Diane Brasseur

 3.3 Sterne bei 69 Bewertungen
Autorin von Der Preis der Treue, Der Preis der Treue und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Diane Brasseur

Erzählen ohne Wertung über Liebe und Schuld: Diane Brasseur ist 1980 in Frankreich geboren und in Strasbourg aufgewachsen. Heute lebt sie in der französischen Hauptstadt Paris. Sie studierte Film und Theater und arbeitete anschließend als Script Supervisor für Größen wir Nicolas Bedos, Calérie Lemercier und Olivier Marchal. Ihr erster Roman, „Les Fidéltés“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt und war auch außerhalb Frankreichs sehr erfolgreich. In Deutschland erschien das Buch 2016 unter dem Titel „Der Preis der Treue“.

Alle Bücher von Diane Brasseur

Der Preis der Treue

Der Preis der Treue

 (56)
Erschienen am 14.10.2016
Leidenschaft ist doch nicht alles

Leidenschaft ist doch nicht alles

 (3)
Erschienen am 07.04.2017
Der Preis der Treue

Der Preis der Treue

 (10)
Erschienen am 01.04.2015

Neue Rezensionen zu Diane Brasseur

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J

Rezension zu "Der Preis der Treue" von Diane Brasseur

Der Preis der Treue
jennywatsonvor einem Jahr

“Der Preis der Treue” ist ein Roman, welchen ich wahrscheinlich nicht selber gelesen hätte, wenn ich es nicht gewonnen hätte, dieses wäre aber ein Fehler gewesen. Das Buch greift das alte Thema Ehebruch auf, jedoch schafft es, diese Thematik neu zu beleuchten und interessant zu gestalten.

Protagonist ist der 54-jährige Geschaftsmann, er führt seit fast einem Jahr ein Doppelleben: er hat Frau Kind in Marseille und eine Geliebte in Paris. Diese Geliebte, Alix, ist für ihn jedoch wirklich eine geliebte Frau. Er weiß zwar, dass sein Verhalten nicht korrekt ist, aber er kann auch nicht nur Schuld emfinden. Er versucht sich damit auseinander zu setzen, ob er wirklich beide Frauen liebt, ob es überhaupt möglich ist zwei Frauen zu lieben. Des weiteren fragt er sich auch, was passieren würde, wenn er sich von seiner Frau trennen würde und ob er das überhaupt kann.

Der Roman schafft es einen umfassenden Innenblick in den Geschaftsmann zu erlangen, seine Gedanken und Motive filtern klar heraus. Dies liegt vor allem daran, dass das Buch sein innerer Monolog ist, ein Gedankenexperiment aus Sicht des Mannes. Das interessante hieran ist, dass der Leser sehr leicht die Gedanken nachvollziehen kann und sich so auch in den Protagonisten einfühlen und ihn verstehen kann, obwohl wir wissen, dass betrügen moralisch falsch ist.
Hinzu kommt, dass es in ideales Buch für eine kurze Reise oder Fahrt ist, man kann es nicht aus der Hand legen und muss es in einem Zug lesen, ich habe es auch mit einmal gelesen und dazu bedarf es nur maximal zwei Stunden. Dies liegt am fesselnden und trotzdem gefühlvollen Schreibstil, der den Leser berührt. Was mich persönlich gestört hat, ist das Buch nicht auf jede der Fragen des Protagonisten Antworten hat, dies steigert jedoch auch die Spannung und regt zum weiterdenken an.

Das Buch selber ist somit für mich eine kleine Überraschung, es wirkt ruhig und unscheinbar, hat aber eine packende Geschichte mit immenser Tiefe zu erzählen und ist somit ein kleiner Geheimtipp :)

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Krimifee86s avatar

Rezension zu "Der Preis der Treue" von Diane Brasseur

In der Kürze liegt die Würze
Krimifee86vor einem Jahr

Inhalt: Die Ehefrau in Marseille, die Geliebte in Paris. Das Wochenende verbringt er in Marseille, die Woche ist er in Paris. Dann steht Weihnachten an – eine Woche Urlaub mit der Familie in New York. Die Geliebte ist gelinde gesagt not amused – und er (ein Anwalt) zieht sich zurück, um eine Entscheidung zu treffen und sein Doppelleben zu beenden. Für die Geliebte Alix, oder für seine Frau.

Charaktere: Der einzige Charakter über den wir wirklich etwas erfahren ist der Anwalt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wirklich viel Sympathie für Leute aufbringen kann, die fremdgehen. Ich halte diese Menschen für charakterschwach und feige. Und selbst wenn so etwas „im Affekt“ passiert, sollte man hinterher zumindest den Mut haben, es zu beichten. Der Anwalt in dem Buch jedoch hat seine Geliebte schon seit über einem Jahr, denn er hat ein Problem: Er liebt beide Frauen und möchte keine von ihnen aufgeben. In dem Roman verfolgen wir als Leser die Gedanken, die er sich macht und das wiederum macht ihn trotz seiner Fehler wieder ein bisschen sympathischer. Denn er möchte keineswegs die beiden Frauen, die er liebt verletzen. Er ist schlichtweg nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen, bzw. das Glück, das er mit beiden empfindet, aufzugeben. Dass er die beiden damit jedoch unglücklich macht, steht auf einem anderen Blatt.

Das hat mir gut gefallen: Wie schon angedeutet ist das Thema Fremdgehen für mich eher ein rotes Tuch. Dennoch fand ich es sehr spannend mich einmal mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es hat mir geholfen, zu verstehen, warum sich manche Menschen so verhalten un dauch zu verstehen, wie eine Affäre überhaupt entstehen kann.
Das Buch war zudem sehr spannend geschrieben. Denn es war ja klar, dass die ganze Geschichte und die ganzen Gedanken auf eine Frage herausläuft: Für wen wird der Mann sich am Ende entscheiden? Und diese Frage ist durchaus nicht offensichtlich, im Gegenteil: Mal war ich davon überzeugt, dass er seine Frau verlässt, mal, dass er die Geliebte nicht wiedersehen wird.

Das hat mir nicht so gut gefallen: Der Mann macht sich Gedanken. Und davon eine ganze Menge. Aber: Wie realistisch ist das? Ich meine, ich möchte Männern nicht völlige Gefühllosigkeit unterstellen. Überhaupt nicht. Aber dieser Mann hier macht sich so viele Gedanken und Sorgen um alles mögliche, dass ich stellenweise eher das Gefühl hatte, die Gedanken einer Frau zu verfolgen. Dass die Autorin selbst eine Frau ist, macht es irgendwie nicht leichter zu glauben, dass ein Mann sich in eine solche Gedankenmacherei stürzen würde.

Fazit: Ich habe keine großen Erwartungen an dieses Buch gehabt. Um genau zu sein hatte ich eher schlechte Erwartungen, habe mich dann aber wegen der Kürze des Buches doch daran gemacht. Und: Ich wurde absolut positiv überrascht. Das Buch beschreibt sehr anschaulich die widersprüchlichen Gefühle, die in dem Anwalt schlummern – die lange Liebe zu seiner Ehefrau und das neue, aufregende Verliebtsein gegenüber Alix. Jedoch: Aus meiner Sicht wurde schon sehr stark deutlich, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde. Denn ob sich ein Mann wirklich so verdammt viele Gedanken um Dinge macht, halte ich eher für fraglich. Daher ziehe ich einen Punkt ab und vergebe noch vier gute Punkte.

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M

Rezension zu "Leidenschaft ist doch nicht alles" von Diane Brasseur

Leidenschaft ist doch nicht alles
Minoovor 2 Jahren

Gut zwei Jahre ist es her, dass ich begeistert Diane Brasseurs Debüt Der Preis der Treue las. Ihr zweites Werk "Leidenschaft ist doch nicht alles" erwartete ich sehnsüchtig. Zum zweiten Mal lässt die Autorin den Leser in die Gedankenwelt des Protagonisten eintauchen, schafft hierbei eine Geschichte aus Vergangenem und Selbstreflexion.

Diane Brasseur ist eine der wenigen Autorinnen, die ich nach wenigen Zeilen sofort erkennen würde. Ihr Schreibstil ist einzigartig in seiner Zartheit und seiner Poesie. Die Einfachheit ihrer Sprache, die kurzen Sätze berühren ebenso wie die Beschreibung scheinbar ganz normaler, alltäglicher Dinge.

Im Mittelpunkt steht dieses Mal eine vierunddreißigjährige Frau, deren Name unbekannt bleibt. Seit ihrer Kindheit hat sie ein enges Verhältnis zu ihrem Vater, dem einzigen Mann, mit dem sie je zusammenlebte. Die Beziehung zu ihrem Vater nimmt einen großen Teil des Buches ein. Dieser Teil ist an Detailgenauigkeit und Authentizität nicht zu überbieten. Beschrieben wird die Ähnlichkeit der beiden, mit welcher sie sich gegenseitig zur Weißglut bringen.

"Die Vorliebe für Tragödien habe ich von ihm geerbt. Mir geht Intensität über alles, wie ihm. Über nichts ärgere ich mich mehr, als wenn man mir sagt: Du bist deinem Vater aber ähnlich." (S. 55)
Gleichzeitig wird die intensive Liebe, die sie füreinander empfinden, beschrieben. Das innige Gefühl, des verletzt seins, wenn ein geliebter Mensch gekränkt wird, berührte mich ganz besonders. Ebenso thematisiert werden die ganz normalen Peinlichkeiten. Zum Beispiel, den Freund mit nach Hause zu bringen, der von dem Vater nur "junger Mann" oder bei guter Laune "junger Mann aus gutem Hause" genannt wird oder die Scham, wenn der Vater sich am Geburtstag als Clown verkleidet, auch wenn alle Kinder einen um den coolen Vater beneiden.

Doch auch als Berater in Liebesdingen, fungierte der Vater der Protagonistin ganz hervorragend. 
"Ich bitte dich inständig, sei so gut und zwinge dich zu nichts, es gibt nichts Traurigeres als vorgetäuschte Liebe." (S. 13)
Nachdem das Buch mit der Szene, in welcher Protagonistin von ihrem Freund verlassen wird, beginnt, erfahren wir mehr über das Kennenlernen und die ersten Monate der Beziehung.

"Während er mit mir redete, streckte er die Hand zu mir aus, um mein Bein zu berühren, wie ein Autofahrer der seiner Beifahrerin bei Rot die Hand aufs Knie legt. Eine spontane Geste, die mir direkt ins Herz und in den Unterleib fuhr. Seine langen Pianistenfinger mit den gewölbten, vom Tabak leicht verfärbten Nägeln hatten sich von der Tischkante gelöst und waren langsam auf mich zugekommen. Wenige Zentimeter vor meinem Schenkel hielt die Hand inne. Diese unterbrochene Geste war die allerzarteste, allerunauffälligste Liebkosung gewesen." (S.46)
"Auf dem Heimweg war mir ständig dieser Satz durch den Kopf gegangen, von dem ich glaubte, er gelte nicht für mich: "Er ist der Richtige." Endlich gab es keinen Zweifel mehr: Ich war, wie alle anderen." (S.51)
Diane Brasseur führt uns durch all die besonderen Ereignisse und Kleinigkeiten, welche die meisten Paare in den ersten Monaten erfahren. Der erste Streit wegen etwas völlig Unwichtigem, das Kennenlernen der Eltern, das Beobachten von Gewohnheiten, die Vorbereitungen, wenn der Geliebte nach einer Reise zurück kommt und man ihn am Flughafen abholen möchte sowie die Leidenschaft und der Sex. Diese Liebe zu einem Mann, die sie mit 34 Jahren das erste Mal in der Form erlebt, ist ebenso authentisch beschrieben, wie die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Die Erlebnisse sind so bildhaft, dass sie sich wie ein Film vor meinen Augen abspielten.
Fazit: Meine Erwartungen an "Leidenschaft ist doch nicht alles" waren aufgrund des vorhergehenden Werkes nahezu gigantisch und konnten voll und ganz erfüllt, wenn nicht gar übertroffen werden. Wieder erschaffte Diane Brasseur eine authentische und mitreißende Geschichte über die ersten Monate einer Liebe sowie der Liebe zwischen Vater und Tochter. Dabei bleibt vieles unausgesprochen, das Ende offen.

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