Dieter Spethmann Deutschland - Die Dritte Industrielle Revolution

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Inhaltsangabe zu „Deutschland - Die Dritte Industrielle Revolution“ von Dieter Spethmann

Der ehemalige Thyssen-Vorstand Dieter Spethmann entwirft in
seinem Buch „Deutschland – Die Dritte Industrielle Revolution“
einen faszinierenden Abriss der deutschen Industriegeschichte.
Er spricht von zwei industriellen Revolutionen in der deutschen
Geschichte. Die „Erste Industrielle Revolution“, die Mitte des 19.
Jahrhunderts einsetzte, führte in eine Industriegesellschaft mit
einem sehr hohen Lebensstandard. Auf diese erfolgreiche Phase
folgte die Krisenzeit von 1914 bis 1945 mit dem Ersten Weltkrieg,
der Inflation, der Weltwirtschaftskrise und der Katastrophe des
Zweiten Weltkriegs. Es folgt in der Nachkriegszeit eine „Zweite
Industrielle Revolution“, die mit der Wiedervereinigung 1990 von
einer Phase der Stagnation und des Rückgangs abgelöst wurde.
In dieser Situation soll, so Dieter Spethmann, die „Dritte Industrielle
Revolution“ einsetzen. Deutschland soll sich auf seine Stärken
besinnen, mit Innovationen den etablierten Schlüsselindustrien
Impulse geben und mit Innovationen in den Zukunftsindustrien
Akzente setzen.

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  • Rezension zu "Deutschland - Die Dritte Industrielle Revolution" von Dieter Spethmann

    Deutschland - Die Dritte Industrielle Revolution

    michael_lehmann-pape

    31. January 2011 um 15:19

    Was es sein kann und was es dafür braucht Was sind die Faktoren, die für eine leistungsfähige Wirtschaft sorgen? Andersherum gefragt, warum hakt es an so vielen Orten der Wirtschaft, warum erleidet Deutschland seit Jahren und Jahrzehnten einen schleichenden Wohlstandsverlust, wie Dieter Spethmann behauptet? Sein Weg der Antwort, des Blickes in eine konstruktive Zukunft, gepaart mit Vorschlägen, aber auch Forderungen, wo umgesteuert werden könnte und sogar müsste, ist nicht einfach eine Aneinanderreihung plakativer Forderungen, die nur mühsam den Eigennutz zu verbergen mögen, wie bei so vielen anderen Wirtschaftsführern, die sich öffentlich oft so gewichtig zu Wort melden. Es gehört zu Dieter Spethmanns Stil und Art als Autor, den Dingen gründlich auf den Grund zu gehen. So gelingt ihm auch in seinem neuen Werk ein erstaunliches Kunststück. Ohne selber sich in den Vordergrund zu setzten, lässt er harte Fakten und unbestrittene, geschichtliche Erfahrungen für sich selber sprechen. Er selbst zieht nur, aus seiner Kompetenz als ehemaliger „Wirtschaftskapitän“ völlig zurecht heraus, entsprechende Schlüsse für die Zukunft und nimmt Anpassungen an moderne Technik und modernes Wirtschaften vor, wo die Beispiele aus der geschichtlichen Vergangenheit an die gewandelte Gegenwart angepasst werden müssen. Genau dieser Stil aber gibt seinen Argumenten und Beobachtungen eine ungeahnte Wucht. In ganz eigener Betonung der Geschichte (wunderbar getroffen, den ersten Weltkrieg als „zweiten dreißigjährigen Krieg“ zu bezeichnen) führt er minutiös vor Augen, was die deutsche Industrie, die deutsche Wirtschaft und damit auch den deutschen Wohlstand jeweils stark und leistungsfähig gemacht hat, zeigt ebenso auf, wie Leistungsfähigkeit und allgemeiner Wohlstand zusammengehören, welcher Leistungsstand und welche führende Position im Blick auf den Weltmarkt möglich waren (und wären) und genau welche wankenden oder gestörten Rahmenbedingungen im Lauf der jüngeren Geschichte diese Leistungsfähigkeit einschränken, wenn nicht sogar empfindlicher stören. Am nicht einfachen Beispiel des Schiffbaus weist er in klarer und fundierter Form die Einrichtung solch erschwerender Rahmenbedingungen und sinnentleerter Subventionen unter anderem auf, viele weitere Beispiele gehen dem voraus und folgen. Wie nebenbei gelingt ihm damit, auch dem interessierten Laien, komplexe politische und wirtschaftliche Vorgänge in ihrer Wechselwirkung zu verdeutlichen. Nach der Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg ist nun, nach Jahren und Jahrzehnten der teils unglücklichen, teils destruktiven politischen Entscheidungen nicht mehr und nicht weniger anstehend, als eine dritte industrielle Revolution. Keinen anderen Ausweg sieht Spethmann, als die kluge Stärkung der industriellen Produktion und Produktivität unter Einbeziehung modernster Technologien. Quelle von Sicherheit und Wohlstand zu allen Zeiten. Auch die Dienstleistungen müssen diesen Kern im Blick halten, denn letztlich zahlt die Produktion für Dienstleistungen, nicht umgekehrt. Forschung, Bildung, Innovation und ein vernünftiger europäischer Rahmen, das sind im Kern seine Ansätze für ein Herumwerfen des Ruders. Mit klarem Blick und absolut überzeugend lässt Spethmann, wie gewohnt, die Fakten eine klare Sprache sprechen. Dabei verbiegt er historische Ergebnisse nicht, um diese für seine Argumente passend zu machen, sondern zieht die folgerichtigen Schlüsse als fundierten Beobachtungen. Nicht erst seit gestern stände seine Idee einer konzertierten Aktion zur Konzentration auf industrielle Produktion und Produktivität ab, ohne die soziale Komponente der Markwirtschaft zu vernachlässigen. Leider steht zu befürchten, dass seine ernst zu nehmenden Argumente weiterhin zwar gelobt, aber nicht umgesetzt werden. Dennoch ein klar strukturiertes, verständliches und erhellendes Buch, das den Kern der Probleme erfasst, einprägsam beschreibt und konstruktive Möglichkeiten in pragmatischer Form aufzeigt.

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