Dieter Richter Die Insel Capri

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Inhaltsangabe zu „Die Insel Capri“ von Dieter Richter

Capri – das sind zehn Quadratkilometer im Mittelmeer, die die Welt bedeuten. Unter Kaiser Tiberius Regierungszentrum des Imperium Romanum, dann verarmt und vergessen, mit der Entdeckung der Blauen Grotte zur ersten europäischen Tourismus-Insel aufgestiegen, ist Capri heute Luxus-Destination und Traumziel, Marke und Mythos.
Wie keine andere verkörpert Capri den Zauber der Insel schlechthin: Robinson-Eiland und Insel Utopia, Toteninsel, Liebesinsel und Neue Welt. Capri ist die Insel der Inseln.
Dieter Richter zeichnet ein Portrait der »schönsten Insel der Welt«, ihrer Landschaft, ihrer Geschichte und vor allem der Menschen, die sie besucht und auf ihr gelebt haben: Abenteurer und Revolutionäre, Künstler, Schriftsteller und Philosophen, Geflüchtete und Emigranten aus den Diktaturen der Welt. Der Autor hat zahlreiche unbekannte und ungewöhnliche Quellen aufgespürt, darunter Grabsteine und Gästebücher, Polizeiakten, Urkunden, Briefe und Tagebücher, und die facettenreichste Biographie der Insel Capri verfasst.

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    Die Insel Capri

    aus-erlesen

    15. April 2018 um 17:36

    Wer Capri nicht gesehen hat, hat die Welt nicht gesehen. Denn sie ist dort zuhause. Vierzehntausend Bewohner der Insel begrüßen jährlich über zwei Millionen Besucher. Das muss man erstmal verkraften. Capri verkraftet es, doch mit einem leichten Pfeifen in der Lunge. Und das schon seit einem halben Jahrhundert.  Zuvor – also rund zweihundert Jahren - war Capri eine Insel, die man nur sehr schlecht erkunden konnte. Touristen gab es kaum, wozu also Wanderpfade, Wegweiser, Hotels errichten. Dann kamen die Intellektuellen, die Dichter und die Herren in Weiß. Ja, die Ärzte, nicht die Band, waren die ersten, die Capri für sich und ihre „Kunst“ entdeckten. Schon bald kamen auch die Patienten. Und dann der Rest. Hier urlaubten Kaiser Tiberius, Kanonen-Krupp und Berufsrevolutionär Lenin. Autohersteller zierten ihre Karossen mit dem Namen der Insel, eine Orangenlimo trägt ihren Namen in die Welt.  Dieter Richter zieht in seinem Inselbuch eine Bilanz Capris. Und die hat Höhen und Tiefen. Als Tiberius hier vor zweitausend Jahren sein Asyl bezog, war er ein ungebetener Gast. Noch heute findet sich im Taufregister wohl so mancher Cesare oder Augusto, aber kein Tiberio. Denn an den Klippen, wo Tiberius sich seine Villa erbauen ließ, ging es hoch her. Orgien und Sittenverfall bis hin zum ominösen salto di tiberio, dem (fast immer unfreiwilligen) Sprung über die Klippen. Capri ist aber auch eine geteilte Insel. Die Orte Capri und Anacapri verbindet eine Treppe und ein tief empfundener Zwist. Während unten in Capri, das Fremdencapri, wie es auch genannt wird, sich die Hautevolée ein Stelldichein gibt, gibt es für Anacapri nur die Küchenreste. Wer allerdings, ganz ohne falsch verstandene und gelebte Romantik Capri erleben möchte, ist in Anacapri bestens aufgehoben.  Doch im Zuge der Modernisierung und zunehmenden Bebauung der Insel wird dieser Unterschied auch bald ausgeglichen sein. Wenn er es nicht schon ist. Capri sorgt seit über hundert Jahren für Furore. Zahllose Aussichtspunkte, belvedere, luden und laden zum Aufs-Meer-Schauen ein. Architektonische Wunderhäuser, auch solche, die in keinem Architektur-Hochglanz-Prospekt auftauchen werden, sorgen für Aha-Erlebnisse. Und dann natürlich die Blaue Grotte. Sie gab zahlreichen Insulanern Broterwerb für Generationen. Sofern ein Boot zu Verfügung steht. Wer sie nun als erster entdeckt hat, bleibt bis heute ungelöst. Ein Deutscher oder sein Bootsführer aus Capri? Wer sie besucht, darf nicht nach Ruhe suchen.  Wie man es dreht und wendet, Capri ist ein Muss. Allerdings mit Abstrichen. Idyllisch ist es immer noch. Erholung findet man sicher auch noch. Doch wer glaubt, gemütlich auf der Piazza – vielleicht sogar im Fremdencapri – genüsslich eine Pizza essen zu können, wird sein blaues Wunder erleben.  Das blaue Wunder kann man aber auch einfacher haben. Dieses blaue Buch ist wahrhaft ein Wunder. Zweihundert Seiten, inkl. Auflistung der VIP-Besuche aus fast drei Jahrtausenden, geben einen unterhaltsamen wie informativen Überblick über die Sehnsuchtsdestination Nummer Eins der Deutschen vor knapp sechzig Jahren.

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