Didier Goupil Endstation Ritz

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Inhaltsangabe zu „Endstation Ritz“ von Didier Goupil

Eindringlich und schnörkellos erzählt der französische Autor Didier Goupil das bewegte Leben von "Madame", die ihren Lebensabend verschwenderisch und weltabgewandt im mondänen Pariser Hotel Ritz zubringt.
Im Paris des Fin de siècle aufgewachsen, lebt sie in den 1930er-Jahren das sorgenfreie Leben einer großbürgerlichen Kunstliebhaberin. Vom eigenen Mann, einem Kollaborateur und politischen Opportunisten, an die Nazis verraten, wird sie ins Konzentrationslager deportiert. Nach der Befreiung kehrt sie nach Paris zurück, wo niemand ihre schicksalhafte Geschichte hören will. Ruhelos und gebrochen flüchtet sie vor ihrer Vergangenheit von Hotel zu Hotel, lässt die Bruchstücke ihrer Identität hinter sich, um schließlich namenlos als "Madame" im Ritz einen Zufluchtsort zu finden. Die Leerstellen, die ihre schmerzhafte Vergangenheit und die einsame Flucht hinterlassen haben, versucht sie mit einem Leben in Luxus zu fällen, doch die traumatische Erinnerung an den Verrat bleibt stärker.

Aus dem Französischen von Ines Schütz

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  • Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil

    Endstation Ritz

    Tanja Asmus

    15. February 2010 um 17:54

    Inhalt Eindringlich und schnörkellos erzählt der französische Autor Didier Goupil das bewegte Leben von „Madame“, die ihren Lebensabend verschwenderisch und weltabgewandt im mondänen Pariser Hotel Ritz zubringt. Im Paris des Fin de siècle aufgewachsen, lebt sie in den 1930er-Jahren das sorgenfreie Leben einer großbürgerlichen Kunstliebhaberin. Vom eigenen Mann, einem Kollaborateur und politischen Opportunisten, an die Nazis verraten, wird sie ins Konzentrationslager deportiert. Nach der Befreiung kehrt sie nach Paris zurück, wo niemand ihre schicksalhafte Geschichte hören will. Ruhelos und gebrochen flüchtet sie vor ihrer Vergangenheit von Hotel zu Hotel, lässt die Bruchstücke ihrer Identität hinter sich, um schließlich namenlos als „Madame“ im Ritz einen Zufluchtsort zu finden. Die Leerstellen, die ihre schmerzhafte Vergangenheit und die einsame Flucht hinterlassen haben, versucht sie mit einem Leben in Luxus zu füllen, doch die traumatische Erinnerung an den Verrat bleibt stärker. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Meinung Als ich dieses Buch zugeschlagen habe, hatte ich eine Frage im Kopf: Was ist ein Klassiker im Sinne der Literatur? Muss der Autor bereits verstorben sein oder eine bestimmte Verkaufszahl aufweisen? Oder sind es die geschriebenen Worte, die sich beim Lesen im Kopf einbrennen? Ich denke letzteres! Der Roman „Endstation Ritz“ handelt von Madame, die ein ganzes Jahrhundert erlebt. Erst eine fröhliche junge Frau, die ihre große Liebe heiratet; am Ende - eine einsame Person, die betrogen und verraten worden ist. Ihr reicher Mann Monsieur gibt den Ton an, nimmt Madame ihr liebstes Hobby und liefert sie an den Feind Deutschland aus. Während der Wirren des Zweiten Weltkrieges wird Madame in ein Konzentrationslager verschleppt. Man beraubt sie ihrer Persönlichkeit, brennt ihr eine Identifizierungsnummer aufs Handgelenk und der Leser erkennt, warum Madame eben nur „Madame“ heißt. Sie entkommt aus ihrer Gefangenschaft und kehrt nach Frankreich zurück, um ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Elegant und vermögend widmet sie sich wieder ihrem Hobby, dem Kunsthandel, und kann sich jeden Luxus leisten. Innerlich aber zeigt sich eine gebrochene Frau, die nie wieder glücklich werden kann. Sie ist eben die Madame, die zum Schluss hundert Jahre auf ihr Leben zurückblickt, wenn sie aus ihren Hotelfenstern auf die Straßen Frankreichs schaut … . Dieses Buch ist eine Meisterleistung! Poetisch, lyrisch, sehr eigenwillig und dennoch liebevoll zaubert der Autor Didier Goupil Wort für Wort auf die weißen Seiten. Jede Seite ist eine kleine Geschichte für sich… Wenige Sätze, manchmal gar nur ein Wort, findet der Leser auf 99 Seiten. Auf den ersten Blick schreckt der Preis von 14.90 € den Leser eventuell ab, doch ich kann jedem nur nahelegen, sich dieses Buch für einen besinnlichen und anschließend nachdenklichen Abend zu gönnen. Obwohl der Autor sich nur weniger Worte bedient, eröffnet sich dem Leser eine traurige Geschichte, die einem den Puls in die Höhe treibt. Diese Geschichte könnte für Millionen Frauen stehen. Verraten von einem Ehemann, der sie einfach nur loswerden will, um seinen zahlreichen Liebschaften zu frönen. Eine Frau, die zu unrecht in dem Konzentrationslager dahinvegetiert. Eine Zeit, wo Frauen sich dem Mann noch unterzuordnen haben. Madame hatte nur das Glück, dass sie nicht mittellos und trotz ihrer Vergangenheit eine Kämpfernatur war. Die Aufmachung dieses Buches ist wunderschön. Das kleine Hardcover mit Schutzumschlag liegt beim Lesen sehr gut in der Hand. Ein schiefer Kronleuchter vom Hotel Ritz ziert das Titelbild. Ich finde das sehr passend gewählt, da die Geschichte rückwirkend aus dem Hotel erzählt wird und der schiefe Leuchter für mich für das nicht gerade Leben der Madame steht. Didier Goupil, 1963 in Paris geboren, ist ein Geheimtipp, den man sich unbedingt merken muss. Dieses Buch werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen und sicherlich auch an einige Liebhaber guter Literatur verschenken.

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  • Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil

    Endstation Ritz

    GMAC

    24. October 2008 um 14:24

    War nicht ganz nach meinem Geschmack

  • Rezension zu "Endstation Ritz" von Didier Goupil

    Endstation Ritz

    HeikeG

    12. August 2008 um 18:57

    168 478 Kibitzer ist eine jiddische Bezeichnung für einen Kartenspieler, "der nicht mitspielt, der aber trotzdem ungeniert beobachtet und vor allem kommentiert", ist auf den ersten Seiten dieses kleinen, aber ungeheuer eindringlichen Debütwerks des französischen Autors Didier Goupil zu lesen. Doch Madame - wie sie im Buch genannt wird - kommentiert nichts, lebt überhaupt völlig zurückgezogen im Sechs-Sterne-Hotel "Ritz" in Paris. Aber sie beobachtet tagein, tagaus aus dem Fenster ihres kleinen - des kleinsten - Hotelzimmers heraus das Treiben auf dem Place Vendôme mit der berühmten Triumphsäule. Kommentieren lässt sie ausschließlich das Radio, was ununterbrochen läuft - auch wenn sie schläft. Eine feine Dame, die ihre Teesorte passend nach Tag und Stimmung wählt und extra aus der Feinkostabteilung des renommierten Kaufhauses (es bleibt anzunehmen, dass es - obwohl nicht näher benannt - das "Les Galeries Lafayette" ist) an sie geliefert wird. Nach dem täglichen Teeritual lässt sie sich ihr Bad ein. Auch dies rituell. "Sich zu duschen hingegen würde ihre Kräfte übersteigen." So liest sich dieses kleine Büchlein mit dem sonderbaren Layout an. Ein zwei Sätze auf jeder Seite, wie hingetupft, beinahe Lyrik. Sonderbar, auf den ersten Blick. Eigenwillig. Warum wohl? Man blättert vor. Kaum Veränderung - wenig Text auf jeder Seite. Manchmal gar nur ein Wort oder ein Satz. Also wieder zurück, an den Ausgangspunkt. Und wirken lassen... Als Madame badet, kommen unbeschwerte Erinnerungen. An die Orte ihrer Kindheit: Mexiko oder die endlose Steppe Usbekistans, an Eidechsen in der Sonne, Palmen. Nachmittags geht Madame aus, nie ohne ihre langen, geknöpften Handschuhe und einen großen Organdy-Hut. "Es ist ihr ein Bedürfnis, sich zu verlaufen. Sich völlig zu verlieren." Manchmal besucht sie eine Galerie. Man merkt, dass sie sich auskennt mit der Moderne. Kunst ist und war für sie lebenswichtig. "Ohne sie wäre sie bereits gestorben, nicht vor Hunger, sondern vor Kälte." Und so verstreicht der Tag, und der Leser ist der stumme Begleiter der alten, eleganten Frau, ihrer Rituale und ihrer Gedanken. Kurze Sätze von exorbitanter Tiefe und zu hinterfragender Ambivalenz. Immer mehr verdichtet sich der Stoff, nicht visuell sondern inwendig. Erinnerungen an Monsieur - ihren Ehemann -, an Partyleben, Champagner und Campari an der Côte d’Azur, Schiurlaub in Italien und Österreich. Beneidenswert. Doch da muss noch etwas passieren. Zu viel Harmonie für die einsame, traurige Frau. Es passiert! "In Spanien bombardierte man Anarchisten, und Kinder. In Deutschland verbrannte man Bücher und trampelte in Stiefeln auf Bildern herum." Der Ehemann entpuppt sich als Faschist, verrät seine Frau, die daraufhin deportiert wird. Nummer 168 478, in ihr Handgelenk eingebrannt, Block 30 "Sie hatten ihr die Kleider genommen, ihr Haar und sogar ihren Namen." Jetzt bekommen der Hut und die langen Handschuhe einen Sinn. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Zwar befreit, aber nur noch Kälte. Sie kehrt nach Paris zurück - hierher ins "Ritz". Äußerlicher Luxus, aber innere Leere - Endstation. "Endstation Ritz" - der Titel könnte nicht treffender sein. Großartige Literatur aus Frankreich in einer überwältigenden, dramatischen Dichte, unter dessen bruchstückhafter Oberfläche es gewaltig brodelt. Ines Schütz hat Didier Goupils Ton eindrucksvoll ins Deutsche übertragen. Fazit: Bedrückend, dunkel, aber trotzdem von Lichtblicken durchzogen. Der 1963 in Toulouse geborene Schriftsteller und Lehrer, der auch für Theater und Film schreibt, zeichnet ein ganzes Jahrhundert auf nur 90 Seiten. Den Namen sollte man sich merken! Ein Buch was lange nachwirkt. Unbedingt lesenswert!

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