Dierk-Eckhard Becker Ohne Programm nach Bonn oder Die Union als Kanzlerwahl-Verein.

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Inhaltsangabe zu „Ohne Programm nach Bonn oder Die Union als Kanzlerwahl-Verein.“ von Dierk-Eckhard Becker

Politik ist ohne die Dimension der Zukunft dann nicht mehr denkbar, wenn die Großprobleme der westlichen Industriegesellschaft den Bürger zunehmend bedrängen: am Arbeitsplatz, in seiner Familie, beim Schulbesuch seiner Kinder, beim Krankenhausbesuch seiner Angehörigen. Die sozialliberale Koalition hat in den vergangenen drei Jahren nicht nur - unter erschwerten Bedingungen - regiert; beide Parteiorganisationen haben in der gleichen Zeit erhebliche Kraft darauf verwandt, über die Zukunft dieser Gesellschaft in allen Bereichen nachzudenken und Programme zu verabschieden (Freiburger Thesen der Liberalen - rororo aktuell 1545 -, Was wollen die Jungsozialisten? - rororo aktuell 1499). Es ist die These der Autoren des vorliegenden Bandes, daß die Union in den 25 Jahren ihres Bestehens bis heute keine Partei im eigentlichen Sinne ihrer beiden parlamentarischen Partner geworden ist. So hat sie in den drei Oppositionsjahren weder die Kraft gehabt, sich selbst zu reformieren, noch den Bürgern ein Reformprogramm für die Zukunft anzubieten. Sie braucht den Kanzlerstuhl für ihr eigenes Überleben, da sie sich durch Adenauer in erster Linie als Kanzlerwahl-Verein verstand, zusammengesetzt aus verschiedenen Gruppierungen. Dierk-Eckhard Becker und Elmar Wiesendahl waren die Wortführer jener Gruppe von 18, die vor einigen Jahren versuchten, den Landesverband der Jungen Union Hamburg demokratisch zu reformieren. Als dieser Versuch scheiterte, haben sie unter öffentlichem Protest die Partei verlassen. Der Analyse Elmar Wiesendahls wird die Fallstudie über die Junge Union Hamburg vorangestellt, weil hier der Hülsencharakter der Mutterorganisation für nicht dem Parteiengesetz verpflichtete Subsysteme exemplarisch deutlich wird. Der Bund macht deutlich, daß die Unionsparteien aus der Natur ihrer Organisation nur eine Wahlkampfrichtung einschlagen können: die totale Diffamierung allen verantwortungsbewußten Nachdenkens ihrer politischen Gegner über die Zukunft dieser Gesellschaft.

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