Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

von Detlef M. Plaisier 
4,3 Sterne bei10 Bewertungen
Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras
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HEIDIZs avatar

Gut, dass man solche Biografien noch lesen kann

KleineLulus avatar

Tolle Erinnerungen, teilweise ziemlich langatmig

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Inhaltsangabe zu "Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras"

Dies sind die Lebenserinnerungen Artur Plaisiers, herausgegeben von seinem Sohn Detlef. Der Text beschreibt Arturs Kindheit in Ostfriesland und im Emsland von seiner Geburt 1927 bis in die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges hinein. Er zeugt mit viel Detailtreue von der großen Liebe zur ostfriesischen Heimat. Gleichzeitig eröffnen die unbeschönigten Aufzeichnungen Einblicke in den Alltag der Menschen.
Artur Plaisiers Niederschrift reicht von der liebevollen Beschreibung seines Geburtsorts Holte und seiner Kindheit in Westrhauderfehn über ostfriesische Gebräuche wie die „Teetied“, die Geschichte des emsländischen Hümmlings bis zu lokalen Geschichten und Legenden sowie Marienerscheinungen im Emsland.
Neben dieser Heimatgeschichte sind es vor allem die Schilderungen seiner Erlebnisse zu Zeiten des Dritten Reichs, über das Strafgefangenenlager Esterwegen und das Konzentrationslager Börgermoor, wo sein Vater in der Mooradministration tätig war, die seine Biografie zu einem wichtigen Werk der geschichtlichen Aufarbeitung machen. In diesem Zusammenhang sind auch die Auszüge aus dem Kriegstagebuch seines Bruders zu sehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783862824700
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:348 Seiten
Verlag:Acabus Verlag
Erscheinungsdatum:13.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gut, dass man solche Biografien noch lesen kann
    Tiefgründige Biografie des Vaters und Zeitdokument

    Grundlage für das Buch, welches ich neulich gelesen haben, ist ein Text vom Vater des Autors. Dieser hat das Geschriebene im Nachlass des Vaters entdeckt und das Buch daraus entstehen lassen.

     

    Das Buch erzählt die Lebenserinnerungen Artur Plaisiers. Detlef ist dessen Sohn und wir dürfen beginnend von der Kindheit des Vaters im Emsland ab 1927 - seine Geburt - seine Heimat Ostfriesland kennenlernen und die Zeit, in der er aufwuchs. Keine leicht Zeit wahrlich und gut, dass der Sohn sich ein Herz gefasst und das Gelesene in Buchform gebracht hat. Ich finde, es ist wichtig, zu wissen, was damals passiert, was unsere Eltern und Großeltern erlebt haben, ich finde, es sollte nicht in Vergessenheit geraten. Mit diesem Buch ist wieder ein Menschenschicksal für die Ewigkeit festgehalten.

     

    In Holte geboren - hier kann man auch viel über den Ort lesen und über Westrhauderfehn - über die Teezeit und andere Traditionen, Anekdoten und Geschichten und Geschichtchen - legenden und sogar Marienerscheinungenn.

     

    Heimatgeschichte pur !!! Das dritte Reich wird noch einmal lebendig und man hört und liest vom Strafgefangenenlager Esterwegen sowie dem Konzentrationslager Börgermoor.

     

    Sicher kann man das Buch auch ein Stück weit als Aufarbeitung geschichtlicher und persönlicher Ereignisse werten, allemal ist es ein Stück Zeitgeschichte anhand einer persönlichen Biografie, die unter die Haut geht. Man spürt, dass der Autor als Sohn des Artur Plaisiers sehr tief ging und der Text seines Vater ihm selbst unter die Haut ging.

     

    Enthalten ist persönliche Bildmaterial und außerdem - sehr interessant und informativ - das Kriegstagebuch Johann Plaisiers, des Onkels des Autors.

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    KleineLulus avatar
    KleineLuluvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolle Erinnerungen, teilweise ziemlich langatmig
    Tolle Erinnerungen, teilweise ziemlich langatmig

    An diesem Buch sieht man wie unterschiedlich Geschmäcker sein können. An sich eine interessante Geschichte von Arthur und seiner Kindheit in Ostfriesland und Emsland. Was ich sehr schlimm fand das sich der Text an einigen Stellen sehr langgezogen hat und z.B. jedes Haus im Dorrf, jede Straße, Weg oder Laden beschrieben würde. Für Leser aus der Gegend vielleicht interessant ansonsten zu langatmig. 
    Toll fand ich aber das ein Sohn sich die Mühe macht das Leben des Vaters mit Hilfe seiner Aufzeichnungen zu Papier zu bringen und einen in eine Zeit entführt über die man aus Sicht der kleinen Leute zu wenig weiß!

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    lorelai_ss avatar
    lorelai_svor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant und persönlich!
    Interessant und persönlich!

    Klappentext:

    Dies sind die Lebenserinnerungen Artur Plaisiers, herausgegeben von seinem Sohn Detlef. Der Text beschreibt Arturs Kindheit in Ostfriesland und im Emsland von seiner Geburt 1927 bis in die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges hinein. Er zeugt mit viel Detailtreue von der großen Liebe zur ostfriesischen Heimat. Gleichzeitig eröffnen die unbeschönigten Aufzeichnungen Einblicke in den Alltag der Menschen.
    Artur Plaisiers Niederschrift reicht von der liebevollen Beschreibung seines Geburtsorts Holte und seiner Kindheit in Westrhauderfehn über ostfriesische Gebräuche wie die „Teetied“, die Geschichte des emsländischen Hümmlings bis zu lokalen Geschichten und Legenden sowie Marienerscheinungen im Emsland.
    Neben dieser Heimatgeschichte sind es vor allem die Schilderungen seiner Erlebnisse zu Zeiten des Dritten Reichs, über das Strafgefangenenlager Esterwegen und das Konzentrationslager Börgermoor, wo sein Vater in der Mooradministration tätig war, die seine Biografie zu einem wichtigen Werk der geschichtlichen Aufarbeitung machen. In diesem Zusammenhang sind auch die Auszüge aus dem Kriegstagebuch seines Bruders zu sehen.

    Meine Meinung:

    Das Cover ist unheimlich schön und hat mich sofort angesprochen. Es vermittelt direkt den Eindruck, dass man mitten ins Familien-Fotoalbum schauen darf!

    Die Schreibweise ist gut und flüssig. Nach einer kurzen Einführung geht's direkt los mit Erklärungen aus der Kindheit vom Vater des Autors, bzw. vom Biographen. Zu vielen Orten und Personen gibt es Randnotizen, welche mir persönlich teilweise zu ausführlich waren. Alles in allem erhält man einen schönen Einblick in die damalige Zeit und lernt hier und da noch etwas dazu.

    Besonders interessant wurde es für mich, zur Kriegszeit, denn das sind Themen, die mich interessieren.

    Viele der Ortsbeschreibungen sind für mich toll gewesen, da ich die Orte größtenteils kenne oder die Gegend schon mal besucht habe.  Ich kann mir aber durchaus vorstellen dass für jemanden, der hier nicht ansässig ist, schnell gelangweilt ist oder diese angaben als unnötig empfindet.

    Ein tolles, interessantes Buch mit Tiefgang auch in spezielle Themen, die man in Deutschland meiner Meinung nach ruhig ansprechen darf, des dies ist unsere Geschichte!!!

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    diebuchrezensions avatar
    diebuchrezensionvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte über eine Kinderheit in den 1930er und 1940er Jahren.
    Eine Geschichte über eine Kinderheit in den 1930er und 1940er Jahren.

    Dieses Buch ist in sehr viele Abschnitte untergliedert. Erst erfährt man einiges über den Namen Plaisier, die Namensgebung und den Stammbaum. Im Vorwort wird dann erklärt, dass es ein aufgearbeitetes Manuskript seines Vaters ist, dass der Autor sorgfältig aufgearbeitet hat. Im Anschluss folgt eine wirklich sehr detailreiche Sammlung von Erinnerungen von der Geburt bis zum Beginn der 40er Jahre. Man lernt die Familie von Artur, genannt Bubi, Plaisier ganz gut kennen. Es ist die Lebensgeschichte von Bubi. Er erzählt der von seinem Leben in Ostfriesland und im Emsland der dreißiger und vierziger Jahre.

    Was ich wirklich super an diesem Buch fand war der Schreibstil. Artur Plaisier hatte das Geschick den Leser mit schlichten, einfach, aber auch detailorientierten Sätzen in seinen Bann zu ziehen. An der ein oder anderen Stelle, vor allem aber am Anfang, fand ich viele Beschreibungen sehr lang und zu detailreich. Das hätte ich mir kürzer gewünscht. Doch man erfährt auch sehr viel über das alltägliche Leben, die Schulzeit, die Nachbarschaft, die Zeit bei während des Krieges. 

    Diees Buch beinhaltet noch einen kurzen Epilog, in dem der Therapeut sich zu wort meldet und eine sehr prägnante Analyse vorstellt. 

    In diesem Buch gibt es sehr viele Bilder, die passend zum Text eingefügt wurden und dem Leser ein klares Bild vor Augen führen. Im Anhang gibt es noch ein Kriegtagebuch von Johann, dem älteren Bruder von Artur. Da Arturs Erzählungen selber nicht bis zum Ende des Krieges reichen, finde ich es super, dass das Kriegstagebuch genau diese fehlenden Jahre vervollständigt. 

    Zusammenfassend hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn manche Schulderungen einfach zu langatmig waren. Dieses Buch ist so umfassend und hier ist so viel Herzblut eingeflossen, dass mir eine Sternevergabe wirklich sehr schwer gefallen ist. 


    https://diebuchrezension.de/#/books/book/49

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    mehrpfots avatar
    mehrpfotvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bubis Kinnertied = interessanter und lesenswerter Zeitzeugenbericht **** 4 von 5 Sterne
    Bubis Kinnertied = interessanter und lesenswerter Zeitzeugenbericht

    Bubis Kinnertied = interessanter und lesenswerter Zeitzeugenbericht
    **** 4 von 5 Sterne

    Vorab:
    Meine Rezension stellt keine Inhaltsangabe dar, sondern gibt meine ganz persönliche Meinung wieder, die ich zu einem Buch habe, und was ja auch Sinn und Zweck einer Rezension ist.
    Dieses Exemplar wurde mir vom Verlag als Leseexemplar in der Printausgabe (Taschenbuch) (und im pdf-Format) zur Verfügung gestellt.

    Das Cover in Kombination des für mich doch ein wenig fremd klingenden Titels (bin ein Gewächs aus dem Süden Deutschlands) erweckte meine Aufmerksamkeit.
    Der Untertitel „Eine Kindheit in Ostfriesland und im Emsland in den 1930er und 1940er Jahren“ gepaart mit der Kurzbeschreibung bestärkten mich, diese Biographie auf jeden Fall lesen zu wollen.

    „Dies sind die Lebenserinnerungen Artur Plaisiers, herausgegeben von seinem Sohn Detlef. Der Text beschreibt Arturs Kindheit in Ostfriesland und im Emsland von seiner Geburt 1927 bis in die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges hinein. Er zeugt mit viel Detailtreue von der großen Liebe zur ostfriesischen Heimat. Gleichzeitig eröffnen die unbeschönigten Aufzeichnungen Einblicke in den Alltag der Menschen.
    Artur Plaisiers Niederschrift reicht von der liebevollen Beschreibung seines Geburtsorts Holte und seiner Kindheit in Westrhauderfehn über ostfriesische Gebräuche wie die „Teetied“, die Geschichte des emsländischen Hümmlings bis zu lokalen Geschichten und Legenden sowie Marienerscheinungen im Emsland.
    Neben dieser Heimatgeschichte sind es vor allem die Schilderungen seiner Erlebnisse zu Zeiten des Dritten Reichs, über das Strafgefangenenlager Esterwegen und das Konzentrationslager Börgermoor, wo sein Vater in der Mooradministration tätig war, die seine Biografie zu einem wichtigen Werk der geschichtlichen Aufarbeitung machen. In diesem Zusammenhang sind auch die Auszüge aus dem Kriegstagebuch seines Bruders zu sehen.“

    Der Einstieg in die Erinnerungen und Erlebnisse von Bubi Artur nach den Vorworten des Herausgebers und von Bubi selbst ist leicht:
    „Geboren wurde ich Ende des Monats Oktober im Jahr 1927 in dem kleinen ostfriesischen Ort Holte.
    Zu meinem ersten Schrei auf dieser Welt verhalf mir die Hebamme Frau Hündling, die weit und breit alle werdenden Mütter betreute.
    Ich habe sie später in Westrhauderfehn mit ihrem Fahrrad bei uns in der 1. Südwieke fahren sehen.
    Am Lenker hing stets die braune Hebammentasche.
    Von meinem Geburtshaus wurde mir berichtet, daß auf dem Dach, vermutlich auf einem dort montierten Wagenrad aus Holz, Jahr für Jahr ein Storchenpaar nistete und den Nachwuchs großzog.
    Man kann in meinem Fall also durchaus sagen, daß mich der Storch gebracht hat.“

    Es ist flüssig und flott weg zu lesen durch die angenehme Schreibweise.
    So könnte mir eine andere Person auch ihre Erlebnisse und Erfahrungen in einem Gespräch nahe bringen.

    Über was ich natürlich gestolpert bin und mich teilweise auch ein wenig überfordert fühlte, waren die Ortsnamen, örtlichen Beschreibungen.
    Das liegt aber sicher daran, daß ich eben nicht aus Ostfriesland oder dem Emsland komme, sondern aus
    dem Süden Deutschlands.

    Die manchmal sehr umfangreichen Fußnoten liefern zum Erzählten noch das eine oder andere Zusatzwissen.
    Das Bildmaterial wertet das Gelesene noch zusätzlich auf und die Auszüge aus dem Kriegstagebuch des Bruders erweitern dazu sehr gekonnt den Einblick in die damalige Zeit.

    Ein angenehm zu lesender und gelungener Rückblick auf vergangene Zeiten, der einem, auch wenn es sich vielleicht seltsam anhört, kurzweilig vor Augen führt, in welche „Lebensschule“ unsere Vorfahren gehen „durften“.


    Fazit:
    Ein interessanter und lesenswerter Zeitzeugenbericht auch für „Nicht-Ostfriesen“ und „Nicht-Emsländer“.


    © JM-MS 03-2017

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    Holdenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Darauf einen Ostfriesentee!
    Unser armes Emsland!

    Der Autor hat ein Manuskript seines Vaters, das er nie zu dessen Lebzeiten zu Gesicht bekommen hat oder von dem er gehört hat, zu einer Biographie umgearbeitet, und im zweiten Teil schließt sich ein Kriegstagebuch eines Onkels des Autors an. Es wird sehr detalliert das Leben der Plaisers in der alten ostfriesischen Heimat beschrieben, wie das Dorf sich zusammensetzte, wie Feste gefeiert wurden usw. In der Detailtreue ist das Ganze natürlich noch interessanter für Leute, die aus der Gegend kommen und sich uU noch an die Zeit erinnern können (die Älteren unter uns). Aber sobald es ins Emsland geht, bin ich dann spätestens voll dabei, auch wenn ich über die Schilderung natürlich ziemlich entstetzt war (alle Kinder laufen abgerissen herum, Nicht-Katholiken werden ausgegrenzt usw.), aber so war das hier früher wahrscheinlich, nicht um sonst hatte unsere Region früher so einen schlechten Ruf. Ich freu mich schon darauf, meinen Verwandten im nördlichen Emsland das Buch zu schenken, die werden vielleicht einiges wiedererkennen. Und die Schilderung der NS-Zeit war natürlich wieder sehr interessant, besonders durch die subjektive Erzählweise. Ein tolles Buch über einen immer noch viel zu wenig beachteten Landstrich, und ein weiterer Beitrag unter dem Stichwort "Kriegsenkel".

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    solveigvor 2 Jahren
    Kriegskinder und Kriegsenkel

     

    „Die Vergangenheit ruhen lassen und nach vorn schauen“  -  eine Forderung, der man immer wieder begegnet. Das mag, oberflächlich gesehen, das Leben leichter machen. Doch problematische Erfahrungen oder Erlebnisse unserer Vorfahren werden (unbewusst) an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und können das Leben der Kinder und Enkel beeinflussen, etwa in Form von unerklärlichen  Versagens- und Verlustängsten oder Selbstbewusstseinsdefiziten. Ganz besonders trifft das auf die „Kriegsenkel“ zu, eine Generation, die zwar nie selbst einen Krieg erlebt hat; deren Eltern und Großeltern jedoch das Dritte Reich und den zweiten Weltkrieg mitgemacht haben.

    Detlef Plaisir, Journalist und Autor, ist solch ein Kriegsenkel. Als er nach dem Tode seines Vaters Artur dessen Kinheitserinnerungen, die dieser im Alter aufgeschrieben hat, in den Händen hält, beschließt er, sie zu veröffentlichen.

    Es ist die Geschichte eines Jungen, der von seinem alltäglichen ländlichen Leben im Ostfriesland der dreißiger und vierziger Jahre erzählt; von seiner Mutter, den älteren Brüdern und dem Vater, der im Straflager Börgermoor als Aufseher arbeitete. Schnörkellos, in schlichten Worten vermittelt Artur, genannt Bubi, dem Leser einen ehrlichen Eindruck von seiner näheren Umgebung, den Nachbarn, dem Dorf, der Schulzeit bis zum Beginn der Lehrjahre. Zahlreiche Fotografien illustrieren den Text. Sie verbildlichen jene Zeit und verleihen den Erinnerungen noch mehr Leben. „Bubis Kinnertied“ ist zwar eingebettet in Traditionen, enthält schöne und schwierige Zeiten, wird jedoch überschattet von den Ereignissen des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkriegs: Lebensumstände, die sein alltägliches Leben beeinflussen und sicher auch belasten.

    Den Aufzeichnungen Arturs folgt das Kriegstagebuch seines älteren Bruders, ein Dokument, welches das Buch im Hinblick auf das Schicksal der Soldaten an der Front und in der Kriegsgefangenschaft abrundet. Es lässt den Leser nachdenklich zurück  -  ebenso wie der kurze Epilog, den ein Psychologe zum Thema  Kriegsenkel verfasst hat.

    „Bubis Kinnertied“ erzählt vom Schicksal eines Kriegskindes, mit dem sich vermutlich (noch) viele Menschen identifizieren können. Ich hoffe, es regt noch mehr Kriegskinder und  -enkel an, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wertvolles Buch, das die alte Zeit beschreibt und zum Aufarbeiten der Vergangenheit und Nachfragen bei Eltern und Großeltern einläd.
    Wunderbare Rückblicke in eine langsamere Zeit

    Mich hat das Buch sehr bereichert und auch dazu angeregt die Vergangenheit nicht vergangen bleiben zu lassen.
    Das sollte man lesen, denn es zeigt anschaulich, wie es damals in der Welt zugegangen ist.

    Kommentare: 1
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    elvires avatar
    elvirevor 2 Jahren
    interessanter Einblick in eine Kindheit der 30er und 40er Jahre

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es liest sich leicht und fluessig und beschreibt die Lebensweise in den 30er und 40 er Jahren sehr anschaulich. Leider wird vieles nur angerissen, deshalb fand ich die Fussnoten sehr hilfreich, die vielen Bilder lockern das Ganze zusaetzlich noch auf. Vieles haette man gerne noch detaillierter erfahren, und der Schluss kam etwas abrupt. Ich haette Arthur sehr gerne noch auf seinem weiteren Lebensweg begleitet. Aber es ging ja um seine Kindheit. Das Tagebuch seines Bruders fand ich eine schoene Ergaenzung, die nochmal das Ausmass der Kriegserlebnisse vor Augen fuehrte.

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    Achtsamkeits avatar
    Achtsamkeitvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lesenswertes Buch, das unterhält aber auch aufklärt wie zB. dem Verhalten der Katholiken gegenüber den Prostestanten, oder dem Hexenwahn
    Ostfriesland Familienschicksale Krieg


    Das Buch ist sicher lesenswert und vom Schreibstil leichte Kost, wogegen der Inhalt deutlich die Tragödien dieser Kriegszeit aufzeigt. Die angefügten Fußnoten ergänzen dabei hilfreich. Die vor dem Krieg beschriebene Kinderzeit ist unterhaltsam und gibt reichlich Einblicke in die ostfriesische Lebensweise.
    Kleines Manko ist, dass  manche Schilderung recht knapp ausfällt. Ein Bonus sind die mitgelieferten Fotos aus der Zeit und das Kiregstagebuch des Bruders im Anhang.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    acabus_verlags avatar

    Liebe Leserinnen und Leser,  

    mit „Bubis Kinnertied“ hat Detlef M. Plaisier die Lebenserinnerungen seines Vaters Artur Plaisier aufgearbeitet und herausgegeben. Immer geprägt von der Liebe zur ostfriesischen Heimat, erzählt Artur Plaisier in seinen Aufzeichnungen von der lokalen Geschichte, den Einblicken in den Alltag der Menschen und den Erlebnissen zur Zeit des Dritten Reiches. Seine Kindheit in Ostfriesland spielt ebenso eine Rolle, wie auch das Strafgefangenlager Esterwegen und das Konzentrationslager Börgermoor, wo der Vater von Artur Plaisier beschäftigt war. 

    Zu einer besonders persönlichen Leserunde lädt nun Detlef M. Plaisier ein – und kommt deshalb hier gleich selbst zu Wort: 

    Als mein Vater im Jahr 2006 starb, hinterließ er mir eine Biografie. Ich muss seitdem damit leben, dass mein Großvater Aufseher in einem Konzentrationslager war.  Aber ich durfte auch von der ungebrochenen Liebe zur Heimat Ostfriesland lesen, von Menschen, die täglich um ihren Lebensunterhalt ringen und Tradition leben.  

    Ich habe den Text meines Vaters behutsam aufgearbeitet, langsam über Jahre, immer wieder überrascht ob der Kraft des Wortes, und manchmal brauchte ich die Unterstützung eines Psychotherapeuten im Gespräch. Ich fand neue Freunde und gewann das verloren geglaubte Gefühl für Familie zurück. Nun bin ich erschöpft und glücklich, euch den Text präsentieren zu können.  

    „Zu schwere Kost. Und die Nazizeit – ach nee.“ Auch meine Testleser waren skeptisch – und entdeckten die erzählte Leichtigkeit eines Lebens, das dunkle deutsche Geschichte mit unbeschwerter Jugend verbindet. Wer sich darauf einlässt, entdeckt Parallelen zu den eigenen Eltern und Großeltern und versteht, was es bedeutet, ein Kriegsenkel zu sein. Traut euch!       

    Für weitere Informationen und zur Leseprobe klickt hier.

    Der acabus Verlag spendiert für die Leserunde 10 Freiexemplare – Danke! Meldet euch bitte bis einschließlich 12.02.2017 an und sagt mir: In welchem Lager entstand das Lied von den Moorsoldaten?  

    Na, das ist doch nicht schwer. Kleiner Tipp: Ich wohne etwa zehn Kilometer entfernt... Habt ihr es herausgefunden? Dann lose ich aus, der Verlag versendet die Bücher – und los geht’s! * 

    Natürlich können auch alle mitlesen und mitdiskutieren, die kein Freiexemplar ergattert haben. Also ruhig weitersagen!  

    Unter allen, die eine Rezension einstellen, verlose ich nach Schluss der Leserunde ein kleines Überraschungspaket „Typisch ostfriesisch“. Viel Glück – und nun spitzt eure Federn für meine erste Leserunde!   


    *Im Gewinnfall gehören eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension (hier auf LovelyBooks sowie ggf. auf weiteren Portalen) selbstverständlich dazu. Falls Ihr dies nicht gewährleisten könnt, seht bitte von einer Bewerbung ab. 
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