Desmond Tutu , Mpho Tutu Das Buch des Vergebens

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Inhaltsangabe zu „Das Buch des Vergebens“ von Desmond Tutu

Als Vorsitzender der südafrikanischen Wahrheitsfindungskommission wurde Friedensnobelpreis-Träger Desmond Tutu Zeuge von Schilderungen grausamer Folter und Morde. Aus dieser Erfahrung heraus plädiert er dafür, dem Anderen zu vergeben. Vergeben können und Vergebung empfangen – das ist die Botschaft dieses Hörbuches. Desmond Tutu und seiner Tochter Mpho geht es dabei um mehr als die Notwendigkeit des Vergebens in gesellschaftlichen und politischen Konflikten: In jedem Bereich unseres Lebens brauchen wir Vergebung - in Ehe und Partnerschaft, in der Schule und am Arbeitsplatz, in ganz alltäglichen Situationen. Desmond und Mpho Tutu gehen dabei neue Wege, wenn sie betonen, dass die Vergebung, die der Täter empfängt, auch für das Opfer alles zum Besseren verändern kann.

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  • Ein ruhiges Beschreiben mit viel „Praxis“

    Das Buch des Vergebens

    michael_lehmann-pape

    28. April 2014 um 12:39

    Ein ruhiges Beschreiben mit viel „Praxis“ Desmond Tutu hat sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte immer mehr der „Essenz“ auch seines christlichen Glaubens hin zugewendet und auf diesem Weg immer weiter starre Formen, Dogmen, traditionelle „Grundwerte“, Rituale hinter sich gelassen, bis er, schon seit längerem, mehr und mehr um den „Kern des Evangeliums“ kreist. Die Gnade und die daraus hervorkommende Verzeihung und Vergebung. Mit weitem Geistöffnet sich Tutu dabei weit über den Rahmen eines christlichen Verständnisses hinaus. Was nicht zuletzt an seinem harschen und klaren Einsatz gegen jede Form der Homophobie abzulesen ist. „Buthu“, die „Menschlichkeit“ im Wissen darum, dass „alles miteinander verbunden ist“ und das jede Form der aggressiven Störung des menschlichen Gemeinschaftsgefüges auf „alle Beteiligten“ zurückfällt, gehört hier genauso zu seinen Erkenntnissen und Prägungen, wie Elemente des Zen-Buddhismus, der Philosophie und Ethik bis hin zur Neurobiologie. „Vergeben“ ist für Tutu dabei die „Grunddisposition“ des Menschen. Das anthropogische Menschenbild vom „Guten im Menschen“, das auf seinem Weg durch das Leben oft empfindlich „verstört“ wird, dennoch aber „wirkt“ (was Tutu an griffigen und einfachen Beispielen überzeugend erläutert). Und in all dem das Vergeben lernen, das ist sein Anliegen, für das er mit seiner Tochter in diesem Buch alle Bereiche und Facetten der Vergebung, auch das „Contra“ an Argumenten aufnimmt und ruhig erläutert. Unterbrochen je und je von praktischen Übungen, Visualisierungen, meditativen Elementen, um „sich selbst“ mehr auf die Spur zu kommen. Dass einer wie Nelson Mandela 27 Jahre im Gefängnis saß und dort nicht bestens behandelt wurde, das ist in den Augen der Welt ein Grund für Verbitterung, Zorn, Ärger, Unverständnis. In Tutus Interpretation (bei allem Verständnis), waren diese Jahre wichtige Jahre. Um aus einem zornigen, provokanten, gewaltbereiten „Freiheitskämpfer“ einen auf Frieden ausgerichteten, ausgleichenden, vergebenden und verzeihenden „Führer seines Volkes“ heraus zu gestalten. Nur eines der vielen Beispiele, die im Buch zum Tragen kommen, um die existenzielle Kraft, aber auch Notwendigkeit der Vergebung aufzuzeigen. Nur mit dieser, mit einer „sich und den anderen gnädigen Haltung“ gegenüber wird die Menschlichkeit um sich greifen, diese Welt zu einem besseren und friedlicheren Ort werden. Wobei, wohlgemerkt, Vergebung nicht einfach Vergessen heißt. Das, was passiert ist, Verletzungen, Misshandlungen, Betrug, das bleibt schon im Blick. Kann aber eben mit „Rache“ oder mit „Heilung“ beantwortet werden. Und „Rache“ führt nicht „zur Heilung“. Nur Vergebung bietet inneren Frieden für alle Beteiligten. Und das auf „vierfachem Pfad“, den die beiden Autoren umfassend darstellen und Beleuchten: „Die Geschichte erzählen“, „den Schmerz beim Namen genannt“, „Vergebung gewährt“, die „Beziehung zur betreffenden Person erneuern oder beenden“. Eine Methode, die im Übrigen in vielen Traditionen beheimatet ist (wenn auch oft als „Stiefkind“ von Egomanie, Zorn und Rache), die, z.B. in der japanischen „Naikam-Haltung“, einer dortigen Psychotherapieströmung, fast eins zu eins wie hier im Buch geschildert durchgeführt wird. Gut aufzunehmen sind die Gedanken der beiden Autoren, dankenswerter Weise wird für das „System der Vergebung“ nicht explizit eine religiöse Kraft herbeigerufen, sondern „in sich aus sich selbst heraus“ kann dieses System der Vergebung Einsicht hervorrufen und argumentativ überzeugen. Für den Leser zumindest, der sich auf die tiefe Ruhe der Gedanken einlassen kann, die eher meditative Haltung, die nicht nur in den konkreten Praxisanleitungen zum Tragen kommt, sondern den gesamten Grundton des Werkes bestimmt. Nicht neu, aber überzeugend und mit viel Anleitung für die eigene Reflektion und Praxis eine empfehlenswerte Lektüre, wenn auch im Gesamten zu gleichförmig im Tonfall und Stil und damit mit Längen.

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