Dieter Fuchs

 4 Sterne bei 170 Bewertungen

Lebenslauf

Dieter Fuchs, geboren 1962 in Salzburg, war freier Musiker und Performer, bevor er ein Studium der Allgemeinen Rhetorik und Germanistik absolvierte und dann als freier Lektor für Buchverlage und Sachtext-Autor für Brockhaus tätig war. Übersetzerisch erstmals für die deutsche Ausgabe der Musikenzyklopädie ›Rough Guide Rock‹ tätig (1998; Verlag J.B. Metzler), arbeitet er seit ca. 2010 vornehmlich und zunehmend begeistert als literarischer Übersetzer aus dem Englischen/Amerikanischen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Leuchtturm der magischen Träume (ISBN: 9783825153441)

Der Leuchtturm der magischen Träume

Erscheint am 21.08.2024 als Buch bei Urachhaus.
Cover des Buches Piano Lessons (ISBN: 9783825153953)

Piano Lessons

Erscheint am 21.08.2024 als Buch bei Urachhaus.

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Neue Rezensionen zu Dieter Fuchs

Cover des Buches Das Echo der Zeit (ISBN: 9783608965865)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Das Echo der Zeit" von Jeremy Eichler

„Es steht kein Denkmal über Babyn Jar“
Bellis-Perennisvor einem Monat

Jeremy Eichler, amerikanischer Musikkritiker und Autor nimmt seine Leser auf eine Reise in die Musik und die Vergangenheit mit. 

Am Beispiel von Arnold Schönberg, Richard Strauss, Dmitri Schostakowitsch und Benjamin Britten zeigt er auf, wie die Erfahrungen, die die Komponisten den Ersten und Zweiten Weltkrieg gemacht haben, in ihre Kompositionen eingeflossen sind.  

So erfahren wir, dass Arnold Schönberg (1874-1951), Enfant Terrible der Musik und Wiener Jude, in seinem New Yorker Exil als erster Komponist an einem Musikstück arbeitet, das die Shoa zum Thema hat: „Ein Überlebender aus Warschau“. Die Komposition ist so verstörend, dass sie, obwohl eine Auftragsarbeit für das Boston Symphony Orchestra, erst im 1948 von einem Laienensemble uraufgeführt wird. 

Quasi als Antipoden stellt uns Eichler dann Richard Strauss (1864-1949) vor: Er ist von 1933 bis 1935 Präsident der Reichsmusikkammer und damit ein früher Nutznießer des NS-Regimes. Allerdings fällt er später in Ungnade, weil er für seine Oper „Die schweigsame Frau“ das Libretto vom jüdischen Autors Stefan Zweig schreiben lässt. Hier zeigt Strauss Courage und besteht darauf, dass Zweigs Namen auf den Programmheften zu lesen ist. Gleichzeitig ist Strauss‘ Schwiegertochter Jüdin. In seinem letzten Werk „Metamorphosen für 23 Streicher“ spiegelt sich die Verwandlung Deutschlands in eine Trümmerwüste wieder.  

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) dessen Leben ein Auf und Ab in der Sowjetunion ist, vertont das Gedicht von Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko (1932-2017) dessen erste Zeile lautet: 

„Es steht kein Denkmal über Babyn Jar“ 

Damit setzt Schostakowitsch 1961 mit seiner düsteren „Dreizehnte Sinfonie“ dem Massaker der Deutschen Wehrmacht von 1941 im ukrainischen Babi Jar ein Mahnmal. Das Werk missfällt den sowjetischen Machthabern, weil es (verdeckt) den Antisemitimus der UdSSR anprangert. Dazu passt perfekt, dass Jeremy Eichler, wenige Wochen vor Putins Angriff auf die Ukraine 2022, während seiner Recherche zu diesem Buch, auch die Schlucht von Babyn Jar aufsucht und keine Spur der Schlucht findet: Das Sowjet-Regime hat die Schlucht von Babyn Jar auffüllen lassen und damit versucht, jede Spur des Massakers an den ukrainischen Juden in der Schlucht von Babyn Jar zu tilgen. Ob das, anlässlich des 80. Jahrestages des Massakers 2021 errichtete Denkmal den Angriffskrieg Putin überstehen wird, ist ungewiss. Damit erfüllt sich die düstere Prophezeihung aus Jewtuschenkos Gedicht abermals. 

Der vierte Komponist, den uns Jeremy Eichler hier vorstellt ist Benjamin Britten (1913-1976). Geprägt durch frühkindliche Kriegstraumata aus dem Ersten Weltkrieg (eine von einem Zeppelin abgeworfene Granate schlug unmittelbar neben dem Haus der Familie Britten ein und beschädigen das Gebäude), verlässt er 1939 Europa Richtung Amerika und gilt als Kriegsdienstverweigerer. Diese Schmähung wird er 1945 entkräften, als er mit den jüdischen Geigenvirtuosen Yehudi Menuhim (1916-1999) auf seiner Reise durch das zerstörte Deutschland begleitet, unter anderem das KZ Bergen-Belsen besucht und vor Tausenden Displaces Persons, darunter Überlebende der Shoa, Konzerte gibt. 

Am 30. Mai 1962 wird Brittens Komposition  „War Requiem“ in der wiederaufgebauten Kathedrale von Coventry, deren Vorgängerbau im Rahmen der deutschen Bombardierung der Stadt während der Luftschlacht um Englandweitgehend zerstört worden ist, uraufgeführt. 

Meine Meinung: 

Jeremy Eichler ist mit diesem Buch ein außerordentliches wie erschütterndes Zeugnis, das musikalische Mahnmale der Zeitgeschichte und ihre Wirkungs mit der Zeitgeschichte zweier Weltkriege verknüpft. Jeremy Eichler hat mit "Das Echo der Zeit" eines der bedeutendsten Musikbücher der vergangenen Jahre geschrieben. Das Buch richtet sich an musikalisch wie historisch Interessierte.  

Es ist nicht unbedingt notwendig, Musikexperte zu sein. Man kann diesem beeindruckenden Buch auch so folgen. Ich werde mir die vier genannten Musikstücke (zumindest auszugsweise) anhören, obwohl ich kein ausgesprochener Klassik-Fan bin. Zudem werde ich dieses Buch sicherlich abermals zur Hand nehmen. 

Jeremy Eichlers Schreibstil ist beeindruckend. Das Buch ist penibel recherchiert und enthält eine Vielzahl von Abbildungen. Die sehr gute Übersetzung stammt von Dieter Fuchs. 

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das mich ob der Fülle der Details sehr beeindruckt hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

 

Cover des Buches Eine kurze Geschichte der Trunkenheit (ISBN: 9783608964837)
S

Rezension zu "Eine kurze Geschichte der Trunkenheit" von Mark Forsyth

ich habs genossen
sbalunziavor 6 Monaten

Im Grunde ist es ein kurzes Geschichtsbuch. Anders als die dicken und zähen Schinken, welche man direkt vor Augen hat, wenn man an ein Geschichtsbuch denkt, ist bei diesem Buch der Schreibstil komödiantisch. Ich meine, bei welchem Geschichtsbuch werden Wörter wie "vermöbeln", "Schwubsdiwups" oder "einen hinter die Binde kippen" benutzt? Es gibt einige Abschnitte, die mich zum Lachen gebracht haben.


Das Buch ist mit allerlei lustigen Fakten gespickt. Wie etwas über die alten Perser und ihre Methode, einen Beschluss zu fällen.  Das Problem wird zweimal diskutiert: einmal betrunken und einmal nüchtern. Sind beide Male die Ereignisse identisch, handelten sie entsprechend.


Besonders interessant fand ich den Wandel, welcher der Alkohol machte und in den verschiedenen Kulturen zelebriert wurde.


Alle hatten aber eines gemeinsam, und zwar Regeln und Bräuche. Die Ägypter hatten Zeremonien mit Alkohol und Orgien, die Griechen tranken ihren Wein in gemeinschaftlichen Symposien und die Römer nannten ihren Trinkbrauch Convivium.


Wo aber Alkohol ist, da sind auch viele Verbote und noch mehr, welche diese auszuhebeln versuchten. Bei den Wikingern machte der Alkohol ihre gesamte Existenz aus, im England des 18. Jh., wurde peinlich genau zwischen einem Inn (Gasthaus), einer Taverne (Schenke) und einem Alehouse (Bier-Lokal) unterschieden und bei den Azteken war das trinken nur erlaubt, wenn man sowieso zur Arbeit nicht mehr taugte.


Nach dem Exkurs zu den verschiedenen Kulturen, Stämmen und Religionen wird ein spannendes Fazit gezogen.


Im Buch wird von den "Feuchten und trockenen Kulturen" geredet. Die einen trinken immer, aber nie so, dass sie betrunken wurden und die "trockenen" waren Abstinenzler bis zu einem bestimmten Fest, wo dann ein grosses Saufgelage gestartet wird. Diese Vermischung führt in absehbarer Zeit zum Alkoholismus.


Zu dem ganzen komödiantischen fand ich den Epilog mega gut geschrieben und brachte mich zum Nachdenken.


Für mehr Rezensionen: Instagram -> book_recommender_sbalunzia

Cover des Buches Der Storyteller (ISBN: 9783550202032)
chipie2909s avatar

Rezension zu "Der Storyteller" von Dave Grohl

Was für eine Geschichte!
chipie2909vor einem Jahr

Als Jugendliche habe ich die Musik der Band Nirvana rauf und runter gehört. Natürlich hatte ich gehört, dass der Drummer der Band, Dave Grohl, nach dem Tod Kurt Cobains weiter gemacht hat und die weltweit gefeierte Band Foo Fighters gründete. Allerdings habe ich mich, was mir nun völlig unbegreiflich ist, erst vor ein paar Monaten mehr mit der Musik der amerikanischen Band befasst und habe den Sound sofort geliebt. Somit hat mich auch die Biographie des Bandleaders interessiert. Wer noch kein Fan der Foo Fighters ist, spätestens nach dieser Lektüre wird er es. Dave Grohl erzählt total sympathisch und enorm bodenständig (wenn man bedenkt, dass er ständig vor ausverkaufen Hallen spielt) von seinem Werdegang. In jedem Kapitel spürt man seine Leidenschaft für Musik, aber auch die Liebe und Verbundenheit zu seiner Familie und zu seinen Freunden. Ebenso greifbar ist seine Dankbarkeit für alles, was er bisher erleben durfte und es ist kein Wunder, dass er großartige Songs schreibt, die unter die Haut gehen und mit denen man sich sofort identifizieren kann. In seinen Schilderungen kommt der Humor nicht zu kurz und ich musste des Öfteren über seine Aussagen schmunzeln. Es ist toll, dass dieser Künstler so am Boden geblieben ist, trotz so vieler Tiefschläge und ich habe größten Respekt vor seinem Mut und vor seinem Durchhaltevermögen. Dave Grohl ist ein Beispiel dafür, dass auch große Träume wahr werden können, wenn man fest daran glaubt und dafür lebt, selbst wenn man dafür sein Sicherheitsnetz aufgibt. Ich hoffe sehr, die Foo Fighters werden uns noch lange mit Konzerten und immer wieder neuen Songs beschenken. Für mich ist „Der Storyteller“ eine der besten Biographien überhaupt! Lest es und überzeugt Euch selbst :)

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