Dieter Sturma Handbuch Bioethik

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Inhaltsangabe zu „Handbuch Bioethik“ von Dieter Sturma

Seit vielen Jahren sind bioethische Fragen Thema intensiver Auseinandersetzung. Dies gilt für den fachwissenschaftlichen und den interdisziplinären Diskurs wie auch die breite Öffentlichkeit. Dieses Handbuch erläutert nach einer allgemeinen Einführung zentrale Begriffe und Konzepte der Bioethik, die sich durch alle Bereiche ziehen (wie z.B. Menschenwürde, Person, Leben, Tod, Krankheit, Natur). Im Hauptteil folgen Darstellungen der speziellen bioethischen Themen und Probleme (wie z.B. Stammzellforschung, Enhancement, Neuromedizin und Neurowissenschaften, Sterbehilfe, Transplantationsmedizin, Biodiversität, Tiere). Ein Kapitel über die Schnittstellen der Bioethik zu anderen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen beschließt den Band (z.B. Bioethik in der Lehre, Biopolitik, Biorecht, Ethikkommissionen).

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  • Bewertung des wissenschaftlich vermittelten Umgangs mit dem Leben

    Handbuch Bioethik
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    13. May 2015 um 13:43

    Bewertung des wissenschaftlich vermittelten Umgangs mit dem Leben Welche Auswirkungen haben wissenschaftlich-technische Entwicklungen auf einzelne Menschen, auf die Gesellschaft, auf andere Lebensformen und die Umwelt? Welche normativen Fragen werden durch neue Entwicklungen aufgeworfen und welche Normen und Werte wären notwendig, um das Leben im Anblick neuer wissenschaftlicher Entwicklungen immer wieder konstruktiven Wegen zuzuführen? Fragen, mit denen sich die Bioethik, insbesondere in den Teildisziplinen Medizinethik, Tierethik und Umweltethik beschäftigt. Fragen, die von Grund auf zu einer interdisziplinären Betrachtung führen. Denn die Herausforderungen durch neue Möglichkeiten, neue Techniken, neue Behandlungswege wirken in so gut wie allen Teilbereichen des menschlichen Lebens mit ihren Folgen nach. „Das thematische Spektrum der Bioethik erstreckt sich über das gesamte semantische Feld des Begriffes „Leben““. So setzten es die Herausgeber zu Beginn dieses Handbuches deutlich in den Raum. Sieht man zudem, dass die Bioethik der „angewandten Ethik“ zugerechnet wird, so wird klar, dass die umfassende Betrachtung der wissenschaftlichen Entwicklungen nicht bei einer reinen Darstellung verbleiben kann, sondern in eine Wertedebatte einzumünden hat. Auch was die Stellung und Ausrichtung der Bioethik selber angeht (was im Buch je mit aufgenommen wird). „Aufgrund innovativer wissenschaftlich-technischer Entwicklungen werden moralische Fragen aufgeworfen für die (u.a.) das traditionelle medizinische Ethos keine hinreichenden Antworten bereithält“. Neben der Begriffsgeschichte als solcher setzen die Herausgeber zu Beginn weitere wichtige Orientierungen in Richtung der Hauptströmungen der Bioethik, der Methoden und Grundbegriffe, der vielfachen Disziplinen der Bioethik, und, überaus wichtig in der gegenwärtigen Diskussion die mögliche (und notwendige) Verortung der Bioethik in einer hochgradig pluralistischen Welt. Hier tatsächlich immer wieder „Diskursformen und Entscheidungssituationen zu entwickeln, die jenseits ideologischer Konflikte verlaufen“ und somit die auch den einzelnen Forschenden prägenden je gesellschaftlichen „Standorte“ zu verlassen ist dabei sicherlich eine schwierigen Aufgaben der modernen Bioethik. Sehr fundiert gehen daher die Herausgeber systematisch und breit vor allem die Grundlagen der Bioethik an. Die „zentralen Begriff und Konzepte“ erhalten hierzu im Buch umfassenden Platz. Dabei wird weder ein solch umstrittenes und besetztes Thema wie „Euthanasie“ (wenn auch nur kurz) gescheut, wie ein differenzierter Blick auf „Behinderung“ oder die „informierte Einwilligung“ neben „großen“ Begriffen wie „Lebensqualität“, „Gerechtigkeit“, oder „Werte“. Moderne Fragestellungen wie das Konzept der „Kommerzialisierung“ oder der „Güter und Güterabwägung“ oder der „Nachhaltigkeit“ finden hier ebenso ihren Platz wie „zeitlose“ Begriffe wie „das Risiko“ oder „der Tod“. Wie von einem Handbuch im besten Sinne nicht anders zu erwarten, werden die Begriff und Konzepte zwar komprimiert, aber dennoch in ihrer umfassenden Bedeutung im Buch aufgenommen. Die an jedes Kapitel anschließenden, ausführlichen Literaturangaben geben dabei vielfältige Impulse für eine interessenglagerte Vertiefung einzelner Begriffe. Ein Aufbau, der ebenso für die beiden weiteren anschließenden Hauptteile der „Bioethischen Themen“ und des gezielten Blickes auf die „Schnittstellen zu anderen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereiche“ vorliegt. Hier ist vor allem die Vertiefung zu „Ethikräten“ als „praktischer Einstieg“ in das Thema und das Handbuch zu erwähnen. Nicht nur die europäische Einrichtung eines Ethik-Gremiums für die Bioethik mit seinem zentralen Thema der biomedizinischen Ethik zeigt die Bedeutung der Bioethik grundlegend auf, ebenso wie die Beschränkung als „nur“ Ratgeber die Notwendigkeit stichhaltiger und breit überzeugender Argumente vor die Augen des Lesers rückt. Aufgrund der Informationen dieses Kapitels und der benannten offenen Fragestellungen wird es dem Leser erleichtert, die vielfachen anderen Themen, Begriffe und Konzepte im Handbuch praktisch zu verorten. Ein breit aufgestelltes und in den einzelnen Kapiteln und Themen fundiert dargelegtes Handbuch, das in bester Form in den interdisziplinären Diskurs der Bioethik einführt, wichtige Hilfen zu Vertiefung der einzelnen Themen bereit hält und die Bedeutung der Bioethik in einer pluralistischen, technisch orientierten modernen Welt eindeutig herausarbeitet.

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