Dieter Kindermann

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die Habsburger ohne Reich, Politiker nach der Macht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Dieter Kindermann

Die Habsburger ohne Reich

Die Habsburger ohne Reich

 (2)
Erschienen am 22.09.2010
Politiker nach der Macht

Politiker nach der Macht

 (1)
Erschienen am 01.05.2013
Klostergeschichten

Klostergeschichten

 (0)
Erschienen am 30.09.2009

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Rezension zu "Die Habsburger ohne Reich" von Dieter Kindermann

Eine interessante Familie ...
Bellis-Perennisvor 8 Monaten

Gleich vorweg sei gesagt, dass Autor und Journalist Dieter Kindermann mehrere Interviews mit Ex-Kaiserin Zita geführt hat und sichtlich von ihrer Persönlichkeit beeindruckt war. Die alte Dame war damals bereits über 90 Jahre alt, fast blind, jedoch geistig recht rege.

 

Man kann die Geschichte der Familie Habsburg-Lothringen NACH 1918 nicht von ihrer Geschichte davor trennen. Deshalb muss der Autor ein wenig in der Vergangenheit ausholen und einiges über die Ursachen und den Ausbruch des Ersten Weltkrieges sagen. Außerdem müssen die Umstände, die zur Thronbesteigung von Kaiser Franz Josefs Neffen Karl geführt haben, erläutert werden.

 

Vieles wird mit der Erinnerung Zitas lebendig. Doch manchmal ist diese Sicht – naturgemäß – ein wenig eingeschränkt. Wird der erste Teil des Buches von Interviews mit Zita dominiert, so ist der mittlere Teil, Otto von Habsburg gewidmet. Besonderen Wert legt Dieter Kindermann dabei auf die Rolle Habsburgs beim Kampf für ein unabhängiges Österreich (zunächst gegen Ende des Ständestaats, der Nazi-Diktatur und schließlich, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, bei den Konferenzen der Alliierten). Auch sein Wirken in der Pan-Europa-Bewegung wird ausgiebig beleuchtet.

 

Otto von Habsburgs Verdienste sollen hier auf keinem Fall geschmälert werden. Doch durch den starken Fokus auf den „glühenden Europäer“ (© Otto von Habsburg), kommen die vielen anderen Mitglieder der Familie ein wenig zu kurz.

 

So erfahren wir wenig von Ottos Geschwistern. Lediglich im Zusammenhang mit dem Einreiseverbot nach Österreich werden ein paar Absätze über sie geschrieben. Auch über Ottos Gemahlin Regina wird wenig berichtet. Das finde ich persönlich schade.

Nach Aussage von Ottos Sohn und nunmehrigen Chef der „Casa d’Austria“ Karl Habsburg-Lothringen umfasst die gesamte Familie mehr als 500 Mitglieder. Über Karls Geschwister und deren Nachwuchs wird ein wenig berichtet. Trotzdem steht hier die schillernde Figur von Francesca Habsburg-Lothringen, Karls Frau im Vordergrund, die sich mit ihrem Engagement für die Erhaltung von Kunstschätzen und Kulturgütern einen Namen gemacht hat.

 

Einen Seitenblick riskiert Dieter Kindermann auf Nachkommen wie Eduard Habsburg, dem ehemaligen Soko Donau Drehbuchautor und Medienberater von Bischof Klaus Küng, dem Historiker Michael Salvator Habsburg-Lothringen und den beiden Kärntner Landwirten Christoph und Dominik Habsburg-Lothringen. Ulrich Habsburg-Lothringen, seines Zeichens Forstwirt, ist durch seine Kritik am Ausschluss der Habsburger vom passiven Wahlrecht bekannt geworden.

 

Meine Meinung:

 

Dieter Kindermann schreibt lebendig und in kurzen Abschnitten. Durch die vielen Interviews, die durch Fotos aus den Familienalben ergänzt werden, erhält man Informationen quasi aus erster Hand, wenn auch durch die subjektive Brille gesehen.

 

Sehr interessant sind die Ausflüge in Österreichs Innenpolitik der Zweiten Republik, die sich anscheinend nach wie vor, vor einer Restauration der Monarchie gefürchtet hat. Erst der sozialistische Bundeskanzler Bruno Kreisky hat mit einigen konstruktiven Kompromissen eine neue Basis geschaffen.

 

Das Buch hat mir aufgrund der Vielfalt der Themen und des Stils gut gefallen. Mir fehlt jedoch eine Darstellung der einzelnen Familienzweige der heutigen Familie Habsburg. Da hätte ich mehr erwartet. Was ist aus jenen Erzherzögen geworden, von denen manche sogar in kaiserlicher Uniform an Paraden des Ständestaates teilnahmen?

 

Wer sich mit einzelnen Mitgliedern der Familie Habsburg-Lothringen näher beschäftigen möchte, sollte zu Einzelbiografien greifen, die im Literaturverzeichnis dieses Buches verzeichnet sind.

 

Dieter Kindermann (verstorben 2014) war lange Jahre Journalist bei der Kronen-Zeitung und galt als guter Erzähler. Das ist in diesem Buch zu merken und gleichzeitig auch ein Kritikpunkt. Es werden "nur" verschiedene Anekdoten und Biografien neu gemischt. Eine journalistische Neuentdeckung sucht der in der Geschichte der Habsburger erfahrene Leser vergebens

 

Fazit:

 

Für Einsteiger in die Thematik eine nette Lektüre, die Appetit auf mehr macht. Leser, die einen tieferen Einblick in die Materie wollen, müssen zu anderen Werken greifen.

 

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