Dieter Bührig Fluchtvögel

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Inhaltsangabe zu „Fluchtvögel“ von Dieter Bührig

Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als der Lübecker Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass es in beiden Fällen um Fluchtversuche geht, wird er in einen Fall verwickelt, der ihn fast das Leben kostet.

Was hat ein musikalischer Kriminalroman mit dem Thema Menschenhandel zu tun ? Lesetipp !!!

— elisabethjulianefriederica
elisabethjulianefriederica

superspannend und trotzdem sehr informativ

— leselust69
leselust69

Spannender Krimi zum Thema Menschenhandel heute und vor 25 Jahren!

— mabuerele
mabuerele

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  • Wie Menschen zu Namenlosen werden ...

    Fluchtvögel
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    22. April 2014 um 11:26

    Mit diesem Krimi greift der Autor ein an jedem Tag aktuelles politisches Thema auf, schafft es aber gleichzeitig, ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit zu thematisieren, das 25 Jahre und länger zurückliegt. Und die Ereignisse gleichen bzw. ähneln sich. Die Grundgedanken hinter der Flucht sind weiterhin Freiheit und selbstbestimmtes Leben, die Technik hat sich zum Teil verbessert, allerdings auf beiden Seiten, lediglich die Entfernungen, die Menschen zu überwinden bereit sind, wurden deutlich größer.  Anfangs begleiten wir zwei Nordafrikaner auf ihrem Weg übers Mittelmeer, durch Spanien bis nach Lübeck. Dort werden sie vom Zoll aufgrund modernster Technik in einem Kühltransporter auf dem Weg nach Skandinavien entdeckt. Der eine lebt schon nicht mehr, der zweite verstirbt im Krankenhaus. Rico ist ein Kleinkrimineller, der die gegen ihn verhängten Sozialstunden in einer Lübecker Klinik für psychisch Kranke ableistet. Er wird dazu abgestellt, sich stetig um die „Namenlose“ zu kümmern und aufzupassen, dass diese nicht Hand gegen sich selbst erhebt. Ricos ständige Begleiterin ist seine Gitarre, mit ihr und den Songs von Bob Dylan gelingt ihm, was bislang unmöglich erschien. Die Frau, die seit mehr als 25 Jahren ohne Erinnerung und ohne ein Wort zu sprechen in dieser Einrichtung lebt, beginnt zunächst nur mit ihm zu sprechen und deckt Stück für Stück ihre eigenen Erinnerungen wieder auf. Rico wird unfreiwillig zu einem Verbindungsglied zwischen diesen beiden unterschiedlichen Handlungssträngen, die auch hinsichtlich der Aufklärung ganz unterschiedlich gewichtet sind. So kümmert sich die Polizei vordergründig um die Aufklärung der heutigen Fluchtgeschichte, die am Ende mit zwei Toten in einem LKW endet. Rico und die „Namenlose“ dringen mehr und mehr in die deutsch-deutschen Fluchtgeschichten aus der Zeit zweier deutscher Staaten ein, die durch die Grenznähe von Lübeck und umliegender Ortschaften besondere Authenzität erfahren. Einzig die für mich zu langen Passagen mit Liedtexten, Gedichten etc. haben mich zwischendurch weiterblättern lassen. Aber – so lese ich in vielen anderen Rezensionen – finden gerade diese Passagen auch Anklang. Das will ich gern akzeptieren, Lesen ist immer auch ein persönliches Erleben und somit will ich diesen Kritikpunkt meinerseits nicht zu hoch bewerten. Alles in allem ein stimmungsvoller und stimmiger Regionalkrimi, der allerdings von der Thematik her diese Eingrenzung bei weitem sprengt. Schade, dass das Ergebnis einerseits eine Lösung bietet, andererseits aber in der doch etwas sehr merkwürdigen Person der/ des Dr. Schahyn mehr oder weniger offen bleibt. Ist hier eine Fortsetzung geplant? Gern.

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  • Menschenhandel in unserer Zeit

    Fluchtvögel
    gaby2707

    gaby2707

    In seinem neuesten Fall bekommt es Kriminalhauptkommissar Michael Kroll zuerst mit zwei Marokkanern zu tun, die in einem Kühltransporter quer durch Europa gekarrt werden, um vielleicht in Nordeuropa ein besseres Leben vorzufinden. Einer der beiden Clandestinos ist bereits tot, als sie im Lübeck Hafen ankommen, der zweite stirbt bald darauf im Krankenhaus, kann aber Kroll noch einen Tipp auf die Hintermänner geben. Der Kommis-sar bekommt Unterstützung von der jungen spanischen Kommissarin Chaveli Mendez-Ruiz, die sich bei diesem Fall in aller größte Gefahr begibt... Dann lerne ich Rico McDonald kennen, einen jungen, Gitarre spielenden Iren, der als Bindeglied zwischen einer Kurdenbande von Jugendlichen und einer Schlepperbande agiert. Nachdem Rico vom Gericht zu Sozialstunden verurteilt wird, lernt er in einer psychiatrischen Anstalt, dem "Schlösschen", eine Frau kennen, die seit 25 Jahren nicht mehr spricht. Zusammen mit dem Autor begebe ich mich nun auf Spurensuche mit Zeit-zeugen, die mich auch in die ehemalige DDR und zu den Stasiakten führen. Noch heute ist es für mich beklemmend zu lesen, was damals alles so vor sich gegangen ist und wie vieles verschleiert wurde. Ganz langsam nähern sich die beiden Erzählstränge an und erst ganz zum Schluss erfahre ich, wie alles zusammen hängt. Dieter Bührig beschreibt die Menschen, die Orte und die einzelnen Gescheh-nisse so leicht verständlich und nachvollziehbar, dass ich immer mit gefiebert und mit ermittelt habe. Der Spannungsbogen ist von Anfang an recht hoch und hält diese Position bis zum Schluss. Ich habe mich trotz der Brisanz des Themas, dass mich doch sehr betroffen gemacht hat, sehr gut unterhalten gefühlt. Es geht auch sehr viel um Musik. Bereits die einzelnen kurzen Kapitel werden mit Oberstimme, Unterstimme und Zwischenspiel betitelt. Und auch in manchen Kapiteln geht es um Songs von z.B. Bob Dylan oder Federico Garcia Lorca, den ich erst durch Chaveli kennengelernt habe. Ich habe einen Krimi gelesen, über den ich in den nächsten Tagen bestimmt noch nachdenken werde und den ich als wirklich lesenswert weiter empfehlen kann.

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    Arun

    Arun

    04. April 2014 um 08:39
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2014

    kubine

    kubine

    Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2014 und endet am 31.12.2014. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 18.12.2013 bis 31.12.2014 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2014 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2014, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2014-1043761200/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich, Der Einsendeschluss für gelesene Bücher 2014 ist der 06.01.15. Allerdings müssen die Bücher im Dezember begonnen worden sein! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1.Eka 2. mabuerele 3. Wildpony 4. dorli 5. Brilli 6. LibriHolly 7. Weltverbesserer 8. elisabethjulianefriederica 9. flaschengeist1962 10. Postbote 11.danzlmoidl 12. Antek 13. sonjastevens 14. Matzbach 15. Schneckchen 16. rumble-bee 17. saku 18. wiebykev 19. Machi 20. Huschdegutzel 21. Buchrättin 22. liarabe Gelesene Bücher Januar: 20 Gelesene Bücher Februar: 51 Gelesene Bücher März: 75 Gelesene Bücher April: 53 Gelesene Bücher Mai: 49 Gelesene Bücher Juni: 46 Gelesene Bücher Juli: 43 Gelesene Bücher August: 48 Gelesene Bücher September: 41 Gelesene Bücher Oktober: 43 Gelesene Bücher November: 55 Gelesene Bücher Dezember: 52 Zwischenstand: 576 Bücher Team Thriller: 1. ginnykatze 2. MelE 3. eskimo81 4.SchwarzeRose 5. xXeflihXx 6. Nenatie 7. Jeanne_Darc 8. bookgirl 9. Carina2302 10. Seelensplitter 11. Eskarina* 12. takaronde 13. BuchblogDieLeserin 14. Kitayscha 15. Synic 16. Kaisu 17. Ginger_owlet 18. Bücherwurm 19. Mira123 20. Samy86 21. britta70 22. kvel 23. dieFlo 24. JessyBlack 25. Sternenstaubfee 26. Janosch79 27. igela Gelesene Bücher Januar: 22 Gelesene Bücher Februar: 35 Gelesene Bücher März: 39 Gelesene Bücher April: 57 Gelesene Bücher Mai: 59 Gelesene Bücher Juni: 40 Gelesene Bücher Juli: 45 Gelesene Bücher August: 34 Gelesene Bücher September: 31 Gelesene Bücher Oktober: 30 Gelesene Bücher November: 45 Gelesene Bücher Dezember: 61 Zwischenstand: 498Bücher

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    kubine

    kubine

    01. April 2014 um 19:24
  • Ungewöhnlicher fesselnder Kriminalroman zum Thema Menschenhandel

    Fluchtvögel
    elisabethjulianefriederica

    elisabethjulianefriederica

    Fluchtvögel: Ein musikalischer Kriminalroman Der Autor: Dieter Bührig studierte an der Hochschule für Musik in Berlin. Mehrere Jahre war er als Tonmeister und Musikproduzent tätig. Dann absolvierte er ein Aufbaustudium für das Lehramt an Gymnasium und unterrichtet die Fächer Musik und Physik.1994 promovierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg über das Thema „Schule in der Musik“. Seit 2010 ist Dieter Bührig Autor von Kriminal- und anderen Romanen : Schattengold (2010) , Der Klang der Erde(2011), Schattenmenagerie (2012), Die verschollene Jungfrau (2012), Brüllbeton (2013) (Quelle: Klappentext) Zum Inhalt : Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als der Lübecker Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass es in beiden Fällen um Fluchtversuche geht, wird er in einen Fall verwickelt, der ihn fast das Leben kostet. (Quelle:Klappentext) Mein Leseeindruck: Ein musikalischer Kriminalroman – was hat das mit Flüchtlingen und Menschenhandel zu tun ? Dies fragte ich mich neugierig, als ich dieses Buch aufschlug. Ich kannte bereits einige von Dieter Bührigs Kriminalromanen mit stimmungsvollen musikalischen Bildern, konnte mir aber zu diesem Thema keine Musikrichtung vorstellen. Überrascht war ich dann von der Idee, einen jugendlichen mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Außenseiter mit der Gitarre u.a. Songs von Bob Dylan spielen zu hören, das gibt gut die Stimmung zum Thema Flucht wieder und passt auch sowohl in die moderne Zeit als auch in die Zeit der Wende in der DDR 1989. Dazu kommt noch der Saeta-Gesang (Google: Flamenco-verwandter religiöser Bittgesang) der spanischen Kommissarin Chaveli Mendez-Ruiz, die Kommissar Michael Kroll als Amtshilfe der spanischen Behörden in dem Fall der zu Tode gekommenen Schwarzafrikaner unterstützen soll. Fesselnd und spannend geschrieben ist dieser Krimi, meiner Meinung nach der bisher spannendste von Dieter Bührig, den ich gelesen habe. Die Überschriften: Oberstimme, Unterstimme, Engführung und Coda beziehen sich auf die musikalische Fuge ( Fuga =Flucht) und beim Kapitel Engführung verdichtet sich die Handlung, die Ereignisse überschlagen sich , bis sich bei der Coda der Kriminalfall auflöst mit halboffenen Ende, über das sich der Leser seine eigenen Gedanken machen kann. Für Musiker ein sehr interessant angelegter stimmungsvoller Kriminalroman, auch für Dylan-Fans und für alle, die ungewöhnliche Krimis nicht scheuen ein Lesetipp !

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    • 2
    Arun

    Arun

    25. March 2014 um 10:16
  • Nach dem Vorbild der Fuge

    Fluchtvögel
    britta70

    britta70

    Die Komposition der Fuge gilt in diesem brillianten Krimi als Leitmotiv: Ober- und Unterstimme erzählen jeweils die Geschichte einer Flucht. Das Zwischenspiel offenbart die Zusammenhänge. Diese kann ich hier natürlich nicht vorwegnehmen, aber ich kann sagen, dass diese im Finale überzeugend dargelegt werden. In beiden Fällen geht es allemal um Fluchtversuche. Zum einen geht es um die Flucht zweier Schwarzafrikaner, zum anderen um das Schicksal der sogenannten Namenlosen, die seit 25 Jahren in der Psychiatrie unter der Obhut der ehrgeizigen Frau Doktor Schahyn verweilt. Nach und nach gelingt es dem Praktikanten Rico, der vom Gericht zu sozialem Dienst in der Pflegeanstalt verurteilt wurde, offenzulegen was es mit der Gedächtnisstörung der Patientin auf sich hat.  Nach Brüllbeton verwendet Dieter Bührig auch hier wieder eine musikalische Komposition, die Fuge, als Leitmotiv des Krimis. Ich bin versucht zu sagen, diese "Architektur des Schreibens" entwickelt sich zum Markenzeichen des Autors. Mir gefällt es ausgesprochen gut, denn die Kompositionen sind sehr durchdacht und geben dem Leser insbesondere in den Zwischenspielen Rätsel auf, die angenehm aus dem Mainstream des Krimigenres hervorstechen. Natürlich geht es auch um Tätersuche, aber eben nicht nur. Die Auflösung ist jedenfalls ebenso überraschend wie auch konsequent. Am Ende ist die Fuge stimmig, Misstöne gab es für mich nicht.  Sehr gerne empfehle ich auch diesen gründlich recherchierten und gelungen komponierten Krimi weiter. Ich wiederhole mich: Hier gibt es einen Autor zu entdecken! 

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  • Leserunde zu "Fluchtvögel" von Dieter Bührig

    Fluchtvögel
    DieterBuehrig

    DieterBuehrig

    Hiermit möchte ich euch einladen zu einer Leserunde über meinen eben erschienenen neuen Kriminalroman "Fluchtvögel". Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen, der Gemüse von Südspanien über Travemünde nach Skandinavien bringt, zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass der Unfall mit einem der letzten gescheiterten Fluchtversuche über die DDR-Grenze zusammenhängt, wird er in einen Fall verwickelt, der ihm fast das Leben kostet.   Ein Roman, der mit zwei Stimmen spricht: Mit der der heutiger afrikanischer Migranten, den "clandestinos", und mit der der Grenzgänger in der ehemaligen DDR. - Nicht nur aus Anlass des 25. Jahrestags des Mauerfalls. Man könnte meinen, Geschichte wiederholt sich ... Wenn ihr euch bewirbt, schreibt mir bitte kurz, warum euch die Thematik interessiert. Ich freuen mich auf ein lebendiges Gespräch.

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    britta70

    britta70

    13. March 2014 um 14:24
  • Flucht ins Verderben

    Fluchtvögel
    Postbote

    Postbote

    Zwei Schwarzafrikaner träumen von einem besseren Leben im gelobten Land. Sie wagen die Flucht auf einem der vielen Schiffe die immer wieder zu fahrenden Särge werden. Doch diese zwei überleben das Schiffsunglück und stranden. Sie schaffen es unentdeckt weitergeschleusst zu werden. Zum schlechten  Schluss in einem Kühltransport der ohne Stop nach Finnland fahren soll. Die Sache fliegt  in Lübeck an der Grenze  auf, weil, wegen Menschenschmuggels ein Herzfrequenzdedektor eingesetzt wird und dieser reagiert. Die beiden werden gefunden, einer Tot und der andere stirbt später im Krankenhaus. Komissar Kroll übernimmt den Fall. Er hat noch die Möglichkeit eine kleine Zeugenaussage von einem der "clandestino" zu bekommen.  In dem Krimi erscheint eine zweite Geschichte über eine Frau die Namenlos ist. Die Namenlose lebt seit 25 Jahren in der Psychatrie und leidet unter Amnesie. Man frägt sich was habe diese beiden Fälle miteinander zu tun? Jugendkriminalität und Gittarensongs von Bob Dylan führen zu überraschenden Ergebnissen. Kroll's Gedächtnis arbeitet sehr gut mit. Für mich war dieser Krimi sehr angenehm und stressfrei zu lesen. Das soll nicht heissen das es an Spannung  gefehlt hat. Die einzelnen Kapitel waren wie ein Puzzlespiel geschrieben, und ich dachte mir, dies und das passen da und dort wieder hinein in seiner Handlung. So hatte ich das Gefühl das es zur Lösung des Falles beitragen kann. Den Faden habe ich überhaupt nicht verloren. Die einzelnen Protagonisten wurden in ihrer Charakterform hervorgehoben, mit dem Hintergedanke das der oder die Verdächtig sein könnten obwohl man es einigen gar nicht zutrauen würde. Das Thema fand ich gut gewählt bei dem ewigen Flüchtlingstrom. Im Buch werden auch die Politischen Abkommen verschiedener Länder beschrieben, warum Flucht nicht "Gesünder" ablaufen kann. Ich wurde interessant und mit ausgefallenem Schreibstil unterhalten.

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    • 3
    Postbote

    Postbote

    09. March 2014 um 12:29
  • Fluchtvögel

    Fluchtvögel
    Blaustern

    Blaustern

    Zwei Marokkaner werden in einem Kühlwagen in Lübeck durch den Zoll gefunden. Sie wurden ins Land geschleust mit der Aussicht auf ein besseres Leben. Doch der eine von ihnen ist bereits tot, der andere stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Kommissar Michael Kroll übernimmt den Fall zusammen mit seiner spanischen Kollegin Chaveli Mendez-Ruiz und erhält noch einen letzten Tipp von dem Sterbenden. Auf der anderen Seite macht sich eine Kinderbande über den jungen Iren Rico her, um ihn für sich einzuspannen. Er wird daraufhin zu Sozialstunden in einer psychiatrischen Klinik verdonnert und lernt dort eine Frau kennen, die sich seit 25 Jahren an nichts erinnern kann. Wie hängen diese beiden Fälle zusammen? Gleich zu Beginn geht es spannend los, und diese Spannung wird bis zum Ende gehalten, ja sogar noch gesteigert, sodass man völlig in den Bann gezogen wird. Das Thema ist hochaktuell, flüchten doch auch heute immer noch massenhaft Leute aus ihrer Heimat in ein, wie sie meinen, besseres Leben. Doch die Banden, die dies organisieren, interessieren die Umstände wenig und so lassen viele Menschen dabei ihr Leben, wie auch hier. Welche Schuld die Politik an der Flucht trägt und auch was das Jahr 1989 und die Stasi damit zu tun haben, wurde hier präzise recherchiert und dargelegt. Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge geteilt, die erst am Ende zusammengeführt werden, und auch dann erfährt man erst, wer der Täter ist. Zuvor hat man keinerlei Vermutungen. Auch spielt in diesem Roman wieder die Musik eine große Rolle, das Steckenpferd des Autors. Das erkennt man schon in den Überschriften der Kapitel sowie an der Oberstimme, Unterstimme und dem Zwischenspiel, welches kursiv dargestellt ist. Der Text lässt sich schnell lesen, man kann ihm gut folgen und die detaillierte Beschreibung der Orte und Protagonisten lassen einen Kinofilm im Kopf ablaufen.

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    • 2
    Arun

    Arun

    08. March 2014 um 17:38
  • Flucht und Menschenhandel

    Fluchtvögel
    irismaria

    irismaria

    08. March 2014 um 09:37

    „Fluchtvögel“ von Dieter Bührig hat als Untertitel „Ein musikalischer Kriminalroman“, sein Schwerpunkt liegt neben der Musik auch auf dem Schachspiel aber vor allem dem Thema Flucht. Der Roman spielt in Lübeck. Kriminalhauptkommissar Kroll ermittelt in einem Fall von Menschenhandel. Zwei Marokkaner wurden in einem Kühlwagen Richtung Skandinavien geschmuggelt und kamen dabei ums Leben. Ein Schachzug und der Hinweis auf eine Kneipe sind die einzigen Anhaltspunkte, die Kroll in der Hand hat. Die spanische Polizei, die auch an dem Fall arbeitet, schickt eine Polizistin mit marokkanischen Wurzeln nach Lübeck, die sich als Flüchtling  ausgibt. Doch diese verdeckten Ermittlungen sind gefährlich… Parallel zu den Ermittlungen erhält der Leser Einblick in die andere Seite: eine Kinderbande und ein junger Ire, der Ärger mit der Polizei hat, werden von den Kriminellen instrumentalisiert. Und welche Verbindungen gibt es ins Jahr 1989 und dem Fall einer jungen Frau, die seitdem ihr Gedächtnis verloren hat? Neben der spannenden Handlung gefällt mir an „Fluchtvögel“, dass ein Thema aufgegriffen wird, dass hochaktuell aber auch historisch interessant ist. Der Menschenhandel und seine Opfer und Profiteure werden dargestellt und erhalten ein Gesicht.

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  • Zeitgeschichte und Krimi, ein interessanter Fall

    Fluchtvögel
    Antek

    Antek

    Ich war sehr gespannt wie man Zeitgeschichte in einen Krimi verpacken kann und die Art und Weise wie dies Dieter Bührig angeht, hat mir sehr gut gefallen. Der Krimi arbeitet mit unterschiedlichen Erzählsträngen, die sich in relativ kurzen Kapiteln stets abwechseln. Um diese zu unterscheiden sind sie auch mit Ober- und Unterstimme überschrieben. In Anlehnung an eine musikalische Komposition gibt es auch kurze Zwischenspiele, die sich Träumen, Liedtexten und Märchen widmen, die in Zusammenhang mit dem Geschehen stehen. Zum einen wird von einer Jugendbande berichtet, die mit einer Profigang zusammenarbeitet. Das Bindeglied zwischen den Banden ist der Junge Rico. Dieser muss, weil er bei der Polizei auffällig wurde, Sozialstunden in einer Psychiatrie ableisten.  Dort ist eine namenlose Patientin, die seit 25 Jahren keinerlei Erinnerung hat und auch mit niemandem spricht. Der Klinikleiterin ist besonders an dieser Frau gelegen, da sie sich durch deren Therapie beruflichen Erfolg verspricht. Der andere Erzählstrang handelt vom tragischen Tod zweier Schwarzafrikaner, die die grausamen Bedingungen ihrer Flucht in einem Kühltransporter nicht überleben. Dieser Kühltransporter wird am Lübecker Hafen eigentlich mehr durch Zufall kontrolliert. Kommissar Kroll wird in den Hafen gerufen und erhält von einem sterbenden Flüchtling noch einen Hinweis, wer hinter diesen menschenverachtenden Transporten stecken könnte. Auf den ersten Blick scheinen diese zwei Geschichten nichts miteinander zu tun zu haben, allerdings deckt Kommissar Kroll auf, dass es beide Male um Flucht geht und bald gerät er durch seine Ermittlungen in Gefahr. Unterstützung bekommt er dabei von Chavelli , der sympathischen Amtshilfe aus Spanien. Der Autor beschreibt die Personen, Situationen und Schauplätze sehr gut. Ich konnte mir ein tolles Bild machen und hatte fast das Gefühl mit vor Ort zu sein. Das Schicksal der Flüchtlinge hat mich tief betroffen gemacht. Leider ist dieser Krimi hinsichtlich des Flüchtlingsdramas sehr nah an der Wirklichkeit, was einen noch mehr trifft.  Höchstspannung herrschte immer wieder z.B. in dunklen Lagerhallen und bei gefährlichen Alleingängen der Ermittler. Mit großem Interesse habe ich die zeitgeschichtlichen Aspekte und auch die Geschichte um die Namenlose und die mysteriöse Klinikleiterin verfolgt.  Da mir aber einige Details nicht ganz so einleuchten wollten und mich auch die Auflösung nicht wirklich überzeugt hat, vergebe ich „nur“ vier Sterne.

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    • 2
    Arun

    Arun

    06. March 2014 um 01:19
  • Im Netz der Schlepperbanden - Fluchtvögel - super spannend und so real! ♥

    Fluchtvögel
    Wildpony

    Wildpony

    Fluchtvögel - Dieter Bührig Kurzbeschreibung Amazon: Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als der Lübecker Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass es in beiden Fällen um Fluchtversuche geht, wird er in einen Fall verwickelt, der ihn fast das Leben kostet. Mein Leseeindruck: Ein wahrhaft super fesselndes Buch das auch im wahren Leben so greifbar ist. Schlepperbanden, die Menschen ausnehmen für ein besseres Leben und deren Leben doch so leichtfertig aufs Spiel setzen. Das Buch hat mich sofort an Anfang an als Leser sehr in den Bann gezogen und die Abschnitte waren perfekt eingeteilt und sehr flüssig zu lesen. Hier gleich mal ein Kompliment an den Autor Dieter Bührig. Die Hauptprotagonisten sind sehr ungewöhnlich und gehen dem Leser doch ans Herz. Hier ist erst einmal der junge Rico, der in seinem Leben noch nicht viel Glück hatte und daher auf die schiefe Bahn geraten ist. Dann die "Namenslose", die in einer Klinik dahin siecht, bis Rico ihr hilft die Vergangenheit wieder zu finden und sich zu erinnern. Desweiteren ein sympatisches Ermittler-Team, gemischt aus einem deutschen Kriminalisten und einer spanischen Kollegin. Der Leser mag die Spannung des Buches - aber auch das Bewusstsein, das diese Schlepperbanden noch heute aktiv sind, gräbt sich tief in das Innere des Lesers. Mich hat es angeregt dieses Thema noch weiter zu verfolgen und zu vertiefen. Fazit: Ein excellenter Krimi, der mich sehr beeindruckt hat. Dafür gibts von mir natürlich 5 Sterne und einen Dank für die tolle Story. Werde das Buch auf jeden Fall sehr weiter empfehlen!    

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    • 2
    Arun

    Arun

    06. March 2014 um 00:57
  • Gewohnt tolle Unterhaltung...

    Fluchtvögel
    unclethom

    unclethom

    04. March 2014 um 19:48

    Der Klappentext: Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als der Lübecker Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass es in beiden Fällen um Fluchtversuche geht, wird er in einen Fall verwickelt, der ihn fast das Leben kostet. Quelle: http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/796-fluchtvoegel.html Der Autor: Dieter Bührig studierte an der Hochschule für Musik in Berlin. Mehrere Jahre war er als Tonmeister in Musikstudios und als Musikproduzent tätig. Dann absolvierte er ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Lübeck für das Lehramt an Gymnasien. Seitdem unterrichtete er die Fächer Musik und Physik. In Büchern und Fachzeitschriften veröffentlichte er Beiträge zur Musikpädagogik sowie Chor- und Bandarrangements. 1994 promovierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg über das Thema »Schule in der Musik«. Seit 2010 ist Dieter Bührig Autor von Kriminal- und anderen Romanen. Er ist Mitglied im Verband Schriftsteller in SH, im Lübecker Autorenkreis und im Syndikat. Quelle: http://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/208-dieter-buehrig.html Die Rezension: Mit Fluchtvögel habe ich jetzt schon das fünfte Buch von Dieter Bührig gelesen. Gewohnt flüssig die Schreibweise, plastisch die Protagonisten und Schauplätze, gab es auch diesmal nichts auszusetzen. Wie gewohnt haucht der Autoren seinen Figuren Leben ein, und man hat wirklich das Gefühl als würde man die alle kennen. Nichts neues ist auch, dass Dieter Bührig mit Worten spielt, als würde er seine Bücher komponieren und nicht schreiben. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurde ich immer aufs beste unterhalten. Der Autor vermag es auch bestens sich zu steigern. Damit meine ich, dass er mit jedem Buch wächst. Der hier vorliegende Krimi fängt schon recht spannend an, weiß aber auch immer spannender zu werden je weiter man in der Story kommt. Und wieder hat man keine Chance die oder den Täter vorher heraus zu finden. So muss ein Krimi geschrieben sein. Besonderes Highlight diesmal wieder seine Zwischenspiele, irgendwie wartet man schon darauf, dass er dieses Geplänkel wieder in einem Buch einfügt. 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung

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  • Kein stimmiges Gesamtbild

    Fluchtvögel
    WortGestalt

    WortGestalt

    02. March 2014 um 15:43

    Zu diesem Krimi fällt es mir relativ schwer, eine aussagekräftige Rezension zu verfassen, da ich persönlich leider überhaupt kein Gefühl für dieses Buch entwickeln konnte. Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, die Handlung bleibt abstrakt und die Bindung, die man beim Lesen zu den meisten Büchern aufbaut, kam diesmal einfach nicht zustande. Dieter Bührig erzählt in seinem Krimi „Fluchtvögel“ die Geschichte einer Flucht, die Flucht vor Armut, die Flucht vor Unterdrückung und die Flucht vor der Vergangenheit. Dies gelingt ihm auf eine ganz eigene Art, ruhig und poetisch beschreibt er die Ereignisse, die zu diesen Fluchten führen. Zwei Schwarzafrikaner wollen mit Hilfe skrupelloser Menschenschmuggler von Marokko über Spanien bis nach Skandinavien gelangen, um dort Arbeit zu finden und ihre daheimgebliebenen Familien zu versorgen, doch der Transport in einem Kühlwagen endet tödlich. Dies ruft den Lübecker Kommissar Kroll auf den Plan, der im Zuge seiner Ermittlungen auf rätselhafte Zusammenhänge zwischen dem Menschenschmugglerring und einer unter Amnesie leidenden Patientin einer psychiatrischen Pflegeanstalt stößt. Die Lösung scheint in der deutsch-deutschen Vergangenheit zu liegen. „Fluchtvögel“ ist ein ruhiger Krimi, stilistisch ansprechend und schön geschrieben, aber letztlich nicht überzeugend erzählt. Die einzelnen Erzählstränge, die die Handlung zu einer schlüssigen Geschichte formen sollten, verknüpfen sich zwar gut miteinander, wirken aber für mein Empfinden zu stark konstruiert. Einige Ereignisse und Situationen scheinen künstlich herbeigeführt, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen und verlieren so an Glaubwürdigkeit, die mich als Leser vielleicht näher an die Geschehnisse herangebracht hätte. So bleibt die Distanz zur Handlung bestehen, ich konnte mich nicht richtig auf die Geschichte einlassen. Auch die Figuren blieben mir beim Lesen zu plastisch. Sehr zielgerichtet eingesetzt, erfüllen sie ihre Aufgabe in der Handlung, bekommen darüber hinaus aber kein eigenes Profil. So fehlt es den Charakteren an Tiefe und Natürlichkeit, sodass ich auch zu den Figuren als Leser keine Nähe entwickeln konnte. Fazit: Trotz guter Idee und stilsicherer Sprache hat die Umsetzung bei mir kein stimmiges Gesamtbild erzeugen können. Bewertung: 2 Sterne Rezension auch auf: http://wortgestalt-buchblog.blogspot.com

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  • Gut recherchierter Krimi

    Fluchtvögel
    mabuerele

    mabuerele

    01. March 2014 um 16:38

    Achmed, ein junger Kurde, und Kimi, ein Rumäne, gehören zu einer Kinderbande in Lübeck. Sie sorgen dafür, dass Rico, ein junger Irländer, Ärger mit der Polizei bekommt. Sie wollen danach Rico für sich arbeiten lassen.   Rico wird zu Sozialarbeit in einer psychiatrischen Klinik verurteilt. Dort trifft er auf die Namenlose. Die Frau leidet seit 25 Jahren unter Amnesie. Frau Dr. Schahyn, ihre Ärztin, hat alle gängigen Methoden probiert, um die Erinnerungen der Patientin zurückzuholen. Etwa zur gleichen Zeit findet der Zoll mittels neuer technischer Geräte in einem Kühlwagen die Marokkaner Achmed und Driss. Schleuserbanden hatten ihnen den Transport nach Skandinavien versprochen. Doch Driss ist tot, und Achmed hat auch nur noch kurze Zeit zu leben. Der Fall landet auf dem Tisch von Kriminalhauptkommissar Kroll. Der Autor hat einen interessanten Krimi geschrieben. Die Geschichte beginnt spannend und der Spannungsbogen wird bis zum Schluss gehalten. Lange laufen beide Handlungsstränge nebeneinander. Erst am Ende werden sie zusammengeführt. Doch nicht nur die Ermittlungen geben dem Roman sein besonderes Flair. Es gibt eine ganze Menge Feinheiten im Handlungsablauf. Zum einen gefällt mir, dass der Autor die gesellschaftlichen Hintergründe exakt recherchiert hat. Das betrifft die heutige Geschehnisse, aber auch den Bezug zum Jahre 1989. Schonungslos legt er die Gründe dar, die Menschen dazu bewegen, ihre Heimat zu verlassen. Fehler der Politik sorgen dafür, dass Schleuserbanden ihr Unwesen treiben können. Das gilt heute genauso wie vor 25 Jahren. Nur die Zielgruppen haben sich geändert. Originaldokumente der Stasi und des Neuen Forums geben dem Geschehen vor 25 Jahre eine beeindruckende Authentizität. Das Buch lässt sich zügig lesen. Der Schreibstil zeugt von großer Sorgfalt. Die Verwendung treffender Metapher und  ausgewählter Sprichwörter gehört ebenso dazu wie die detailgenaue Beschreibung von Orten und Personen. So hatte ich zum Beispiel die alte Industrieruine sofort vor meinen Augen. An vielen Stellen ist zu erkennen, dass der Autor ein Auge für die Feinheiten und Kleinigkeiten des Alltags hat und sie gekonnt literarisch wiedergeben kann. Einer der bewegendsten Szenen war für mich die Erinnerung von Achmed an das letzte Gespräch mit seiner Tochter. Diese menschliche Seite der Flucht, das Gefühl des Verlassenwerdens und der Angst der Zurückbleibenden, wurde in kurzen, aber prägnanten Sätzen wiedergegeben.   Eine der zentralen Figuren der Handlung ist Rico. Behutsam lässt mich der Autor seine Entwicklung vom Kleinkriminellen zu eine jungen Mann, der sein Leben hinterfragt und Verantwortung übernimmt, miterleben. Wie in anderen Büchern des Autors, die ich kenne, spielt auch hier die Musik eine besondere Rolle. Das beginnt schon mit den Kapitelüberschriften. Angelehnt an den Aufbau einer Fuge in der Musik wechselt Oberstimme mit Unterstimme. Die eingeschobenen Zwischenspiele sind nicht nur in einer anderen Schriftart gestaltet und zum Teil in Form von Gedichten geschrieben, zwei beziehen sich auf Kunstwerke. Welchen besonderen Einfluss die Musik auf das Geschehen im Buch hat, das sollte der zukünftige Leser selbst herausfinden. Das Cover ist eher schlicht. Trennt die Brücke oder verbindet sie? Beides ist möglich. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das liegt zum einen an der abwechslungsreichen Handlung, zum anderen an den schon oben erwähnten Feinheiten der Geschichte. Der Roman hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern mir einiges an Wissen vermittelt. Außerdem ließ sein Bezug zu 1989 manche Erinnerung wach werden.

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  • Unterhaltsamer Krimi mit dem Lübecker Kommissar Kroll, diesmal Thema illegale Flucht / Schleuser

    Fluchtvögel
    Talitha

    Talitha

    01. March 2014 um 00:31

    Zwei Bootsflüchtlinge aus Marokko werden im Hafen von Travemünde bei der Zollkontrolle halb-/tot aus einem Kühlwagen aus Spanien geborgen, der sie nach Helsinki bringen sollte. Kommissar Kroll von der Kriminalbehörde in Lübeck ermittelt und erhält bei diesem Fall tatkräftige Unterstützung durch eine spanische Kollegin. Gleichzeitig wird der Kleinkriminelle Rico vom Jugendgericht zu Sozialdienst in einer Klinik für psychisch Kranke verdonnert und lernt dort eine langjährige, an Anamnese erkrankte namenlose Patientin kennen... Beide Geschichten werden parallel erzählt bis zum großen Finale. Bis dahin kann der Leser gut miträtseln, wie es wohl zusammenhängen könnte. Um nicht zuviel zu verraten, nur soviel, die Spur führt in die Vergangenheit vor 1989... Der Krimi ist sehr dramatisch, aber zum Glück nicht übermäßig blutig oder brutal. Das musikalische Element aus dem Untertitel zeigt sich besonders in den Kapitelüberschriften, für Musikkenner auch in der Erzählstruktur und inhaltlich in der Rolle der Musik als Therapie-Möglichkeit.  Fazit: Ein gut geschriebener, wie immer sehr gut recherchierter und unterhaltsamer Krimi mit Kommissar Kroll (siehe meine Rezension zu "Brüllbeton") und ebenfalls zu empfehlen.

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