Diane Broeckhoven Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück

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Inhaltsangabe zu „Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück“ von Diane Broeckhoven

Der neue Roman von Diane Broeckhoven Sylvain lebt mit seinen sechsunddreißig Jahren immer noch bei der Mutter und führt ein beschauliches Leben: ohne Frau, dafür mit der Schildkröte Gaby. Aber Gaby kann nicht alles ersetzen. Sylvains Vater hat die Familie schon vor Jahren wegen einer jüngeren Frau verlassen, die Schwestern sind fortgezogen; der gekränkten Mutter bleibt nur der jüngste Sohn, auf den sie all ihre Aufmerksamkeit und Liebe konzentriert. Doch Sylvain ist eindeutig kein Kind mehr, und das Leben mit seiner Mutter Julienne raubt ihm zusehends die Luft zum Atmen. Mit der längst geplanten Fahrt mit Hilfsgütern nach Rumänien möchte Sylvain sich einen kleinen, kostbaren Urlaub von der mütterlichen Umklammerung verschaffen - doch ein schwerer Sturz Juliennes verhindert seine Abreise in letzter Minute. Hat sie den Unfall absichtlich herbeigeführt, um den Sohn erneut an sich zu binden? Enttäuscht beginnt Sylvain nun erst recht, um seine Freiheit zu kämpfen. Unfreiwillig leistet ihm die Mutter dabei Schützenhilfe: Ein Tagesausflug an die Nordsee, das Geburtstagsgeschenk von Julienne, eröffnet Sylvain völlig neue Perspektiven. Wenn er nicht nach Rumänien kommen kann, muß Rumänien eben zu ihm kommen ... Diane Broeckhoven erzählt voller Zuneigung, mit Feingefühl und Ironie von Enge und Freiheit, von Trennungsängsten, Notlügen und davon, wie einen unverhofft das Glück einholen kann. Wer sich einen Panzer zulegt wie Gaby, die Schildkröte, muß erst mal kräftig durchgerüttelt werden, um wirklich auf die Welt zu kommen. Ein neuer, witzig-rührender Roman der Autorin von "Ein Tag mit Herrn Jules" und "Eine Reise mit Alice".

Ein eher mittelmäßiges Buch, fast kitschig und langweilig.

— radieschen
radieschen

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  • Rezension zu "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" von Diane Broeckhoven

    Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück
    claudiaausgrone

    claudiaausgrone

    10. August 2011 um 21:11

    Zunächst etwas zum Inhalt vom Klappentext: "Nach sechsunddreißig Jahren mütterlicher Umklammerung beschließt Sylvain, sich mit der längst geplanten Reise nach Rumänien einen kleinen, kostbaren Urlaub zu verschaffen - doch ein schwerer Sturz Juliennes verhindert seine Abreise in letzter Minute. Hat sie den Unfall absichtlich herbeigeführt, um den Sohn erneut an sich zu binden? Enttäuscht beginnt Sylvain nun erst recht, um sine Freiheit zu kämpfen. Wenn er nicht nach Rumänien kommen kann, muss Rumänien eben zu ihm kommen..." Jede Figur in diesem Roman hat so ihre Schwachstelle einerseits und ihr Päckchen zu tragen andererseits. Wir Leser sind geneigt der einen Figur diese Schwäche mehr zu billigen als der anderen. Und doch ändert sich dies beim Lesen. Wir und die Figuren haben Gelegenheit uns zu wandeln, zu wachsen. Eine jede der Figuren profitiert von der anderen und wächst an ihr. Es ist wie bei einer Orangenpyramide im Supermarkt, ziehst Du eine aus der Mitte heraus, ist nichts mehr wie es war. Alle anderen müssen sich bewegen. Es ist ein schönes Buch, die Missstände werden benannt, aber sie beherrschen nicht den Ton, sondern das Bemühen der Menschen, etwas zum Positiven hin zu bewirken. Warmherzig, bisweilen ironisch, zart, nie gefühlsduselig.

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  • Rezension zu "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" von Diane Broeckhoven

    Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. July 2010 um 21:52

    Sylvain, ein 36jähriger Mann, lebt immer noch bei seiner Mutter, die ihn umsorgt, umhegt und fest umklammert hält. Eines Tages lernt er einen Mann kennen, mit dem er Hilfsgüter nach Rumänien transportieren möchte. Diese Fahrt findet nie statt, denn Sylvains Mutter stürzt am Tag seiner Abreise so unglücklich, so dass Sylvain seine Reise schweren Herzens absagen muss. Nach dem Sturz der Mutter beginnt ein mühevoller Abnabelungsprozess. Sylvain kauft sich eine Wohnung und beschließt, binnen weniger Monate aus dem Elternhaus auszuziehen. Als seine Mutter ihm eine Busreise anlässlich seines Geburtstags schenkt, lernt er während der Fahrt zwei rumänische junge Frauen kennen, Melba und Alina. Die Begegnung mit den Frauen bestärkt Sylvain in seinen Versuchen, sich von seiner Mutter zu lösen. In Rückblenden erfährt der Leser, warum Julienne so geworden ist, wie sie ist und warum sie Sylvain nicht loslassen kann. Ihre ‚Sorge‘ ging sogar soweit, ihn vor Freundschaften und Beziehungen mit Frauen zu 'schützen', in dem sie ganz wesentlich dazu beitrug, erste Berührungspunkte und Freundschaftsversuche im Keim zu ersticken. Zu Beginn des Romans ist Julienne ein Charakter, der mir nicht sympathisch genug war. Durch ihre Erfahrungen – ihr Mann verließ sie, sie blieb mit vier Kindern allein – werden ihr Verhalten sowie ihre Verlustangst nachvollziehbar und auch verständlich. Am Ende des Romans überwog bei mir Verständnis und Rührung für Julienne und Bewunderung für Sylvain, dass er in seinem Bestreben erfolgreich war. Belohnt wird er auch mit der Liebe, ganz nebenbei bemerkt mit einer wunderbaren Form erster romantischer Liebe, die auf Verständnis und Innigkeit beruht. Diane Broeckhoven erzählt fließend und mit Leichtigkeit eine Familiengeschichte und zugleich einen notwendigen Prozess der Abnabelung von den Eltern. Die Sprache ist klar, einfach und wirkungsvoll. Der Ton, der dem Roman innewohnt ist liebevoll, mitfühlend, zart und verständnisvoll, was beim Lesen ein heimisches Gefühl erzeugt, fast so, als hörte man seiner Großbutter zu, die eine Geschichte erzählt. Sehr berührend fand ich die Schilderungen Melbas von ihrer Bubika, ihrer geliebten Großmutter. Bubika stirbt, ohne dass Melba sich von ihr verabschieden kann. Zum Trost und als Erinnerung trägt sie eine kleine Flasche gefüllt mit Erde aus Bubikas Garten, Zimt und kleinen Splittern ihrer Seife sowie einigen Haarsträhnen mit sich herum. So kann Melba jederzeit den Duft von Bubika einatmen und sich ihrer geliebten Bubika erinnern. Jeder, der eine Großmutter hat und diese innig liebt, wird sich von diesem Teil der Erzählung berühren lassen, da bin ich sicher! Dieser Roman ist ein kleines, feines Stück Literatur voll wärmender Zeilen, die beim Lesen herabsinken, sich im Bauch niederlassen, ausbreiten und von innen heraus schön wärmen. So wie der selbst gebrannte Pflaumenschnaps von Bubika sich wie flüssiges Feuer einen Weg bahnte, als sie ihn tranken…. Den Roman „Einmal Kind, immer Kind“ von Diane Broeckhoven habe ich schon gerne gelesen und diesen nun noch lieber, ganz einfach aus dem Grunde, weil ich doch einige Parallelen zu meinem Leben fand. „Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück“ ist wieder eine gelungene Familiengeschichte, unaufdringlich und leise, herrlich fließend erzählt und all denen zu empfehlen, die Familiengeschichten und Bücher zum Wiederlesen mögen!

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  • Rezension zu "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" von Diane Broeckhoven

    Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück
    sternthaler75

    sternthaler75

    16. January 2010 um 13:59

    Wenn ein Mann mit 36 als Muttersöhnchen betitelt wird, spricht das wohl für sich. Aber Sylvian nutzt die Gelegenheit, als seine Mutter nach einem Sturz über 2 Wochen im Krankenhaus liegt- er schneidet die Nabelschnur durch, kauft sich eine Wohnung... und sagt ihr klipp und klar, dass er bald auszieht. Darüber ist Mutter natürlich baff entsetzt, er kann sie doch in dieser Lage nicht allein lassen. Doch sie muß sich an den Gedanken gewöhnen... Das ist mein erstes Buch von Diane Broeckhoven, es hat mir recht gut gefallen, ist mal etwas für zwischendurch. Diese Art des Generationenkonfliktes ist ja nichts neues, und dieser schnelllebigen Zeit fällt gerade den Müttern das Loslassen sicher immer schwerer, aber "Frau" kann es schaffen.

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  • Rezension zu "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" von Diane Broeckhoven

    Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück
    HeikeG

    HeikeG

    04. September 2008 um 20:30

    Am großen Glück verhoben Der neue Roman von Diane Broeckhoven kann nicht an ihre alten Bestseller anknüpfen. Eine zu konstruiert wirkende Geschichte mit einem allzu schönen Happyend bringt die feinen Zwischentöne der belgischen Autorin nicht zum Schwingen. Diane Broeckhovens Name war der literarischen Welt lange Zeit eher unbekannt. Die 1946 in Belgien geborene Autorin lebte viele Jahre in den Niederlanden, bevor sie schließlich wieder in ihre Heimatstadt Antwerpen zurückkehrte. Ihr Repertoire umfasste ca. zwanzig Jugendbücher, für die sie auch einige Auszeichnungen erhielt, bevor sie sich mit rund sechzig Jahren den Erwachsenen "widmete" und Romane zu schreiben begann. Vor allem ihr zweites Buch "Ein Tag mit Herrn Jules" (2005) und dessen Fortsetzungsgeschichte "Eine Reise mit Alice" (2007) katapultierten sie auf die deutschen Bestsellerlisten. All ihre Bücher zeichnen sich durch einen leichten, schlichten, jedoch durchaus subtilen, einfach zu lesenden Stil sowie einen behutsamen Umgang mit einem schwierigen Thema aus. Sie erzählen von Wärme und Geborgenheit, von Ängsten und Abhängigkeiten, vom Loslassen und Abschiednehmen, vom Älter- und Altwerden und von der Liebe, der unspektakulären, kleinen und alltäglichen. Ist in ihrem ersten Buch ("Einmal Kind, immer Kind") vor allem Elternliebe das zentrale Thema, so betrachten und analysieren die beiden nachfolgenden Romane die partnerschaftliche Liebe. Ihr vierter Roman "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" - über eine gute Wahl des Titels mag man geteilter Meinung sein - vereint all diese Themen. Sylvain, einen 35-jährigen Mann, der immer noch bei seiner Mutter Julienne lebt, belastet deren erdrückende, ja dominante Liebe mehr und mehr. Die verbitterte Frau - sie wurde in jungen Jahren von ihrem Mann verlassen und zog vier Kinder allein groß (drei Töchter wohnen mittlerweile nicht mehr im Haus) - lässt ihm kaum noch Luft zum Atmen. "In ihren Sohn investierte Julienne all ihre Gefühle, die sie verloren glaubte. Er war der einzige Mann, den sie (...) in ihrer Nähe ertrug. Ihr Abgott." Sie regelt seinen gesamten Tagesablauf und gibt einer potentiellen Schwiegertochter - von denen bisher ohnehin nur eine die Umlaufbahn des schüchternen Mannes tangierte - keine Chance. Als ein "Ausbruchversuch" Sylvains - er will mit einem Freund einen Hilfsgüterkonvoi nach Rumänien begleiten - durch einen absichtlich (?) herbeigeführten Unfall Juliennes vereitelt wird ("Bei Lichte betrachtet hatte sie ihn gerettet, indem sie im richtigen Moment zusammengebrochen war"), scheint die symbiotische Abhängigkeit von Mutter und Sohn ernstlich gestört. Juliennes Wiedergutmachungsversuch - sie schenkt ihm zum Geburtstag eine Tagesbusreise - gibt der Mutter-Sohn-Beziehung allerdings einen neuen Impuls. Sylvain kommt zwar nicht nach Rumänien, aber zufälligerweise sitzen im Bus zwei junge rumänische Schwestern auf den Plätzen neben ihm... Aus wechselnden Sichtweisen und vielen Rückblenden rollt Diane Broeckhoven das Leben und die Vergangenheit ihrer Protagonisten vor dem Leser aus und deckt auf, wie es zu der wachsenden Unstimmigkeit zwischen Mutter und Sohn kommen konnte. Große dramatische Auseinandersetzungen flicht sie nicht ein. Die Autorin arbeitet eher mit subtilen Anspielungen und kleinen, liebenswerten Skurrilitäten. Doch Herr Sylvains Weg zum Glück ist gar nicht so verschlungen, sondern ziemlich voraussehbar und kaum überraschend. Stilistisch merkt man der Autorin ihre Jugendbuchkarriere deutlich an. Der vorliegende Roman - wie auch ihre vorangegangen Werke - liest sich locker und ist leicht verständlich. Die Wortwahl ist sehr schlicht und einfach. Broeckhoven verzichtet weitestgehend auf den Einsatz von Metaphern oder komplizierten Wortketten. Ihre Stärke sind die leisen Zwischentöne, die zu Beginn durchaus wahrnehmbar sind. Doch die Autorin kann sie nicht wirklich zum Klingen bringen. Sie werden vor allem von der plumpen Charakteristik Juliennes und ihrer allzu extremen Wandlung von der verbitterten, vom Leben und den Männern enttäuschten Frau, zur liebevollen Schwiegermutter sowie der zu geradlinig und einfach konstruierten Geschichte übertönt. Das große finale, allzu voraussehbare, ja kitschige Glück aller Protagonisten überstimmt sie endgültig und lässt sie durch ein allzu schönes Happyend spannungslos verebben. Fazit: Von einem literarischen Kammerspiel, einer Elegie für Erwachsene, sprach das Feuilleton in "Ein Tag mit Herrn Jules". "Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück" kann jedoch nicht an den Erfolg der vorangegangen Bücher anknüpfen. Diane Broeckhovens feinherber Biss, ihre nur angedeuteten Gesten, ihr beiläufiger, heiterer Ton, der ständig zwischen Nähe und Distanz pendelt und die feine Ironie, die zu Beginn des Romans durchaus wahrnehmbar sind, verpuppen sich jedoch mit fortschreitendem Handlungsverlauf in einer müden Kolportage.

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