Dieter Hombach Die zusammengesetzte Frau

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Inhaltsangabe zu „Die zusammengesetzte Frau“ von Dieter Hombach

Ein Mann vergräbt Leichenteile im Berliner Grunewald. Obwohl er auf frischer Tat beim Überprüfen der "Gräber" er wischt wird, gibt er die Schuld einer Unbekannten. Ein Krimi aus der Hauptstadt mit den zwei Ermittlern Marquard und Rumme. Einer ist für seine Intuition bekannt, der andere für seine Frauengeschichten. Als innerhalb einer Nacht zwei Frauen Selbstmord begehen, die mit diesem Fall zu tun haben, gerät das Ermittlerduo selber in höchste Gefahr.

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  • Rezension zu "Die zusammengesetzte Frau" von Dieter Hombach

    Die zusammengesetzte Frau
    BuechermonsterBlog

    BuechermonsterBlog

    22. October 2011 um 17:20

    Zum Hörbuch: Karl Halberstadt ist unruhig. Täglich pilgert er zum Berliner Grunewald, um sein geheimes Versteck zu überprüfen. Denn Karl Halberstadt ist ein Mörder und der versteckte Ort das Grab seines Opfers. Als der Waldboden eines Morgens vom Regen aufgewühlt wird, stoßen Spaziergänger auf eines der Leichenteile, das abgetrennte Bein einer Frau. Sonderermittler Michael Marquard und sein Kollege Sebastian Rumme werden zum Tatort gerufen, doch statt die Leichenteile komplett freizulegen folgt Marquard seinem Instinkt und lässt das Grab vorerst unberührt. Stattdessen wird der Fundort nun von der Polizei observiert, die daraufhin tatsächlich den Täter Karl Halberstadt auf einem seiner Kontrollgänge festnehmen kann. Halberstadt entpuppt sich schnell als verschrobener Sonderling, der jedoch den Mord an der Frau von Anfang an zugibt. Allerdings beteuert der Mann trotzdem seine Unschuld und weist die Verantwortung für die Tat weit von sich. Zudem ist die Identität des Opfers nach wie vor unbekannt, und so können Marquard und Rumme den Fall noch nicht zu den Akten legen. Stattdessen befassen sie sich gründlich mit dem Umfeld des Tatverdächtigen. Besonders unangenehm ist dabei die Begegnung mit der Mutter des Mörders, einer demenzkranken alten Frau. Laut der Aussage Halberstadts wurde er in seiner Kindheit von seiner Mutter grob misshandelt, als er von dieser bei Doktorspielen mit seiner Schwester erwischt wurde. Völlig in Rage zertrümmerte die Frau damals die Hände ihres Sohnes, der seitdem ein schlimmes Trauma davongetragen hat und seine Minderwertigkeitskomplexe bei Prostituierten verdrängen will. Eine der Frauen scheint sogar etwas mit der grausamen Tat Halberstadts zu tun zu haben, denn dieser ist in panischer Angst vor einer gewissen Prostituierte namens Fiona. Als dann auch noch die Schwester des Mörders auftaucht, dringen die Ermittler immer tiefer in ein Familiendrama um Inzest und Misshandlung ein… Ich muss ehrlich zugeben, dass ich in den ersten zwei Stunden nicht wirklich verstanden habe, worauf der Autor mit seinem Krimi hinauswollte. Der Täter ist gefasst, an dessen Schuld gibt es eigentlich keinen Zweifel und trotzdem stellen die Kommissare Ermittlungen an. Irgendwie wirkte die ganze Geschichte überflüssig, allerdings war zu diesem Zeitpunkt die spätere Entwicklung noch nicht absehbar. Zu Beginn steht auch erst einmal der Mörder selbst im Fokus und die Frage nach den Hintergründen für die Ermordung und Zerstückelung einer Frau. Die sich durch die Befragung ergebende Familiengeschichte ist schon recht unangenehm und abstoßend, steht aber in keinem Verhältnis zu den folgenden Ereignissen. Eine verbotene sexuelle Beziehung zwischen Bruder und Schwester, eine bedrohliche und gewalttätige Mutter, merkwürdige Praktiken bei Prostituierten – wem das schon zu viel ist, der sollte besser direkt abschalten. Es wird nämlich noch schlimmer… Während der Handlung begleitet der Hörer die Ermittler Marquard und Rumme. Marquard steht eher für ungewöhnliche Methoden und Eingebungen, wie z.B. die Observation der gefundenen Leichenteile, und der Kollege Rumme fällt vor allem durch seine Frauengeschichten auf. Leider weiß keiner der beiden Charaktere wirklich zu überzeugen, besonders Rumme wirkt auf mich unglaublich unsympathisch. Gerade seine Beutezüge auf der Suche nach der nächsten weiblichen Eroberung zeugen doch irgendwie von einer gestörten Persönlichkeit. So ist es dann auch kein Wunder, dass Rumme selbst in die Abgründe um Halberstadts Familie hineingezogen wird. Hat man den etwas lahmen Anfang einmal überstanden, ist die Geschichte eigentlich gar nicht so schlecht. Hinter der Tat steckt auf einmal viel mehr, als man anfangs vermutet hat und die folgenden Entwicklungen werfen plötzlich ein ganz anderes Licht auf den Mörder. Leider versucht der Autor Dieter Hombach aber immer wieder, seine Story mit extrem grauenvollen und abstoßenden Details aufzuwerten. So dreht sich viel um recht abartige sexuelle Praktiken (Stichwort „Fisting“), die eigentlich völlig überflüssig in die Handlung eingebaut werden. Meiner Meinung nach ist hier vieles Effekthascherei, nach dem Motto „je ekliger, desto besser“. Wenn dann eine der Hauptfiguren mit dem abgetrennten Arm einer Toten anal vergewaltigt wird, dann stellt man sich doch die Frage, inwieweit diese Schilderungen für die Geschichte nötig sind. Ähnlich befremdlich wirkt dann auch die Auflösung der Story, vor allem die letztendlich enthüllten Hintergründe der Tat finde ich doch recht fragwürdig. Hier finde ich die besonders die psychologische Begründung etwas merkwürdig. Zum Sprecher: Gelesen wird „Die zusammengesetzte Frau“ von dem mir bisher völlig unbekannten Sprecher Andreas Sparberg, laut eigener Aussage auf dessen Homepage „Sprecher und Moderator“. Anfangs ist die Stimme Sparbergs etwas gewöhnungsbedürftig, insgesamt macht er seine Arbeit aber recht ordentlich, wenngleich jedoch keinesfalls herausragend. Etwas merkwürdig wirkten die Szenen, in denen Sparberg etwas lauter wurde. Hier klang die Stimme immer etwas entfernt, fast so als hätte Sparberg sich nicht getraut richtig ins Mikrofon zu brüllen… Ansonsten eine solide Sprecherleistung, die mir aber auch nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Mein Fazit: „Die zusammengesetzte Frau“ von Dieter Hombach ist irgendwie eine zwiespältige Geschichte. Zu Beginn mag nicht so richtig Spannung aufkommen, mit zunehmender Spieldauer nimmt die Handlung jedoch Fahrt auf und ist dann auch recht interessant. Allerdings waren mir die Hauptfiguren ziemlich unsympathisch, es fehlte hier eindeutig an Identifikationsfiguren. Was zudem negativ auffällt sind die übertrieben abartigen Elemente, die für die Geschichte völlig unnötig sind. Hier setzt Hombach wohl auf die Voyeurismus-Karte und hofft durch die verstörenden Fisting-Szenen auf zusätzliche Hörer bzw. Leser. Diesen Aspekt hätte die solide Geschichte eigentlich nicht gebraucht. Wer also mal Lust auf eine gepflegte Portion Übelkeit verspürt oder auf solche Praktiken steht, darf das Geld gerne investieren. Zartbesaiteten Gemütern sei jedoch dringendst davon abgeraten. Meine Wertung: 6/10

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