Deyan Sudjic

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Lebenslauf

Deyan Sudjic ist emeritierter Direktor des Design Museums, London, und Professor für Designstudien an der Universität Lancaster, UK. Zu seinen hochgelobten Büchern gehören Edifice Complex, das von der Washington Post zum Buch des Jahres ernannt wurde, und B is for Bauhaus, das von BBC Radio zum Buch der Woche gekürt wurde. Früher war er Architekturkritiker bei der Zeitung The Observer, heute ist er Redakteur bei Wallpaper und schreibt für die Financial Times, Prospect und die New York Times.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Deyan Sudjic

Cover des Buches Analog (ISBN: 9783791380025)

Analog

(1)
Erschienen am 16.04.2025
Cover des Buches Norman Foster. Entwürfe eines Lebens (ISBN: 9783869220314)

Norman Foster. Entwürfe eines Lebens

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Erschienen am 01.12.2011

Neue Rezensionen zu Deyan Sudjic

Cover des Buches Analog (ISBN: 9783791380025)
M

Rezension zu "Analog" von Deyan Sudjic

M.Lehmann-Pape
Ein Rückblick mit Wehmut

Es geht um „Klang“, „Bild“, „Kommunikation“ und „Information“ als vier große Hauptbereiche, denen Deyan Sudjic seinen Rückblick auf die, eigentlich erst vor Kurzem (und doch schon (fast) lange Zeiten her wirkende) Zeit der „analogen“ Technologie.

 

Damit einher geht aber spürbar auch der Blick zurück auf Zeiten, in denen technische Instrumente mit viel Kreativität und Erfindergeist versehen entwickelt wurden.

 

„Darin steckte der ganze Einfallsreichtum derer, die sie entwickelten und die hohe schöpferische Kraft jener, die ihr eine äußere Form gaben“.

 

Bei Weitem nicht nur im Blick auf Automobile kann man von „Charakter“ vieler technischer Geräte sprechen, die in diesem Werk in Bild und Text wunderbar noch einmal vor Augen geführt werden und damit eben auch deutlich vor Augen führt, welche individuelle Prägung der Welt mehr und mehr mit der analogen Technik verschwunden ist.

 

Vinyl Schallplatten mit vielfach individuell gestalteten, oft liebevoll mit Informationen versehene Plattencover und Booklets. Sachliche Formen, die der Funktion folgten („weiße“ Geräte), Kameras, die eine ruhige Hand und Fachwissen über Belichtung und Entwicklung benötigten, um am Ende bewegende Fotografien zu erhalten. Technik in Möbeln (Fernsehtruhen und Stereoanlagen) und unzählige Dinge mehr bilden nicht nur den „Stand der Technik“ zu ihrer Zeit nach, sondern sind auch ein Spiegelbild der Gesellschaft jener Tage, von strengen Linien hin zu prallbunten Objekten der 60er und 70er Jahre, entsprechend der „neuen Zeit“ des Aufbruchs und der extrovertierten Mode.

 

Diese Jahre stellen im Verständnis Sudjics das „Finale des analogen Zeitalters“ dar und brachten einige der genialsten technischen Güter hervor. Sei die Polaroid-Sofortbildkamera oder ein Algol tragbares Fernsehgerät.

 

Und ebenso, nun vor sich liegend zu lesen, zeigt sich die Schnelligkeit der Zeit selbst, die ab den 1980ern Geschwindigkeit aufnahm und innerhalb eines Jahrzehnts dann mühsam erfundene Technik rasant ersetzten. Schon 1999 zählte man dann 492 Millionen Mobilfunkteilnehmer und wenige Jahre später war die analoge Technik der ersten Mobiltelefone umgehend bereits Geschichte. Wie auch der Röhrenfernseher oder die Röhrenverstärker in wenigen Jahren ersetzt und aus den Regalen verschwunden waren. Bis auf wenige Geräte für Liebhaber „warmer und analoger“ Atmosphäre. Wer erinnert sich aktuell überhaupt noch an die damals bahnbrechender „neue“ Technik der Quadrophonie, denen die Rockband „The Who“ ein Doppelalbum gewidmet hatten?

 

Vielleicht ist aus jener kreativen „Wärme“ der damaligen Geräte in Funktion und Haptik aber auch eine gewisse Renaissance in der Gegenwart her abzuleiten. Quarzuhren mögen akkurat und genau sein, dennoch haben, nach einer massiven Krise durch die neue Technik, inzwischen mechanische, analoge Uhren den Olymp wieder erklommen. Und wird auch wieder in nicht zu knapper Form Musik auf Vinyl gepresst, bis dahin, dass auch Röhrenverstärker wieder „im Kommen“ sind. Mit dem Unterschied, dass das, was damals Alltag war, inzwischen hochpreisig im Luxussegment angelangt sind. An dem preislichen Ort, an dem die Meisten der im Buch vorgestellten Geräte ihren damaligen Siegeszug einmal begonnen haben.

 

Fundiert recherchiert, mit vielen Fakten und an der historischen Linie aufgereiht können Leser und Leserinnen den Aufstieg heutiger Weltfirmen wie Samsung, den Untergang einstiger Weltfirmen wie Kodak, Agfa, Braun oder Grundig und vielen andern verfolgen. Mitsamt vielen Emotionen bei jenen, die diese Zeit bereits bewusst miterlebt haben und mit vielen der Geräte vielfache Erinnerungen des damaligen Alltags bis in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts verbinden. Bis hin zu immer exotisch gebliebenen „Armbandfernsehgeräten“ von Seiko oder „Taschenfarbfernsehgeräten“ von Philips.

 

Ein wunderbares Werk von hoher Qualität in Bild, Text und Wissen.

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