Das Mädchen, das keiner wollte

von Diane Chamberlain 
4,8 Sterne bei11 Bewertungen
Das Mädchen, das keiner wollte
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Miamous avatar

Sehr lesenswert! Bringt viel Neues und ein überraschendes Ende...

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Ein interessanter Roman, der mir die Eugenik-Thematik der 60er Jahre in den USA nähergebracht hat, die ich bis anhin nicht kannte.

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Inhaltsangabe zu "Das Mädchen, das keiner wollte"

Die Südstaaten, 1960: Die Sozialarbeiterin Jane Forrester tritt ihre erste Stelle an, als Betreuerin von Problemfamilien in Grace County. Armut und Rassendiskriminierung herrschen in dem ländlichen Gebiet. Die 15-jährige Ivy Hart gehört zu Janes Schützlingen. Das Mädchen aus zerrütteter Familie wächst ihr schnell ans Herz, ebenso wie ihre behinderte Schwester und die Großmutter. Doch die Hart-Frauen verbindet ein tragisches Geheimnis. Jane erkennt: wenn sie Ivy wirklich helfen will, muss sie einen hohen Preis bezahlen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499232541
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.05.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 3 Jahren
    Ein absolutes Highlight!

    Manche Kinder trifft von Geburt an ein schweres Schicksal. Sie werden einfach zur falschen Zeit am falschen Ort geboren. Ivy Hart ist so ein armes Geschöpf. Sie wächst elternlos zusammen mit ihrer Großmutter, ihrer bildhübschen aber leicht zurückgebliebenen Schwester und deren unehelichem Sohn im Dienstbotenhaus auf einer Tabakplantage auf. Geld ist immer knapp aber für ihren Arbeitsdienst auf der Plantage dürfen sie mietfrei wohnen. Ein wenig Sozialhilfe wird der Familie gewährt, dafür müssen sie sich mit den Sozialarbeitern auseinandersetzen. Ein wenig Freude kommt in Ivys Leben, als die junge, frischverheiratet Jane diese Aufgabe übernimmt. Doch auch Jane hat es nicht leicht, sie muss sich an allen Fronten verteidigen und durchbeißen. Auf besonders viel Unverständnis für ihre Arbeit stößt sie bei ihrem Mann, dem erfolgreichen Kinderarzt, der die Demütigung schlecht verkraftet. Es ist in seinen Kreisen einfach weder üblich noch erwünscht, dass Frauen arbeiten. Doch Jane ist hartnäckig und kämpft wie eine Löwin für die Rechte der beiden Mädchen wie auch für ihre eigenen. Eine tragische Entscheidung bringt jedoch schließlich einen nicht aufzuhaltenden Stein ins Rollen …

    Ich bin noch ganz überwältigt von diesem Roman – mit Tränen in den Augen habe ich den Buchdeckel zugeklappt, das passiert mir selten. Ohne auch nur je ins Kitschige abzudriften, schafft die Autorin es, mich total in den Bann zu ziehen. Schonungslos schildert sie die Situation auf der Plantage im Hinterland North Carolinas. Kaum vorstellbar, dass in den 60er Jahre im Süden der USA noch solch schreckliche Dinge wie Zwangssterilisation durchgeführt wurden, auch wenn man sich gegenseitig versicherte, nichts Böses damit im Sinn zu haben „nicht so wie damals in Nazi Germany!“. Diane Chamberlain nimmt uns mit in die Welt der Armut, zeigt uns jedoch auch die Welt der Reichen und Schönen, die ihr Leben mit Wohltätigkeits-veranstaltungen und Hausmädchen verbringen. Mit Männern, die genug Geld mit nach Hause bringen, damit die Damen nicht arbeiten gehen müssen. Ob sie dabei auch merken, dass es ihnen ohnehin nicht gestattet ist, einen Beruf zu ergreifen? Es war damals auf jeden Fall noch eine von Männern regierte Gesellschaft. Männer bestimmten, Männer nahmen sich was sie wollten, Männer stellten die Regeln auf. Dieser Roman gibt zu denken auf. Ich bin froh, im hier und jetzt zu leben.

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    RubyKairovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Fesselnder Roman, der tief in eine dunkle Ära der Geschichte eintaucht und sie gekonnt zum Leben erweckt.
    Herzzerreißend, eindringlich und packend.

    Der Mond beleuchtete die Reihen von Tabakpflanzen, und ich beobachtete beim Gehen die Fenster im Farmhaus. Ich steckte die Hand in die Tasche und spürte den Fetzen Papier: "Morgen um Mitternacht".

    North Carolina, 1960: Die 15-jährige Ivy Hart gehört zum "White Trash": Sie arbeitet auf den Tabakfeldern in Grace County, einer von Gott verlassenen Gegend. Als die junge Sozialarbeiterin Jane die Familie Hart zu betreuen beginnt, kümmert sich zum ersten Mal wirklich jemand um das Mädchen: Ivy und Jane werden Freundinnen. Dann wird Ivy vom Sohn des Plantagenbesitzers schwanger. Doch ledige Mütter sind hier unerwünscht, die Sozialbehörden ergreifen unmenschliche Maßnahmen. Nur Jane kann Ivy jetzt noch helfen. Aber ist sie mutig genug, für ihre Überzeugung zu kämpfen?
    Herzzerreißend, eindringlich und packend. Dieses Buch wird Diane Chamberlains Fans ebenso begeistern wie Leserinnen von Jody Picoult. Ein Fesselnder Roman, der tief in eine dunkle Ära der Geschichte eintaucht und sie gekonnt zum Leben erweckt.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr lesenswert! Bringt viel Neues und ein überraschendes Ende...
    Das Mädchen das keiner wollte...

    Jane – eine junge, frisch verheiratete Frau, die gegen den Willen ihres Mannes einen Job als Sozialarbeiterin annimmt.

    Ivy – ein fünfzehnjähriges Mädchen, das auf den Tabakfeldern arbeitet und von Jane betreut wird.

     

    Grace County in den 1960ern: Ivy, ihre Schwester Mary Ella und ihre Großmutter arbeiten in den Tabakfeldern von der Familie Gardiner und bewohnen eine kleine Hütte, die am Grundstück der Farm steht. Mary Ella wurde bereits in jungen Jahren Mutter und so gibt es auch noch Baby William. Da die drei Frauen den Kleinen nicht adäquat betreuen können, werden sie von ihrer Fürsorgerin Mrs. Werkmann betreut. Da diese aber aufgrund eines Unfalls für längere Zeit arbeitsunfähig ist, bekommen sie eine neue Sozialarbeiterin: Jane Forrester. Diese hat ihrerseits mit persönlichen Problemen zu kämpfen, da ihr Ehemann sich strikt dagegen ausspricht, dass Jane einer Arbeit nachgeht. Viel lieber würde er sie als Hausfrau und Mutter sehen, die sich ausschließlich in den Kreisen der bessergestellten Gesellschaft bewegt.

    Jane findet in Ivy viele Parallelen zu ihren eigenem Leben und sie kann sich deswegen auch nur schwer emotional von ihr distanzieren. Mary Ella wurde mit Unterstützung des Jugendamts zwangssterilisiert nachdem sie Baby William auf die Welt gebracht hat, aber nie über die Art der OP aufgeklärt. Nun soll auch Ivy das gleiche Schicksal blühen. Alleine auf weiter Flur, sowohl das Jugendamt, als auch ihren Ehmann gegen sich, beginnt Jane für Ivy zu kämpfen.

     

    Mein Fazit:

    Da Themen der Kinder – und Jugendfürsorge in Büchern doch eher selten aufgegriffen werden, stellte ich sehr hohe Erwartungen an das Buch und wurde nicht enttäuscht. Da das Buch in den 1960er Jahren spielt, musste man sich als Leser mit den damals gängigen gesellschaftlichen Normen auseinandersetzen. Diane Chamberlain hat dies gut in das Buch integriert, ohne dass es jemals langweilig wurde.

    Den Erzählstil fand ich sehr gelungen. In der Ich – Form erzählt wechseln die Kapitel ihre Sichtweisen, einmal aus Janes Sicht, dann wieder aus Ivys Sicht. Sogar sprachlich kann man als Leser zwischen den Sichtweisen einen Unterschied festmachen, da Ivy grammatikalisch nicht immer den richtigen Punkt trifft, was aber beim Lesen nicht stört. Auch würde ich es nicht wagen zu sagen, dass eine Sichtweise spannender dargestellt wird. Jede für sich ist eine eigene Welt, die sich aber immer wieder mit der anderen überschneidet. Besonders gegen Ende des Buches merkt man dann, dass sie beiden Welten sehr ineinadergeflochten sind und dass zwischen Jane und Ivy bereits mehr besteht, als nur Fürsorgerin und betreute Jugendliche.

    Die anderen Charaktere finde ich gut eingefangen und obwohl es viele sind, verliert man als Leser nie den Überblick. Jeder Charakter hat seine individuellen Besonderheiten und Wünsche, die aber dann doch irgendwie wieder auf einen gemeinsamen Punkt zusammenlaufen.

    Das Buch ist keinesfalls vorhersehbar und kann immer wieder mit neuen Überraschungen aufwarten. Sogar bis zum Schluss, der ganz anders daherkam, als ich es gedacht hatte.

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    zazzless avatar
    zazzlesvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein interessanter Roman, der mir die Eugenik-Thematik der 60er Jahre in den USA nähergebracht hat, die ich bis anhin nicht kannte.
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
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    nalabaluvor 3 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
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    Rowohlt_Verlagvor 4 Jahren
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    smaragdlyvor 4 Jahren
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    bücherelfevor 4 Jahren

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    Diane Chamberlain ist eine wunderbar talentierte Autorin. Jedes ihrer Bücher ist ein Juwel.

    Herzzerreißend. Ein fesselnder Roman, der tief in eine dunkle Ära der Geschichte eintaucht und sie gekonnt zum Leben erweckt.

    Eindringlich und packend. Dieses Buch wird Diane Chamberlains Fans ebenso begeistern wie Leserinnen von Jodi Picoult oder Barbara Delinsky.

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