Detlef Guhl

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Neue Bücher

Die weißen Bücher / AKTE KLO

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Neu erschienen am 27.11.2018 als Taschenbuch bei epubli.

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Die weißen Bücher / nützt ja nix

Die weißen Bücher / nützt ja nix

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Erschienen am 15.09.2017
Die weißen Bücher / scheiß auf die Rippe

Die weißen Bücher / scheiß auf die Rippe

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Erschienen am 09.06.2017
Die weißen Bücher / AKTE KLO

Die weißen Bücher / AKTE KLO

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Erschienen am 27.11.2018
Die weißen Bücher / nee, echt jetzt?!

Die weißen Bücher / nee, echt jetzt?!

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Erschienen am 01.06.2016
Die weißen Bücher / Splitter

Die weißen Bücher / Splitter

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Erschienen am 08.02.2016
...neben der Venus

...neben der Venus

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Erschienen am 15.11.2011
...dem Herzen so nah

...dem Herzen so nah

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Erschienen am 04.12.2012
Splitter

Splitter

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Erschienen am 02.02.2016

Neue Rezensionen zu Detlef Guhl

Neu

Rezension zu "Die weißen Bücher / AKTE KLO" von Detlef Guhl

Menschliche Hinterlassenschaften
Thomas_Lawallvor 7 Tagen

Wenn ein neues Buch von Detlef Guhl erscheint, kann man sich, wie immer, auf einige Überraschungen gefasst machen. Zu Beginn führt er uns ins Jahr 1950 zurück. Gerade einmal vier Jahre alt ist er und lebt mit seinen Eltern samt Verwandtschaft in einem Haus, welches im Krieg sehr gelitten hat. 

Eine Wasserspülung für die sanitären Einrichtungen gab es aber schon vor dem Krieg nicht, und genau um jene Thematik dreht sich die "Nachkriegsposse". Man fühlt sich aber nicht nur durch die katastrophalen Zustände im Haus in jene Zeit zurückversetzt, sondern durch die weltpolitischen Einschübe, die Detlef Guhl nahtlos einfügt.

Das steigert einerseits die Authentizität ungemein und andererseits entbehrt die Art und Weise, wie der Autor an den unmöglichsten Stellen zum großen Überblick ausholt, einer gewissen Komik nicht. Auch die Meldungen selbst befinden sich unsortiert und in gewollter Wahllosigkeit, so als ob der Autor die Absurdität des Lebens damit zu unterstreichen gedenkt. 
 
Es dreht sich im Prinzip also um allzu menschliche Hinterlassenschaften. Genauer gesagt, um beschädigte und viel zu knapp bemessene Abortgruben. In Verbindung mit aufsässigen Hausbewohnern und einem sturen "Fräulein" Vermieterin ergeben sich Komplikationen der heftigen Art, während der Koreakrieg tobt und in Wuppertal der Zirkuselefant Tuffi bei einer Werbefahrt aus der Schwebebahn fällt.

Man bedauert es fast, wenn der Mix aus (berechtigter) Mieterrenitenz, der entsprechende Briefwechsel mit Ämtern, Behörden und der Vermieterin, sowie der Nachhilfeunterricht in ganz großer Politik, schon nach achtzig Seiten ein Ende findet. Bis dahin wird man jedenfalls prächtigst unterhalten.

Eine Überraschung ist dann aber auch, dass es nun und insgesamt etwas "dünn" wird. Sowohl inhaltlich als auch formal. Nach 100 Seiten ist bereits Schluss, wobei die "weiteren Kalamitäten" bis dahin etwas an Substanz zu verlieren scheinen. Weder Gedichte noch "Mehmet" können diesmal richtig überzeugen. Allein "Evolution" kann dann an vergangene Großtaten anknüpfen.

Doch was ist jetzt los? Es kommen doch noch 62 Seiten! Ganz einfach, denn diesmal greift der Autor kräftig in die Werbetrommel und stellt ausführlichst Leseproben zu seinen letzten vier Werken "Splitter", "nee, echt jetzt?!", "scheiß auf die Rippe" und "nützt ja nix" zur Verfügung. Na gut, so kriegt man ein Buch auch voll.

Aber in diesem Fall völlig berechtigt, worauf der Rezensent jetzt besonderen Wert legt. Man hat es als Einzelkämpfer in diesem Gewerbe schon schwer genug, weshalb eine Eigenwerbung schon aus diesem Grund hier seine Berechtigung hat. Zudem kann einer potentiellen Leserschaft zugesichert werden, dass sich ein entsprechender Zugriff in jedem Fall lohnt. Mein Rat:

Die künftigen Sammlerstücke am besten im Paket erwerben!

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Rezension zu "Die weißen Bücher / scheiß auf die Rippe" von Detlef Guhl

Doppeltes Lesevergnügen
Thomas_Lawallvor 16 Tagen

Dem Dichter sitzt sowohl der Ernst des Lebens als auch der Schalk im Nacken. Gut so, denn wie sollte man das Leben anders ertragen. 

"Ich stoße hier und da an Grenzen und an Schranken" schreibt er in "Frei" und ist überzeugt, im Räderwerk des Lebens festzusitzen, "... anders sein ist vergebens."

Doch all der Weltschmerz vergeht bereits im zweiten Gedicht "April, April". Um die Liebe geht es hier und um gewisse Pfeile, die hier und da treffen:  

"Sie liebten sich in wilder Eile. 
Das dauerte wohl eine Weile, 
doch Anfang Mai war sie verflossen ..."

Aufgeben ist aber nicht angesagt, denn das Spiel wiederholt sich, wenn man nur die nötige Geduld aufbringt. Pfeile gibt es ja genug ...! 

Wenig später stürzt Detlef Guhl den Leser gar derb und wollüstig in eine wilde "Verführung", "In praller Nacktheit lag sie da vor ihm in Saft und Fülle ...", verwirrt ihn, führt ihn an der Nase herum und klärt das Ganze am Ende mit einer überraschenden Pointe auf. 
 
Kein Gedicht ist wie das andere. Es liegen Welten zwischen den Zeilen und doch scheint sie eines zu vereinen. Es ist vielleicht eine Art von Zuversicht und ein Nichtaufgebenwollen. Man mag auch bei traurigen Versen nie die Fassung oder jeden Mut verlieren. Ganz im Gegenteil, denn hier schreibt jemand, der sich nicht von Wolken in tiefste Schluchten stürzt, sondern mit beiden Beinen fest im Leben steht. Oft auch gegen den Strom und als Fels in der Brandung sowieso.

Ein großer Erzähler ist er ebenfalls. Doch kapitellanges Versinken im eigenen Ozean der Worte ist nicht seine Welt. Weniger ist oft mehr. Und für das Wesentliche braucht es nicht viele Worte. Um sich von dem "Schmetterling Jugend" zu verabschieden, genügen wenige Sätze, für eine kurze Aufklärung über "Dämonen" ebenfalls. Der "Lebenskünstler" hat eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Weisheit zu bieten, ein Gegenentwurf zum melancholischen "Aprilwetter" ist schnell formuliert, und selbst ein "unendliches Gedicht" kommt mit knapp zwei Seiten ganz prima aus.

Detlef Guhl schreibt alles auf. Wirklich alles! Momentaufnahmen des Lebens, Ideen, Einsichten, Glücksmomente, Liebesgeschichten - aber auch Fragen, Zweifel und manchmal auch bittere Ironie - gleichwohl nur, wenn unbedingt nötig. 

Vielleicht ist das markanteste Markenzeichen des Autors die immerwährende Ambivalenz der Dinge. Keineswegs kehrt er sie unter den Tisch, sondern stellt sich ihr mit aller Konsequenz. Gnadenlos den Blick auf sich selbst und sein Schicksal werfend, entwirft Detlef Guhl in "Scharfrichter" eine makabre Aussicht auf das Unvermeidliche. Jener wird sich sicher in Sachen "baldiger Geschäftsbeziehung" irgendwann ankündigen. Eine "Hilfe bei der Pflege seines Werkzeugs" lehnt der sture Kerl glatt ab ...

Auf kopflastige Verschachtelungen verzichtet der Autor nahezu ganz, drückt sich allgemeinverständlich aus, und lässt seinen ausgeprägten Humor eine tragende Rolle spielen. Hintergründig und mit doppeltem Boden ausgestattet kommt er in "Der Regenwurm", und lässt uns einmal mehr innehalten und über die handfeste Pointe grübeln. Die eine oder andere Lehre dürfen wir ebenfalls ziehen - beispielsweise wie gesund eine "Trotzreaktion" sein kann. 

"scheiß auf die Rippe" ist ein wahre Fundgrube. Mehr Kontraste kann man auf 230 Seiten nicht unterbringen. Viel hätte der Rezensent noch erwähnen können, vielleicht die gut versteckte Liebeserklärung in "Trophäen" oder die böse Ironie in einem der neuen Gedichte "Gespenster". Der aktuelle Zeitgeist hält somit Einzug in die Zusammenlegung der bereits 2011 und 2012 erschienenen Lyrikbände "neben der Venus" und "dem Herzen so nah", die der Dichter in der vorliegenden Neufassung um einige Verse (und ein Inhaltsverzeichnis) bereinigt und um einige Gedichte bereichert hat.  

Leserinnen und Lesern bleibt also ein doppeltes Lesevergnügen, ein Stöbern, Entdecken, Wundern und Staunen. "scheiß auf die Rippe" sind Gedichte über den Ernst des Lebens, die sich oft selbst nicht ernst nehmen. Ein Füllhorn voller "Ungereimtheiten" und noch viel mehr. Das eine oder andere Anliegen mag sich vereinzelt verstecken, dezent und so ganz nebenbei. Vielleicht kann eine der wichtigsten Botschaften des Autors für ein schönes Fazit dienen: Seine Falten bekommt er lieber vom Lachen, als vom Trübsal blasen!

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Rezension zu "Die weißen Bücher / nützt ja nix" von Detlef Guhl

Satirischer Feinschliff
Thomas_Lawallvor einem Monat

Es ist Winter. Kein weißer Traumwinter, sondern eher ein verregneter. Doch immerhin Winter. Das ist die Hauptsache. Vor allem für Allergiker eine goldene Zeit - die "pollenlose Phase". Der Frühling ist (hoffentlich) noch weit, doch lange dauert es trotzdem nicht mehr, bis man wieder schnieft, mal "kreuz und auch mal quer". Dann ist es wieder soweit: "Es kribbelt der Zinken" und "man rotzt in die Welt."

Es ist halt alles nicht so einfach. Das Leben und das Füllhorn an Überraschungen, das es - extra für uns - bereithält. Da ist es gut, wenn man Freunde hat, die einem in der Not beistehen können. Doch selbst weitläufige Bekanntschaften vermögen den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wenn auch nur indirekt. "Mehmet" ist so einer. Durchaus von einfachem Gemüt, weiß er aber den grauen Alltag mit seinen Weisheiten in Schwung zu halten und zu erheitern.

Ihm Wagners Ring zu erklären, scheitert sowohl an Mehmets Aufnahmefähigkeit als auch an der komplexen Geschichte selbst. Er versteht die Welt nicht mehr, und als sich die Ereignisse unsittlich zuspitzen, nachdem Siegmund das Schwert aus der Weltesche zog, platzt Mehmet der Kragen: "Wo wohnt dieser Rischard? Ich mach den Krankenhaus!" 

Es ist (was erfahrene Seelen sicherlich nicht unbedingt überrascht) so wie im wahren Leben. Spätestens wenn alles so richtig gut läuft, ist die nächste Katastrophe nicht weit. Und wer trotz allem dem Irrglauben verfallen sein sollte, dass es nicht schlimmer kommen kann, den belehrt der Autor eines Besseren.

Wie gewohnt, dreht Detlef Guhl den Spieß einfach um. Das Leben ist ungerecht und unberechenbar. Wie soll man das aushalten? Tag für Tag. Da hilft nur eins: Der Blick durch eine Gleitsichtbrille mit satirischem Feinschliff. Die Qual des Alltags wird dann plötzlich zu einem aufregenden Abenteuer.

In jenen Gedichten und Geschichten findet man aber nicht nur erlösende Erheiterung, sondern, wie dies bei Waren aus dem "Wühltisch" durchaus nicht unüblich ist, den einen oder anderen etwas schwer verdaulichen Ladenhüter. Eine gewisse Unruhe im Ausdruck, der Hang zu wiederholten Übertreibungen sowie anstrengende Dialekthürden, unterstrichen von typografischen Unregelmäßigkeiten, sind mitunter schwer verdaulich.

Den positiven Gesamteindruck kann derlei Rezensentenquark jedoch nicht schmälern. Dazu gibt es in diesem Werk einfach zu viele "Knaller". Stilsicher und mit dem Blick auf das Wesentliche spannt Detlef Guhl waghalsige Brücken von einfachstem Sachverhalt bis hin zu Grundsätzlichem. Beste Beispiele sind angewandte "Methoden zur Fleischverbrennung" ("Grillen"), von Politikern avisierte Änderungen in der Tischbeinverordnung, oder gar Probleme mit dem "systemgewollten Zusammenhalt" im Heimwerkerbereich.

Klar, ist die Evolution nicht mehr das, "was sie früher einmal war". Sie geht ja weiter. Ob sich jedoch alles zum Besseren wendet, sei dahingestellt. Doch was soll's - alles Grübeln "nützt ja nix".

Fazit: Mehmets Tochter ist übrigens ein Genie. "Die malt wie Beethoven."

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