab von den allseits bekannten und omnipräsenten Superheldencomics aus Amerika sind. Derf Backderf zählt zu den aufstrebenden alternativen Comickünstlern der Vereinigten Staaten und wurde sogar bereits zweimal für den Eisner Award nominiert. Außerdem schaffte es „Mein Freund Dahmer“ auf Platz 4 der TIME MAGAZINE-Liste der besten non-fiction Bücher 2012. Dies soll jetzt keine Lobhudelei oder Rechtfertigung für diese Graphic Novel sein, sondern ganz einfach nur zeigen, dass auch Nicht-Massen-Ware sehr wohl, oder vielleicht auch gerade wegen der fehlenden Zwänge in anderen Bereichen, eine ganz besondere Qualität erreichen kann, die sich nicht alleine durch bunte, actionreiche Bilder definiert. Ausufernde, actionreiche und bunte Bilder kann dieser Band nicht vorweisen. Vielmehr liegt hier der Reiz darin, das schwierige, mit Details durchzogene Thema in klaren und verständlichen Bildern, ganz ohne störende Nebeneffekte zu erzählen. Backderfs Stil ist sichtlich von Künstlern wie Robert Crumb oder Harvey Pekar inspiriert, ohne diese zu kopieren. Auch die Einbindung von Skizzen aus Backderfs Schulzeit werten das Gesamtbild enorm auf. FAZIT: Die Graphic Novel „Mein Freund Dahmer“ ist keine einfache Kost. Und unterhaltsam ist sie auch nicht. Doch das will „Mein Freund Dahmer“ auch überhaupt nicht sein. Es ist das Porträt eines Menschen, der um seine Fehler wusste, aber niemanden hatte, mit denen er sie teilen, oder bei dem er Hilfe suchen konnte oder es sogar wollte. Die Frage, ob all dies hätte verhindert werden können, wenn Dahmer sich seinen Mitmenschen geöffnet hätte, stellt Backderf auch überhaupt nicht. Er stellt sie nicht einmal zur Rede und so muss der Leser selbst für sich entscheiden, wie er in dieser Situation reagiert hätte, wenn er einer von Dahmers Mitschülern gewesen wäre. Dennoch ist es auch extrem faszinierend und mitreißend zu erfahren, wie schnell ein Mensch durch Nichtbeachtung abrutschen und so zu einem gefährlichen Mitglied für die Gesellschaft werden kann. Egal, ob man nun ein Freund solcher Thematik ist, oder nicht. Ob man nur Superheldencomics, Mangas oder was-auch-immer liest. An „Mein Freund Dahmer“ führt kein Weg vorbei, wenn man einen außergewöhnlichen Comic sucht, der sich mit menschlichem Schicksal und Werdegang befasst. Egal, wie das Endergebnis aus Sicht der handelnden Protagonisten ausgefallen ist. Ein großes Manko hat die deutsche Fassung aber dennoch. Dadurch, dass Dahmer hierzulande nicht so bekannt ist, wie in den Vereinigten Staaten, wäre eine Erklärung durchaus angebracht gewesen. Zwar ist diese für das Lesevergnügen nicht zwingend notwendig, aber es bereichert dessen Inhalt um ein vielfaches und ermöglicht eine historische Eingliederung der geschilderten Ereignisse in das Leben von Jeffrey Dahmer. Hier wurde eine große Möglichkeit vertan, dem Buch eine größere Absatzchance zu ermöglichen.

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