Diane Setterfield Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

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Inhaltsangabe zu „Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman“ von Diane Setterfield

Der neue Roman der Autorin des Bestsellers 'Die dreizehnte Geschichte' William Bellman tötet als Kind eine Krähe, um seinen drei besten Freunden zu beweisen, wie gut er mit der Steinschleuder umgehen kann. Am Abend nach der Tat glaubt er, unter dem Baum, auf dem die Krähe saß, einen schwarz gekleideten Jungen zu sehen. Zunächst scheint dies kein schlechtes Omen zu sein: Als Jugendlicher beginnt William in der Wollspinnerei seines Großvaters zu arbeiten, sein Onkel ernennt ihn bald zum Teilhaber, und als die beiden plötzlich sterben, übernimmt William die Spinnerei und macht daraus ein Erfolgsunternehmen. Doch dann häufen sich die mysteriösen Todesfälle in seiner Umgebung, seine Frau und seine Kinder erkranken schwer. Und William begegnet immer wieder einer dunklen Gestalt, die ihm schließlich einen verhängnisvollen Pakt anbietet, um seine Existenz und sein Glück zu retten. Eine kluge und fesselnde Geschichte, so unheimlich wie 'Der Rabe' von Edgar Allan Poe und so parabelhaft wie 'Das kalte Herz' von Wilhelm Hauff.

Traumnhaft schönes Märchen über einen, der seine Seele verkauft. Absolut lesenswert!

— Queenelyza

Ein schöner Ansatz, wunderbar Detailreich beim erzählen und beschreiben der Charaktere aber der Rest bleibt einfach nicht hängen.

— Cat0890

Außergewöhnliche Story mit emotionslosem Protagonisten. Trotzdem sehr unterhaltsam, dank mystischer und düsterer Atmosphäre.

— Schmoekermaedchen

Man sollte sich wirklich von dem Titel abschrecken lassen.

— SofiaMa

Super Buch! Eigentlich gar nicht das was ich sonst so lese, aber die Geschichte hat mich gepackt!

— Jenny3003

Die ersten Seiten versprechen, in diesem Buch einen Schmöker für die dunkle Jahreszeit zu finden..

— clauclaudclauds

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    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    KaraBeta

    16. September 2015 um 10:44

    Diesem Buch kann ich das wohl schlimmste aller Komplimente machen: Es ist nett. Die Lebensgeschichte des William Bellman liest sich durchaus interessant, flüssig und ohne Längen. Allerdings habe ich mir mehr Grusel und viktorianischen Schauder erhofft. Leider bleiben die unheimlichen Verwicklungen des anfänglichen Krähenmordes nur Randerscheinungen ohne wirklich auf mysteriöse Art mit dem Leben von Bellman verflochten zu sein. Ich wartete die ganze Zeit auf einen großen Knall oder dass sich allmählich ein Geheimnis offenbart... aber vergebens. Am Ende nur lauwarme Luft.

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  • Industriegeschichte – Tod – Verlust

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    kruemelhino

    02. February 2015 um 21:06

    London im viktorianischen 19. Jahrhundert: Der junge William Bellman arbeitet in der Wollspinnerei seines Onkels. Schnell arbeitet er sich hoch, wird Teilhaber und bringt das Unternehmen zu Ruhm und Erfolg. Als in seinem näheren Umfeld mehr und mehr Leute sterben, kommt ihm der Sinn für ein weiteres erfolgreiches Unternehmen – einer Fabrik für Trauerware. Zunächst läuft für Bellman alles nach Plan, bis er die Bekanntschaft mit Black macht … Im Grunde ist die Geschichte um Bellman inhaltlich eine runde Sache. Auch wenn der Leser am Ende des Buches in einigen Sachverhalten mit Vermutungen zurückbleibt, bleibt die Geschichte in sich schlüssig. Man könnte meinen, die hier abgebildete Industriegeschichte könnte den langweiligsten Anteil des Buches ausmachen. Dabei ist der Blick hinter den Kulissen einer Wollspinnerei der damaligen Zeit durchaus interessant. Vielmehr ist es die Figur Bellman selbst, die die Geschichte stellenweise sehr dröge und langatmig erscheinen lässt. Bellman ist durch und durch Unternehmer. Er denkt in Zahlen, Wachstum ist ihm von Bedeutung. Selbst als fast seine gesamte Familie wegstirbt, scheint er dies nur teilnahmslos wahrzunehmen. Er wirkt oft unmenschlich, eine Maschine, die funktionieren muss. Als er den vermeintlichen Pakt mit Black eingeht, zeigt er erstmals große Emotionen, sogar Existenzängste. Nun ist sie da, die Angst vor dem Tod. Erst jetzt, also praktisch am Ende der Geschichte, setzt sich Bellman mit diesem auseinander. Dabei hat der Tod Bellman schon seit geraumer Zeit begleitet. Zum Schluss muss man als Leser dann auch feststellen, dass die Geschichte knapp 400 Seiten benötigt, damit Bellman sich an einen Vorfall aus Kindertagen erinnert. Für diese hohe Seitenzahl ist eine solche Entwicklung einer Romanfigur inhaltlich allerdings zu wenig.

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  • lässt mich zwiegespalten zurück

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    Manja82

    17. January 2015 um 13:43

    Kurzbeschreibung William Bellman tötet als Kind eine Krähe, um seinen drei besten Freunden zu beweisen, wie gut er mit der Steinschleuder umgehen kann. Am Abend nach der Tat glaubt er, unter dem Baum, auf dem die Krähe saß, einen schwarz gekleideten Jungen zu sehen. Zunächst scheint dies kein schlechtes Omen zu sein: Als Jugendlicher beginnt William in der Wollspinnerei seines Großvaters zu arbeiten, sein Onkel ernennt ihn bald zum Teilhaber, und als die beiden plötzlich sterben, übernimmt William die Spinnerei und macht daraus ein Erfolgsunternehmen. Doch dann häufen sich die mysteriösen Todesfälle in seiner Umgebung, seine Frau und seine Kinder erkranken schwer. Und William begegnet immer wieder einer dunklen Gestalt, die ihm schließlich einen verhängnisvollen Pakt anbietet, um seine Existenz und sein Glück zu retten ... (Quelle: Karl Blessing Verlag) Meine Meinung London im 19. Jahrhundert: William Bellman arbeitet in seinen jungen Jahren in der Wollspinnerei seines Onkels. Innerhalb kürzester Zeit schafft er es sich hochzuarbeiten. Er wird Teilhaber und bringt der Spinnerei Erfolg. Doch dann sterben in seinem Umfeld immer mehr Menschen und überall sind Krähen. Doch William wittert ein neues Geschäft, ein Unternehmen für Trauerware. Zunächst scheint alles gut zu laufen, doch die Krähen werden mehr und schließlich trifft William auf den ominösen Black … Der historische Roman „Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman“ stammt aus der Feder der Autorin Diane Setterfield. Für mich war dieses knapp 400 Seiten umfassende Buch das erste der Autorin. Ich war sehr gespannt darauf, denn es hörte sich vielversprechend an. Protagonist ist hie eindeutig William Bellman. Man erlebt als Leser sein Leben, durchlebt die Stationen mit ihm gemeinsam. Seine Gedanken und Gefühle werden gut ausgedrückt. William ist Unternehmer mit Leib und Seele. Sein Umfeld aber ist im eher unwichtig, er wirkt sehr kühl und unmenschlich. Bis zu dem Punkt an dem er auf Black trifft. Nach dem Pakt zeigt William Emotionen, er hat regelrecht Angst. Im Verlauf der Geschichte treten viele Personen in Williams Leben. Einige nehmen wichtige Plätze ein, andere gehen so schnell wie sie gekommen sind. Diese Personen sind soweit ganz gut gezeichnet. Der Schreibstil der Autorin ist an sich gut aber ich musste leider feststellen, dass es Längen im Buch gibt. Einige Passagen ziehen sich wie Kaugummi, obwohl die Autorin versucht hat mit ihrem Stil entgegenzuwirken. Die Handlung hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Es geht hauptsächlich um die Geschäfte von William. Das wirkt auf Dauer doch etwas öde. Auch William als Protagonist ist nicht unbedingt das wirklich Wahre. Die Spannung bleibt leider weiterstgehend außen vor. Einzig die Einblicke hinter die Kulissen einer Wollspinnerei im 19. Jahrhundert sind wirklich toll und interessant gehalten. Sie haben mir gefallen und haben mich quasi durch das Buch gezogen. Der Vorfall in Williams Kindheit, als er eine Krähe getötet hat, wird lange Zeit nicht erwähnt. Erst wenn man sich als Leser dem Ende nähert kommt er zum Tragen. William beginnt sich damit auseinanderzusetzen. Doch bis dahin ist es ein ziemlich langer Weg. Das Ende selber ist recht unspektakulär. Es passt zum gesamten Buch und es bleibt soweit nichts offen oder ungeklärt. Fazit Zusammenfassend gesagt ist „Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman“ von Diane Setterfield ein Buch das mich zweigespalten zurück lässt. Eine interessante Idee mit tollen Einblicken hinter die Kulissen einer Wollspinnerei und ein ganz guter Stil stehen einem etwas schnöden Protagonisten und einer Handlung mit kaum Spannung gegenüber. Leider hat dieses Buch nicht das gehalten was ich mir erwartet hatte. Schade!

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  • Eine spannende Lebensgeschichte mit überraschenden Wendungen

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    onion73

    08. January 2015 um 22:36

    Mit diesem Buch überreicht uns der Blessing Verlag eine spannende Gesellschafts- und Entwicklungsgeschichte angesiedelt in England Ende des 19. Jahrhunderts. Dies ist keine trockene Abhandlung, sondern eine spannend erzählte Lebensgeschichte, wie sie sich gut und gerne zugetragen haben könnte. William Bellmann ist ein in einfachen Verhältnissen aufgewachsener junger Mann, als sein Onkel ihn mit der Arbeit in seiner Wollspinnerei vertraut macht. Mit Wissensdurst, Intelligenz, sehr viel Ehrgeiz und einer guten Portion Glück überzeugt William nicht nur seinen Onkel, sondern schafft einen enormen gesellschaftlichen Aufstieg. Diane Setterfield gibt uns hier einen guten Einblick in die Gesellschaft und die industrielle Entwicklung der damaligen Zeit. William Bellmann findet seine große Liebe und gelangt an einen Punkt, an dem er alles zu verlieren scheint. Sein Leben wird durch Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit bestimmt, wobei sein Ehrgeiz darin besteht, immer größere wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Hierbei zeigt er sich dem industriellen Fortschritt offen zugeneigt. Mit fortschrittlichen modernen Ideen schafft er ideale Arbeitsbedingungen, um sein Unternehmen attraktiv und wettbewerbsfähig zu halten. Bellman stellt eine Art Vorreiter seiner Zeit dar. Nach großen persönlichen Verlusten vergräbt er sich immer mehr in seiner Arbeit und verliert das Zwischenmenschliche fast aus den Augen. Sein schon in frühester Jugend ausgeprägter Hang zum Pragmatismus verstärkt sich mit zunehmenden Alter und den erlittenen Verlusten. Für mich errichtet er sich seine eigene heile Welt, in der er die Selbstbestätigung findet, die ihm das wahre Leben nicht mehr bieten kann. Entsprungen aus der Angst vor weiteren Verlusten, die seine Seele und sein Herz berühren könnten, errichtet er unbewusst eine Art Mauer um sich herum. In einem gewissen Sinn mutiert er zu meinem Eremiten. Mit der Zeit verliert er sogar die Fähigkeit, mit seiner geliebten Tochter das einst enge liebevolle Verhältnis aufrechtzuerhalten. Die beiden entfernen sich immer mehr voneinander. Erst am Ende seines Lebens erinnert er sich der wahrhaft wichtigen Momente, der kleinen Gesten und Menschen, die sein Leben im eigentlichen Sinne bereichert haben. Er verliert seine so verborgenen Ängste, öffnet für einen kurzen Moment sein Herz und erlebt noch einmal einen fast ungetrübten Augenblick des längst verloren geglaubten Glücks. Die Autorin versteht es meisterhaft den Leser zu fesseln. Mit Parabeln sowie Informationen zu den immer wieder präsenten Krähen plus einem Hauch Mystik legt Diane Setterfield einen spannenden Roman vor, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zog. Was es mit den Krähen und dem geheimnisvollen Mr. Black auf sich hat, möchte ich hier nicht verraten oder erläutern. Ich würde euch so die Spannung nehmen und ich fand es unheimlich interessant, was sich hinter diesen mysteriösen Szenen und Einblendungen verbirgt. Vielleicht werdet ihr überrascht. Trotz des dunklen Beginns und der mystischen Momente, ist dies kein Krimi, kein Mystery- oder Fantasy-Roman sondern eher eine Art Lebensgeschichte. Ich denke, der Klappentext und Einstieg in die Geschichte machen recht neugierig, lassen aber zukünftige Leser eine andere Geschichte vermuten, wodurch der ein oder andere das Buch eventuell enttäuscht beiseitelegen wird. Ich empfehle, den Roman ganz unvoreingenommen zu lesen und sich so von einer guten Geschichte überraschen zu lassen.

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  • Leider überhaupt nicht mein Fall

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    Cat0890

    07. January 2015 um 01:33

    Meine Meinung Ganz ehrlich? Ich habe mich durch das Buch gequält. Es liegt nicht am Schreibstil, der ist flüssig und lesbar. Aber die Geschichte ist einfach nicht mein Fall gewesen. Die Autorin beschreibt alles detailreich und auch die Charaktere sind super ausgearbeitet. Es war sehr interessant die Arbeitsabläufe in den Firmen so detailreich zu lesen. Das war es aber auch schon. Die Grundgeschichte um William Bellmans Leben war aber einfach nicht meins. Die Story springt einfach zu schnell von einem zum anderen. Ich bin da eigentlich der Meinung, dass es weniger Beschreibung der Firmen und Arbeitsabläufe auch getan hätten, dafür mehr in die Story selber investiert werden sollte. Ich fand auch, dass die Autorin sich nicht wirklich auf ein Genre festlegen konnte und dadurch wurde ich noch mehr verwirrt… Auch wurde viel über seine Arbeit und seinen Erfolg erzählt, was aber privat (immerhin hatte er eine Frau und vier Kinder) passierte kam einfach zu kurz. Dass Problem ist, dass von der Geschichte einfach nicht viel hängen geblieben ist und daher erschwert es eine Rezension. Daher werde ich jetzt einfach zum Schluss kommen. Mein Fazit Ein schöner Ansatz, wunderbar Detailreich beim erzählen und beschreiben der Charaktere aber der Rest bleibt einfach nicht hängen. Es gibt mit Sicherheit einige die das Buch hoch Loben, aber für mich persönlich war es nichts. Daher werde ich zwei Blumen vergeben und das nur Augrund der wunderbaren Ausarbeitung der Charaktere und der detaillierten Beschreibung der Arbeitsabläufe und Umgebung.

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  • Außergewöhnliche, düstere Story mit emotionslosem Protagonisten

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    Schmoekermaedchen

    03. January 2015 um 00:59

    Der junge William Bellman lebt im England des 19. Jahrhunderts. Er ist attraktiv, arbeitet sich erfolgreich in die Wollspinnerei seines Großvaters ein, wird schließlich zum Teilhaber ernannt und es scheint immer deutlicher, dass alles, was dieser Wunderknabe anpackt, zu Gold wird. Die Frauenherzen fliegen Will nur so zu und schon bald gründet er eine Familie. Als plötzlich Onkel und Großvater sterben ist dies, wie der Titel schon vermuten lässt, nur der Anfang einer sich immer schneller windenden Spirale der Unglücks- und Todesfälle, denn über William Bellmans Leben liegt, seit seiner Kindheit, ein bedrohlich dunkler Schatten. Im Alter von 10 Jahren gelingt es ihm, mithilfe des perfekten Steins und einer selbstgebauten Zwille, aus unglaublicher Entfernung eine Krähe von einem Ast zu schießen. Doch Krähen vergessen nicht und so werden sie William zum stillen Begleiter. Vom Eifer des Erfolges gepackt und als neuer Geschäftsführer völlig in die Unternehmensführung und seine neuen Geschäftsideen vertieft, bleibt William schließlich nur noch eine kleine Tochter, die ebenfalls schon im Sterben liegt. Doch auch im Angesicht ihres Todes, bleibt er der berechnende Geschäftsmann. »Er machte sich der Krankheit vertraut. Beobachte. Verstehe. Handle. Er würde eine Lösung finden.« Auf dem Friedhof, das Grab für seine Tochter ist bereits geschaufelt, entdeckt er schließlich eine schwarze Gestalt und der geschäftstüchtige Bellman wittert einen Deal. Doch ahnt er, welchen Preis er diesmal zahlen wird? Die Idee der Story ist wahnsinnig interessant. Ein Pakt mit dem Teufel im 19. Jahrhundert - und auch den Krähen, die ja bereits das wunderschöne Cover zieren, werden im Buch zahlreiche Kapitel gewidmet. Es scheint allerdings fast, als hätte die Autorin diese einfach wahllos in die Geschichte eingestreut. Je poetischer und bedeutungsschwerer die Kapitel um die Krähen anmuten, desto eintöniger und kälter entwickelt sich die Geschichte um den Wollspinner Bellman, der zwar nahezu seine komplette Familie verliert, jedoch kaum fähig zu einer wahren Gefühlsregung ist. Die emotionalen Passagen werden leider recht kurz abgearbeitet und auch zur Hauptfigur baut sich keine so rechte Sympathie auf. William Bellman ist und bleibt der absolute Emotionszombie. Trotzdem passt dies zur Wandlung, die die Geschichte und der Protagonist nehmen, ich gebe jedoch zu, dass ein paar Seiten weniger zur Unternehmensstruktur und dafür etwas mehr Tiefe der Charaktere, dem Buch durchaus gut getan hätten. Soviel zu den negativen Aspekten. Auch wenn hier vielleicht der Eindruck entsteht, das Buch wäre durchweg langatmig und emotionsarm, so erstaunt es mich fast selbst, wie gut ich mich trotzdem unterhalten fühlte. Dies lag vorallem an den ungemein gut recherchierten, sehr spannenden Einblicken in die Struktur eines Unternehmens des 19. Jahrhunderts und der Industrie dieser Zeit. Die Abläufe in der Wollspinnerei vermochten mich ebenso zu fesseln, wie die zahlreichen Überlegungen, die William anstellte, um immer mehr Gewinn aus seiner "Self-made-Goldgrube" zu schürfen. Ich bin deshalb ein wenig hin- und hergerissen in meiner Bewertung. Einerseits erscheinen mir 400 Seiten etwas viel in Anbetracht der Tatsache, dass die Geschichte ein relativ voraussehbares Ende nimmt und das Wesentliche, nämlich der Pakt zwischen William und der dunklen Gestalt auf dem Friedhof, lediglich einen kleinen Teil darstellt. Auf der anderen Seite konnte mich das Buch wirklich sehr unterhalten, auch wenn ich das Gefühl hatte, die Seiten nicht ganz so schnell aufnehmen zu können wie üblich. Schreibstil und Ausdrucksweise sind der Zeit angemessen und trotzdem äußerst angenehm zu lesen. Diane Setterfield hat mit "Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman" einen Roman geschaffen, der die Gemüter spaltet. Auch wenn ich bisher unfassbar viele, vernichtende Rezensionen gelesen habe, hat mich die Geschichte fasziniert. Wer über jede Menge Spielraum für Interpretationen hinwegsehen kann und dafür den Reiz einer Geschichte, voll düsterer Atmosphäre und mystischen Passagen zu schätzen weiß, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.  Ich habe meine Bewertung ein wenig aufgerundet und gebe, trotz der kleinen Abzüge 4 Sterne.

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  • Vermutlich mein schlechtestes Buch dieses Jahres...

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    SofiaMa

    31. December 2014 um 14:26

    Buchgestaltung: Mir gefällt das Cover wirklich gut. Es ist zwar nichtssagend und bis auf die Krähen und die Nadel kann ich auch keinen richtigen Bezug zum Inhalt herstellen - was bei fast ausschließlich Schrift ja auch nicht wirklich möglich ist -, aber ich finde es ganz hübsch. Auch dass bis auf das Rot keine Farben gewählt wurden, gefällt mir. So hat das Cover irgendwie etwas Distanziertes, Kaltes, gleichzeitig durch das Weiß aber auch etwas Hoffnungsvolles. Bei diesem Buch finde ich, dass der Deutsche Titel ausnahmsweise mal besser passt, auch wenn er ziemlich viel verrät (wobei man dadurch auch nicht mehr als durch den Klappentext erfährt).  Meine Meinung: Also, als ich das Buch bekommen habe, hab ich mich ziemlich gefreut, weil der Klappentext ja doch sehr vielversprechend ist. Mysteriöse Todesfälle, die vermutlich irgendwie mit der toten Krähe vom Anfang zusammenhängen, sind genau mein Ding. Man weiß ja nicht, wie das jetzt genau alles zusammenhängt und verspricht sich eine spannende, mystische Geschichte. Tja, von wegen... Aber bevor ich die Dinge aufzähle, die mir nicht gefallen haben, sage ich erst einmal etwas Positives. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, auch wenn ihre Sätze keine richtige "Tiefe" haben und so alles nur relativ oberflächlich bleibt. Natürlich muss man beachten, dass das Buch im England des 19. Jahrhunderts spielt und dementsprechend der Schreibstil auch angepasst ist, dennoch ist er - trotz des angenehmen Lesens - ziemlich langweilig. Was mir hingegen besser gefallen hat, ist, dass man merkt, dass die Autorin über das viktorianische England Bescheid weiß. Man kann sich die Situation damals gut vorstellen. Das war´s dann aber auch schon mit den guten Dingen. Die Geschichte hätte durchaus hohes Potenzial gehabt, wurde jedoch gar nicht gut umgesetzt. Zuerst einmal konnte ich mich gar nicht mit dem Protagonisten anfreunden. Er ist einfach viel zu glatt, selbst für die Tatsache, dass er großen Erfolg hat. Nie - und ich meine wirklich nie - hat er auch nur eine Niederlage - natürlich abgesehen von dem Tod seiner Familie. Aber selbst da zeigt er nicht wirklich Trauer oder so, er stürzt sich einfach noch mehr in seine Arbeit. Mir ist schon klar, dass es Menschen gibt, die so mit Trauer umgehen, aber man hat als Leser keinen Einblick in seine Gefühle. Es ist, als wäre der Protagonist eine Arbeitsmaschine und kein Mensch.  Es gibt zwar eine Stelle, an der er kurz vor einem Zusammenbruch steht, aber selbst da sind seine beschriebenen Gefühle sehr oberflächlich gehalten und bieten nicht wirklich Einblick. Außerdem ist diese Phase sehr schnell vorbei. Das alles zusammen lässt Bellman ziemlich unrealistisch erscheinen - eben wie irgendeine Arbeitsmaschine. Natürlich ist das bestimmt Absicht, ihn als reinen Erfolgsmenschen darzustellen - ist ja auch Teil der Geschichte -, aber SO glatte Menschen gibt es einfach nicht, weshalb hier die Authentizität fehlt. So kann man als Leser keine Bindung aufbauen. Weiterhin hat mir nicht gefallen, dass es im ganzen Buch eigentlich nur um die Geschäfte von Bellman geht. Es wird - bis auf diese Stellen, an denen er eine Krähe sieht - gar nicht darauf eingegangen, dass er als Kind eine Krähe getötet hat. Ich dachte eigentlich, dass kurz vor dem Höhepunkt so etwas wie ein "anschwellendes Gewitter" gibt, wenn ihr wisst, was ich meine. So dass sich das Unheil quasi androht.  Aber das ganze Buch dreht sich, wie gesagt, nur um die Geschäfte des Protagonisten. Ich wollte ein Buch über etwas Mystisches lesen, nicht darüber, wie man erfolgreich ein Textilgeschäft führt. Thema irgendwie verfehlt, würde ich sagen. Noch dazu kommt, dass dadurch, dass die Geschäfte im Mittelpunkt stehen, die Spannung außen vor bleibt. Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman ist mit Sicherheit eines der langweiligsten Bücher (wenn nicht sogar DAS langweiligste), das ich dieses Jahr gesehen habe. Man hofft als Leser vergeblich darauf, dass das alles am Anfang nur Ablenkung ist, sich das Ende aber wie ein Gewitter entlädt. Dabei kommt das Ende so schnell und unauffällig, dass man gar nicht merkt, dass das Buch jetzt zuende ist, weil es einfach genauso langweilig und unspektakulär ist wie der Rest. Fazit: Langweilig. Schrecklich. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Das einzig Gute an diesem Buch ist, dass die Zeit, in der es spielt, realistisch dargestellt wurde. Das war´s aber auch schon.  Ich würde es wirklich keinem empfehlen... 1/5 Sterne.

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  • Von einem, der auszog, eine Krähe zu töten...

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    Krinkelkroken

    30. December 2014 um 15:05

    Vor einiger Zeit ließen mich lukrative Werbetexte zu einem Buch greifen, dessen Versprechungen – wieder einmal – den gebotenen Tatsachen diametral entgegen gesetzt waren. Das ist mir nun in letzter Zeit so oft passiert, dass „shame on you“ sich ehrlicherweise zu „shame on me“ wandeln muss und ich zwei Konsequenzen ziehe: Ich glaube keinerlei Klappentexten mehr und lese Bücher, die sich interessant anhören, erst, wenn 10 Blogger, auf deren Meinung ich vertraue, sie positiv besprochen haben. Wer meine Besprechungen kennt, der weiß, dass ich gerne zunächst ein paar positive Aspekte nenne, bevor ich zu den negativen komme. Immerhin steckt in allen – oder doch zumindest in den meisten – Büchern Arbeit und Herzblut – da kann man sich als Blogger auch ein bisschen Mühe geben. Leider fällt mir zu diesem Werk nichts nennenswert Positives ein, obwohl ich seit ein paar Tagen fieberhaft nachgrüble. Hübsch anzusehen ist das Buch jedenfalls. Es hat einen interessanten Titel, der sowohl auf dem hochwertigen Schutzumschlag als auch auf dem darunterliegenden Buchrücken schön gestaltet wurde. Ein Lesebändchen gibt es leider nicht, was bei Hardcovern dieser Preisklasse durchaus wünschenswert ist. Der anschauliche Titel lässt – zusammen mit den wohlüberlegten Pressetexten – eine spannende Lebensgeschichte mit mysteriösen Flair im Stile der englischen Schauerromantik vermuten. Darauf wartet der Leser jedoch vergebens. Er muss am Ende feststellen, dass der Titel im Grunde schon alles sagt, was man über die Geschichte wissen muss: Es geht um den schnellen wirtschaftlichen Aufstieg und anschließenden langatmig, einfallslos und unoriginell erzählten, selbstverschuldeten und trivialen persönlichen Fall eines gewissen William Bellman im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts – welcher im Übrigen nicht wirklich Wollspinner ist, sondern Direktor einer Tuchfabrik und ansonsten völlig fade und wenig sympathisch. Am Ende sind fast alle – inklusive Bellman – tot ohne dass ihr Verlust einem nahe gehen würde. Diejenigen Figuren, die ansatzweise faszinierend sind, sterben bereits sehr früh, sodass der Fortgang der Handlung den Leser nicht mehr sonderlich erschüttert. Oder auch nur interessiert. Und dann ist da noch die Sache mit den Krähen. Krähen spielen eine subtile aber eindringliche Rolle im Fortgang der Geschichte, denn mit dem Erlegen einer solchen beginnt das Schicksal Bellmans in Kindertagen. Was anfangs noch als opportuner Kunstgriff erscheint, bekommt im Laufe der Handlung den Beigeschmack eines abgedroschenen Esoterikmerkmals mit unausgereiften Motiven: Lose werden anekdotenhafte Passagen zu Krähen eingestreut, die Gedichte, Merkmale oder kryptische Beschreibungen enthalten können. Während Gedichte und Legenden noch den Anschein eines interpretatorischen Gewinns erwecken, erscheinen die vermeintlich mystischen Gedanken über Krähen als Göttervolk und andere Antropomorphismen als abwegig und daneben. Ohne dieses aufgesetzt mystisch wirkende Motiv hätte sich wenigstens ein glaubhaftes Zeitportrait ergeben können. „Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman“ erinnert entfernt an Stanley Kubricks „Barry Lindon“. Allerdings beinhaltet dieser Roman im Gegensatz zu Kubricks Film, der damals als einer der ersten Kerzenschein per Kamera festhielt, keinerlei Innovation, Charme oder Botschaft. Selbst Krähenliebhaber werden eher vergällt als beflügelt. Und so bleibt mir nur ein Ratschlag zum Schluss: Lasst es bleiben. "Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman" von Diane Setterfield Verlag: Randomhouse / Blessing Hardcover: 400 Seiten Erscheinungsdatum: 3. November 2014 ISBN: 978-3-89667-525-5

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  • Sehr fesselnde Geschichte

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    Flatter

    08. December 2014 um 15:24

    Über die Autorin: Diane Setterfield ist promovierte Romanistin und lebte viele Jahre in Frankreich. hr Debüt, Die dreizehnte Geschichte, erschien 2007 bei Blessing und wurde mit Vanessa Redgrave in der Hauptrolle von der BBC verfilmt. Diane Setterfield lebt in Oxford. Zum Inhalt: Als Kind tötet William Bellman eine Krähe, um seinen drei besten Freunden zu beweisen, wie gut er mit der Steinschleuder umgehen kann.  Am Abend nach der Tat glaubt er, unter dem Baum, auf dem die Krähe saß, einen schwarz gekleideten Jungen zu sehen. Zunächst scheint dies kein schlechtes Omen zu sein: Als Jugendlicher beginnt William in der Wollspinnerei seines Großvaters zu arbeiten, sein Onkel ernennt ihn bald zum Teilhaber, und als die beiden plötzlich sterben, übernimmt William die Spinnerei und macht daraus ein Erfolgsunternehmen. Doch dann häufen sich die mysteriösen Todesfälle in seiner Umgebung, seine Frau und seine Kinder erkranken schwer. Und William begegnet immer wieder einer dunklen Gestalt, die ihm schließlich einen verhängnisvollen Pakt anbietet, um seine Existenz und sein Glück zu retten   Meine Meinung: Dieser fantastisch geschriebene Roman handelt vom Leben des William Bellman. Beginnend in seiner Kindheit tötentWilliam eine Krähe mit seiner Steinschleuder, um seinen Freunden sein Geschick zu beweisen. Schon am selben Abend bemerkt er, dass diese tote Krähe vielleicht ein Omen ist. Die Autorin beschreibt die Lebensumstände von William und seiner Familie in einem sehr fesselnden Schreibstil. Die Hauptfiguren sind präzise beschrieben, ohne dass jemals Langeweile aufkommt. Sie sind supergut ausgearbeitet und kommen sehr authentisch rüber. Im Laufe seines Lebens häufen sich mysteriöse Todesfälle in seinem Umfeld im England des 19. Jahrhunderts. Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Die Geschichte ist spannend und sehr packend erzählt und das in einer Sprache, die selbst wie aus dieser Zeit stammt. Alles wird sehr bild- und detailreich und ebenso wortgewandt dargestellt. Den Blick hinter die Kulissen der Wollspinnerei fand ich extrem spannend und interessant. Cover: Schönes, einfaches Cover mit geschwungener Schrift. Fazit: Ein wirklich tolles, fesselndes Buch, gerade für die dunkleren Tage bestens geeignet. Ich hatte viel Freude damit. Daumen hoch.  

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  • Industriegeschichte, Fantasy und Entwicklungsroman

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    michael_lehmann-pape

    04. December 2014 um 12:59

    Industriegeschichte, Fantasy und Entwicklungsroman Willam Bellmann hat als Junge von 10 Jahren und vier Tagen das Erlebnis seines bisherigen Lebens und, was er nicht weiß, ein Erlebnis, das auch sein weiteres Leben prägen wird. Mit seiner Zwille (perfekt und mit viel Liebe gefertigt) und einem perfekten Stein erledigt er aus unglaublicher Entfernung eine Krähe auf einem Ast. Für ihn und seine anwesenden Freunde ein legendäres Ereignis. Doch was William nicht weiß, Krähen sind „Seelenbegleiter“ Verstorbener. Krähen sind Beobachter, Krähen haben Kräfte. Krähen sind die, die auf das menschliche Leben schauen und es „Kurzweil“ nennen. Im Zurückblicken mein William sogar, einen schwarz gekleideten Jungen im Baum sitzen zu sehen. Sei es, wie es sei, der Junge macht seinen Weg. Wächst zu einem sehr attraktiven Mann heran, macht seine Erfahrungen, geht bei seinem Onkel in die Färberei in die Lehre und macht diese zu einem höchst erfolgreichen Betrieb. Wie es auch privat „zu laufen“ scheint. Frau und vier Kinder, ein kluger Blick für das wirtschaftliche Leben, alles könnte eine einzige Erfolgsgeschichte sein und bleiben, wenn da nicht zwei Schatten über seinem Leben schweben würden. Der eine Schatten ist er selbst mit seinem Feuereifer eben nur für die Aufgaben, die Dinge des Lebens, seine Geschäfte. Privat, menschlich, da berührt ihn wenig im tiefsten Innersten. Der andere Schatten aber, und dies ist der Fantasy-Anteil des Romans, ist jene Krähe. „Mr. Black“ vielleicht auch genannt (man ahnt es, weiß es aber nicht genau). Nach und nach sterben seine damals mit anwesenden Freunde. Seine Mutter. Und auch Frau und Kinder stehen unter diesem Schatten. Während William scheinbar unberührt von allem seine Kreise zieht. Bis Mr. Black in sein Leben tritt und eine langsame Entwicklung in William beginnt. Durchzogen von mythisch-episch formulierten Texten über Krähen bildet Setterfield in ihrer Rahmenhandlung ein Abbild jener frühen Industriegeschichte nach, die mit Färberei und Warenhaus sehr detailliert von ihr beschrieben werden. Und das in einer Sprache, die selbst ein wenig wie aus dieser Zeit wirkt. Blumig, bildreich, flüssig, manches Mal scheinbar aber mehr an der Form des Erzählens als am Inhalt interessiert. Wie da wie nebenbei und ohne weiteren Einfluss auf die Geschichte die Tode der Jugendfreunde eingeflochten werden oder jener der Mutter (und andere), das hätte schon mehr Aufmerksamkeit gerade in Bezug auf die unbekannten „Kräfte der Krähen“ verdient gehabt. Einige sachlogische Ungereimtheiten treten hinzu. So wechselt die Perspektive bei der Beerdigung der Mutter von William, bei der er sich irgendwie „angestarrt“ fühlt plötzlich auf seinen Onkel Paul, der sich an den „starrenden Blick“ erinnert, um unvermittelt wieder bei William zu landen, der sich nach dem „Starrer“ umschaut. Wer nun genau angestarrt wurde, bleibt unklar und wirkt, als hätte die Autorin nach einer Schreibpause die Personen einfach verwechselt. Ebenso kommt es zu Beginn dem Leser vor, als hätte William nur einige Tage zunächst in der Färberei verbracht, bevor umgehend danach sein Onkel darüber sinniert, wie sehr er den Jungen nach diesem „einen Jahr“ der Arbeit vermisst. Die bedeutungsschwangeren Einschübe zur „Krähe“ und zur „offenbarten“ Erinnerung des Menschen in der Stunde seines Todes wirken dann letztendlich zu übertrieben bedeutungsschwanger im Gesamtablauf des Romans und verdichten zudem die Entwicklung des Mannes Bellman in wenige Sätze, für die im Vorfeld eben zu wenig von dieser Entwicklung zu spüren war. Schön erzählt, detailreich im Blick auf die dargestellte Zeit, doch auch mit einigen Längen und Unklarheiten bietet Setterfield eine flüssige Geschichte, der es an manchen Punkten aber an Spannung, leichtem Grusel und emotionaler Dichte fehlt, um den Leser wirklich zu fesseln.

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  • Der Tod sucht uns alle heim

    Aufstieg und Fall des Wollspinners William Bellman

    HibiscusFlower

    01. December 2014 um 12:29

    Krähen sind widerstandsfähig. Pest und Hungersnöte sowie Krieg und Zerstörung sind ihnen vertraut. Doch als der 10-jährige William Bellman mit Zwille und Stein eine junge Saatkrähe anvisiert, kann weder diese noch er selbst glauben, dass er sie tatsächlich trifft. Jahre später - zielstrebig, emsig, auf Erfolg gepolt - jedoch von einer Leere ausgefüllt - William Bellman ist erfolgreich, hat aber mit Ängsten zu kämpfen. Dunkle Schatten legen sich über sein Leben, als die Todesfälle in seinem näheren Umfeld zunehmen. Kann ein Pakt helfen, um das Sterben zu verhindern ? Wie hätte William Bellman jemals vergessen können, was an diesem Tag passiert ist. Stetig ist er von Krähen umgeben, auch wenn er diese auszublenden versucht. Der Schnitt von Kindheit zu Jugend geschieht sehr schnell, sodass das Geschehen vorerst in den Hintergrund tritt. Ebenso rasant wird klar, dass sich der junge William mit Eifer und neuen Ideen in der Fabrik seiner Familie einbringt, den Erfolg anstrebt, sich jedoch auf diesen nicht ausruht. Ihm scheint alles zu gelingen, selbst sein privates Glück nimmt neben unzähligen Arbeitsstunden Formen an. Doch wie genau verhält es sich denn mit dem Glück ? Reichen Kraft und ausreichend Fähigkeiten aus, um beständig Erfolg zu haben ? "Wiege einen Menschen in dem Glauben, das Leben meinte es gut mit ihm, und bringe ihn umso tiefer zu Fall." (S.171) Der Fall kommt, streckt seine dunklen Finger nach William aus, lässt Angst und Unruhe in ihm zurück. Aber Bellman ist ein Mann der Tat, der selbst aus der größten Not und Verzweiflung etwas Gewinnbringendes entstehen lassen kann, auch wenn er sich dafür auf einen Pakt einlassen muss. Für mich ist der Punkt mit dem Pakt ähnlich wie die stetig angedeutete dunkle Gestalt (später im Buch als Black bezeichnet) ziemlich abstrus. Offensichtlich beruht der Pakt auf ein Missverständnis, welches William Bellman erneut in das Licht des Alleskönners rückt. Ich würde jetzt so kurz nach dem Auslesen behaupten, dass William Bellman in geschäftlicher Beziehung mit dem Tod gestanden ist, was ihm selbst erst bei seinen letzten Atemzügen klar zu werden scheint. Bis dahin lässt er sein Leben von Geld, Ideen und Unmöglichkeiten gestalten, die seinen Ehrgeiz antreiben und die Ängste in seinem Inneren vertreiben sollen. Der Verlust von Großvater, Mutter, Onkel, Frau und drei seiner vier Kinder wird wortkarg "abgearbeitet", während man ausschweifend von seinen soliden Fähigkeiten lesen darf. Und somit wirken all die Augenblicke voller Glück und Kummer, Freude, Liebe und Trauer sehr unpersönlich; wirken stellenweise sogar etwas langweilig. Der Protagonist William Bellman bleibt für mich trotz vieler Seiten und Ereignisse eher unnahbar. Selbst seine positiven Bemühungen und die angehauchten glücklichen Momente konnte diese Distanz nicht überbrücken. Viel mehr habe ich mich als Zuschauerin gefühlt, die das kühle Geschehen mit Abstand, etwas Unbehagen und leichter Gänsehaut verfolgt hat. Ein wundervoll schlichtes Cover - ein angenehmer Schreibstil - ein Protagonist, der durchweg nüchtern wirkt - ein Einblick in eine Erfolgsstory, bei der Emotionen nur sporadisch eingefügt werden - 3 Sterne dafür.

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