Auf viele Fragen von Dieter Buhl hat Loki (Hannelore) Schmidt eine eigenständige und differenzierte Antwort. Sie führte das Leben an der Seite des berühmten deutschen Politikers Helmut Schmidt und hatte dadurch viele interessante Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen. Ihre Ideen und Projekte für die Naturwissenschaft und insbesondere den Naturschutz konnte sie weitgehend verwirklichen. Leider ist zu diesen Themen nur wenig im Buch zu lesen (es werden aber dazu auch fast keine Fragen gestellt). Das Ehepaar Schmidt ist trotz Scheinwerferlicht sehr bescheiden geblieben und war dadurch umso authentischer und beliebter.
Das Buch ist ein schöner Abschluss einer interessanten Lebensgeschichte.
Dieter Buhl
Alle Bücher von Dieter Buhl
Auf dem roten Teppich
Loki - Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben
Neue Rezensionen zu Dieter Buhl
Zum Inhalt:
Mit Charme und Humor erzählt Loki Schmidt aus ihrem Leben - ob vor oder hinter den Kulissen der Macht. Aus einem Arbeiterhaushalt in die Welt der Mächtigen und Monarchen - Loki Schmidt, Frau eines bedeutenden Bundeskanzlers und Naturschützerin von Rang, erinnert sich: Wie änderte sich ihr Leben mit dem Eintritt ihres Mannes in die Politik?
Meine Meinung:
Sehr kurzweilige Unterhaltung. Man sieht Loki förmlich rauchend und augenzwinkernd vor sich, wie sie die Fragen beantwortet in ihrer unnachahmlichen Art und Weise.
Fazit:
Ein kurzweiliger Blick hinter die Kulissen.
Das Buch "Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde" ist ein in mehrere Kapitel unterteiltes Interview von Loki Schmidt, der Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, geführt von Dieter Buhl, der über drei Jahrzehnte lang Mitglied der politischen Redaktion der ZEIT war und Autor mehrerer Sachbücher ist.
Während des Interviews, in dem es um Lokis Herkunft und den Wandel ihres Lebens an der Seite Helmut Schmidts geht, gesäumt von Größen aus internationaler Politik und Öffentlichkeit, erlebt man Loki Schmidt durchweg als eine sehr starke und nüchterne Persönlichkeit, die Zeit Ihres Lebens mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben ist. Wenig beeindruckt von den Gepflogenheiten auf dem (nur manchmal) glanzvollen Parkett der (inter-) nationalen Politik wählte und fand sie stets ihren eigenen Weg. So äußert sie zum Beispiel selbstbewusst: "Ich habe weder vor der englischen Königin noch sonst vor irgendwelchen gekrönten Häuptern einen Knicks gemacht. Ich habe mich zwar protokollgerecht verhalten, aber mit Knicksen konnte ich nicht dienen."
Doch es klingt während des Interviews auch immer wieder durch, wie bewusst sie sich ihrer exponierten, repräsentativen Rolle war, was dazu führte, dass wohl die meisten internationalen Reisen, Empfänge und andere öffentlichen Anlässe, die sie an der Seite ihres Mannes wahrnahm, zumeist als Pflicht und selten als "Luxus" oder die Möglichkeit, "etwas zu erleben" empfunden wurden.
Während Loki Schmidt nicht versucht, das Leben in der Politik schön zu reden und offen über die Belastungen und den Druck, dem ihr Mann während dieser Zeit ausgesetzt war, spricht, erfährt man immer wieder auch kleine amüsante Anekdoten,z.B., wie Helmut Schmidt bei einem Essen mit der englischen Königinmutter eine Zigarre für seinen Schwiegervater stibitze und - als es ihr aufgefallen war - von Queen Mum noch gleich zwei weitere dazu bekommen hat.
Gut gefallen hat mir, wie bewusst Loki Schmidt ihre Rolle an der Seite Helmuts Schmidts für die eigene Sache, nämlich den Naturschutz nutzte, indem sie auf Reisen stets auch versuchte, Ansprechpartner für dieses ihr so wichtige Anliegen zu finden und zu erwärmen. Immer wieder klingt im Buch durch, wie wichtig es ihr war, dass sie nicht "nur" als Gattin des Verteidungs- und Finanzministers, Senators, bzw. später Bundeskanzlers Helmut Schmidt wahrgenommen wurde, sondern als eine Frau, die ihren repräsentativen "Job" an der Seite ihres Mannes genauso gewissenhaft und professionell erledigte wie ihren eigenen Beruf als Lehrerin, bzw. später als Naturforscherin und Vorreiterin des Naturschutzes.
Diese Aspekte im Buch, gekoppelt mit der Nüchternheit, mit der sie in Loki Schmidts Worten erzählt werden (sie ist halt ein echtes Nordlicht) haben mir sehr gut gefallen. Daher haben mich die wiederholten Fragen nach passender Garderobe, Kaffekränzchen und "Damenprogramm" mit Frauen anderer nationaler und internationaler Regierungsmitglieder, usw. mit der Zeit gestört. Allerdings ist die Tatsache, dass diese Aspekte in manchen Kapiteln fast einen Schwerpunkt bilden, wohl nicht nur derm Fragenkatalog Dieter Buhls, sondern wohl auch dem bis in die 70er-Jahre vorherrschenden Frauenbild geschuldet, welches nun mal die Rolle der Hausfrau und liebenden Gattin neben einem starken Mann sehr viel stärker betonte, als dies in der heutigen Zeit der Fall ist. Dies wird häufig auch in den Antworten Loki Schmidts deutlich.
Eine interessante Schilderung des Lebens von Helmut und Loki Schmidt, welches vier Jahrzehnte von hoher Politik geprägt war. So nüchtern und bescheiden, wie hier mit den Worten Loki Schmidts werden Erinnerungen an ein solches Leben wohl selten erzählt. Bewegend auch das Vorwort von Helmut Schmidt, verfasst wenige Monate vor Lokis Tod im Oktober 2010.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
38 Bibliotheken
1 Merkzettel





