Didier Eribon

 4.2 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor von Rückkehr nach Reims, Gesellschaft als Urteil und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Didier Eribon

Homosexueller Franzose avanciert zum Bestsellerautor: Der 1953 geborene französische Autor hat in Reims und Paris Philosophie studiert und als Journalist für die Zeitung „Libération“ und das Magazin „Le Nouvel Observateur“ gearbeitet. Nach Gastprofessuren an der University of California in Berkeley und am Institute for Advanced Study in Princeton erhielt er eine Anstellung als Hochschullehrer an der Université de Picardie Jules Verne in Amiens. Sein Werk „Retour à Reims“ erschien in Frankreich im Jahr 2009. Die Übersetzung „Rückkehr nach Reims“ (2016) avancierte in Deutschland zum Bestseller. Didier Eribon erzählt die autobiographisch geprägte Geschichte über seine Kindheit im vorwiegend kommunistischen Arbeiterviertel in Reims. Unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus hat der homosexuelle Schriftsteller, der nun in Frankreichs Hauptstadt Paris lebt, sehr gelitten.

Alle Bücher von Didier Eribon

Didier EribonRückkehr nach Reims
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Rückkehr nach Reims
Rückkehr nach Reims
 (30)
Erschienen am 08.05.2016
Didier EribonGesellschaft als Urteil
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Gesellschaft als Urteil
Gesellschaft als Urteil
 (5)
Erschienen am 09.10.2017
Didier EribonMichel Foucault
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Michel Foucault
Michel Foucault
 (4)
Erschienen am 19.12.1999
Didier EribonRetour à Reims
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Retour à Reims
Retour à Reims
 (1)
Erschienen am 27.10.2010
Didier EribonA Lifelong Interest
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A Lifelong Interest
A Lifelong Interest
 (0)
Erschienen am 04.05.1993
Didier EribonInsult and the Making of the Gay Self
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Insult and the Making of the Gay Self
Insult and the Making of the Gay Self
 (0)
Erschienen am 01.06.2004
Didier EribonPor ese instante fragil …/ For This Fragile Instant
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Por ese instante fragil …/ For This Fragile Instant

Neue Rezensionen zu Didier Eribon

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bpevelings avatar

Rezension zu "Rückkehr nach Reims" von Didier Eribon

Rückkehr in die Wirklichkeit
bpevelingvor einem Jahr

Didier Eribon erzählt in dem Buch, wie er nach vielen Jahren in seine Heimat und zu seiner Mutter zurückkehrt. Sein Vater ist mittlerweile verstorben. In jedem Kapitel wird autobiographische Erinnerung und soziologische Reflektion miteinander verbunden. Eribon erzählt, wie er als homosexueller Jugendlicher über die Bildung dem Arbeitermilieu entkam, und vor allem, wie schwer es ist, seinen Platz im Bildungsbürgertum zu finden, wenn man diesen nicht ererbt hat. Anhand seiner eigenen Familie wird erdrückend verständlich, wie die Arbeiterklasse von absoluten Linkswählern nach ganz rechts rückten.
Das Buch erzählt zwar von der französischen Gesellschaft, aber vieles ist auch auf Deutschland übertragbar. Auch bei uns reproduziert sich das gehobene Bürgertum selbst, es sei denn, jemand findet eine Lücke, so wie Eribon über Kontakte aus dem homosexuellen Milieu. Ich habe das Buch wie einen Krimi verschlungen und viel dabei  über Deutschland und Frankreich nachgedacht.

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Aliras avatar

Rezension zu "Rückkehr nach Reims" von Didier Eribon

Viel Hirn, aber leider nur wenig Herz
Aliravor 2 Jahren

Der Autor wird 1953 geboren und wächst mit drei Brüdern in einer Arbeiterfamilie in Reims auf, wo seine Lehrer auf ihn aufmerksam werden. Durch Fabrik- und Putzarbeiten seiner Mutter, die ebenfalls gerne studiert hätte sowie durch Stipendien wird ihm sein Studium ermöglicht.

Sein Vater hat wenig Verständnis für die Ambitionen des Sohnes und lehnt ihn aufgrund seiner Homosexualität später ab.

Heute ist Didier Eribon Journalist, Soziologe und Philosoph und gilt als einer der wichtigsten Intellektuellen Frankreichs.

Bei dem Buch handelt es sich um einen soziologischen Erfahrungsbericht über das Arbeitermilieu und wie (doppelt) schwer es für einen (homosexuellen) Jugendlichen ist, diesem Milieu zu entkommen. Obwohl viele Situationen geschildert werden, in denen sich Eribon aufgrund seiner Herkunft geschämt bzw. diese Herkunft verleugnet hat, habe ich weder Mitleid mit ihm (er besitzt genug Selbstmitleid) noch Sympathie für ihn empfunden.

Vermutlich liegt es daran, dass Eribon über die ganze Studiererei seine Herzensbildung vernachlässigt hat, was seinen höchsten Ausdruck anlässlich der Testamentseröffnung des Vaters findet. (Der Autor hatte zu Studienbeginn Reims verlassen und erst wieder Kontakt mit der Familie aufgenommen, nachdem sein Vater beerdigt worden war.)

Zitat:
<<... Außer einem sauer zusammengesparten Sparbuch hatten meine Eltern nichts. Und dieses Geld, da war meine Mutter ziemlich eindeutig, stand ganz alleine ihr selbst zu…. Die Idee, dieses Gemeinschaftskonto nun aufzulösen und das Geld an die Kinder zu verteilen, kam ihr ungerecht und unlogisch vor. „Das steht mir doch zu! Das war unsere letzte Reserve, vom Mund abgespart ….!“ Sie war entrüstet, als ihr der Bankbeamte eröffnete, wie wenig von den paar tausend Euro ihr selbst zukommen sollte. Wir unterzeichneten schließlich ein Papier, das ihr die Alleinverfügung über dieses „Erbe“ zusprach.>>

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Didier Eribon wurde am 10. Juli 1953 in Reims (Frankreich) geboren.

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