Diana Feuerbach

 4.1 Sterne bei 19 Bewertungen

Lebenslauf von Diana Feuerbach

Diana Feuerbach, geboren 1972 in Stollberg/Erzgebirge, studierte Journalistik und Fernsehproduktion in den USA, ehe sie mit dem literarischen Schreiben begann. Während ihres Studiums am Deutschen Literaturinstitut Leipzig veröffentlichte sie erste Kurzgeschichten, Erzählungen und Gedichte. Neben anderen osteuropäischen Ländern hat sie besonders die Ukraine bereist und kennengelernt. Diana Feuerbach ist Stipendiatin der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie des Klagenfurter Literaturkurses und Gewinnerin des Publikumspreises beim MDR-Literaturwettbewerb. Die Reise des Guy Nicholas Green ist der erste Roman der in Leipzig lebenden Autorin.

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Die Reise des Guy Nicholas Green

Die Reise des Guy Nicholas Green

 (19)
Erschienen am 25.02.2014

Neue Rezensionen zu Diana Feuerbach

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Bücherwurms avatar

Rezension zu "Die Reise des Guy Nicholas Green" von Diana Feuerbach

Tolles Debüt!
Bücherwurmvor 4 Jahren

"Er verhedderte sich in Details, ohne ein Ganzes erkennen zu können." (S. 94)
Das Debüt der Autorin Diana Feuerbach mit dem Titel "Die Reise des Guy Nicholas Green" ist ein sehr beeindruckendes, leicht zu lesendes Buch.
Guy Nicholas Green ist ein Sozialarbeiter, der in der Entwicklungshilfe in sog. Dritten Ländern arbeitete. Bis ihm in Mexiko das Glück im Privaten, wie auch der Abstand zur Arbeit misslang. Eine Auszeit ist nötig, ein Sich-selbst-Finden, weshalb er auf dem Weg nach Indien ist. Er strandet in Odessa am Schwarzen Meer, heute Kriegsschauplatz, zu Zeiten des Romans "normaler Alltag" am Rande Europas, zur Schwelle des Reichtums, inmitten der verrottenden Armut. Guy landet mit Geldmangel im Hostel, einer Art Absteige für heiratswillige männliche Touristen, die durch teure Inernetvermittlung angelockt wurden und jetzt nach dem käuflichen Glück suchen.
Der sprachlich toll ausgearbeitete Roman zeigt nüchtern und doch mit viel Atmosphäre ein eigentlich trauriges Bild unserer Gesellschaft. 
Gut situierte Männer, die auf der Flucht vor der Einsamkeit auf raffinierte Angebote reinfallen, die zu Hause unfähig sind, sich mit den landeseigenen Frauen auseinanderzusetzen, in der Ferne ihre Erfüllung suchen und sich wundern, beziehungsweise ein schweres Erwachen erleben müssen, das sie selbst so wenig wahrhaben wollen.
Die Autorin erzählt ohne eigene Wertung. Sie schildert die für den Leser oft vohersehbaren, zu erahnenden Ereignisse so realistisch, berührend und doch distanziert, dabei so spannend, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legt.
Wie oft steigern wir uns in eine Wunschvorstellung, halten an Kleinigkeiten fest, nur weil wir unsere eigene Realität nicht ertragen? Wie oberflächlich und nichtssagend ist unser sicheres und finanziell wertvolles Leben? Warum fahren wir in arme Länder, protzen mit dem Bankkonto und sich doch gleichzeitig so geizig? Warum fliehen wir in die Ferne, wenn uns die unmittelbare Umgebung schon zu belastend ist? Warum erwarten wir Liebe von fremden Menschen, wenn uns die bekannten Mitmenschen anöden?
Ein sehr beeindruckendes Buch, gefüllt mit Verdrängungsmechanismen, die wir selbst gar nicht mehr wahrnehmen!
Und siehe: Auch die Menschen der armen Länder haben gelernt, auf diese Sinn- und Liebessuche der übersättigten Reichen zu reagieren.

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sursulapitschis avatar

Rezension zu "Die Reise des Guy Nicholas Green" von Diana Feuerbach

Kann man Liebe kaufen?
sursulapitschivor 4 Jahren

Guy Nicholas Green ist 40 Jahre alt und, je nach Auffassung, ein Loser oder ein Lebenskünstler. Er ist mit dem Rucksack unterwegs nach Indien, um einen Guru aufzusuchen, als ihm in Odessa das Geld ausgeht. In einem heruntergekommenen Hostel, wo in erster Linie Heiratstouristen absteigen, wartet er darauf, dass seine Mutter sich erbarmt, ihm Geld zu schicken und stolpert über Jamie, der aus England gekommen ist, um in Odessa seine Traumfrau zu treffen.

Eigentlich liest man hier in erster Linie Jamies Geschichte. Man erfährt etwas über Männer, die mit einiger Naivität im Internet nach ihrer großen Liebe suchen, die Praktiken zweifelhafter Partnervermittlungsagenturen und enttäuschte Hoffnungen.
Aber auch die Hintergründe finden Beachtung. Manch eine ukrainische Schönheit zwingt die Not, zahlungskräftige Männer auszunutzen. Und ein wenig fragt man sich auch: sollte Dummheit nicht bestraft werden?

Der Schreibstil ist unglaublich. Schön, bildhaft, originell, dezent humorvoll, allerdings auch unglaublich weitschweifig. Eigentlich ist das Lesen ein Vergnügen, aber oft ufern die Beschreibungen aus, bis sie enervierend sind. Wenn beispielsweise Guys Verhältnis zu seinem Vater beleuchtet wird, muss man auch ausführlichst dessen musikalische Vorlieben und beruflichen Werdegang über sich ergehen lassen. Das ist sehr schade, weil man anfängt Passagen zu überfliegen, die man in gestraffter Form genossen hätte.

Deshalb kann ich dieses eigentlich schöne Buch nur bedingt empfehlen. Ich werde allerdings die vielversprechende Autorin im Auge behalten.

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anushkas avatar

Rezension zu "Die Reise des Guy Nicholas Green" von Diana Feuerbach

Tiefgründiger und anspruchsvoller als erwartet
anushkavor 4 Jahren

Guy Nicholas Green ist nicht mehr der Jüngste, als er als völlig abgerissener Backpacker im Hostel in Odessa ankommt. Der ehemalige Mitarbeiter nicht-staatlicher Entwicklungshilfeprojekte flieht vor seinenr eigenen Vergangenheit und seinen Handlungen und Odessa ist eigentlich nur eine Zwischenstation auf seinem Weg nach Indien. Doch da Guy keinerlei Geld mehr hat und seine Mutter sich weigert, ihm die Raten seines vorzeitigen Erbes in die Ukraine zu schicken, ist Guy auf die Großzügigkeit des Hostelbesitzers und der anderen Gäste angewiesen. Und so kommt es, dass er Einblicke in die Heiratsvermittlungsindustrie der osteuropäischen Länder gewinnt und schließlich Jamie kennenlernt, der in Odessa nach seiner Internetliebe aus einer solchen Vermittlung sucht.

Dieser Debütroman ist überraschend tiegründig und vom Schreibstil her eher anspruchsvoll. Das Thema ist ernst, auch wenn es ein paar Klischees bedient, jedoch zunehmend auch hinter die Fassade schaut. Guys "Mitbewohner" sind ausnahmslos alle nach Odessa gereist um eine junge und hübsche Braut zu finden. Es versteht sich, dass sie selbst eher weniger ansprechend sind, was das Äußere betrifft. Und so führt die Autorin ein Thema vor Augen, bei dem es zum einen um Kriminalität geht, zum anderen aber auch um teils verachtende Menschenbilder und moderne Prostitution, obwohl sie dies - und das finde ich sehr gelungen - niemals vordergründig anprangert oder die Moralkeule herausholt. Guy ist dabei oft nur Beobachter und ist für den Leser die Möglichkeit, nah an den Figuren dran zu sein, erst zum Ende der nur rund 220 Seiten ist er selbst mit involviert.

Meine Kritikpunkte am Buch und der Geschichte sind eher kosmetischer Natur: der Klappentext macht nicht ganz deutlich, was den Leser erwartet und eine seichte Unterhaltungsgeschichte ist genauso möglich wie die gesellschaftskritische anspruchsvolle Geschichte, die letztlich dahintersteckt. Auch das Cover lässt sich nicht klar einordnen, macht nach dem Lesen aber Sinn. Schade fand ich auch, dass der Titel zwar eine Reise suggeriert, letztlich die Handlung aber ausschließlich in Odessa spielt und Guys Reisen eher in Randbemerkungen thematisert werden. Hier hätte ich mir etwas mehr erwartet. Insgesamt war dieser Debütroman aber gelungen und empfehlenswert.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Leserinnen und Leser,

wir starten eine Leserunde für den Debütroman "Die Reise des Guy Nicholas Green" von Diana Feuerbach. Der Osburg Verlag verlost dafür 15 Rezensionsexemplare, für die Ihr Euch bis zum 07. April bewerben könnt! Eine erste Leseprobe gibt es hier.

Unter der Sonne am Schwarzen Meer: Heiratstourismus und Online-Dating, junge Frauen auf schwindelerregend hohen Absätzen, Kerle mit geschorenen Schädeln und schlechten Manieren. Und eine Männerfreundschaft wider Willen. Diana Feuerbachs Romandebüt bietet beste Unterhaltung in all ihren Facetten.

»Ich brauchte Geld, er brauchte Begleitung.« Der südafrikanische Weltenbummler Guy Nicholas Green schmeißt seinen Job in Mexiko. Er landet am Schwarzen Meer, in Odessa. Das Geld geht ihm aus. Er begegnet dem jungen Engländer Jamie, der auf einer Webseite Julia entdeckt und sich in die junge Schönheit verliebt hatte. Nach einem regen Mailwechsel reist er auf eigene Faust nach Odessa. Als er Julia endlich trifft, will sie von den Mails und ihren Versprechungen nichts wissen. Ist er auf eine dubiose Heiratsagentur reingefallen? Und welche Rolle spielt eigentlich Guy Nicholas Green in der ganzen Sache? Willkommen in Odessa!

Bewerbt Euch für ein Exemplar und lasst Euch von Diana Feuerbach in die faszinierende und schillernde Welt des Heiratstourismus, der Männerfreundschaften und der Liebe mitnehmen.

Wir freuen uns auf Eure Meinungen und Kommentare und eine spannende Leserunde!
Euer Osburg Verlag
Kleine8310s avatar
Letzter Beitrag von  Kleine8310vor 5 Jahren
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Zusätzliche Informationen

Diana Feuerbach im Netz:

Community-Statistik

in 29 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

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