Dieter R. Fuchs Hannya – im Bann der Dämonin

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Inhaltsangabe zu „Hannya – im Bann der Dämonin“ von Dieter R. Fuchs

Die abenteuerliche Geschichte um eine geheimnisvolle Schnitzerei, ein Netsuke, lässt das alte Japan aufleben, so wie es wirklich war.
Während seines tausendjährigen Lebenslaufes geht das aus einem ganz besonderen Hirschgeweih geschnitzte Kleinod in vielerlei Gestalt durch unzählige Hände und die spannenden Geschehnisse um seine jeweiligen menschlichen Besitzer erzählen eindrucksvoll von den gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, den Riten des uralten Shintō-Kultes und dem Buddhismus.
Ob Regent, Samurai, Schamanin, Händler, Künstler oder Mönch, niemand konnte sich der Magie dieses Objekts entziehen. Auch jener alternde Mann in Nürnberg nicht, bei dem es schließlich in der Neuzeit landet, und der dessen Faszination genauso erliegt wie später die ihn betreuende Ärztin. Bis man sich von diesem Bann wieder befreien möchte …

Geheimnisvoll

— Marie1971

Eine literarische Reise voller Abenteuer und Magie

— AikateriniAutorin

Mystisches, Übernatürliches und ein magischer Bann bis in die heutige Zeit ...

— RitaKlussmann

Schmöker-Gefühl vermisst, dennoch gelang der Sprung in eine mythische Kultur

— Bücherfüllhorn-Blog

Ein großartiger Roman über die Traditionen und die Geschichte Japans. Absolute Leseempfehlung.

— Doris-E-M-Bulenda

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  • Geheimnisvoll

    Hannya – im Bann der Dämonin

    Marie1971

    03. December 2017 um 14:44

    Die Maske der Hannya auf einer geheimnisvollen Schnitzerei und der damit verbundene Zauber beeinflussen Jahrtausendelang die Besitzer. Es fängt mit dem Geweih eines weissen Hirschen mit blauen Augen an, aus dessen Material die Netsuke entstand. Ist es dieses heilige Tier von dem der Zauber ausgeht ? Dieter Fuchs hatte mich bereits mit ' Der Tanz der Häsin ' sehr in den Bann dieser jahrtausende alten geheimnisvollen Schnitzereien der Netsuke gezogen. Und auch bei diesem Buch ist das zentrale Thema eine Netsuke von der ein eigenartiger Zauber auszugehen scheint. Jedoch ist die Geschichte hier noch sehr viel komplexer, denn der Autor vermag immer wieder Rückblenden in die Urgeschichte der Netsuke vornehmen. Somit wandelt der Leser zwischen Nürnberg 1985 und 2016 und Japan vor 1000 Jahren und jetzt. Es entsteht eine komplette Zeitreise die den Weg der Netsuke vom Anfang bis zum Ende aufzeichnet. Dem Kenner japanischer Geschichte erleichtert dieser Hintergrund sicherlich das Verständnis. Jedoch ist auch der aufmerksame Leser, der vielleicht weniger mit diesem Thema verwandt ist, vom Zauber dieser asiatischen, geheimnisvollen Welt schnell gepackt.Der Schreibstil ist, angepasst an der Thematik, etwas komplexer. Und man tut gut sich genug Zeit für dieses Buch zu nehmen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall für Liebhaber dieser Materie !

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  • Interessantes, literarisches Werk

    Hannya – im Bann der Dämonin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. November 2017 um 19:48

    Das Cover sieht mal so ganz anders aus, aber wirkt wunderschön auf mich. Der Klappentext hat dann noch dazu beigetragen, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe.Von Dieter R. Fuchs ist es mein erstes Buch, welches ich gelesen habe und wurde nicht enttäuscht, denn, auch wenn der Schreibstil gewöhnungsbedürftig ist, nicht ganz so leicht und flott zu lesen, hat mich die Geschichte dennoch fasziniert.Zu Beginn des Buches bekommt man eine Begriffserklärung und dann geht es auch schon los. Die Geschichte spielt in den Jahren 1985, vor 1000 Jahren und 1995 in Nürnberg. Der Perspektivenwechsel jedoch verwirrt hierbei nicht.Die Charaktere sind nett, sympathisch und mysteriös, jedoch möchte ich anmerken, dass es sich hier nicht um einen reinen Fantasyroman handelt, sondern eher um einen Roman, mit historischen Hintergrund, japanischer Kultur und geschichtliche Informationen. Es ist aber auch kein Sachbuch oder Geschichtsbuch, nein, sondern eine gute Mischung aus Geschichte, Sachbuch und Fantasy, in dem es um eine kleine Schnitzerei, der Netsuke handelt, die mehr als Magie ist.Der Weiße Hirsch mit den blauen Augen hat mich besonders fasziniert und auch die Begriffe wie Yamabushi, Chariari usw. werden im unteren Teil der Seite beschrieben.Die Handlungen, die abenteuerlich und spannend sind, fand ich sehr gut, sowie die Charaktere und das Setting selbst. Der Inhalt spiegelt in alle ein wenig Magie, ein wenig Fantasy aber viel Japanisches.Ich würde es mal so sagen, reine Fantasy-Fan kommen hier nicht auf ihre Kosten, aber es ist lesenswert und für zwischendurch auch einmal etwas anderes."Ein interessantes literarisches Werk, über ein Hirschhorn-Netsuke und einen Mann der dem Mythos Netsuke "zufällig" in Nürnberg gefunden hat. Nicht ganz so leichte Lesekost, aber lesenswert, wenn man sich für japanische Kultur interessiert. Lesenswert."

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  • Japanische Seele

    Hannya – im Bann der Dämonin

    AikateriniAutorin

    09. November 2017 um 10:54

    „Manchmal geschieht Unglaubliches. Also gemeint ist etwas wirklich Unglaubliches, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht nur etwas eher Unwahrscheinliches, irgendwie Überraschendes, nein, das würde bei unserer Geschichte hier zu kurz greifen. Was in Folgenden erzählt wird, stellt etwas so Unfassbares dar, dass es sich unserem Verstand vielleicht nicht wirklich erschließen will.“ Was für ein vielversprechender Anfang für einen historischen Roman, in dem die Magie der Mythen hineingreift. Versprechen, die vollends erfüllt werden. Autor: Fremde Welten für sich entdecken, Neues lernen und der eigenen Fantasie keine Grenzen setzen – das lag dem aus der Pfalz stammenden und nun in München lebenden Vielreisenden immer am Herzen. Und genau dies will er in seinen magischen und geheimnisvollen Romanen auch seiner Leserschaft nahebringen. Seine Geschichten entfalten sich gerne um alte asiatische Antiquitäten wie japanische Natsuke und chinesische Amulette, haben aber immer auch einen Bezug zu unserer Zeit und den Lebenslinien interessanter Menschen.Sein Anspruch: Gute und spannende Unterhaltung gemischt mit einer unaufdringlich verpackten Wissensvermittlung zu Themen der Geschichte und der Kunst. Cover: Das mystische Grün des Bambuswaldes gemeinsam mit dem goldenen Sonnenschein des Morgenlandes versetzt den Betrachter sogleich in das alte, mythenumwobene Japan. Wie von einem Bann angezogen wird der Blick von der Skulptur eingefangen und lockt einen dazu, das Buch aufzuschlagen und dessen Tiefen zu ergründen. Buchlayout: Das Buch liegt angenehm in der Hand und lässt sich bequem überallhin mitnehmen. Die Schrift ist groß und gut leserlich, der Zeilenabstand augenfreundlich, sodass der Text auch bei schummrigem Licht klar erkennbar ist. In der Fußzeile finden sich immer wieder Anmerkungen zu verschiedenen Begriffen, die ich allesamt gern durchgelesen habe. So können Japanfans ohne große Unterbrechung noch mehr Hintergründe erfahren. Schreibstil: Trotz langer Sätze und vieler Adjektive ist der Schreibstil flüssig zu lesen und lässt den Leser durch die Seiten treiben. Besonders gefällt mir, dass es sich anfühlt, als würde man direkt den Gedankengängen der Charaktere verfolgen, wie am folgenden Zitat gut zu erkennen ist: „Schließlich war Es nur ein Ding, kein Wesen – und schon gar kein Lebewesen. Obwohl ... so eine Art Lebensweg hatte Es durchaus – und was für einen!“ Die Geschichte wird lebendig durch die genau recherchierten, liebevollen Details, die der Autor geschickt in die Handlung einzustreuen weiß. Als Beispiel gebe ich hier einen Teil der Beschreibung der Miniaturskulptur wider, die auch das Buchcover ziert. „Seine von zahllosen Berührungen menschlicher Hände fast seidig geglättete Oberfläche trug eine ehrwürdige, von einer erfüllten Vergangenheit erzählende Patina. Den Begriff „Handschmeichler“ hätte man mit keinem Objekt besser verständlich machen können als mit dieser den Tastsinn regelrecht zurückliebkosenden Miniaturskulptur.“Handlung:„Auf welchen verschlungenen Wegen hatte es eine solche fernöstliche Kostbarkeit wohl hierher nach Nürnberg verschlagen? Welches Schicksal hatte sie schließlich in diesem Kramladen, unerkannt zwischen altem Ramsch und kitschigem Zierrat, stranden lassen?“ Der Leser schwingt auf einem Pendel zwischen der heutigen Zeit und der japanischen Vergangenheit bis zu 1.000 Jahre zurück. Nicht scharfe Grenzen, sondern weiche Übergänge voller Schatten, um es mit den Wortes des Autors auszudrücken. Nach dem Lesen des Romans hatte ich das Gefühl, von einer langen Reise voller neuer Einblicke zurückzukehren. Die gelungenen Kapitelüberschriften machten mich immer so neugierig, dass ich nur kurz reinschnuppern wollte. Mit dem Ergebnis, dass ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe.Hier eine Aufzählung meiner Favoriten Kapitelnamen: GedankenflitterBußeFrevelZweifelHunger Im Zwiespalt SchamanengeheimnisKriegsdolch Ein Geist auf Reisen Ein Leben im Zeitraffer Ein Geist wird erkannt Ein Kreis schließt sich Besonderheit: Eindeutig wie viel der Leser über die Geschichte, Kunst, Kultur und Religion Japans neben der fesselnden Handlung lernt, ohne belehrt zu werden. Mein Erfahrungsschatz rundum die japanische Mythologie, den Samurai, der Schinto Kultur, dem Buddhismus, sowie die Machtkämpfe des Adels im japanischen Mittelalter wurden um so vieles bereichert. Dank der fesselnden Handlung bleiben diese auch im Gedächtnis haften. Abschlussbemerkung: In diesem Buch wurde die japanische Seele eingefangen. Eine glasklare Leseempfehlung meinerseits für alle, die sich gerne in andere Länder und Zeiten entführen lassen. Ich schließe ab mit den Worten des Autors:„Wer die Magie sucht, wird sie finden.“

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  • Spannend und faszinierend: die Macht eines Kleinods ...

    Hannya – im Bann der Dämonin

    RitaKlussmann

    04. October 2017 um 18:49

    Eine übersinnliche Hirschhornsprosse nimmt Einfluss auf Menschen, bringt Veränderungen, bietet Schutz oder übt grausame Rache aus über viele Jahrhunderte. Weil ich bezüglich der Geschichte Japans lediglich über Schul- und Allgemeinwissen verfüge, freue ich mich natürlich auch über die Horizonterweiterung durch die fundiert ausgearbeitete Geschichtsentwicklung, die in diesen Roman einfließt. Ich kenne die Geschichte Japans des letzten Jahrhunderts, auch die allgemein bekannte Glaubensausrichtung, doch die Zeitspanne des Mittelalters in Japan lag bisher für mich unter grauem Nebel. Das hat sich jetzt geändert.Spannende Story: 1017 n. Chr. war das Winterjahr der „Weißen Eisgeister“, das bis zum Frühling die halbe Bevölkerung des zentralen Waldgebietes der Hauptinsel Japans durch eine eisige Kältewelle und eine erbärmliche Hungersnot dahinraffte. Auch in der Hütte eines Jägers und seiner Schützlinge hatte die Katastrophe schon im frühen Winter Opfer gefordert. Das Jagdwild in der Umgebung war längst gestorben. Selbst entkräftet und ausgehungert rafft sich der Jäger auf und macht sich auf die Suche nach Wild-Nahrung. Lange erfolglos treibt es ihn trotz der eindringlichen Warnung einer Schamanin in den heiligen Geisterwald. Er entdeckt einen weißen Hirsch, der ebenfalls geschwächt und hungrig auf verzweifelter Nahrungssuche ist. Der hungernde Jäger erschießt ihn. Als ihn die großen blauen Augen des toten Hirsches anstarren, weiß er, dass er dieses Fleisch niemals an seine Leute weitergeben darf. Er entschließt sich trotz seiner Not, nur die heilige Trophäe, das Geweih, zur Festung des Regenten zu bringen, um entlohnt zu werden ...Eine Geweihsprosse dieses weißen Hirsches ergattert eine reisende Schamanin, die diese Sprosse für ihren übersinnlichen Fetisch nutzt. Diese mysteriöse Macht ist der Grund, weshalb die Sprosse im Verborgenen bleiben muss und so über Generationen mit großer Ehrfurcht und Warnungen weitergereicht wird an eine neue Besitzerin. Die Schamaninnen verbergen die Sprosse in ihrem Haar, bis sie keine Nachfolgerin mehr haben. Ein neuer Besitzer lässt die Sprosse kunstvoll umarbeiten zu einem Tantogriff (kurzes Schwert), der durch eine unauffällige Umwicklung auch weiterhin im Verborgenen Macht ausübt. Später wird daraus ein Netsuke mit der Dämonenmaske Hannya (ein Gürtelknebel am Kimono). An Magie und Mystik hat das Hirschhorn nichts eingebüßt. Auch nicht, als Hannya 1985, also viele hundert Jahre später, unter Hehlerware in einem Kramladen in Nürnberg landet, und von dort aus bei einem alten Mann, der mit dem Leben schon abgeschlossen hatte. Das Netsuke Hannya zieht nicht nur diesen Mann in seinen Bann, sondern weckt auch bei seiner jungen Ärztin großes Interesse ...Das Leben der Menschen, die mit der Geweihsprosse über Jahrhunderte, später als Tanto-Griff und danach als das Netsuke Hannya in Berührung kommen, verändert sich auf schicksalhafte Weise. Die Veränderungen und auch die tragischen Ereignisse erzählt der Autor mit großer Empathie, dadurch werden die Protagonisten, die in einer Zeitspanne von mehreren hundert Jahren mit dieser Magie und Mystik des übernatürlichen Hirschhorns in Berührung kommen, lebensnah und authentisch. Weil man als Leser ihre geheimsten Gedanken, ihre Gefühle, Pläne und Hoffnungen erfährt und auf ergreifende Weise miterleben kann, kam ich ihnen erstaunlich nahe. Dadurch, dass ich nie wissen konnte, wie Hannya bzw. die Magie des Hirschhorns sich verhielt, lag die Spannung von Beginn an schon sehr hoch und steigerte sich noch weiter auf einen Höhepunkt.Das Außergewöhnliche an diesem Roman ist, dass man die spannende Zeitgeschichte Japans im Mittelalter als Leser gleich mit aufsaugt. Dazu gehören u. a. auch die Angriffskriege der Mongolen, die Entwicklung des traditionellen Shintô-Glaubens, des Buddhismus und des Zen-Buddhismus, wie auch die Rang- und Machtkämpfe innerhalb Japans. Auch die Schauspielkunst des traditionellen Nô-Theaters bleibt nicht außen vor. Letztlich inspiriert eine mysteriöse Dämonen-Maske des Theaters den einsamen Kunstschnitzer bei seiner letzten Arbeit: das Netsuke Hannya. Ein tragisch-spannendes Leben des einstigen Kunstschnitzer-Schülers, das berührt.  Der sehr gute Schreibstil des Autors, hat mich die damalige Lebensweise der Japaner intensiv spüren lassen. Auch die Aura der Mystik, die Strenge, der Überlebenskampf ebenso, wie die bildhafte Beschreibung der Schauplätze, die Atmosphäre des Geschehens und die ergreifenden Schicksale der Protagonisten, also der Menschen, die mit dieser Magie in Berührung kamen.Ein dichtes und spannendes Leseerlebnis. Ich hatte wunderbare Lesestunden und kann den Roman jedem empfehlen, der gern einmal in fremde Kulturen abtaucht.

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  • Schmöker-Gefühl vermisst, dennoch gelang der Sprung in eine mythische Kultur

    Hannya – im Bann der Dämonin

    Bücherfüllhorn-Blog

    23. September 2017 um 11:17

    Auch das Buch „Tanz der Häsin“ des selbigen Autors handelt von Netsuken, besonderen Miniaturschnitzereien aus dem historischen Japan. Ich mochte das Buch und freute mich daher ganz besonders, wieder in ähnliche asiatischen Gefilde einzutauchen.   Diese Geschichte hier, Hannya,  war vom Thema ähnlich, aber dennoch etwas anders im Erzählton. Zum einen hatten die Protagonisten in der heutigen Zeit keine Namen, wurden nur der „Mann“ und die „Ärztin“ genannt. Daran gewöhnt man sich aber und es war auch kein Problem, obwohl es so natürlich schon eine gewisse Distanz schaffte. Dieser Teil, der in der heutigen Zeit spielt, lässt sich sehr unterhaltsam und schnell lesen.   Bei den Kapiteln aus der Vergangenheit und der japanischen Perspektive fehlte mir das Gefühl das Gefühl in der Geschichte „versinken“ zu können. Es wurden viel mehr historische Details, Ausdrücke und Namen genannt, die mich auch teilweise verwirrten: Japanische Mythen, Kaiser, Fürsten, Kriegsfürsten, Kriege, Epochen, Märchen, Geisterwesen … Das alles in einem so kleinen Buch unterzubringen und sich auf das nötigste zu beschränken, war sicherlich sehr schwierig. Ich hatte das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte darunter ein wenig gelitten hat, weniger „Tiefe“ hatte. Der Fokus so schien mir, lag mehr auf der „japanischen Historie“ und der Wissensvermittlung. Und das funktionierte gut und so ist die Geschichte eines  Kleinodes auf seinem 1000-jährigen Weg durch Japan bis Deutschland und wieder zurück eine runde Sache.   Die Geschichte um eine Miniaturschnitzerei (Netsuke), die aus dem Geweih eines göttlichen Kami-Hirsches geschnitzt wurde. Ist es ein Kleinod, ein Heiligtum oder eine Reliquie? Wie soll man „Es“ nennen? Etwas, dass sich manchmal vage selbst bewusst ist, pulsierend und Magie verströmend zugleich. Lange Zeit verbleibt dieses „ Es“ bei Itaka-Schamaninnen, die auch den Shinto-Kult durch Jahrhunderte am Leben halten, im Glauben an alte Götter und Natur- und Ahnengeister, den Kami. Ich glaube, hier hätte ich noch viel mehr lesen können, von den Eisgeistern und dem Shinto-Kult.   Gerade das erste Drittel der Geschichte empfand ich sehr angenehm und zum abtauchen. Flüssig zu lesen, auch wenn es viele japanische Fremdwörter, Begrifflichkeiten und historische Kontexte zu erfassen gibt. Vieles ist durch praktische Fußnoten gleich unten im Text erklärt, obwohl es mir nur selten gelang, mir dies das alles zu merken. Zwischendurch hatte ich mit verschiedenen Längen im Bezug auf japanische Historie (Besitzverhältnisse, Kämpfe, Fujiwara no Michinaga etc.), Namen und Würdenträgern zu kämpfen.  Aber das tat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch, im Gegenteil, denn ich hätte am liebsten zwischendurch verschiedenes noch gegoogelt. So blieb ein schöner Gesamteindruck zurück.   Für mich war es keine Fantasy-Geschichte wie irgendwo erwähnt wurde, sondern eine Geschichte mit einigen (wenigen) magischen oder übersinnlichen Elementen geschmückt. Diese sphärischen, fast schon zwischen den Zeilen versteckten magischen Vorgänge um die Miniaturschnitzerei gefielen mir sehr. Ob im Guten oder Bösen, das war von Anfang an nicht klar und machte auch für mich einen Teil der Spannung aus. Zudem erfährt der Leser nebenbei viel über die japanische Mythologie und Historie, über Samurai, den Shinto Kult und vieles mehr.   Alles in allem: Die Geschichte lässt sich gut lesen, erfordert aber in Bezug auf die japanischen Mythen und Historie ein großes Interesse und eine gewisse Konzentration vom Leser. Durch die vielen historischen Einzelheiten, die erwähnt werden, bleibt für ausführliche Details oder Charakterstudien (außer zu dem Netsuke) kein Platz. Ich habe das „schmöker-Gefühl“ etwas vermisst. Dennoch habe ich die Zeit mit dem Netsuke genossen, es entführt in eine andere, vergangene Kultur.

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  • Wunderbare Verknüpfung von japanischer Geschichte mit einem wertvollen Netsuke

    Hannya – im Bann der Dämonin

    Doris-E-M-Bulenda

    01. September 2017 um 22:37

    Ein großartig geschriebenes Buch, das die Geschichte eines japanischen Kunstgegenstandes durch die Jahrhunderte verfolgt und gleichzeitig eine gekonnte Verbindung zur Jetztzeit schafft. Profunde Kenntnisse der japanischen Geschichte und der japanischen Lebensart machen den Roman lehrreich und super-interessant. Meine absolute Leseempfehlung, großartige Unterhaltung und eine wunderbare Geschichte um das kleine "Es", das Netsuke, das anscheinend ein Eigenleben besitzt. 

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