Die Frau des Zoodirektors: Eine Geschichte aus dem Krieg

von Diane Ackerman 
3,5 Sterne bei2 Bewertungen
Die Frau des Zoodirektors: Eine Geschichte aus dem Krieg
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Ein wichtiger Teil der Geschichte.

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Inhaltsangabe zu "Die Frau des Zoodirektors: Eine Geschichte aus dem Krieg"

Eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt. Als Jan und Antonina Żabiński, der Zoodirektor und seine Frau, mitansehen, wie die Nazis in Polen einmarschieren, ist ihr Entsetzen groß. Die jüdische Bevölkerung wird im Warschauer Ghetto zusammengepfercht. Zeitgleich beginnen die Nazis den Zoo für ihre Zwecke zu nutzen, um ausgestorbene Tierarten rückzuzüchten. Als die Nazis den brachliegenden Zoo verlassen, nutzen die Żabińskis die Situation und schmuggeln Juden aus dem Warschauer Ghetto auf das Zoogelände, wo sie die Todgeweihten in den leeren Tierkäfigen verstecken. Sie retten ihnen damit das Leben. Ausgezeichnet mit dem Orion Award

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783641194666
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:385 Seiten
Verlag:Heyne Verlag
Erscheinungsdatum:31.10.2016

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    monerls avatar
    monerlvor 3 Monaten
    Ein Sachbuch in Romanform

    Meine Meinung
    Es hat sehr, sehr lange gedauert, doch ich hab es geschafft, dieses Buch zu beenden. Meine Kritik diesmal gleich zu Beginn, da dieser Punkt mein eigentliches und einziges Problem mit dem Buch darstellt: Das Genre. Die Autorin konnte sich nicht so richtig entscheiden, ob sie einen Roman auf wahren Begebenheiten erzählen möchte, oder ob sie ein Sachbuch schreiben soll. Herausgekommen ist für mich ein Sachbuch in Romanform, das mir persönlich nicht so gut lag.

    Der Schreibstil ist sehr sachlich, die meiste Zeit informativ aber auch sehr distanziert. Die Autorin nimmt Bezug auf viele Quellen und auch Tagebücher von Antonina Żabiński. Dabei schreibt Diane Ackerman sehr ausufernd. Am Anfang verliert sie sich m.M.n. in unnötigen Beschreibungen der Tieraufzucht. Seitenweise wird der*die Leser*in über den Zoo und seine Tiere aufgeklärt. Bis sie zum Kernpunkt der Geschichte kam, hatte ich das erste Mal schon die Lust auf das Buch verloren. Ich erwartete eine Leidensgeschichte einer Familie im 2. Weltkrieg, die unter schlilmmsten Umständen trotzdem den Mut hatte, sich gegen das Belagerungsregime der Nazis in Warschau / Polen zu stellen und Juden zu helfen. Das bekam ich auch, aber erst musste ich mich durch viele wissenschaftliche Beschreibungen und Erklärungen quälen.

    Jan Żabiński riskierte ständig sein Leben und schmuggelte Juden aus dem Warschauer Ghetto und brachte sie in den Zoo. Antonina, seine Frau, und auch sein Sohn kümmerten sich dann in der Villa um sie. Sie versteckten die Geflohenen und gaben ihnen eine Art Zuhause und Gemeinschaftsgefühl. Und das alles unter der Beobachtung und Besetzung des Zoos, über Jahre hinweg. Mit ihrem großen Einfallsreichtum gelang es ihnen auf diese Art und Weise ca. 300 Menschen das Leben zu retten!

        “Retter schienen enscheidungsfreudig zu sein, konnten schnell denken, waren risikofreudig, unabhängig, abenteuerlustig, offenherzig, rebellisch und ungewöhnlich flexibel – imstande, Pläne schnell zu ändern, Gewohnheiten abzulegen und eingeschliffene Routinen von einem Moment zum anderen zu verändern. Sie  neigen dazu, unangepasst zu sein, und obwohl viele Retter bereit waren, für ihre Prinzipien zu sterben, betrachteten sie sich nicht als heldenhaft.” (eBook, S. 351)

    Es ist unglaublich, was diese Familie und ihre Helfer geleistet haben! Und ich ertappe mich bei dem Gedanken und dem Wunsch, falls es je wieder nötig wäre, Menschen vor der Regierung und anderen Menschen (be)schützen zu müssen, den Mut zu haben und es den Żabińskis nachmachen zu können.

    “Die Frau des Zoodirektors” ist ein sehr lesenswertes Buch! Es zeigt einen Ausschnitt der Gräueltaten des Krieges, wie sie sich im Nachbarland Polen zugetragen haben. Oftmals liest man Bücher über den 2. WK, doch meistens spielen sie in Deutschland. Für mich war dieses Buch deshalb ein interessanter Perspektivenwechsel.

    Zum Hörbuch
    Da ich mit dem Buch eine sehr lange Zeit pausiert habe, suchte ich die Motivation, um weiter zu machen, im Hörbuch. Das Hörbuch ist gekürzt und von Bibiana Beglau eingesprochen. Ihre Stimme und Lesart brachte mir den Spaß am Buch zurück. Die Sanftheit, mit der die Sprecherin das Buch las, brachte mir den Romancharakter zurück. So hörte ich das Buch und las parallel mit. Immer, wenn Textpassagen im Hörbuch ausgelassen wurden, machte ich stopp und las diese erst und machte dann wieder weiter mit dem Hörbuch.

    Dies ermöglicht mir nun auch sehr gut den Vergleich zwischen Buch und Hörbuch. Abschließend kann ich deshalb sagen, dass, wenn man sich lediglich auf den Kern der Geschichte konzentrieren möchte, das Hörbuch zu bevorzugen ist. Im Hörbuch sind die Längen und die Ausführungen, die mich nicht so sehr interessierten, gekonnt herausgekürzt worden.

    Fazit
    Ein sehr interessantes Buch über eine faszinierende Familie, die ihr Leben für hilfsbedürftige Menschen auf Spiel gesetzt hat und sich selbst und den eigenen Werten treu geblieben ist. Ein Buch, das ganz deutlich aufzeigt, dass so etwas nie mehr wieder passieren darf und was es bedeutet, wenn die Meschlichkeit verloren geht.

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    Abacaxis avatar
    Abacaxivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wichtiger Teil der Geschichte.
    Der Warschauer Zoo im Zweiten Weltkrieg

    Worum geht es?
    Um die Verfolgen der Juden in Polen im Zweiten Weltkrieg und den Kampf der Warschauer Untergrundgemeinschaft gegen die Nazis. Vor allem aber um Antonina und Jan Zabinski, die im Laufe des Krieges etwa 300 Juden im Warschauer Zoo versteckten und ihnen somit das Leben retten konnten.

    Wie es mir gefallen hat?
    Das Buch behandelt ganz klar ein wichtiges Thema. Was die Nazis in Polen angerichtet haben, scheint mir allgemein recht unbekannt zu sein. Zumindest habe ich selbst schon viele Bücher zum Zweiten Weltkrieg gelesen, deren Handlung aber zumeist in anderen Teilen Europas spielte. 
    Das Thema des Buches ist also sehr wichtig! Leider hat man entweder einen falschen Stil oder die falsche Vermarktung gewählt. Denn alles äußerlich Ersichtliche an dem Buch gibt einem das Gefühl hier einen Roman in Händen zu halten, was im Endeffekt jedoch nur zum Teil der Fall ist. Die Autorin ist die ganze Zeit als Erzählerin erkennbar, ihr Stil dabei berichtend, trocken und für solch ein emotionales Thema auch seltsam distanziert. Man erfährt von vielen Menschen, die Schlimmes durchlitten und dennoch Bewundernswertes vollbracht haben, jedoch werden sie nie richtig greifbar. Ich hatte mir erwartet nur so durch die Seiten zu fliegen, habe dann aber durch die zähe Lektüre beinahe ein Monat für das Buch gebraucht.

    Positiv zu erwähnen wäre, dass man die sehr genaue Recherche erkennt, die dem Schreiben voran gegangen sein muss, was ich bei einem solchen Thema für sehr wichtig halte. 
    Nun bin ich neugierig auf die Verfilmung des Buches, welche nächsten Monat auf DVD erscheint. Nach dem Trailer gehend scheint sich Hollywood hier zwar wieder ein paar künstlerische Freiheiten genommen zu haben, ansehen werde ich mir den Film aber trotzdem.

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