Detlef Bluhm Berlin ist das Allerletzte

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Inhaltsangabe zu „Berlin ist das Allerletzte“ von Detlef Bluhm

1991, vor zwanzig Jahren, wurde in Bonn vom Bundestag beschlossen, Berlin zur Bundeshauptstadt zu erheben. In der hitzigen Debatte zeigte sich, dass sowohl die Berlin-Gegner wie die Berlin-Befürworter einem völlig falschen Bild sowohl der Stadt wie ihrer Bewohner aufsaßen. Um dieses Bild zu korrigieren und der Realität anzunähern, fahndeten die beiden Herausgeber in der Literatur der letzten beiden Jahrhunderte nach Berichten, Bemerkungen, Erlebnissen, die von Reisenden (Künstlern, Schriftstellern, Deutschen wie Ausländern) hinterlassen wurden. Sie wurden dabei so reich belohnt, dass daraus eine Anthologie entstand, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ und so den einzig möglichen Titel erhielt: Berlin ist das Allerletzte.
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  • So war die Stadt schon immer!

    Berlin ist das Allerletzte
    Duffy

    Duffy

    17. January 2016 um 09:37

    Voller Vorfreude nahm der Rezensent das Buch zur Hand. Ist er doch selbst Berliner, sogar gebürtiger, und hat es nicht geschafft, diese Stadt zeitlebens auch nur ein wenig zu lieben. In besten Zeiten, das war aber nur kurz, konnte man auch nur von Hassliebe sprechen. Das liegt ganz sicher daran, dass die Stadt ein Blender ist, die Betonmassen, die Monumentalbauten, von denen 80% nach importierten Idee erbaut wurden, das Schnoddrige, Kalte und Rohe, der mangelnde Charme und Taktgefühl, sogar der Opfer des Nationalsozialismus wird in dieser Stadt mit einem einfallslosen Stelenfeld gedacht. Umso erstaunter war der Rezensent, dass Berlin wohl schon immer so war, denn die in diesem Buch zu Wort kommenden Zeitzeugen, vom 16. bis 20. Jahrundert eine interessante Mischung, beschreiben genau diese Eigenschaften und Mängel, die sich bis heute etabliert haben. Berlin war also schon immer die Stadt, die ohne ein markantes Profil laut schreien musste, damit man sie auch als das wahrnahm, was sie gerne sein wollte: Eine Metropole wie Paris, London oder das kulturelle Wien. Doch anders als die erwähnten, hat es diese Stadt immer irgendwie versäumt, ihre Charakterlosigkeit abzulegen oder ihr Kapital in die richtigen Kanäle zu leiten. Das hat sich bis heute nicht geändert. Und so würden wahrscheinlich die Kommentare der hier versammelten Schreiber heute ähnlich aussehen, denn was zu Zeiten eines Lessing, Polgar, Thoma, Scheffler, E.T.A. Hoffmann, Heine und vielen anderen hier wirkenden Autoren Anlaß zu bissigen Bemerkungen war, hat sich nicht geändert, nur dass es in eine andere Zeit verlegt ist. Da überfiel den Rezensenten dann doch eine gewisse Wehmut, denn er fand es schade für die Stadt, dass sie auch heute noch nicht liebenswert ist. Außerdem hatte er sehr viele Sätze mit Bleistift unterstrichen. Zu viel. Für den skeptischen Berliner wird das Buch denselben Effekt haben wie für den Rezensenten. Alle anderen könnten sich wohl den Trip nach Berlin überlegen, die Chancen stehen 50 : 50, dass man enttäuscht wird. Der Neugierige wird natürlich wissen wollen, wie es hier wirklich aussieht. Und dass diese Rezension besonders subjektiv ist, soll hier nicht unerwähnt bleiben.

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