Desmond Tutu

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Der Mensch ist da, um gut zu sein

Der Mensch ist da, um gut zu sein

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Erschienen am 09.09.2010
Gott hat einen Traum

Gott hat einen Traum

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Erschienen am 01.08.2004
Gott ist kein Christ

Gott ist kein Christ

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Erschienen am 04.09.2012
Für alle Kinder

Für alle Kinder

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Erschienen am 01.01.2002
Versöhnung

Versöhnung

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Erschienen am 14.03.2008

Neue Rezensionen zu Desmond Tutu

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Rezension zu "Das Buch des Vergebens" von Desmond Tutu

Ein ruhiges Beschreiben mit viel „Praxis“
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Ein ruhiges Beschreiben mit viel „Praxis“

Desmond Tutu hat sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte immer mehr der „Essenz“ auch seines christlichen Glaubens hin zugewendet und auf diesem Weg immer weiter starre Formen, Dogmen, traditionelle „Grundwerte“, Rituale hinter sich gelassen, bis er, schon seit längerem, mehr und mehr um den „Kern des Evangeliums“ kreist. Die Gnade und die daraus hervorkommende Verzeihung und Vergebung.

Mit weitem Geistöffnet sich Tutu dabei weit über den Rahmen eines christlichen Verständnisses hinaus. Was nicht zuletzt an seinem harschen und klaren Einsatz gegen jede Form der Homophobie abzulesen ist.

„Buthu“, die „Menschlichkeit“ im Wissen darum, dass „alles miteinander verbunden ist“ und das jede Form der aggressiven Störung des menschlichen Gemeinschaftsgefüges auf „alle Beteiligten“ zurückfällt, gehört hier genauso zu seinen Erkenntnissen und Prägungen, wie Elemente des Zen-Buddhismus, der Philosophie und Ethik bis hin zur Neurobiologie.

„Vergeben“ ist für Tutu dabei die „Grunddisposition“ des Menschen. Das anthropogische Menschenbild vom „Guten im Menschen“, das auf seinem Weg durch das Leben oft empfindlich „verstört“ wird, dennoch aber „wirkt“ (was Tutu an griffigen und einfachen Beispielen überzeugend erläutert).

Und in all dem das Vergeben lernen, das ist sein Anliegen, für das er mit seiner Tochter in diesem Buch alle Bereiche und Facetten der Vergebung, auch das „Contra“ an Argumenten aufnimmt und ruhig erläutert.

Unterbrochen je und je von praktischen Übungen, Visualisierungen, meditativen Elementen, um „sich selbst“ mehr auf die Spur zu kommen.

Dass einer wie Nelson Mandela 27 Jahre im Gefängnis saß und dort nicht bestens behandelt wurde, das ist in den Augen der Welt ein Grund für Verbitterung, Zorn, Ärger, Unverständnis.

In Tutus Interpretation (bei allem Verständnis), waren diese Jahre wichtige Jahre. Um aus einem zornigen, provokanten, gewaltbereiten „Freiheitskämpfer“ einen auf Frieden ausgerichteten, ausgleichenden, vergebenden und verzeihenden „Führer seines Volkes“ heraus zu gestalten. Nur eines der vielen Beispiele, die im Buch zum Tragen kommen, um die existenzielle Kraft, aber auch Notwendigkeit der Vergebung aufzuzeigen. Nur mit dieser, mit einer „sich und den anderen gnädigen Haltung“ gegenüber wird die Menschlichkeit um sich greifen, diese Welt zu einem besseren und friedlicheren Ort werden.

Wobei, wohlgemerkt, Vergebung nicht einfach Vergessen heißt. Das, was passiert ist, Verletzungen, Misshandlungen, Betrug, das bleibt schon im Blick. Kann aber eben mit „Rache“ oder mit „Heilung“ beantwortet werden. Und „Rache“ führt nicht „zur Heilung“. Nur Vergebung bietet inneren Frieden für alle Beteiligten.

Und das auf „vierfachem Pfad“, den die beiden Autoren umfassend darstellen und Beleuchten:

„Die Geschichte erzählen“, „den Schmerz beim Namen genannt“, „Vergebung gewährt“, die „Beziehung zur betreffenden Person erneuern oder beenden“.

Eine Methode, die im Übrigen in vielen Traditionen beheimatet ist (wenn auch oft als „Stiefkind“ von Egomanie, Zorn und Rache), die, z.B. in der japanischen „Naikam-Haltung“, einer dortigen Psychotherapieströmung, fast eins zu eins wie hier im Buch geschildert durchgeführt wird.

Gut aufzunehmen sind die Gedanken der beiden Autoren, dankenswerter Weise wird für das „System der Vergebung“ nicht explizit eine religiöse Kraft herbeigerufen, sondern „in sich aus sich selbst heraus“ kann dieses System der Vergebung Einsicht hervorrufen und argumentativ überzeugen. Für den Leser zumindest, der sich auf die tiefe Ruhe der Gedanken einlassen kann, die eher meditative Haltung, die nicht nur in den konkreten Praxisanleitungen zum Tragen kommt, sondern den gesamten Grundton des Werkes bestimmt.

Nicht neu, aber überzeugend und mit viel Anleitung für die eigene Reflektion und Praxis eine empfehlenswerte Lektüre, wenn auch im Gesamten zu gleichförmig im Tonfall und Stil und damit mit Längen.

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Rezension zu "Der Mensch ist da, um gut zu sein" von Desmond Tutu

Rezension zu "Der Mensch ist da, um gut zu sein" von Desmond Tutu
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Das Wesen des Menschen ist gut

"Wir sind wirklich für etwas besseres geschaffen. Wir sind zum Guten bestimmt. Wir sind dem Wesen nach gut. Wenn man es sich recht überlegt, ist das unsere Bestimmung. Warum sonst empören wir uns so über das Unrecht?"

Desmond Tutu & Mpho Tutu legen in ihrem Buch dar, dass wir mit all unseren Fehlern und Makeln gut sind, und Gott uns so annimmt und liebt, denn wir sind anch seinem Ebenbild geschaffen.
Sie gehen in ihrem Buch auf Fragen ein, die wir und alle bestimmt irgendwann schon einmal gestellt haben: Warum lässt Gott so viel Leid und Gewalt zu? Wo ist er wenn wir schwach sind und sündigen?
Die Antworten der Autoren sind logisch und verständlich. Gott leidet mit uns, aber er will uns unsere Autonomie nicht nehmen. Wir sollen frei sein unser Leben zu gestallten, wie wir es für richtig halten. Genauso sollen wir unsere Fehler selbst erkennen, bereuen und einen neuen Weg einschlagen. Das Zauberwort ist Selbsterkenntnis!

Ich, als jemand der an eine höhere Macht glaubt, die Vorstellung davon aber nicht in Worte fassen kann, muss sagen, dass mich dieses Buch und Desmond Tutu begeistern und mein Herz berühren. Ich bewundere diesen Mann für seine liebevolle und offene Art, mit der er den fehlgeleiteten Menschen entgegen tritt. Unter Einbezug seiner Biographie denkt man sich, dass ein Mensch der so viel Leid, Elend und Not gesehen und miterlebt hat und trotzdem noch an das Gute im Menschen glaubt, eine Seltenheit in unserer schnnelllebigen und vom Eigennutz geprägten Zeit ist.

Dieses Buch ist eine wunderbare Mischung aus Autobiographie und Ratgeber, der einem helfen kann sich intensiver auf Gott und seine Mitmenschen einzulassen.

Desmond Tutu wurde 1985 für den sein Engagement gegen die Apartheid mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1986 wurde er als erster schwarzer Geistlicher Erzbischof von Kapstadt und in den 90er Jahren leitete er die Wahrheits- und Versöhnungskommission zur Aufarbeitung der Greueltaten des Apartheidregimes.
2009 erhielt er von Barack Obama die Presidential Medal of freedom verliehen.
Mpho Tutu ist Geistliche der anglikanischen Kirche. Sie ist Gründerin und Direktorin des Tutu Institute for prayer and pilgrimage und gehört dem Vorstand von Global Aida Alliance an.

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Rezension zu "Der Mensch ist da, um gut zu sein" von Desmond Tutu

Rezension zu "Der Mensch ist da, um gut zu sein" von Desmond Tutu
Bokmaskvor 8 Jahren

„Der Mensch ist da, um gut zu sein“
Diesen Satz von einem Mann zu lesen, der so unendlich viel Leid und Demütigung in seinem Leben sehen und erfahren musste, war mein Anreiz, dieses Buch zu lesen.

Desmond Tutu und seine Tochter Mpho erzählen aus ihrem Leben, welches sehr früh durch den Glauben an Gott geprägt wurde.
In allem, was sie erleben, sehen sie das Gute. Und sei das Erlebnis auch noch so negativ. Selbst, wenn sie sich in höchster Gefahr befanden, glaubten sie an das Gute im Menschen. Denn nach beider Aussage schuf Gott den Menschen nach seinem Beispiel. Und Gott ist das Gute in „Person“.
Obwohl Desmond Tutu und seine Familie allen Grund hätten, sich zu revanchieren für all die Ungerechtigkeiten, die sie erfahren mussten, kommt es überhaupt nicht infrage. Familie Tutu lebt ihren Glauben in allen Lebenslagen.

Mir fiel es Anfangs sehr schwer, mit diesem Buch zurecht zu kommen, da ich an das erste Testament der Bibel nicht glaube. Dennoch zog es mich immer weiter, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.
Jedes Kapitel endete mit einem längeren Gebet.
Diese 222 Seiten des Buches kamen mir vor wie 400 Seiten, aber nicht weil es langweilig war. Ganz im Gegenteil, ich musste immer wieder das Buch schließen und hatte eine Menge zu bedenken.
Dieses Werk konnte ich nicht einfach in einem Rutsch lesen, dafür spricht Desmond Tutu zu viele elementare Dinge des Lebens an. Er möchte dem Leser nahe bringen, wie er es meistert, ohne dunkle Gedanken zu bekommen oder die Anfeindungen, die gewaltsamen Übergriffe, die Ungerechtigkeiten der weißen Bevölkerung gar mit Rache zu vergelten.

Mich hat dieses Werk schwer beeindruckt, ich werde in Zukunft die Menschen und ihr Handeln mit anderen Augen sehen. Dieses Buch hat mich nicht bekehrt, aber es hat mir gezeigt, dass ich die Menschen anders betrachten kann, als ich es bisher tat. Mir zuerst einmal Gedanken machen kann, warum Menschen so handeln und nicht anders. Und erst dann mir ein Urteil erlaube.

Dieses Werk bekommt von mir vier von fünf Sternen.

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