Dieter Paul Rudolph Der Bote

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Inhaltsangabe zu „Der Bote“ von Dieter Paul Rudolph

Es war Lene, die Tochter des Hauses. Sie trat an den Tisch, nahm den zweiten Stuhl, der dort stand, sah mich an. Ich wusste nicht, was ich davon zu halten hatte. 'Ich muss die Nacht hierbleiben', sagte das Mädchen. "'Das geht nicht', sagte ich. 'Es muss gehen. Niemand wird davon erfahren.' Sie stellte den Stuhl in die Mitte des Zimmers und begann sich auszuziehen. Die Kleidung ließ sie einfach fallen. Sie setzte sich auf den Stuhl, mir zugewandt. Ich betrachtete das Mädchen wie ein altes Foto. Die Brüste, den Bauch, das Gesicht. Ich betrachtete sie eine halbe Stunde, bis ich müde wurde." Es ist das Jahr 2168 in Zeiten von Postkutschen und rationiertem Wasser. Im Weiler Bannkies findet man die Leiche eines Unbekannten. Ein Kriminalrichter reist an, um den Fall zu untersuchen. Merkwürdiges geschieht, die Zeit fließt schneller. Ein Strudel, der alles und jeden erfasst. Unter einem Schafstall summen Computer. Unter Ruinen liegen Relikte einer merkwürdigen Vergangenheit.

Der etwas andere Krimi.

— kimba

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  • Rezension zu "Der Bote" von Dieter Paul Rudolph

    Der Bote

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. April 2012 um 15:53

    Ein Science-Fiction Krimi? Das klingt interessant und in der Tat ist es das Buch auch. Der Schreibstil ist rasant, die Sätze sind kurz und knapp. Über die Story möchte ich nicht zu viel verraten, nur soviel: sie ist außer- und ungewöhnlich. Der Autor versteht sein Handwerk. Ich habe das Buch mit Vergnügen und ohne Pause gelesen, es ist ein Muss für Fans anspruchsvoller Unterhaltung. Aber Vorsicht: es handelt sich nicht um einen Krimi im klassischen Sinne, der Leser muss sich schon auf Science-Fiction einlassen können. Und gerade die ist ganz anders, als man sie erwarten würde... Fazit: Sehr spannender und ungewöhnlicher Krimi, weitab vom Mainstream. Ich bin begeistert.

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  • Rezension zu "Der Bote" von Dieter Paul Rudolph

    Der Bote

    Stefan83

    15. April 2012 um 19:00

    Mein erstes Buch aus der Feder des geschätzten Krimi-Couch Kollegen Dieter Paul Rudolph und - soviel kann man jetzt schon sagen - sicher nicht mein letztes von ihm. Auch weil sich das Buch in eine gänzlich andere Richtung entwickelt hat, als der Klappentext zuvor noch andeutete. So erwartet den Leser hier kein schräges Steampunk-Abenteuer mit viel Witz, sondern eine sehr nüchterne, kalte Dystopie, welche mich in Inhalt und Grundton der Geschichte doch stark an H. G. Wells Werke erinnert hat. Und auch wenn ein Vergleich vielleicht vermessen klingt - Rudolphs Werk braucht diesen nicht zu scheuen bzw. kann bei einer Gegenüberstellung durchaus bestehen. Die Idee einer Zukunft, welche (aus unbekannten Gründen) in Technik, Kultur und Denken wieder ins 19. Jahrhundert zurückgefallen ist, hat etwas erschreckend Reelles, spielt geschickt mit den Ängsten, die schon Albert Einstein aus gutem Grund geschürt hat: "Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen." Das mit letzteren hier im Jahre 2168 geworfen und gemordet wird, passt da gut ins Bild. Wie überhaupt der Kriminalfall, der stark am klassischen Whodunit angelegt ist, erstaunlich problemlos mit der düsteren Zukunftsvision harmoniert. Und trotz des sehr hoffnungslosen Tons liest sich Rudolphs Buch jedoch erstaunlich leichtfüßig, immer wieder aufgelockert von modernen Märchen, die augenzwinkernd Bezug auf das vergangene 21. Jahrhundert nehmen. Ein lohnenswertes und irgendwie nachdenklich stimmendes kleines Buch, dessen ruhige Erzählweise dem derzeitigen Trend von Tempo, Action und blutigen Gedärm zuwiderläuft - und dafür sei Rudolph ausdrücklich gedankt!

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