Dieter Sturma

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Autor von Jean-Jacques Rousseau, Philosophie der Person und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Dieter Sturma

Jean-Jacques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau

 (3)
Erschienen am 22.03.2001
Handbuch Bioethik

Handbuch Bioethik

 (1)
Erschienen am 19.09.2014
Philosophie des Geistes

Philosophie des Geistes

 (1)
Erschienen am 29.03.2011
Philosophie und Neurowissenschaften

Philosophie und Neurowissenschaften

 (0)
Erschienen am 25.01.2010

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Rezension zu "Handbuch Bioethik" von Dieter Sturma

Bewertung des wissenschaftlich vermittelten Umgangs mit dem Leben
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Bewertung des wissenschaftlich vermittelten Umgangs mit dem Leben

Welche Auswirkungen haben wissenschaftlich-technische Entwicklungen auf einzelne Menschen, auf die Gesellschaft, auf andere Lebensformen und die Umwelt?

Welche normativen Fragen werden durch neue Entwicklungen aufgeworfen und welche Normen und Werte wären notwendig, um das Leben im Anblick neuer wissenschaftlicher Entwicklungen immer wieder konstruktiven Wegen zuzuführen?

Fragen, mit denen sich die Bioethik, insbesondere in den Teildisziplinen Medizinethik, Tierethik und Umweltethik beschäftigt.
Fragen, die von Grund auf zu einer interdisziplinären Betrachtung führen. Denn die Herausforderungen durch neue Möglichkeiten, neue Techniken, neue Behandlungswege wirken in so gut wie allen Teilbereichen des menschlichen Lebens mit ihren Folgen nach.

„Das thematische Spektrum der Bioethik erstreckt sich über das gesamte semantische Feld des Begriffes „Leben““.
So setzten es die Herausgeber zu Beginn dieses Handbuches deutlich in den Raum.
Sieht man zudem, dass die Bioethik der „angewandten Ethik“ zugerechnet wird, so wird klar, dass die umfassende Betrachtung der wissenschaftlichen Entwicklungen nicht bei einer reinen Darstellung verbleiben kann, sondern in eine Wertedebatte einzumünden hat. Auch was die Stellung und Ausrichtung der Bioethik selber angeht (was im Buch je mit aufgenommen wird).

„Aufgrund innovativer wissenschaftlich-technischer Entwicklungen werden moralische Fragen aufgeworfen für die (u.a.) das traditionelle medizinische Ethos keine hinreichenden Antworten bereithält“.

Neben der Begriffsgeschichte als solcher setzen die Herausgeber zu Beginn weitere wichtige Orientierungen in Richtung der Hauptströmungen der Bioethik, der Methoden und Grundbegriffe, der vielfachen Disziplinen der Bioethik, und, überaus wichtig in der gegenwärtigen Diskussion die mögliche (und notwendige) Verortung der Bioethik in einer hochgradig pluralistischen Welt.
Hier tatsächlich immer wieder „Diskursformen und Entscheidungssituationen zu entwickeln, die jenseits ideologischer Konflikte verlaufen“ und somit die auch den einzelnen Forschenden prägenden je gesellschaftlichen „Standorte“ zu verlassen ist dabei sicherlich eine schwierigen Aufgaben der modernen Bioethik.

Sehr fundiert gehen daher die Herausgeber systematisch und breit vor allem die Grundlagen der Bioethik an.
Die „zentralen Begriff und Konzepte“ erhalten hierzu im Buch umfassenden Platz. Dabei wird weder ein solch umstrittenes und besetztes Thema wie „Euthanasie“ (wenn auch nur kurz) gescheut, wie ein differenzierter Blick auf „Behinderung“ oder die „informierte Einwilligung“ neben „großen“ Begriffen wie „Lebensqualität“, „Gerechtigkeit“, oder „Werte“.

Moderne Fragestellungen wie das Konzept der „Kommerzialisierung“ oder der „Güter und Güterabwägung“ oder der „Nachhaltigkeit“ finden hier ebenso ihren Platz wie „zeitlose“ Begriffe wie „das Risiko“ oder „der Tod“.

Wie von einem Handbuch im besten Sinne nicht anders zu erwarten, werden die Begriff und Konzepte zwar komprimiert, aber dennoch in ihrer umfassenden Bedeutung im Buch aufgenommen. Die an jedes Kapitel anschließenden, ausführlichen Literaturangaben geben dabei vielfältige Impulse für eine interessenglagerte Vertiefung einzelner Begriffe.

Ein Aufbau, der ebenso für die beiden weiteren anschließenden Hauptteile der „Bioethischen Themen“ und des gezielten Blickes auf die „Schnittstellen zu anderen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereiche“ vorliegt.

Hier ist vor allem die Vertiefung zu „Ethikräten“ als „praktischer Einstieg“ in das Thema und das Handbuch zu erwähnen.
Nicht nur die europäische Einrichtung eines Ethik-Gremiums für die Bioethik mit seinem zentralen Thema der biomedizinischen Ethik zeigt die Bedeutung der Bioethik grundlegend auf, ebenso wie die Beschränkung als „nur“ Ratgeber die Notwendigkeit stichhaltiger und breit überzeugender Argumente vor die Augen des Lesers rückt.
Aufgrund der Informationen dieses Kapitels und der benannten offenen Fragestellungen wird es dem Leser erleichtert, die vielfachen anderen Themen, Begriffe und Konzepte im Handbuch praktisch zu verorten.

Ein breit aufgestelltes und in den einzelnen Kapiteln und Themen fundiert dargelegtes Handbuch, das in bester Form in den interdisziplinären Diskurs der Bioethik einführt, wichtige Hilfen zu Vertiefung der einzelnen Themen bereit hält und die Bedeutung der Bioethik in einer pluralistischen, technisch orientierten modernen Welt eindeutig herausarbeitet.

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