Diarmuid Jeffreys Weltkonzern und Kriegskartell

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Inhaltsangabe zu „Weltkonzern und Kriegskartell“ von Diarmuid Jeffreys

Wie die deutsche Chemieindustrie zur Weltmacht wurde und Europa den Krieg brachte Kommt die Verflechtung von deutscher Wirtschaft und Politik im 20. Jahrhundert zur Sprache, wird meist an Flick, Krupp oder Siemens und die Rolle dieser Unternehmer und Firmen im Nationalsozialismus erinnert. Das historische Erbe der IG Farben – des Zusammenschlusses von führenden Unternehmen der chemischen Industrie, allen voran Bayer, Agfa, BASF und Hoechst – ist 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs den wenigsten präsent. Dabei hat kaum ein Industriezweig so machtvoll das Schicksal Deutschlands geprägt wie diese „Interessengemeinschaft“. Von wissenschaftlichem Ehrgeiz über aufopferungsvollen Patriotismus bis zu nackter Profitgier und ideologischer Verblendung findet sich in der Geschichte der IG Farben jedwedes Motiv, das führende Köpfe der Branche dazu bringen konnte, die zwei großen deutschen Kriegsanstrengungen zu unterstützen, ja, überhaupt erst möglich zu machen. Anschaulich und so umfassend wie keine zuvor stellt Diarmuid Jeffreys’ Studie das zerstörerische Werk der IG Farben dar, das mit der beiläufigen Entdeckung eines synthetischen Farbstoffs im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm und 23 leitende Angestellte der chemischen Industrie vor das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal führen sollte. Sie waren, so ein Ankläger damals, „die Zauberkünstler, die die Fantasien von „Mein Kampf” wahr machten“.

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  • Rezension zu "Weltkonzern und Kriegskartell" von Diarmuid Jeffreys

    Weltkonzern und Kriegskartell
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    15. June 2011 um 15:24

    Existentielle Geschichtsreportage Alle haben sie mitgemacht im dritten Reich, die ganzen, großen Namen der deutschen Industrie, und alle haben sie prächtig verdient und ihren Teil am zerstörerischen Werk Hitlers beigetragen. Der größte Konzern und aufs engste mit dem dritten Riech verbunden waren die IG Farben (der Zusammenschluss vieler chemischer Betriebe und Konzerne, unter anderem Bayer, Höchst, BASF und Agfa). Ein Komplex und ein geschichtliches Element, in dessen Betrachtung durchaus noch Lücken zu finden waren. Eine Lücke, die der britische Journalist Diarmuid Jefrreys mit seiner umfassenden (gut 815 Seiten, zusätzlich versehen mit einem breiten Anhang) Untersuchung nun fundiert recherchiert und detailliert dargestellt, schließt. Alleine schon zu wissen, wie viele chemische Mittel IG Farben produzierte für das Vernichtungswerk Hitlers, für die Konzentrationslager und zu Kriegszwecken, aber auch sich der Finanzkraft gewahr zu werden, welche die IG Farben Hitler von seinem Aufstieg an (und von da an durchgehend) zur Verfügung stellte, macht deutlich, wie untrennbar verbunden das dritte Reich mit der geballten Industrie- und Finanzmacht der IG Farben war. Die alliierten Untersuchungen nach dem Krieg haben zweifelsfrei festgestellt, dass all dies „wissentlich und willentlich“ durch die Führung der IG Farben geschah, vom Vernichtungsgas für die Konzentrationslager bis zum unermesslichen Profit durch Krieg und Arbeitskräfte, die durchaus zu Recht als „Sklaven“ bezeichnet werden könnten. In Auschwitz betrieb die IG Farben gar eine eigene Fabrik unter skrupelloser Ausnutzung der Lagerinsassen. Als Nicht Wissende konnte sich dort nun tatsächlich kein Verantwortlicher in der Führung des Konzerns darstellen. Doch jede Entwicklung hat ihre Ursprünge. Jeffreys konzentriert sich nicht nur auf die „entscheidenden“ Jahre des dritten Reiches (wenn auch hier durchaus der Schwerpunkt seiner Ausführungen liegt), sondern vollzieht die Geschichte des Megakonzerns Schritt für Schritt von den ersten Anfängen der „deutschen, chemischen Erfolgsgeschichte) im 19. Jahrhundert her bis zum Zusammenschluss zur offiziellen „IG Farben“ 1925 nach. Ebenso, wie er die Zerschlagung des Konzerns und die weitere Entwicklung in seinem Epilog mit aufnimmt. Zudem bietet er, verständlich und lesbar, eine genau Schilderung des geschickten Vorgehens Hitlers im Buch dar, der durch das Versprechen hoher Renditen und durch garantierte Abnahmen von Erzeugnissen (Treibstoff aus Leuna u.a.), jenen Trieb in den Verantwortlichen wachrief, der (fast) immer funktioniert. Die Gier und die Aussicht auf exorbitante Gewinne. Soweit, bis die gesamte IG Farben (wie auch andere Konzerne) auf Gedeih und Verderben an das Schicksal des dritten Reiches sich gebunden hatten. Wobei das Verderben relativ ist, denn so gut wie alle führenden Männer der IG Farben spielten eine durchaus tragende (und natürlich hoch profitable) Rolle beim Wiederaufschwung der späteren Bundesrepublik. Diarmuid Jeffreys schreibt flüssig und verständlich, er stellt dar und begründet wesentlich eher, als dass er wertet, scheut dabei aber nicht die klare Beschreibung gerade auch der Gräuel, die in der Verantwortung der IG Farben stehen. Umfassend widmet er sich seinem Thema und legt damit eine fundierte Darstellung der Geschichte des Konzerns und dessen (gewollte und gezielte) Verquickung in die Strukturen des dritten Reiches vor. Im Blick auf die ständig drohende und ständig geschehende Verbindung von Macht, Politik und Geldgier ein ebenso erhellendes Buch, wie im Blick auf einen konkreten Abschnitt der jüngeren Geschichte.

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