Wo sich andere Asterix-Bände in den letzten Jahren noch sichtlich bemühten auch neue Leser zu gewinnen ist "Asterix in Lusitanien" eindeutig ein Comic für langjährige Fans. Rudimentäres Vorwissen zum eingangs zitierten Band "Asterix: Die Trabantenstadt" ist hilfreich, wenn auch nicht zwingend Voraussetzung. Dass der vertraute Look der Nebenfigur Schnurres an die ruhmreichen Zeiten von Goscinny und Uderzo anknüpft ist ein Geschenk für langjährige Asterixianer und vervollständigt die antike Welt der wehrhaften Gallier.
Im Grunde gibt es kaum Überraschungen und vielleicht macht gerade das den Band zu einer angenehmen Konstante im sich permanent gegenseitig überbietenden Comicsektor. In der Geschichte setzen Zeichner Didier Conrad und Texter Fabcaro auch auf bekannte erzählerische Elemente wie den unvermeidlichen Culture Clash, wenn die Gallier neue Länder und neue Sitten kennenlernen, Obelix' Neigung zur Emotionalität und die unvermeidlichen kulinarischen Kollisionen. Der Kampf kleiner Unternehmer gegen Antagonisten mit Namen wie "Fetterbonus" und Handlanger à la "Niubisnes" sorgt für gelungene Spitzen gegen die Marktmacht von Konzernen und deren Einfluss auf Regierungen.
Vergnüglich sind auch die eher subtil eingestreuten Anachronismen, etwa die berühmte Lissabonner Straßenbahn (in Form von Pferdefuhrwerken mit Seilen über der Straße) sowie ein Rezeptionist, der vor dem Betreten eines Sicherheitsbereichs ein Passwort mit Zahlen und Sonderzeichen einfordert. Alles in allem eine versöhnliche Angelegenheit für Asterix-Fans aller Altersgruppen, die niemandem wehtut, aber auch nicht langweilt. Die Gallier haben ihre Nische gefunden und dürfen darin auch einmal in Ruhe Neues ausprobieren, ohne gleich Außerirdische zu treffen oder sich einen Lifecoach ins Dorf zu holen.
Originaltitel: "Astérix en Lusitanie"
Didier Conrad
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Asterix - Der Papyrus des Cäsar
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Neue Rezensionen zu Didier Conrad
Das gallische Dorf wird einmal mehr vom reisenden Kaufmann Epidemais angeschifft, und dieser hat Schnurres im Schlepptau, einen melancholischen Portugiesen (aber anscheind sind die alle so, und es ist wohl sehr ansteckend), der aus Sorge um seinen Freund Schaofensprozes um Hilfe bittet. Dieser soll seinen Garum (Sud aus vergorenem Fisch, eine Delikatesse), der für Julius Cäsar bestimmt war, vergiftet haben, und nun droht ihm dafür die Hinrichtung. Natürlich sind die Gallier sofort bereit zu helfen, und unsere Lieblingsgallier schiffen sich sogleich ein. Natürlich können sie am Ende die Unschuld des Garumfabrikanten beweisen, und es gibt wieder viele Anspielungen auf Portugiesen und deren Geschichte sowie auf aktuelle Bonzen. Man wußte gar nicht, daß Obelix so eitel wegen seiner Zöpfe ist, und natürlich hat es ihm die hübsche Oxala angetan. Klasse Comic von den "Nachwuchs-"Schreibern und -Textern.
"Alle Wege führn nach Rom, aber nur einer führt zu dir" (Fettes Brot): Julius Cäsar beschließt (auf Anregung des Senators Bifidus), eine Italienwettfahrt zu veranstalten, um von dem schlechten Zustand des römischen Straßennetzes abzulenken. Insgeheim beabsichtigt Cäsar, durch Beschiß zum Sieger zu werden, indem die anderen Gefährte sabotiert werden und am Ende natürlich der römische Wagen gewinnt, um im Römischen Reich zu zeigen, wer die Nummer 1 ist. Sobald unsere Lieblingsgallier aus der Gallischen Revue erfahren, daß ein Rennen stattfinden soll, beschließen sie natürlich sofort teilzunehmen, um den Römern zu zeige, was eine Harke ist. Obelix und Idefix verlieben sich sofort in die attraktiven kuschischen Prinzessinnen, und auch sonst nimmt mancher eigenwillige Volksstamm an dem Rennen teil. Wieder viele aktuelle Anspielungen beim Auswärtsspiel unserer Gallier (zB auf Silvio Berlusconi, Chef der beliebstesten Würzsoße Italiens), und manches Italienklischee wird humorvoll aufs Korn genommen.
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