Detlev Schöttker

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Arendt und Benjamin

Arendt und Benjamin

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Erschienen am 19.10.2006
Konstruktiver Fragmentarismus

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Erschienen am 22.07.1999
Dresden, Eine literarische Einladung

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 (1)
Erschienen am 01.08.2008

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Rezension zu "Dresden, Eine literarische Einladung" von Detlev Schöttker

Rezension zu "Dresden, Eine literarische Einladung" von Detlev Schöttker
HeikeGvor 10 Jahren

Das (all)tägliche "Blaue Wunder" in Dresden erleben

"Die Dresdner fragen einen gar nicht, ob einem die Stadt gefällt", stellte Umberto Eco bei einem Besuch in der sächsischen Landeshauptstadt fest. "Sie sagen es einem."
Gerne wird auch Erich Kästner zitiert, der in seinem berühmten Büchlein "Als ich ein kleiner Junge war" schrieb: "Ich mußte, was schön sei, nicht erst aus Büchern lernen. Nicht in der Schule, und nicht auf der Universität. Ich durfte die Schönheit einatmen wie Försterkinder die Waldluft."

Dieser Stolz auf ihr "Elbflorenz" ist wohl den meisten Dresdnern eigen, sei es auf die Kunst - berühmte Komponisten und Dichter wie Wagner, von Weber, Strauss oder Schiller ließen sich hier vom Genius Loci inspirieren -, die Geschichte oder die liebliche Landschaft mit "der Elbe, den Brücken, den Hügelhängen, den Wäldern und mit den Gebirgen am Horizont", die über der Stadt schweben "wie ein von seiner eignen Harmonie bezauberter Akkord", um noch einmal Kästner zu zitieren.

Seit der Zeit "August des Starken" prägt sich die Vorstellung vom "Gesamtkunstwerk Dresden". Die Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945 mit ihrer flächendeckenden Zerstörung verstärkte dies noch und lässt melancholisch auf das Vergangene zurückschauen. Heute ist die Stadt bemüht ihren alten Glanz wiederherzustellen. Die wieder aufgebaute Frauenkirche, das Residenzschloss und sein "Grünes Gewölbe", der Zwinger mit seiner berühmten Gemäldegalerie sind nur einige Beispiele. Aber lebt der alte Geist immer noch in den neu errichteten Mauern? Ist das einstige Flair noch zu spüren?

Vier in Dresden geborene Schriftsteller versuchen den "Mythos Dresden" aufzuspüren und auf dem vorliegenden Hörbuch für sich persönlich zu definieren. "Dresen: Eine literarische Einladung" ist ein kleiner Auszug aus dem im Jahre 2006 erschienenen, gleichnamigen Bändchen der roten SALTO-Reihe des Berliner Wagenbach-Verlags, bei dem neunzehn Autoren, die in unterschiedlicher Weise mit der Stadt verbunden sind, zu Wort kamen.

Thomas Rosenlöcher, Durs Grünbein, Volker Braun und Ingo Schulze betrachten die Stadt - ihre Heimatstadt - in kurzen, zum Teil kritischen Essays, von weitem, wie durch ein Vergrößerungsglas. Entstanden sind dabei ganz persönliche Momentaufnahmen, im Licht ihrer eigenen, manchmal sehnsuchtsstarken Erinnerungen, meist jedoch mit einem skeptisch geprägten und ironisch gefärbten Blick.

So schippert der Hörer gemeinsam mit Thomas Rosenlöcher langsam und bedächtig mit dem Dampfer von Meißen in die Residenzstadt, vorbei am "Canaletto-Blick" und durch das "Blaue Wunder", bis nach Pillnitz und Richtung "Sächsische Schweiz". Er ertrinkt in zu viel Wasser bei Volker Brauns Gedicht "Die sächsische Flut" oder betrachtet mit Durs Grünbein Raffaels "Sixtinische Madonna" und Giorgones "Schlummernde Venus", wobei die sündige Nackte im Gedächtnis des adoleszenten Knaben eindeutig prägender haften blieb, als die berühmte unnahbare, keusche Jungfrau. Ingo Schulze hingegen fragt sich letztendlich: "War nicht gerade das, wovon man sich früher hatte distanzieren, was man hatte ignorieren wollen, war es nicht gerade das, was einen geprägt hat, was zu einem gehört, was das eigene Dresden ausmacht?"

Ein achtseitiges Booklet geht noch einmal auf die vier Autoren und ihre hinterfragenden Texte ein. Sparsame, themenbezogene Hintergrundgeräusche (Pferdegetrappel, Dampfersirene u. a.) sowie kleine barocke Musikstücke zwischen den Beiträgen von Johann Sebastian Bach, gespielt von der MDR-Kammerphilharmonie, tragen gleichfalls zu einer gelungenen Produktion bei.

Die Hauptmethode sich Dresden zu nähern, meint Thomas Rosenlöcher jedoch ironisch, indem er aus seiner "Dampfschiffnudeln" zitiert, wäre jedenfalls die, wieder abzufahren.
Aber eines ist sicher, man wird den Besuch kaum bedauert haben, egal, wie lang er währte.
Gleiches gilt für dieses Hörbuch.

Fazit:
Während vergnüglicher und nachdenklicher 80 Minuten versuchen vier Autoren - allesamt hier geboren und teilweise immer noch ortsansässig - sich mit ihren Texten dem wundersamen, mythischen Glanz der Elbestadt Dresden zu nähern.
Eine kleine, aber feine Anthologie.

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