Diane Carey Die letzte Grenze. Star Trek

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Grenze. Star Trek“ von Diane Carey

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  • Rezension zu "Die letzte Grenze. Star Trek" von Diane Carey

    Die letzte Grenze. Star Trek
    turon47

    turon47

    01. November 2009 um 21:30

    "Die letzte Grenze" ist der dritte und letzte Band der Reihe "Die Anfänge", wobei die drei Bücher in keinem direkten Zusammenhang stehen. Gemein ist ihnen lediglich, dass sie Ereignisse schildern, die vor der Original-Fernsehserie stattgefunden haben. In diesem konkreten Fall geht es um den Erzeuger Kirks, den einige vielleicht noch als der Anfangssequenz des elften Kinofilms kennen. Er wird nämlich aus seinem Dienst gerissen, um an einer Mission der ganz besonderen Sorte zu partizipieren: Als erster Offizier soll er Captain April helfen, ein Kolonistenschiff voller Kinder zu retten, das in einem Ionensturm gefangen ist und von einem grausamen Strahlentod bedroht wird. Doch diese Rettungsaktion liegt außerhalb der technischen Möglichkeiten der Zeit. Also muss April mit einem besonderen Trumpf aufwarten: Einem neuen Schiff, voller neuer technischer Wunder, mit dem eine neue Ära eingeleitet werden soll. Aber Kirk senior sieht auch die Gefahren dieser zivilisatorischen Neuerungen, denn die hoch entwickelte Bewaffnung des Schiffes könnte auch missverstanden werden. Und tatsächlich steht die Crew vor einem moralischen Dilemma, als sie durch eine Sabotageaktion romulanischer Agenten plötzlich inmitten des romulanischen Hoheitsgebietes stranden und einem Schlachtschiff gegenüberstehen. Kirk und April müssen ihre Standpunkte prüfen, um wieder in den Föderationsraum zurückzukehren, ihre Mission zu beenden und dem drohenden Krieg zwischen beiden Mächten Einhalt zu gebieten. Auf geschickte Weise verflechtet die verdiente Star-Trek-Buchautorin Diane Carey gleich mehrere Informationssplitter und Nebensatzausführungen aus alten Star-Trek-Episoden zu einer schlüssigen und spannenden Geschichte, die zwar nicht so verschachtelt daherkommt, wie noch im Vorgängerroman "Fremde vom Himmel", aber mit lebendig wirkenden Überraschungen aufwarten kann. Auch die Atmosphäre einer jungen Föderation, die sich ihre technischen Errungenschaften erst noch erarbeiten muss, ist glänzend und vor allem glaubwürdig eingefangen und die vielen Zusatzinformationen, die der Leser erhält, können selbst den bestinformiertesten Trekkie noch hinter dem Ofen hervorlocken. Was heißt USS oder NCC? Wie lautet der Mädchenname Sarah Aprils? Wie kam die Enterprise zu ihrem Namen? Doch der Roman hat auch seine Schattenseiten. Logiklöcher so groß wie Traktorreifen klaffen in der Handlung. Der Verräter Woods ist zum Schluss plötzlich keiner mehr, das Aussehen der Romulaner ist der Sternenflotte plötzlich doch schon bekannt und überhaupt klingen die Romulaner kaum wie Außerirdische. Das abgekaute Motiv armer, unschuldiger Kinder, die unbedingt gerettet werden müssen und vor allem das hyperkitschige Ende, dessen Moral die Autorin dem Leser in ihrem Epilog auch noch ein zweites Mal unter die Nase reiben muss, enttäuschen auf ganzer Linie, da die Story viel mehr Potential bot, als Carey nutzen konnte. Doch das größte Problem liegt im Zusammenspiel mit dem offiziellen Kanon; also der Zeitlinie, die in den Filmen und den einzelnen Serien gezeichnet wurde. Denn die Verfasserin benutzt völlig falsche Daten, nach denen Kirk bereits fast 100 war, als er das Kommando über die Enterprise übernahm. Doch darüber kann man hinwegsehen, denn das eigentlich traurige ist der Bluff Kirks, der eigentliche Höhepunkt des Romans. Dort wird nämlich erklärt, warum die Cousins der Vulkanier plötzlich Tarntechnologie erfinden und warum sie diese im Föderationsraum testen. Die Erklärung ist richtig gut recherchiert und klasse mit den spärlichen Informationen in Verbindung gebracht. Doof nur, dass eine einzige Szene in der bislang letzten Star-Trek-Fernsehserie dieses Konstrukt Careys wie ein Kartenhaus einstürzen läßt. In der Episode "Das Minenfeld" wird gezeigt, wie sich ein Schiff der Romulaner tarnt und enttarnt, was bedeutet, dass diese Technologie der Spezies längst bekannt war und eine Entwicklungshilfe durch Papa Kirk wie im Buch beschrieben gar nicht nötig war. Diese Entwicklung ist schade, denn auch wenn Carey für die damalige Zeit eine tolle Idee hatte, ist sie längst überholt. Star Trek Fans, die nicht so sehr auf solche Details achten werden an dieser Erklärung hingegen auch nicht viel Freude haben, denn diese Informationen sind viel zu spezifisch für einen Leser, der sich nur oberflächlich mit der Materie auskennt, und somit verpufft der große Clou des Buches völlig. Somit bleibt nur die spannende Geschichte, die vielen Informationen und ein Kirk, über den noch nicht soviel bekannt ist. Unter diesem Gesichtspunkt kann man das Buch natürlich lesen, aber einen Platz unter den wirklich guten Werken der Star-Trek-Franchise verdient es nicht mehr. Mehr Details, ausführlichere Beschreibungen und schräge Fotos gibt es wie immer auf meinem "Blog":http://trekromane.blogspot.com/2009/11/die-anfange-03-die-letzte-grenze.html

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