Didier Goupil

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Didier GoupilEndstation Ritz
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Endstation Ritz
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 (6)
Erschienen am 15.02.2008
Didier GoupilCastro ist tot!
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Castro ist tot!
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 (1)
Erschienen am 06.03.2009

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Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil

Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil
Tanja Asmusvor 9 Jahren

Inhalt
Eindringlich und schnörkellos erzählt der französische Autor Didier Goupil das bewegte Leben von „Madame“, die ihren Lebensabend verschwenderisch und weltabgewandt im mondänen Pariser Hotel Ritz zubringt.
Im Paris des Fin de siècle aufgewachsen, lebt sie in den 1930er-Jahren das sorgenfreie Leben einer großbürgerlichen Kunstliebhaberin. Vom eigenen Mann, einem Kollaborateur und politischen Opportunisten, an die Nazis verraten, wird sie ins Konzentrationslager deportiert. Nach der Befreiung kehrt sie nach Paris zurück, wo niemand ihre schicksalhafte Geschichte hören will. Ruhelos und gebrochen flüchtet sie vor ihrer Vergangenheit von Hotel zu Hotel, lässt die Bruchstücke ihrer Identität hinter sich, um schließlich namenlos als „Madame“ im Ritz einen Zufluchtsort zu finden. Die Leerstellen, die ihre schmerzhafte Vergangenheit und die einsame Flucht hinterlassen haben, versucht sie mit einem Leben in Luxus zu füllen, doch die traumatische Erinnerung an den Verrat bleibt stärker.

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Meinung
Als ich dieses Buch zugeschlagen habe, hatte ich eine Frage im Kopf: Was ist ein Klassiker im Sinne der Literatur?
Muss der Autor bereits verstorben sein oder eine bestimmte Verkaufszahl aufweisen?
Oder sind es die geschriebenen Worte, die sich beim Lesen im Kopf einbrennen?
Ich denke letzteres!

Der Roman „Endstation Ritz“ handelt von Madame, die ein ganzes Jahrhundert erlebt. Erst eine fröhliche junge Frau, die ihre große Liebe heiratet; am Ende - eine einsame Person, die betrogen und verraten worden ist. Ihr reicher Mann Monsieur gibt den Ton an, nimmt Madame ihr liebstes Hobby und liefert sie an den Feind Deutschland aus.

Während der Wirren des Zweiten Weltkrieges wird Madame in ein Konzentrationslager verschleppt. Man beraubt sie ihrer Persönlichkeit, brennt ihr eine Identifizierungsnummer aufs Handgelenk und der Leser erkennt, warum Madame eben nur „Madame“ heißt.
Sie entkommt aus ihrer Gefangenschaft und kehrt nach Frankreich zurück, um ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Elegant und vermögend widmet sie sich wieder ihrem Hobby, dem Kunsthandel, und kann sich jeden Luxus leisten. Innerlich aber zeigt sich eine gebrochene Frau, die nie wieder glücklich werden kann.

Sie ist eben die Madame, die zum Schluss hundert Jahre auf ihr Leben zurückblickt, wenn sie aus ihren Hotelfenstern auf die Straßen Frankreichs schaut … .

Dieses Buch ist eine Meisterleistung!
Poetisch, lyrisch, sehr eigenwillig und dennoch liebevoll zaubert der Autor Didier Goupil Wort für Wort auf die weißen Seiten. Jede Seite ist eine kleine Geschichte für sich…
Wenige Sätze, manchmal gar nur ein Wort, findet der Leser auf 99 Seiten. Auf den ersten Blick schreckt der Preis von 14.90 € den Leser eventuell ab, doch ich kann jedem nur nahelegen, sich dieses Buch für einen besinnlichen und anschließend nachdenklichen Abend zu gönnen.

Obwohl der Autor sich nur weniger Worte bedient, eröffnet sich dem Leser eine traurige Geschichte, die einem den Puls in die Höhe treibt.

Diese Geschichte könnte für Millionen Frauen stehen.
Verraten von einem Ehemann, der sie einfach nur loswerden will, um seinen zahlreichen Liebschaften zu frönen. Eine Frau, die zu unrecht in dem Konzentrationslager dahinvegetiert. Eine Zeit, wo Frauen sich dem Mann noch unterzuordnen haben. Madame hatte nur das Glück, dass sie nicht mittellos und trotz ihrer Vergangenheit eine Kämpfernatur war.

Die Aufmachung dieses Buches ist wunderschön. Das kleine Hardcover mit Schutzumschlag liegt beim Lesen sehr gut in der Hand. Ein schiefer Kronleuchter vom Hotel Ritz ziert das Titelbild. Ich finde das sehr passend gewählt, da die Geschichte rückwirkend aus dem Hotel erzählt wird und der schiefe Leuchter für mich für das nicht gerade Leben der Madame steht.
Didier Goupil, 1963 in Paris geboren, ist ein Geheimtipp, den man sich unbedingt merken muss.
Dieses Buch werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen und sicherlich auch an einige Liebhaber guter Literatur verschenken.

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Tigerles avatar

Rezension zu "Castro ist tot!" von Didier Goupil

Rezension zu "Castro ist tot!" von Didier Goupil
Tigerlevor 10 Jahren

Wie erlebt ein französischer Botschaftsgast die Insel Kuba und wie erlebt ein Kubaner zur gleichen Zeit seine Heimat? Im vorliegenden Roman erfahren wir beide Geschichten parallel zur selben Zeit. Ein französischer Autor besucht Kuba und lernt die Insel größtenteils aus der Sicht eines Touristen kennen, er erfährt nur am Rande von den Geschehnissen bei den Bürgern und rund um die Regierung des Lider Maximo. Zur gleichen Zeit wird im Rahmen einer groß angelegten Verhaftungswelle des Regimes ein kubanischer Journalist verhaftet und es wird von der Zeit seiner Inhaftierung und dem Umgang des Regimes mit ihm und seiner Familie berichtet. Man lernt die wunderbare Leichtigkeit in den Touristenregionen kennen und auf der anderen Seite die Armut und den ständigen Mangel an allem in der Bevölkerung sowie ihrer Ohnmacht gegenüber dem Lider Maximo. Über allem trohnt die Musik, sie ist Zufluchtsort und Markenzeichen der Insel zugleich. Doch auch sie fällt der Revolution langsam zum Opfer.
Ein zweigeteilter Roman mit vielen kurzen Kapiteln und oft wechselnder Sicht macht die enthaltene Geschichte abwechslungsreich. Durch den Ich-Erzähler erlebt der Leser die schöne Seite Kubas als wäre er selbst dort, während die Erlebnisse des Juan Valero aus der Ferne betrachtet werden. Ein negativer Punkt ist für mich, dass die vielen französischen und spanischen Einwürfe nirgendwo übersetzt sind

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GMACs avatar

Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil

Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil
GMACvor 10 Jahren

War nicht ganz nach meinem Geschmack

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