Devakumaran Manickavasagan Im Glashaus gefangen zwischen Welten

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Inhaltsangabe zu „Im Glashaus gefangen zwischen Welten“ von Devakumaran Manickavasagan

„Das Glashaus“ bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.

"Eine sehr persönliche Sichtweise auf ein heiß diskutiertes Thema."

— LiteraturMonster

Ein interessantes Fachbuch über die kulturelle und ethnische Inklusion von jugendlichen Migranten in die deutsche Gesellschaft.

— loralee

Ein offenes und ehrliches Buch über ein Leben zwischen zwei Kulturen und einer Tradition aus Zwängen und scheinbarer Liebe!

— kassandra1010

Sehr enttäuschend für ein Migrantenkind wie mich.

— eelifant

Ein Buch, das uns hoffentlich ein wenig mehr Verständnis für unsere Mitmenschen mit auf den Weg gibt.

— onion73

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  • Eine sehr persönliche Sichtweise auf ein heiß diskutiertes Thema

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    LiteraturMonster

    12. November 2017 um 22:12

    Gefangen im Glashaus  ist ein „autobiografisches Sachbuch“, man kann es in etwa als Erfahrungsbericht des Autors über sein eigenes Leben betrachten. Daher ist in meinen Augen eines ganz wichtig: beim Lesen sollte man sich unbedingt bewusst sein, dass viele der beschriebenen Eindrücke und Erfahrungen Subjektiv sind. Natürlich haben viele Menschen in ähnlichen Situationen andere Erfahrungen gemacht und man stimmt sicherlich in der ein oder anderen Sache nicht gänzlich mit der Meinung des Autors überein. Das Buch möchte den Lesenden auf zwei Ebenen abholen, bzw. zwei unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Je nach persönlichem Hintergrund wird man etwas anderes aus Deva Manicks Werk mitnehmen können. Auf der einen Seite adressiert das Buch Flüchtlingskinder, Jugendliche mit multikulturellem Hintergrund oder einfach Menschen, die sich in der Geschichte wiederfinden. Das Buch soll einen Spiegel vorhalten und als Weckruf und Motivation dienen, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Wenn man sich nicht selbst dafür einsetzt, wird sich das eigene Leben nicht ändern und man entkommt vielleicht nie dem im Buch so oft erwähnten Glashaus. Andererseits kann man natürlich auch als „Außenstehender“ einiges lernen. Schon seit einer ganzen Weile ist das Thema Flüchtlinge sehr aktuell – und wird heiß debattiert. Das Buch liefert einige Einblicke, zum Beispiel welche Probleme und Sorgen die Geflüchteten täglich mit sich tragen. Und wie aus einem dieser Probleme eine gewaltige Kettenreaktion über Generationen hinweg entstehen kann, die völlig neue Hürden aufwirft. Mir sind einige Zusammenhänge klar geworden, die ich bisher noch nicht kannte. So gesehen bietet das Werk eine Möglichkeit, andere Kulturkreise und auch Flüchtlinge aus anderen Kulturen ein wenig besser zu verstehen. Worüber ich mir beim Lesen auch sehr viele Gedanken gemacht habe, ist der Titel des Buches. Ein Leben zwischen zwei Kulturen ist dabei recht selbsterklärend. Kinder von Familien, die aus anderen Kulturkreise kommen, leben oft einen wackeligen Spagat zwischen der Kultur ihrer Eltern und der des neuen Heimatlandes. Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff Glashaus? Als ich mit dem Lesen des Buches begonnen habe, hatte ich mir diese Frage dick und fett notiert und wollte sie unbedingt dem Autoren stellen. Aber um so mehr ich las, desto klarer wurde die Metapher. Und ich habe sogar grünes Licht bekommen, dass meine Interpretation genau das widerspiegelt, was der Autor sich dabei gedacht hat. Da verstehe ich gar nicht, warum mir Interpretationen damals im Deutschunterricht immer so schwer gefallen sind.  ;) Deva Maneck selbst wuchs seitens seiner Familie mit der tamilischen Kultur auf. Er beschreibt ausführlich, welch gesellschaftlicher Druck in dieser Kultur oft auf Kindern und Jugendlichen lastet. Dies beginnt beim Leistungsdruck in der Schule und später auch im Studium und Berufsleben bis hin zur Partnerwahl. Man plant sein Leben oft nicht selbst, sondern lebt unter strenger Überwachung der Eltern und Angehörigen. Nun zur Metapher: ein Glashaus ist durchsichtig, man hat also keine Möglichkeit, sich darin zu verstecken und lebt wie auf einem Präsentierteller. Außerdem ist ein Glashaus zerbrechlich. Ebenso wie die „perfekte Scheinwelt“, die sich einige Menschen aufbauen, indem sie die bestmögliche Karriere oder Heiratspartie anstreben. Oder dies von ihren Kindern verlangen. Gerade diese halten einem solchen Druck über Jahre hinweg oft nicht lange aus und brechen dann unter all der Last zusammen. Aber natürlich bedeutet zerbrechlich auch, dass man das Glashaus zerbrechen kann. Man muss sich nicht zu einem Leben zwingen lassen, dass man nicht leben will. Sich gegen die eigene Familie zu stellen ist natürlich nicht einfach. Ich kann mir vorstellen, dass dies sehr viel Mut erfordert. Da es sehr schwierig ist, diesen Mut alleine aufzubringen, versucht der Autor Jugendlichen in dieser Situation eine Hand zu reichen, nicht nur mit diesem Buch, sondern auch durch seine Vorträge. Nun ist es natürlich nicht in jedem Fall nötig zu einer so drastischen Maßnahme zu greifen. Wie zu Beginn gesagt, ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es ein sehr persönliches Buch ist, dass nicht sinnbildlich für alle geflüchteten Familien steht. Sonst entsteht am Ende der falsche Eindruck, dass das Abwenden von der eigenen Kultur und vielleicht sogar Familie den einzigen Weg darstellt, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien. Auch wenn dies an einigen Stellen im Buch klar gestellt wird, so geht es am Ende ein wenig unter. Daher bin ich nicht müde geworden, es immer wieder in meiner Rezension aufzuschreiben. :)

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  • Ein must-read für Leute, die sich mit der Integration von jungen Asylanten beschäftigen

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    loralee

    24. October 2017 um 23:14

    Ein interessantes Fachbuch über die Probleme, die kulturelle und ethnische Inklusion von Jugendlichen in die deutsche Gesellschaft mit sich bringen.Als mir der Autor dieses Buch anbot, ging ich davon aus, dass es sich um eine klassische Biographie handelt. Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass ich es stattdessen mit einem sehr interessanten Fachbuch über interkulturelle Kommunikation und Inklusion aus der persönlichen Sicht eines Betroffenen in der Hand hielt. Da ich mich zufälligerweise beruflich mit diesem Thema, insbesondere im Zusammenhang mit Menschenrechten beschäftige, setze ich heute den professionellen Hut in meiner privaten Bloggosphäre auf.Dieses Buch ist eine Perle für alle, die sich mit der Integration junger geflüchteter Menschen beschäftigen. Denn es gibt wenig Fachliteratur, die sich so nah am persönlichen Schicksal mit diesem Thema auseinandersetzt. Der Autor ist kein gelernter Sozialpädagoge, Psychologe oder Ethnologe (hie und da sind diese Defizite dem Buch auch anzumerken), und doch schöpft er seine Expertise aus den Erlebnissen seiner Familie, die durch den Krieg im Heimatland Sri Lanka auseinander gerissen wurde und traumatisiert in einem Gastland zusammenkam, dem es schwer fiel und bis heute immernoch schwer fällt, die Bedürfnisse und Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen.Der Autor selber war nicht direkt von Krieg, Flucht und Migration betroffen. Er ist als jüngstes Kind der Familie in Deutschland geboren und aufgewachsen und musste von Anfang an seine Identität zwischen zwei grundverschiedenen Kulturen finden. Dies war nicht ohne professioneller Hilfe möglich, weshalb er jungen kriegs- und fluchttraumatisierten Menschen anrät, sich externe professionelle Hilfe zu holen.Ich freue mich ganz besonders, dass sich Deva auch mit Fragen zu Gender und den Konflikten zwischen den Generationen auseinandersetzt. Denn gerade in extremen Situationen treten ungerechte Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern besonders stark zutage, insbesondere wenn Kinder, Mädchen und Jungen, im Spiel sind.Deva schrieb dieses Buch als Ratgeber für junge Migranten in Deutschland. Ich rate Fachleuten dieses Buch zu lesen, denn sie können eine Menge lernen über die Gedanken, Gefühle und Meinungen von geflüchteten jungen Menschen mit streng patriarchalen Hintergründen. Wie auch über die Herausforderungen, denen die jungen Menschen bei der Integration in die deutsche Gesellschaft gegenüberstehen.

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  • Ein offenes und ehrliches Buch!

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    kassandra1010

    24. October 2017 um 21:00

    Ich beginne ausnahmsweise mal mit einem Zitat: "Eine Welt voller widersprüchlicher Gesichtszüge". Das trifft die Grundaussage von Devas Buch. Wie fühlt es sich an, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Wie geht man mit dem Kriegstrauma, der Flucht und dem Verlust im Exil um? Wie erlebt man die eigene Kultur in einer völlig anderen Welt?Das sind Fragen, die nur im "Kleinen" gestellt werden und in der Öffentlichkeit meist nicht abgehandelt werden.Mit Deva erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Seele eines Geflüchteten, der beide Sichtweisen erlebt hat. Wozu kann Tradition, Glaube und die zurückgelassene Kultur führen? Es stellt sich die Frage, wie man davon loskommt um ein eigenes mehr oder weniger freies Leben zu führen.Deva begibt auf die Reise in seine eigene Vergangenheit mit der er nur schwer und nur mit Hilfe von außen zumindest teilweise abschließen kann und macht deutlich, wie schwer es für einen Menschen sein kann, zwischen zwei so extrem unterschiedlichen Kulturen und Traditionen hin- und hergerissen zu sein.Die Liebe jedoch, ein entscheidender Faktor, ob zur eigenen Familie oder zu sich selbst, scheint ein Ausweg zu sein. Ein offenes und ehrliches Buch in dem man sich auch als ein Mensch, der nicht zwischen zwei Kulturen feststeckt, sich trotzdem in den Zwängen des Lebens wiederfindet.

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  • Kein Buch für Migrantenkinder

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    eelifant

    23. October 2017 um 11:14

    InhaltContent Note: Physische und psychische, sowie häusliche Gewalt"Im Glashaus gefangen zwischen Welten" bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.Meine MeinungIch bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen. Mein Interesse an diesem Buch war also ganz persönlicher Natur. Leider konnte es mich nicht überzeugen. Der Autor versteht unter "Integration" - so der Eindruck, der durch das Lesen erweckt wird - eigentlich "Assimilation". Sprich, das Zurücklassen der kulturellen Besonderheiten, der Sprache, der Traditionen, des Umfelds, der Heimreisen... es ist die Art von vermeintlicher Integration, die vielerorts verlangt wird und die keine ist. Und lediglich zu lesen, dass die eine Kultur wegradiert werden und die andere angenommen werden sollte hatte für mich als 'Migrantenkind' leider keinerlei Mehrwert. Teilweise ist das, was die (tamilischen) Kinder hinter sich lassen sollten, durchaus enorm und erntet berechtigte Kritik - darunter zählen häusliche Gewalt, krasser psychologischer Druck und allerlei Zwänge. Allerdings sind das in meinen Augen kulturübergreifende Missstände, die mit der Annahme der deutschen Kultur nicht beseitigt sind. Der wiederholte Rat zur professionellen Hilfe ist positiv zu bewerten - allerdings ist das der Knackpunkt. Es sind psychologische und menschliche Missstände, keine spezifisch kulturellen, vor allem nicht, wenn die Absicht ist, am Beispiel einer Kultur mehrere Kulturen darzustellen. Ungenügend war auch, dass zwar Unterschiede zwischen der Behandlung von Mädchen und Jungen genannt, aber nicht weiter problematisiert werden. Dass dahinter sexistische / patriarchalische Strukturen stecken, wird nicht aufgegriffen - aber warum sonst sollte eine Feier hinlässlich der ersten Periode eines Mädchens stattfinden oder ein Mädchen weniger Freiheiten haben als ein Junge? Während dieser ungenügenden Darstellungen passiert es leider an einigen Stellen, dass der Autor selbst Alltagssexismus reproduziert. Stark mangelhaft war auch die Betrachtung der deutschen Kultur. Wenn das Buch lediglich ein subjektiver Bericht sein sollte, hätte ich nichts auszusetzen, da jeder Mensch andere Erfahrungen macht und diese unterschiedlich wahrnimmt. Allerdings hat es ja den Anspruch, für viele Migrantenkinder zu sprechen und diesen zu helfen - dabei bleibt die Kritik Deutschlands leider gänzlich außen vor. Die wenigstens Kinder mit Migrationshintergrund werden noch nie Erfahrungen mit Rassismus oder Othering gemacht haben und so freundlich, warmherzig und freiheitlich, wie das Land an vielen Stellen beschrieben wird, ist es leider auch nicht. Klar, wir haben es hier vergleichsweise sehr gut. Aber nur, weil es woanders schlimmer ist, sollten wir nicht aufhören, es hier auch besser machen zu wollen - und das geht eben nur durch Kritik. Migrantenkinder haben es nicht nur schwer, weil ihre Eltern anders aufgewachsen sind und das auf ihre Kinder münzen wollen. Sie haben es auch schwer, weil die deutsche Realität die andere Seite der Lebenswelt nicht anerkennt. Ein Buch, das sich an Migrantenkinder richtet, das solche Themen aber nicht aufgreift, ist leider nur für die wenigsten hilfreich. Nicht zuletzt hat mich auch der Schreibstil nicht einfangen können. Während er teilweise in Richtung Prosa und vermeintlich philosophische Gedanken abdriftet, ist er im nächsten Moment wieder belehrend und erschafft eine hierarchische Lehrer-Schüler-Situation mit eingeworfenen Fragen wie "Was merken wir an dieser Stelle?" (S. 35) und "Sagen Ihnen die Begriffe "Kapitalismus" und "Egoismus" etwas"? (S. 31). Der eher selbstüberzeugte und selbstdarstellerische Schreibstil erschafft den Eindruck, dass Fakten dargelegt werden, die beim zweiten Hinsehen allerdings stets ungenügend und nicht zu Ende gedacht sind. Nebenbei gibt es Teile, die sich nur noch sehr vage mit der eigentlichen Thematik beschäftigen: Kapitel mit Beziehungs- und Lebenstipps, Abschnitte, in denen die "Cyberwelt", das kommerzialisierte Weihnachtsfest oder die Fernsehlandschaft kritisiert werden, die jedoch eher Fehl am Platz erscheinen - möchte man doch einen Bericht über das Leben als Migrantenkind lesen und keinen Beziehungsratgeber. FazitVon Migrantenkind zu Migrantenkind hätte ich selbstverständlich sehr gerne eine positive Rückmeldung gegeben - Hürden gibt es genug, man muss sich nicht noch gegenseitig welche stellen. Leider ist mir das nicht möglich, da ich meine Kritikpunkte nicht außer Acht lassen kann. Ein Buch über das Leben zwischen zwei Kulturen, über Migrantenkinder, das vieles aufgreift, aber das Essentielle außer Acht lässt. Eines, das unter "Integration" eigentlich "Assimilation" versteht und so sicher einigen Leuten gefallen mag, die sich ein Ablegen der "fremden" Kultur wünschen, mir leider weniger. Das, was intensiv behandelt wird, sind kulturübergreifende Missstände - eine Ausflucht aus psychologischer und körperlicher Gewalt ist wichtig, hat aber mit dem gewöhnlichen Leben von Migrantenkindern wenig zu tun. Für solche bietet das Buch leider keinen Mehrwert. 

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  • Deva Manick schreibt hier über ein sehr wichtiges Thema, das zum nachdenken anregt.

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    abbelschoale

    16. October 2017 um 12:42

    Ich bin der Auffassung es muss immer noch viel mehr Aufklärung geleistet werden, was Flüchtlinge angeht. Nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch die Flüchtlinge müssen verstehen, dass sie sich einfügen müssen. Natürlich kann keiner von uns erwarten das sie nach Deutschland können und sofort unsere Sprache beherrschen. Wenn sie flüchten, dann tun sie das aus einem guten Grund und haben nicht die Zeit vorher unsere Sprache zu erlernen. Mal davon abgesehen das ein Flüchtling gar nicht weiß, ob er es bis nach Deutschland schafft. Zu erwarten ein Flüchtling könne nach zwei Wochen unsere Sprache beherrschen, ist in etwa so als würde ich von dir erwarten, das du in zwei Wochen Chinesisch sprechen kannst. ABER und ja es gibt ein „Aber“ ich erwarte natürlich, das jemand, der hier sein weiteres Leben bestreiten will, auch unsere Sprache lernt. Denn auch ich sollte Chinesisch lernen, wenn ich in China leben möchte. Und ich müsste mich in die Gesellschaft einfügen. Natürlich sollten wir auch daran denken, weshalb jemand flieht. Dies tut er sicher nicht, weil der Nachbar einen Apfel in den Garten geworfen hat. Wenn ich manche Kommentare zu Flüchtlingen im Internet lese, schäme ich mich für meine Landsleute. Von Dummheit geprägt schreit einer lauter, als der andere. „Aber der ihre Mudda soll mal erst mal Deutsch sprächen, bevor er in unsern Haus lebt und unsern Arbeit klaut“ …. Ein kleines Beispiel das hoffentlich verständlich macht, was ich meine. Ich habe lieber zehn Flüchtlinge, wenn ich einen Nazi dafür abschieben kann!!! Vorausgesetzt ist natürlich, die Flüchtlinge wollen hier leben und integrieren sich. Das ist das Wichtigste. Am meisten leiden die Kinder. Sie leiden darunter zu fliehen, sie leiden darunter, wenn ihre Familien sich nicht integrieren wollen und sie leiden, wenn sie sich integrieren wollen und nicht dürfen. Deshalb muss auch an dieser Front viel mehr getan werden. Die Aufklärung ist es hier mal wieder. Es muss Pflicht sein in jeder Flüchtlingsunterkunft und für den weiteren Weg einen Deutschkurs zu besuchen. Der abgeschlossen wird. Die Kinder müssen in Vereine gesteckt werden, wo sie soziale Kontakte zu anderen Kindern bekommen und unsere Kultur kennenlernen können. Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Niemand muss auf der Straße leben, also habt auch ein bisschen Mitgefühl, wenn es anderen Menschen in anderen Ländern nicht so gut geht, wie uns. Diese Menschen lassen ihre Familien zurück. Der Mann, der flieht, fragt sich ob seine Frau und seine Kinder noch am Leben sind, oder der Krieg sie geholt hat. Der Familie zuhause geht es genauso. Sie fragt sich, ob der Bruder, Vater oder Sohn die Reise überlebt hat. Niemand beschließt mal eben „Ach es ist heute so herrlich, ich kann zwar nicht schwimmen, aber ich reise mal mit 1000 anderen Menschen in einem Boot über das Meer und genieße den Tag“. Denkt doch mal nach. Das Gesetzte hier eingehalten werden, sollte selbstverständlich sein. Aber da auch wieder, die Aufklärung. Man muss die Flüchtlinge aufklären, was erlaubt ist und was nicht. Nicht alles, was hier verboten oder kriminell ist, ist es in deren Herkunftsland. Frauen müssen wissen, dass sie in diesem Land nicht von ihren Männern abhängig sind, Rechte haben und nicht bei jemandem bleiben müssen, der ihnen nicht gut tut. Es muss hier immer in beide Richtungen gehen. „Im Glashaus“ ist keine einfache Lektüre. Wie ihr merkt, regt sie zum nachdenken an. Es war sehr interessant zu lesen, doch zwischenzeitlich viel es mir schwer dabei zu bleiben uns musste Sätze mehrmals lesen, da es doch trocken rüber kommt. Als Deva Manick dann von seiner eigenen Geschichte erzählte, war ich wieder voll dabei und begeistert. Doch auch wenn man merkt, dass er viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat und er etwas verändern will (und auch kann) hatte ich das Gefühl, es wiederholte sich vieles. Vorne las ich etwas von der Flucht ins Internet und am Schluss wieder. Ich habe sehr viel Respekt vor dem, was er hier geleistet hat. Er war offen und ehrlich. Schonungslos ehrlich, was seine Familie betrifft. Ich denke das ist alles andere als einfach! Doch dieses Buch landet nicht unbedingt an den richtigen Stellen. Ich denke es gehört in Schulen, in die Flüchtlingsunterkünfte etc. Deva Manick muss an die Orte des Geschehens und ich denke, er ist als Redner und Aufklärer noch besser geeignet. Das, was er schreibt, wird in seinen Lesungen oder bald vielleicht Seminaren ganz anders ankommen. Aus dem Grund hat meine mittlere Bewertung alles andere zu bedeuten, als das ich nicht hinter ihm und seiner Sache stehe, sondern einfach weil mich der Schreibstil nicht packen konnte.

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  • Rezension zu "Im Glashaus gefangen zwischen Welten"

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    ElkeK

    01. October 2017 um 06:23

    Inhaltsangabe: Devakumaran Manickavasagan, im Folgenden kurz Devan genannt, stammt aus der Gruppe von Tamilen aus Sri Lanka. Als dort in den 80er Jahren der Bürgerkrieg ausbrach, konnte der Vater zuvor nach Deutschland fliehen. Devans Mutter musste mit den zwei Töchtern dort ausharren, bis sie fünf Jahre später ebenfalls nach Deutschland kamen. Devan selbst ist in Ratingen geboren, wie auch seine kleine Schwester. Obwohl er in der westlichen Welt geboren wurde, wuchs er in der streng-konservativen Gesellschaft der Tamilen auf. Seine Eltern legten sehr viel Wert auf die eigene Kultur und begegneten der westlichen mit Skepsis und Misstrauen. Die strenge Rollenverteilung aus der Heimat wurde in Deutschland aufrechterhalten, ebenso die strengen gesellschaftlichen Gesetze, die weder mit der deutschen Kultur vereinbar noch gewünscht ist. So erlebte Devan sein Leben wie in einem Glashaus, gefangen in der eigenen Kultur und doch in Sichtweite mit den universellen Grundrechten, die weder für seine Geschwister noch für ihn galten. Bis er als erwachsener Mann beginnt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Mein Fazit: Auch wenn sich Devan auf die tamilische Kultur bezieht, so kann man seine Sichtweise und Erfahrung auch auf andere streng-konservative Kulturen auslegen, die nichts mit den westlichen Werten gemein haben. Somit ist dieser Ratgeber nicht nur etwas für die tamilische Gesellschaft im Exil geeignet, sondern auch für andere. Denn die Schnittpunkte sind klar: Migranten bauen sich ihre eigene Welt auf, um ihre Kultur fern der Heimat zu bewahren. Es zählt nicht das emotionale Bündnis zur Familie, sondern der Status: Wer mehr Geld, mehr Reichtum hat, ist etwas. Unverarbeitete traumatische Ereignisse lassen mitunter die Gewaltsituation in den Familien eskalieren, aber es wird als normal hingenommen. Die Kinder bleiben dabei oft auf der Strecke, denn gerade sie benötigen den Zuspruch und Liebe der Eltern. Aber sie sind damit beschäftigt, den Status zu erhöhen. Zusätzlicher Druck wird auf die Berufswahl ausgeübt. Nur Akademiker sind offensichtlich gut genug, andere Berufszweige können die Kinder und Jugendliche nicht wählen. Mädchen haben es da besonders schwierig, denn es gilt nicht das Vertrauen in ihre Tugend, sondern der äußere Schein und der ist unter allen Umständen zu wahren. Daher dürfen viele Migranten-Mädchen nicht das machen, was ihre „westlichen“ Freundinnen tun dürfen und für sie eigentlich selbstverständlich ist. Es ist zuweilen erschütternd, wie sehr die Kinder unter diesen zwei verschiedenen Welten zu leiden haben und welche Folgen daraus entstehen. Diese Schilderungen beruhen entweder auf eigene Erfahrung oder Berichte von anderen Betroffenen und machten mich zuweilen betroffen und erschütternd. Devan geht dabei selbst mit seiner eigenen Kultur ziemlich hart ins Gericht, ohne sich selbst dabei zu verleugnen. Er hat keine Scheu, jene Betroffene zu ermutigen, sich in Therapie zu begeben, wenn sie mit den vielen emotionalen Verletzungen nicht mehr allein umgehen können, ohne andere zu gefährden. Es gab mir einen tiefen Einblick in eine andere Welt und sorgte sowohl für Unverständnis für die andere Kultur (weil ich ja freiheitlich aufgewachsen bin) als für Verständnis für die Menschen, die vielleicht anders sein wollen, aber oftmals gar nicht anders sein können. Die 195 Seiten sind schnell durchgelesen und werden von zuweilen sehr eindringlichen Bildern begleitet. Ich empfehle es allen, die in zwei verschiedenen Kulturen aufwachsen mussten und sehr viele innere Konflikte sie belasten, von mir gibt es vier Sterne und ein großes Dankeschön an den Autor, der mir das Buch nebst einer sehr schönen Signierung zur Verfügung stellte.

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  • Wie Integration besser gelingen kann

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Lilli33

    28. September 2017 um 22:19

    Taschenbuch: 196 Seiten Verlag: Nova MD (18. August 2017) ISBN-13: 978-3961112609 Preis: 14,50€ auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich Wie Integration besser gelingen kann Devakumaran Manickavasagan ist der Sohn tamilischer Einwanderer. Er selbst und seine jüngere Schwester sind bereits in Deutschland geboren, seine Eltern und seine beiden älteren Schwestern jedoch in Sri Lanka. In seinem stark autobiografisch geprägten Buch beschreibt der Autor, warum im Fall seiner und anderer ihm bekannter Familien die Integration nicht wirklich gelingen konnte. Zu stark sind die kulturellen Unterschiede zwischen Tamilen und Deutschen. Wenn jeder hundertprozentig auf seinen Traditionen und Gepflogenheiten besteht, kann es kaum eine Annäherung geben. Gerade in der tamilischen Gesellschaft scheint Gewalt ein weit verbreitetes Mittel zu sein, um seinen Willen durchzusetzen. Männer schlagen ihre Frauen und Kinder. Diese lernen Gewalt als einen „Lösungsweg“ kennen und verhalten sich bei Problemen entsprechend. Gerade Jugendliche haben es schwer, ihren Weg zwischen den zwei Welten zu finden, in denen sie leben. Einerseits sind sie an die kulturellen Gebräuche der Heimat ihrer Eltern gebunden und müssen sich hier unterordnen, andererseits wird in der Schule, im Beruf und unter Freunden ein ganz anderes Verhalten von ihnen erwartet. Devakumaran Manickavasagan spricht hier Mut zu, sich notfalls von Ritualen, mit denen man sich nicht identifizieren kann oder will, zu lösen – auch gegen den Willen der Eltern. Nur so können die Jugendlichen ihren eigenen Weg in die neue Gesellschaft finden und sich integrieren. Hierbei sollte man auch gerne alle Hilfe annehmen, die angeboten wird. Das Buch spricht aber nicht nur Exil-Tamilen an. Viele Erfahrungen können natürlich auch auf andere Nationalitäten übertragen werden. Aber auch an die Deutschen richtet sich der Autor und wirbt um Verständnis für die Lage der Migranten. Integration muss von beiden Seiten erfolgen. Mir fiel es nicht ganz leicht, dieses Buch zu lesen. Es gibt einige Wiederholungen, zwar oft in anderem Zusammenhang, aber eben doch Wiederholungen. Der Schreibstil wirkt sehr bemüht, zuweilen zu bemüht, sodass es schon wieder etwas holprig wird und manche Sätze nicht leicht zu verstehen sind. Das Lektorat hätte hier noch etwas Besseres bewirken können. Fazit: Devakumaran Manickavasagan wendet sich mit seinem stark autobiografisch angehauchten Buch an Exil-Tamilen, an andere Migranten sowie auch an Deutsche, um mehr gegenseitiges Verständnis und eine bessere Integration zu erreichen. Für Lesende, die gerne über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen wollen, ist dieses Buch sicher lesenswert. ★★★☆☆

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  • Ein Leben im Glashaus

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    LillySymphonie

    24. September 2017 um 14:28

    Mit Migranten hatten wir alle schon einmal zu tun. Ob nun direkt, oder nicht. Doch wie viele haben sich wirklich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was diese Menschen alles auf sich nehmen mussten, um zu uns nach Deutschland zu kommen. Und was erleben die Kinder, die zwischen zwei Welten und zwei Traditionen aufwachsen?  Genau das wird hier erzählt und dem Leser nahe gelegt. Was machen gerade die Kinder durch, die in dem besagten Glashaus stehen? Wie läuft das Leben hinter geschlossenen Türen ab? Anhand von Erfahrungsberichten, lässt uns Deva einen besseren Einblick in dieses Leben gewinnen.  Niemand ist ohne Vorurteile. Ob positive, oder negative sie dahingestellt. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die schlimmes und dramatisches durchmachen mussten. Kinder, die heute noch nicht angekommen sind und viele Barrieren, die es zu überwinden gilt. Es ist schwer ein Fazit zu stellen, ohne eine, der vielen Seiten, anzugreifen. Daher verbleibe ich bei den kurzen Worten: Es kann eure Sicht auf diese Situation ändern.

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  • Das andere Leben

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Athene100776

    08. September 2017 um 17:57

    Menschen verlassen ihre Heimat, um wo anders ein neues Leben zu beginnen, das besser ist als das alte. Mit in ihrem kleinen Gepäck sind Hoffnung, Träume und die Vorstellung, dass alles gut wird.Der Autor beschreibt in seinem Buch , wie das Leben der Menschen aussieht, die ihre Heimat wegen Krieg , Hunger,.. verlassen,  in der Hoffnung , dass in der Fremde ihre Probleme vergessen sind.Durch die sehr einfühlsame Art und den lebendigen Schreibstil, hat der Autor mich schnell an sein Buch gefesselt. Er zeigt die Unterschiede zwischen Kulturen auf, die mir so nie bewusst waren. Auch gibt er Hilfestellungen, um einander zu verstehen.Das Thema ist heutzutage sicher sehr aktuell, deswegen fand ich es wichtig für mich persönlich, hinter die "Kulissen" schauen zu können , genau diesen Einblick hat mir der Autor gewährt. Durch dieses Buch habe ich viel nachgedacht, überdacht und auch in meiner Anschauung korrigiert.Zum Beispiel werden die klassischen Situationen beschrieben, warum wir fremde Menschen als anders empfinden, doch wirklich darüber nachgedacht wird wenig. Ich möchte nicht sagen , dass ich nun alles besser verstehe und anders einschätzen kann, aber sicherlich wurde durch diese Lektüre mein Horizont auf eine andere Ebene gebracht.In manchen Textpassagen liest sich das Buch wie ein Sachbuch, mehr Nähe zu realen Personen, Beispielen oder Gegebenheiten, hätte ich mir gewünscht. So war es für mich ein einfühlsamer Text, jedoch ohne tatsächliche Bezugsbindung von mir als Leser zu einem Erzähler.Alles in allem kann ich dieses Buch gerne weiterempfehlen, es regt zum Nachdenken an und lässt mich als Leser auch nicht los, obwohl ich es schon gelesen habe.

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  • Spannender Einblick in das Leben zwischen zwei Kulturen

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Franzis2110

    05. September 2017 um 08:54

    Deva beschreibt in seinem Buch das Leben zwischen zwei Kulturen. Viel zu schnell werden Migranten verurteilt, gemieden, beschimpft – Sie seien ja selber schuld, dass sie sich nicht integrieren. Sie sollen gefälligst unsere Sprache lernen, sie sollen gefälligst unsere Kultur annehmen und ihre am besten komplett vergessen, für immer. Grauenvolles Gedankengut, unmögliche Forderungen. Klar, auch ich finde, dass es ja auch für die Migranten selbst wichtig ist, integriert zu sein, und dass die Sprache zu können, da ein wichtiger Schritt ist. Aber, mal ehrlich – würdet ihr Auswandern und eure Herkunft, eure Werte, eure Kultur, all das, was ihr schon immer kanntet, womit ihr schon immer gelebt habt, einfach ignorieren und zack, ein neuer Mensch werden? Einer, der nicht ihr seid? Nein, oder? Weil es erstens nicht so einfach geht und zweitens auch nicht in so einem Ausmaß sein muss und auch nicht von anderen verlangt werden sollte. Mehr Offenheit, mehr Toleranz, das ist es, was zählt. Und dank Autoren wie Deva bekommen wir die Möglichkeit, auch mal hinter die Kulissen zu blicken und noch mal etwas mehr Verständnis zu bekommen. Deva zeigt uns, dass es eben nicht so leicht ist, wie es scheint. Was jedem eigentlich klar sein sollte, aber leider vielen nicht ist. Er erzählt uns von persönlichen Erfahrungen aber auch aus den Beobachtungen und Gesprächen mit anderen aus dem Leben von Exil-Tamilen. Er selbst wurde in Deutschland geboren. Seine Eltern und auch älteren Schwestern haben jedoch in Sri Lanka gelebt. Sein Vater trat die Reise ins Ungewisse, nach Deutschland, zuerst an. Seine Mutter erlebt mit seinen Geschwistern den Bürgerkrieg in den 80ern und reist schließlich nach Deutschland nach. Und nicht nur seiner Familie geht es so, vielen anderen aus diesem, oder andere Bürgerkriegsländern ging es ähnlich. Ein Leben, indem man viele traumatische Erlebnisse, körperliche und seelische Verletzungen erfährt. Ein Leben, das einen tief prägt und seelisch mitnimmt. Eines, dass man eben genau deshalb, nicht einfach Abschütteln kann. Gerade die, die nicht aus freien Stücken, sondern wegen der Umstände im eigenen Land flüchten, haben es vermutlich besonders schwer. Natürlich will und muss man sich ein Stück Heimat, ein Stück Kultur bewahren. Das Aufhalten in eigenen Kreisen hilft, das Festhalten an Kulturen und Bräuchen. Gerade die ältere Generation hat so viele Jahre in der eigentlichen Kultur gelebt, dass es nur noch sehr schwer möglich ist, sich auch in die westliche Kultur einzufinden. Deva berichtet dabei von eigenen Erlebnissen, zeigt auf, warum und wo die Probleme und Hürden liegen. Da geht es schon in dem, zumindest was die meisten, deutschen Familien betrifft, großem kulturellen Unterschied los. Sri Lanka – dort gab und gibt es verbreitet noch immer das Kastensystem. Der Vater ist der Patriarch, es geht nicht sehr liebevoll zu, der Jungs im Haus müssen die Familie einmal ernähren. Der Erziehungsstil ist eher rau, der Leistungsdruck hoch, Prestige mit das Wichtigste, das Gesicht nicht zu verlieren. Ausgemachte Ehen an der Tagesordnung, Liebesheirat ein Affront an die Werter der Familie. Heiraten außerhalb der eigenen Schicht tabu. Klar, auch einige deutsche Familien leben mit alten, sehr christlichen, konservativen Werten. Auch in Deutschland ist ein inoffizielles Schichtendenken verbreitet. Aber im Großen und Ganzen haben wir eine freiere Kultur. Wir wachen offener, mit mehr Liebe, weniger starren, kulturellen Regeln auf. Und nun stellt euch vor, ihr seit ein Kind, dass zu Hause die tamilische Kultur erfährt und in der Schule unsere westliche. Schwer, oder? Deva berichtet genau von diesem Zwiespalt, von diesem „Zwischen zwei Welten und Kulturen“ stehen und davon wie sehr sich dies auf die eigene Psyche auswirkt. Vor Allem davon, wie sehr sich der tamilische Erziehungsstil auf die eigene Psyche auswirkt. „Geld und Ruhm führen zu Einseitigkeit, während Liebe einen Menschen in seiner Gesamtheit reich machen kann.“ (S. 19) Er zeigt auf, wie schwer es ist, aus diesem „Glashaus“ auszubrechen, sein Ding zu machen, den Mut zu haben, sich auch mal gegen die negativeren Seiten einer Kultur zustellen. Sich aus beiden Kulturen die positiven Seiten anzueignen. Er berichtet dabei vollkommen ehrlich, offen und frei auch von persönlichen Erlebnissen. Und er zeigt auf, wie hilfreich und wichtig es sein kann, sich professionelle Hilfe zu holen. Das man sich dessen nicht schämen muss. Er plädiert immer wieder, zu reflektieren, zu hinterfragen, nicht alles einfach hinzunehmen. Für Betroffene, die ebenfalls zwischen zwei Kulturen leben, ist dieses Buch bestimmt eine wunderbare Stütze, gibt Hoffnung und Mut. Und für alle andern ist es eine Lektüre, voller interessanter und wichtiger Einblick in deren Situation und zu den Hintergründen, die Helfen, noch offener oder überhaupt offen zu werden, zu verstehen und mehr Toleranz zu zeigen. Ein Buch, das in großen Teilen autobiografisch angehaucht ist und sich mehr wie ein Ratgeber und Sachbuch liest. Eines, dass vor allem auch viel auf das Innenleben Betroffener, auf die Auswirkungen auf die eigene Psyche eingeht. Für mich, ein wahnsinnig spannender Einblick, bei dem mich besonders dieser Appell, immer wieder selbst zu reflektieren, beeindruckte.

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  • Bringt einem zum Nachdenken!

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Lesemaus-M

    28. August 2017 um 09:27

    Klappentext/Inhalt: Das Glashaus bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf. Meine Meinung: Dieses Buch ist eine Autobiografie. Der Autor erzählt, wie seine Familie nach Deutschland kam. Was in seinem Land passiert ist, dass sie geflüchtet ist und natürlich, wie dann das Leben hier in Deutschland für sie war. Er erzählt von vielen Problemen, Hindernissen und vielen mehr. Am Anfang wird die Flucht aus Sri Lanka geschildert. Die Reise hat damals erstmals nur sein Vater angetreten. . Letztendlich ist man dann damals noch DDR in Deutschland gelandet. Es war eine harte und anstrengende Reise. Eine Reise voller Sorgen, Hindernisse und Hoffnungen. In Deutschland angekommen, ging es natürlich nicht wesentlich einfache weiter. Man konnte die Sprache nicht und musste sich auf irgendeine Weise zu Recht finden. Nach und nach lernen wir die Kultur, die Ansichten der tamilischen Gesellschaft kennen aber auch wie es hier in Deutschland ist. Wie sollen die Kinder aufwachsen im Glauben an ihre Kultur aber dennoch in einem fremden Land. Der Autor zeig hier viele Dinge auf.  Diese Geschichten sind, finde ich, immer schwer zu beschreiben und zu bewerten. Mich hat das Buch und auch die Geschichte absolut berührt, mitgenommen und zum Nachdenken angeregt. Ich kann das Ganze gar nicht in Worte fassen, was das Buch mit mir gemacht hat.  Ich finde solche Bücher immer etwas schwierig zu bewerten, weil die Geschichte ist ja wirklich passiert und da dann zu sagen ich fand diese total gut, finde ich etwas kritisch. Von mir bekommt es die volle Punktzahl, weil es mich berühren, mitnehmen und so vieles mehr hat. Dieses Buch habe ich vom Autor persönlich erhalten und bedanke mich hiermit nochmals!

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  • Für ein besseres Verständnis für unsere Mitmenschen

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    onion73

    08. August 2017 um 12:08

    Nach einem sehr netten und höflichen Kontakt, hat mich dieses bereit 2012 erschienene Buch direkt über den Autor erreicht.Die Problematik ist aktueller denn je und ich war gespannt, ob ich hier Antworten auf meine unterschiedlichen Fragen finden würde.Der Buchtitel leitet sich von dem Ausspruch "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ ab, der wohl jedem bekannt ist. Doch was genau bedeutet er wirklich?Hier gibt es unterschiedliche Interpretationen, die letztendlich jedoch auf dieselbe Aussage abzielen.Man sollte niemanden Dinge vorwerfen, die man selbst tut bzw. getan hat. In heiklen Situationen sollte man darauf achten, nicht unüberlegt zu handeln und diese dadurch zu verschlimmern. Kritik an anderen ist leicht geübt, doch sollte niemand ein Urteil über das Verhalten anderer Personen fällen, wenn man selbst kein anderes Verhalten an den Tag legt.Ich habe im eigenen Bekanntenkreis den Fall, das von der betreffenden Person öffentlich harsche Kritik für etwas geübt wurde, Leute regelrecht verdammt wurden, auf Unverständnis sowie Ablehnung stießen, das der Kritikübende selbst in der Vergangenheit nicht anders gehandhabt hatte. Ja, man kann seine Ansichten ändern. Wenn ich jedoch Kritik übe, denselben „Fehler“ aber selbst auch begangen habe, sollte dies nicht unerwähnt bleiben. So aber wirken die Äußerungen für mich heuchlerisch.Wie münzt der Autor nun dies auf das Thema seines Buches um? Deva spricht aus eigener Lebenserfahrung heraus. Er verschweigt gemachte Fehler nicht und zeigt seinen Weg der Verarbeitung auf. Der Autor verdammt nicht, er entschuldigt auch nichts. Sein Anliegen ist darauf ausgerichtet, Verständnis zu schaffen - für die Probleme von Migranten und deren Kindern, Betroffenen einen Ausweg zu zeigen und Hilfestellungen zu geben. Er möchte nicht, dass wir das Verhalten akzeptieren, sondern die Gründe, den Ursprung begreifen, aus denen sich diverse Problematiken entwickeln.Wir sehen nur die Flüchtlinge, die ins Land strömen, Forderungen stellen, aber dennoch keine Verbundenheit mit der neuen Heimat aufbauen wollen. Der erste Gedanke von Flüchtlingen ist immer die Flucht und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Dabei bleiben Pläne, wie dies in einem neuen Land, ohne Hab und Gut zu realisieren ist, außen vor. Das Erwachen kommt meist zu spät. Es ist ein Neuanfang, der viele vor unüberwindbare Hürden stellt. Sprachbarrieren und veraltete Wertvorstellungen behindern einen fortschrittlichen Weg. Handlungsweisen verstärken sich ins Extreme, weil man eine Art Heimatgefühl bewahren möchte. Der Wunsch selbst ist nur zu verständlich, an der Umsetzung hapert es. Die Kinder dieser Familien sind am schlimmsten getroffen. Sie bewegen sich zwischen zwei Kulturen, zwei Welten und gehören doch nirgends wirklich dazu. Wo liegen ihre wahren Wurzeln und wie verbunden sind sie noch mit diesen? Es folgt eine oft lebenslange Identitätssuche.Kontroversen sind vorprogrammiert. Fehlverhalten oder die Fluch in die vorgelebten, meist von Gewalt geprägten Muster, resultieren hieraus. Deva betreibt Ursachenforschung, ohne Anklage zu erheben. Er möchte wachrütteln und Konfliktlösungen aufzeigen.Mir hat das Buch zum Beispiel die Frage, warum Migranten ihre Religion strenger ausüben, sich oft nur in ihre eigenen Kulturkreise zurückziehen, dafür von der Kultur des Landes, in dem sie Zuflucht gesucht haben, abkapseln und regelrecht fanatisch an Sitten und Gebräuchen der alten Heimat festhalten, beantwortet.„Im Glashaus gefangen zwischen Welten“ würde ich in den Bereich Sachbuch einordnen. Es ist informativ und hilft, Verhaltensweisen nachvollziehen zu können. Dabei fordert das Buch beim Lesen große Aufmerksamkeit, denn was sich anfangs noch leicht wie eine Art Autobiografie liest, wird mit Fortschreiten psychologisch und philosophischer. Der Schreibstil gleicht an vielen Stellen einer wissenschaftlichen Abhandlung, dann wechselt der Autor wieder ein einen eher erzählerischen Tenor.Natürlich darf man die vom Autor getätigten Ausführungen nicht auf alle Menschen ummünzen. Es gibt viele Ausländer, die sich in ihrer Wahlheimat voll integrieren, einen ausgewogenen Weg zwischen der Landeskultur und dem mitgebrachten Glauben finden konnten.Auch blitzt beim Autor immer mal wieder ein verklärter Blick auf das Leben deutscher Jugendlicher und ihrer Familien durch. So unähnlich sind die Strukturen im Vergleich zu tamilischen Familien gar nicht. Leistungsdruck wird auch hier sehr oft aufgebaut. Spricht man mit deutschen Jugendlichen, fühlen sich diese in ihren Freiheiten von den Eltern auch eingegrenzt.Das Unbekannte, das, was man selbst nicht leben darf oder kann, erscheint immer als erstrebenswertes Ziel. Doch manchmal unterscheidet sich das angestrebte Leben nur in wenigen Punkten von dem eigenen. Ungebrochen dessen bedeutet es eine Gratwanderung, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen und den eigenen Weg zu finden.Deva hat mit seinem Buch einen Schritt in die richtige Richtung getan. Er öffnet denen, die es zulassen, den Blick auf die Möglichkeit von einem Leben mit Traditionen und Fortschritt, unter dem Einfluss verschiedener kultureller Strömungen, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren. Allen anderen gibt er hoffentlich ein wenig mehr Verständnis für unsere Mitmenschen mit auf den Weg.

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  • Integration - ein Dauerthema und immer wieder aktuell

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Seifenblase

    03. August 2017 um 18:08

    Wie oft hört man den Ausspruch: Wer hier in Deutschland  leben will, muss sich  in unsere Gesellschaft integrieren. Doch wer hinterfragt, welche Probleme mit dieser Integration besonders für Kinder und Jugendliche verbunden sind?   Deva – so nennt sich der Autor dieses Buches – ist 1987 in Deutschland geboren, hat aber tamilische Wurzeln. Seine Familie stammt aus Sri Lanka. Viele Kinder und Jugendlicher, die mit ihren Eltern als Flüchtlinge  nach Deutschland kommen, erleben ihre eigene Kindheit und Jugend wie in einem Glashaus, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt. Oftmals leiden sie unter dem Kriegstrauma, das nicht nur die Eltern sondern auch sie mit sich schleppen, dem Anspruch der eigenen Eltern, die sich nur schwer oder auch gar nicht  von der eigenen Kultur lösen können und wollen und dem Leben, das sie in der neuen Heimat erwartet und ihnen oft unerreichbar scheint, weil die eigenen Eltern sich zu wenig auf das neue Leben einlassen.   Devas Buch gibt Antworten. Auf der einen Seite gibt der Autor sehr viel aus seinem eigenen Leben preis, denn er selbst kennt viele Hürden, die ein junger Mensch in einer neuen, für ihn fremden Kultur meistern muss. Andererseits beschäftigt er sich seit vielen Jahren genau mit diesen Problemen der Kinder und Jugendlichen, indem er sich mit ihnen darüber auseinandersetzt und ihnen konkrete Hilfen anbietet.   Den eigenen Weg finden und auch konsequent gehen, auch gegen den Willen der eigenen Familie, das ist die Botschaft, die der Autor vermitteln will. Auch wenn er sich vornehmlich auf die Menschen aus dem eigenen Kulturkreis konzentriert, stehen die dargestellten Probleme auch für Migranten aus anderen Ländern und Kulturen und deren Familien.   In Anbetracht der Flüchtlingsproblematik und der oft negativen Stimmung in unserem Lande erhält das Buch eine besondere Aktualität. Ich empfehle es grundsätzlich allen, die mit Flüchtlingsfamilien zu tun haben und ganz besonders Erzieher/nnen und LehrerInnen, um den Blick dafür zu schärfen, wie Integration gelingen kann, ohne dass den Kindern und Jugendlichen unnötige Steine in den Weg gelegt werden und ihr Leben – wie im Falle des Autors – von jahrelanger Therapie

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  • Jugendliche Exil-Tamilen zwischen zwei Kulturen

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    camilla1303

    31. December 2016 um 17:14

    Devakumaran Manickavasagan hat mit „Im Glashaus gefangen zwischen Welten“ ein Buch geschaffen, dass sich mit jungen Exil-Tamilen in Deutschland befasst und gerade jetzt aktueller ist denn je, wobei es schon 2012 im Engelsdorfer Verlag veröffentlicht wurde, lang vor der „Flüchtlingskrise“ in Deutschland. Deva gibt Einblick in das Leben von Migranten, zeigt auf was es heißt, gefangen zwischen zwei Kulturen zu sein. Das Buch gibt dem Leser Einblick was es heißt fremd zu sein und zeigt auch an Hand von autobiografischer Passagen wie Integration funktioniert, aber auch ihre Schwierigkeiten. Deva selbst stammt aus einer „Flüchtlingsfamilie“ und zeigt im Buch immer wieder auf, Deva kennt sich mit dieser Thematik aus, ist er doch selbst Sohn einer sogenannten "Flüchtlingsfamilie". Er beschreibt sehr gut, dass es auch Familien gibt, die nicht "loslassen" können und ihre alte Kultur weiterleben, ohne Kompromisse eingehen zu wollen. Sie erziehen ihre Kinder so, wie sie selbst erzogen worden sind, obwohl dies oft nicht mit den europäischen Werten und Gepflogenheiten vereinbart werden kann.   Ich muss ehrlich gestehen, dass ich vor der Lektüre und dem Austausch mit Deva nicht einmal wusste, woher Exil-Tamilen stammen, nun kann ich sie zuordnen und schon alleine für den Lerneffekt möchte ich mich bedanken. Auf sehr bildliche Weise beschreibt er, wie tamilische Jugendlichen zwischen ihrer eigenen und der deutschen Kultur hin- und hergerissen sind: eben gefangen zwischen Welten. Das Buch vermittelt eine wichtige Botschaft: Gehe deinen eigenen Weg! Wer mit sich selbst hadert, selbst gefangen zwischen zwei Welten ist, sollte „Im Glashaus gefangen zwischen Welten“ unbedingt lesen, um Mut zu finden und aus dem Glashaus auszubrechen, so wie es Deva geschafft hat und hoffentlich viele Migranten, aber auch deutschsprachige Menschen schaffen. Es ist aber auch eine wichtige Botschaft an uns Einheimische, um Flüchtlinge und Migranten besser zu verstehen. Gute Integration erfordert nämlich das Mitwirken beider Seiten. Grundsätzlich richtet sich das Buch meiner Meinung nach aber an Kinder ehemaliger Migranten und ich habe mich oft nicht wirklich angesprochen gefühlt.

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  • Im Glashaus der gefangenen Emotionen

    Im Glashaus gefangen zwischen Welten

    Janine2610

    23. December 2016 um 01:00

    Die Buchrückseite:»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.Meine Meinung:Dem Leben mutig und selbstbewusst (sich seiner SELBST bewusst) entgegen zu gehen, das ist schon für viele in unsere Kultur Hineingeborene nicht immer leicht. Für Menschen fremder Kulturen, ganz besonders für die hier bei uns lebende tamilische Gesellschaft aus Sri Lanka und Teilen Indiens, ist es noch viel schwerer, vor allem, weil deren Leben und Persönlichkeiten ganz stark von kulturellen Zwängen eingeschränkt sind. Man darf sich an dieser Stelle aber nicht vorstellen, dass es im vorliegenden Buch rein um das Zurechtkommen der Migranten in Deutschland geht, nein, vorrangig - und das ziemlich intensiv - gewährt uns Deva hierin einen Einblick in das Seelenleben tamilischer Jugendlicher, die zwischen ihrer eigenen Kultur (bzw. der ihrer Eltern) und der deutschen Mentalität hin- und hergerissen sind und infolgedessen leiden. Es ist sehr oft die Rede von verletzten Gefühlen (die scheinbar für fast jedes schwerwiegende Problem der Grund/Auslöser sein sollen) und Verletzungen der Seele, dessen sich die Exil-Tamilen gar nicht bewusst sind und den psychischen Folgen davon.~ Ein Leben in Lügen und Zwängen ist eine dauerhafte Folterkammer! ~(S. 156)»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« ist das Lebenswerk des Autors und deswegen kann man sich vorstellen, dass auch einige autobiografische Sequenzen darin zu finden sind. Deva berichtet von Teilen seiner bisherigen Lebensreise und aus seiner Vergangenheit, die nicht immer so rosig war. Er erzählt, wie (negativ) er damals das Miteinander seiner Eltern und deren Kindererziehung erlebt hat und was das mit ihm gemacht hat bzw. wie seine Gefühle dadurch verletzt wurden und was er in weiterer Folge daraus für seine Zukunft lernen konnte. Ziemlich eindrucksvoll und erstrebenswert fand ich persönlich in diesem Zusammenhang folgendes Zitat: ~ An oberster Stelle galt für mich damals, anderen Menschen nichts Schlechtes anzutun, unabhängig davon, was sie einem selbst angetan hatten. ~ (S. 88)Obwohl auch eine deutliche Kritik an Eltern tamilischer Kinder bezüglich der Kindererziehung bzw. dem Umgang mit den Gefühlen ihrer Kinder herauslesbar ist, zeigt Deva in anderen Abschnitten wiederum ein bemerkenswertes Einfühlungsvermögen, wenn es um verschiedene Aussagen mancher Menschen geht und kann scheinbar trotzdem großes Verständnis für deren diverse emotionale Verletzungen aufbringen - was mitunter bestimmt daran liegt, dass der Autor selbst sehr intensiv und lange mithilfe therapeutischer Unterstützung an sich gearbeitet hat und seine innere Gefühlsdynamik gut kennenlernen konnte.~ Lernt man seine eigenen Gefühle zu entdecken und zu verstehen, so kann es gelingen, dass man die Gefühle und Gedanken anderer versteht. ~(S. 175)Zu dem Stehen, was man istDeva hält seine Leser dazu an - und das finde ich nicht nur für die tamilische Gesellschaft sehr wertvoll -, selbst zu denken, alles Gehörte, Gesehene und im Laufe seines Lebens von Älteren Beigebrachte/Vermittelte zu hinterfragen und sich nicht mundtot machen zu lassen. Oft merkt man gar nicht oder oft ist es einem gar nicht bewusst, dass man etwas für sich angenommen hat, das auf Dauer unglücklich macht - sei es jetzt ein gewisses Denken oder beispielsweise eine Verhaltensweise. Aus dem eigenen Glashaus auszubrechen ist in vielen Fällen gar nicht so einfach, besonders die (Exil-)Tamilen, von denen Deva spricht, haben es in meinen Augen noch viel schwerer als die Menschen in unserer Kultur. Wenn man mit seinem Leben unzufrieden ist - völlig gleich, ob Tamile oder nicht - braucht es eine Menge innere Stärke und Energie, das eigene Ich und die damit verbundenen existierenden Wünsche anzuhören. Auch ein wenig Übung gehört dazu, denn wenn man nie auf seine wahren Gefühle gehört hat, funktioniert es im ersten Moment vielleicht gar nicht so gut, diese auch wahrzunehmen. Jedenfalls hofft Deva, dass er mit seinem Buch, in dem er uns teilweise ja auch auf seine ganz persönliche Reise nach der eigenen Erkenntnis mitnimmt, seinen tamilischen Lesern (aber nicht ausschließlich) Mut zu machen und Unterstützung für ihren eigenen Lebensweg anbieten zu können.

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