Dieter Bührig Schattengold

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Inhaltsangabe zu „Schattengold“ von Dieter Bührig

In Lübeck scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Aina, ein Adoptivkind, das seine Herkunft nicht kennt, lernt bei ihrer Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule die Klavierpädagogin Rana Ampoinimera kennen. Diese ist von dem Ausnahmetalent der jungen Frau überzeugt und lädt sie in ihr Haus ein. Aina trifft auf Ranas Ehemann Adrian, einen Goldschmiede- und Uhrmachermeister, und seinen Gesellen Raik. Doch dann erschüttert eine Serie von mysteriösen Todesfällen die Idylle. Was bedeuten die fremden Worte auf den Zetteln, die man bei den Toten findet? Kriminalinspektor Kroll ist ratlos …

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  • Rezension zu "Schattengold" von Dieter Bührig

    Schattengold
    svealinchen

    svealinchen

    26. January 2011 um 18:15

    Erst war ich skeptisch. Schon wieder ein Lübeck-Krimi? Nach wenigen Seiten hielt mich das Buch jedoch im Bann, und langsam begriff ich, dass es mehr ist, als ein "normaler" Krimi. Die Liebe zum Detail, die packende Handlung, die sich allerdings auch dem aufmerksamen Leser nicht sofort erschließt und die betörende Gestalt der Hauptperson, der Aina. Man spürte, dass der Autor das liebt, wovon er schreibt: seine Heimatstadt Lübeck und die Musik der Spätromantik. Ich las das Buch lustvoll, und nachdem ich den Schluss kannte, musste ich es noch eimal von vorne lesen. Und siehe da: Jetzt entdeckte ich die kunstvolle Komposition. Alles ist von Anfang an sorgfältig angelegt, nichts wurde dem feuilletonistischen Zufall überlassen. Endlich ein Krimi, der den anspruchsvollen Roman-Theorien Genüge leistet. Schön insbesonders das Spiel mit der Aufhebung von Raum und Zeit. Und alles führt beschleunigend zu dem überraschenden Schluss hin. - Ich werde das Buch sicherlich bald wieder lesen, zum dritten Male, und sicherlich wieder etwas Neues finden. Fazit: Sehr empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Schattengold" von Dieter Bührig

    Schattengold
    traummaler

    traummaler

    25. January 2011 um 18:44

    Schattengold hat mich auf eine Italien-Reise begleitet und mir die lange Zugfahrt in eine vergnügliche Zeitreise verwandelt. Anfänglich irritiert über die unzeitgemäßen Formulierungen oder Begriffe wie Oberschule, Zofe, Pedell, über die scheinbar klischeehaften Idealisierungen wie die prompte Einladung einer Lehrenden an einen Aufnahmeprüfling oder die Ekstase des gemeinsamen Musizierens. Über die Existenz des Totentanzes, die Anlehnung an Hindemiths Cardillac etc wurde ich mehr und mehr gerade durch diese Verwirrungen in die Lust einer verführerischen Zeit- und Realitäts- Auflösung hineingesogen. Wunderbar das charmante Einweben kultureller, historischer, psychologischer Einsprengsel, die phantasievolle Geschichte, das kaum zu entflechtende Labyrinth der Zusammenhänge und Hintergründe, das erstaunlich mitleidlose, sachliche Dahinscheidenlassen so vieler unschuldiger Opfer, das auch dem Leser kein tieferes Bedauern abringt. Es ist so vieles enthalten, dass ich eine weitere Reise für ein wiederholtes Lesen benötige.

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  • Rezension zu "Schattengold" von Dieter Bührig

    Schattengold
    leselust69

    leselust69

    25. January 2011 um 18:39

    Eine Buchbewertung ist eine Frage der Lesegewohnheiten. Wer es gewohnt ist, schlicht gestrickte, lineare Krimis zu lesen, den wird dieses Buch überfordern. Wer es liebt, sich beim Lesen niveauvoll in eine andere Welt versetzen zu lassen, für den ist dieses Buch goldrichtig. Es ist kein Science-Fiction, aber auch kein realistischer Krimi. Es ist eine Gradwanderung zwischen Sein und Schein. Wer sich ein wenig in der Literatur auskennt, wird diese Tradition der "schwarzen Romantik" kennen: E.T.A. Hoffmann mit seinen Novellen "Das Fräulein von Scuderi" (der Vorlage für Hindemiths Oper "Cardillac") und "Der Sandmann" oder "Der dunkle Wächter" von Carlos Ruiz-Zafón. Der Roman enthält verschiedene Schichten. - Rein äußerlich handelt es sich um einen Krimi, in dem ein Exzentriker aus Eitelkeit und religiösem Wahn Raub und Mord begeht. - Die Handlung spielt in Lübeck. In Folge der teilweise detailgetreuen Darstellung der Handlungsorte, der Wiedergabe historisch belegter Geschehnisse, der Einbeziehung lokaler Sagen und der lebendigen Einblicke in die mittelalterliche Vergangenheit Lübecks ist das Buch nicht nur ein einfacher Reiseführer, sondern darüber hinaus auch eine spannende Einführung in das gesellschaftliche Leben und die Geschichte der Stadt. - Auf einer dritten Ebene steht die Auseinandersetzung mit Werken der Musikliteratur. Die Protagonisten werden über die verschiedenen Facetten ihrer Musik charakterisiert. Umgekehrt wirkt das Buch wie ein Versuch, Werke einer bestimmten Musikepoche (dem „Fin-de-Siècle“) mit literarischen Mitteln zu interpretieren. Das ist Musik, die in dem Spannungsfeld zwischen dem Eigenen und dem Fremden steht, welches sich gleichzeitig in den Charakteren widerspiegelt. - Dabei spielt das Problem der Kreativität eine wichtige Rolle. In dem Roman stehen sich Natürlichkeit und Künstlichkeit, Lifemusik und virtuelle Computermusik gegenüber, wobei die Grenzen der künstlichen Intelligenz bzw. der virtuellen Musikalität aufgezeigt werden. - Im Kern steht eine ansatzweise Auseinandersetzung mit der Philosophie der Zeit. Wie geht der Mensch mit dem Urphänomen Zeit um? Welche Rolle spielt die Musik beim Erleben von Zeit? Wie empfinden wir Zeit im Wechselspiel von Leben und Tod? Fazit: Ein sehr vielschichtiges Buch, ein Buch. das wie ein Musikstück komponiert ist. Ein Buch, das einlädt, es zweimal zu lesen. Immer wieder entdeckt man neue Details, neue Querverbindungen. Humorvoll ist es sicherlich nicht, wohl aber stellenweise sehr ironisch (Die periphäre Slapstick-Szene in den unterirdischen Kanälen Lübecks sei dem Autoren verziehen). Man spürt die liebevolle Wärme, mit der Dieter Bührig über seine Stadt und über die Musik von Maurice Ravel schreibt, und man bekommt Lust, beides näher kennenzulernen.

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